Donnerstag, 22. September 2016

Tote Mädchen lügen nicht

(Bild von amazon)
Steckbrief

Name: Tote Mädchen lügen nicht (auch als Hörbuch vorhanden)
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt Verlag
Geeignet für: Jugendliche zwischen 14 - 17 Jahren, oder Menschen, die gerne traurige Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gelesen, in deutscher Sprache
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von: "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher, erschienen im cbt Verlag) 

"Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 7 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf »Play« – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon."


Meine Meinung

Das Buch wurde mir von einem Klassenkameraden indirekt empfohlen. Der Einband sah ansprechend aus und auch der Klappentext machte mich neugierig auf die Geschichte. Die Problematik schien sehr interessant. Ich war gespannt, wie sich Asher an das Thema "Selbstmord" heran traut.

Kommen wir zuerst zu den positiven Dingen, die ich über das Buch zu berichten habe. Die Grundidee, dass sich jemand umbringt, und den "Verantwortungsstempel" jemand anderem aufdrückt, finde ich ziemlich faszinierend. Der Schreibstil und die Geschichte an sich haben mich echt gefesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und vor allem welche Gründe für Hannahs Selbstmord verantwortlich waren. Interessant fand ich auch den Aspekt, wie sich ihr Charakter innerhalb der Geschichte verändert.
Das Ende der Geschichte fand ich außerdem sehr stimmig. So hat sich ein Kreis, der sich beim Lesen geöffnet hat, wieder geschlossen.

So jetzt komme ich zu den negativen Seiten: Einerseits hat mich das Buch zwar gefesselt, andererseits andererseits machte mich die Geschichte auch ziemlich aggressiv. Es kam mir einfach ziemlich feige vor, dass Hannah die Schuld für ihren Selbstmord anderen Personen in die Schuhe schiebt. Natürlich sind andere Menschen daran nicht völlig unschuldig. Aber es ist immer einfacher mit dem Finger auf andere zu zeigen, bevor man sich seinen Anteil an der Situation anschaut.

Die Gründe für Hannahs Selbstmord fand ich, ehrlich gesagt, etwas übertrieben. Von einem Spanner im Vorgarten, bis zu Ignoranz, also in der Schule nicht beachtet, oder in eine Schublade gesteckt zu werden, war alles dabei. Natürlich sind das keine schönen oder harmlosen Dinge, dass möchte ich gar nicht bestreiten. Meiner Meinung nach wäre es ihre Aufgabe gewesen, sich durchzusetzen und dafür zu sorgen, dass man sie beachtet. Die Menschen, denen die Kassetten gewidmet waren, hatten keine Chance sich zu ändern, weil sie gar nicht wussten, wie es Hannah damit ging, oder was für ein Mensch Hannah überhaupt war.

Dass Clay sich aus schlechtem Gewissen auch noch den "Schuld Stempel" aufdrücken lässt, fand ich auch etwas schwach. Hier hätte ich es spannend gefunden, wenn Hannahs Entschluss infrage gestellt worden wäre.

Ihr seht schon das Buch bietet ziemlich viel Diskussionsstoff. Wer also genug Kraft hat, sich mit diesem Buch auseinanderzusetzen, sollte sich ein eigenes Bild von der Geschichte machen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Danke für die tolle Rezension. Ich habe gerade Jay Ashers "Dein Leuchten" beendet und werde die nächsten Tage eine Rezension auf meinem Blog veröffentlichen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und jetzt will ich unbedingt mehr von Ahser lesen. Von "Tote Mädchen lügen nicht" hatte ich schon viel gehörte, aber jetzt bin ich richtig neugierig geworden! Wenn ein Buch so viel Diskussionsstoff bietet, dann kann es nur gut sein. Es steht ab jetzt auf meiner Wuli :) Hast du "Dein Leuchten" schon gelesen?
    Liebe Grüße
    Svenja

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    1. Hallo Svenja,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Es tut mir leid, dass ich erst jetzt dazu komme, dir darauf zu antworten.
      Es ist jetzt schon 6-7 Jahre her, dass ich "Tote Mädchen lügen nicht" gelesen habe. Jay Asher hat die Stimmung der Geschichte sehr gekonnt transportiert und mich somit auch echt zum Nachdenken angeregt. Auch wenn mich der Inhalt nicht durchweg begeistern konnte.
      "Dein Leuchten" habe ich noch nicht gelesen, werde es mir aber mal genauer anschauen. (Nach so einer langen Asher Pause, könnte ich mich mal wieder einem Buch von ihm annähern :-) ).
      viele Grüße
      Emma

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