Mittwoch, 14. September 2016

Ein Tag mit Herrn Jules

Bild von c.h.beck
Steckbrief

Name: Ein Tag mit Herrn Jules (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Diane Broeckhoven
Verlag: rowohlt Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne traurige Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: gelesen 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Klappentext

(Klappentext von Rowohlt Verlag)


"Eine wunderbar ergreifende Geschichte über die Liebe, die ein Leben lang hält
Einen ganzen langen Tag Abschied nehmen, das will Alice, als sie Jules tot auf dem Sofa sitzen sieht. Es gibt das eine oder andere, was sie mit ihm zu klären hat und worüber nie gesprochen wurde, zum Beispiel seine Affäre mit Olga, die noch immer in ihrer Erinnerung gegenwärtig ist. Erst danach kann sie ihren geliebten Mann ziehen lassen. Auch der autistische Nachbarjunge David kann sich mit einer letzten Schachpartie von seinem Freund verabschieden

„Ein ganz liebenswertes, kleines, schönes Buch darüber, wie Rituale uns helfen, große Verluste zu überwinden.“ (Elke Heidenreich)".


Wie ich zu dem Buch kam...

Vor etwa einem Jahr habe ich eine Literaturseite im Internet gefunden, auf der ziemlich viele Bücher vorgestellt wurden. Ich habe die Liste fast von A - Z durchgearbeitet und mir die Sachen rausgeschrieben, die ich interessant fand. Ich achtete hierbei eher auf den Titel und las mir nur selten den Klappentext zu den Büchern durch.
Das Buch habe ich dann zu Weihnachten bei einem Bloggerwichteln bekommen.


Meine Meinung

Dieses Buch ist eine sehr feine Geschichte, in der es um Trauer, das Abschiednehmen und das Gefühl geht, endlich frei zu sein.

Zuerst einmal stach mir der Einband des Buches ins Auge. Es sind ein Teller, ein Messer, Löffel und eine Tasse, die rechts neben dem Teller steht, darauf zu sehen. Allerdings ist das Geschirr auf dem Tisch zwar richtig angeordnet, aber nicht "korrekt" auf das Cover übertragen. Damit auch für uns Teller usw. richtig herum liegt, müssten wir das Buch quer nehmen, was aber nicht möglich ist. (Wer die Geschichte liest, könnte auf die Idee kommen, dass die Covergestaltung eine Art Stilmittel ist, die die Geschichte noch weiter untermalen soll). Schnell wird klar, dass es hier um Rituale geht, die auch durch Jules Tod nicht unterbrochen werden sollen. Die Rituale sorgen dafür, dass Alice durch den Tag kommt und so langsam begreift, dass Jules nicht mehr da ist, sondern nur noch seine Hülle auf dem Sofa liegt.

Es wird deutlich, dass Jules einen großen Raum in ihrem Leben eingenommen hat. Er wusste, was es zu erledigen gibt und wie man das am besten anstellen soll. Als Jules also stirbt, bleibt Alice also erstmal nichts anderes übrig, als die Rituale des Tages aufrecht zu erhalten. Allerdings merkt sie schnell, dass ihr jetzt niemand mehr widerspricht, wenn sie etwas so macht, wie sie möchte. Beispielsweise beschließt sie, Jules zum Trotz, ihr Lieblingsessen zu kochen, oder die Küche nicht aufzuräumen. Und nicht zu vergessen hat sie mit Jules noch das ein oder andere Hühnchen zu rupfen, welches sie zu seinen Lebzeiten gut für sich behalten hatte.

Das Buch rund um Alice, die Abschied von ihrem Mann nimmt, ist eine stille Geschichte. Diane Broekhoven erzählt diesen Roman mit viel Fingerspitzengefühl. 

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

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