Sonntag, 30. Oktober 2016

Biografie des Monats - Paula

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Steckbrief

Name: Paula
Autor: Isabel Allende
Verlag: Suhrkamp
Geeignet für: Menschen, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: Gelesen in deutscher sprache
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von: "Paula" von Isabel Allende, erschienen im Suhrkamp Verlag)

"'Hör mir zu, Paula, ich erzähle dir eine Geschichte, damit du nicht so verloren bist, wenn du wieder aufwachst."
Aber Isabel Allendes Tochter wachte nicht wieder auf. Der Tochter zur Erinnerung und sich selbst zur Tröstung schrieb sie ihren Lebensroman. 'Paula' ist Isabel Allendes persönlichstes und intimstes Buch." .


Meine Meinung: 

Der Grund, warum ich zu diesem Buch gegriffen habe, war der bewegende Klappentext. Ich interessierte mich dafür, was mit Paula passierte und dachte, dass ich "nebenbei" noch ein paar Geschichten zu hören bekomme, die das Leben erträglicher machen sollten.
Der Klappentext versprach, zumindest interpretierte ich ihn so, dass es in dem Buch größtenteils um Paula gehen sollte.

Dies war aber nicht so. Natürlich spielte das Leid und die Verzweiflung rund um Paulas Krankheit eine sehr große Rolle. Allerdings war das Schicksal von ihrer an Porphyrie erkrankten Tochter nicht der einzige Handlungsstrang des Romanes. Allende berichtete auch über ihr eigenes Schicksal und das Leben ihrer Familie.

Allende taucht so in ihre eigene Vergangenheit ein. Sie erzählt von ihrer Kindheit, wie sie aufgewachsen ist, was sie damals als Kind so bewegte. Sie berichtet von den vielen Umzügen der Familie und den schwierigen Verhältnissen in Chile. Ich hatte den Eindruck, dass Isabel Allendes Leben zeitweise von Glück bestimmt ist: Beispielsweise hilft sie einigen Menschen während der Diktatur aus Chile zu fliehen. Oder sie sagt Dinge in der Öffentlichkeit, die sich für damalige Verhältnisse nicht gehören.

Diese Einblicke in ihre Vergangenheit, verleihen dem Roman, trotz der ein oder anderen heiklen Situation eine Leichtigkeit. Die Schwere bringt hingegen die Gegenwart, Paulas Zustand, mit sich.
Während alle anfangs noch glauben, dass Paula wieder auf die Beine kommt und gerettet werden kann, wird irgendwann klar, dass es nichts hilft für ihre Gesundheit zu beten, sondern es besser wäre, zu hoffen, dass sie von ihrem Leid erlöst wird.

Der Roman ist in Form eines Briefes geschrieben. Das fällt hauptsächlich dadurch auf, dass Isabel Allende an manchen Stellen das Wort an ihre Tochter richtet. Sie berichtet dann, dass sie sie mit inhaltlichen Sprüngen nicht verwirren möchte, oder genau gewusst hat, wie ihre Tochter in bestimmten Situationen reagiert.

Die beiden Geschichten, die in der Biografie "Paula" erzählt werden, gefallen mir wirklich gut. Allerdings hat das Buch den versprochenen Eindruck nicht ganz gehalten:
Die Zeitsprünge bereiteten mir manchmal Mühe, weil ich mir nicht sicher war, wo der Inhalt spielte. Sollte sich der Leser bei Paula in der Gegenwart befinden, oder waren wir bereits wieder in der Vergangenheit verschwunden?

Auch muss ich sagen, dass der Klappentext etwas anderes verspricht, als das, was das Buch letztendlich bietet. Wer den Text liest, rechnet damit, einen "Krankenhausbuch" in die Hände zu bekommen. Eine Mutter, die über ihre Klinikerfahrungen berichtet. Hingegen bekommen wir hier eine ausführliche Biografie von Isabel Allendes Leben und ihrer Familie zu lesen. Und gerade diese Tatsache sorgt dafür, dass der Roman besser war, als das, was ich erwartet hatte. Es ging in den vielen hundert Seiten nicht nur um das Schwere im Leben, sondern auch um schöne Erlebnisse.

Der Schreibstil bringt viele Sätze mit sich, die über mehrere Zeilen hinweg gehen. Allerdings sorgt das keinesfalls für Verständnisschwierigkeiten. Isabel Allende hat einen lebendigen Schreibstil. Ich konnte mir viele Situationen bildlich vorstellen und hatte an der ein oder anderen Stelle ein Schmunzeln im Gesicht.

Wer also etwas über die Autorin erfahren möchte, sollte den Wikipedia Eintrag meiden und sich stattdessen ihren Roman "Paula" durchlesen. Danach seid ihr mit Sicherheit etwas schlauer.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht. 

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