Dienstag, 23. August 2016

Was mit Kate geschah

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Steckbrief

Name: Was mit Kate geschah
Autor: Catherine O'Flynn
Verlag: btb Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne traurige Bücher lesen,
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 1 von 5 Punkten



Klappentext 


(Klappentext von "Was mit Kate geschah" von Catherine O'Flynn, erschienen im btb Verlag) 

"Birmingham 1984: So oft sie kann, setzt sich die 10-jährige Kate mit Mickey, ihrem Stoffaffen, in den Bus und fährt hinaus in das große Einkaufszentrum Green Oaks. Als Detektivin spürt sie dort den dunklen Geheimnissen der Kunden nach und verfolgt »Verdächtige« bis in die letzten Winkel des Konsumtempels, der ihr mittlerweile vertrauter ist als ihr Zuhause. Doch dann verschwindet sie von einem Tag auf den anderen spurlos. Zwanzig Jahre später machen sich zwei ihrer mittlerweile erwachsenen Freunde von einst noch einmal auf die Suche, um herauszufinden, was damals wirklich geschah …"


Meine Meinung

Lustigerweise stand das Buch auf einer meiner Wunschlisten, ich habe es aber für Weihnachten nicht weitergegeben. Trotzdem hat es dieses Buch unter den Baum geschafft.

Den Einband des Buches finde ich ansprechend gestaltet. Man kann einen leeren Einkaufswagen erkennen. Ich nehme an, dass das Gebäude im Hintergrund "Green Oaks" darstellen soll.

Den Anfang des Buches finde ich sehr gelungen. Hier treffen wir auf die Protagonistin Kate, die gerne Verbrechen aufspüren möchte. Der Leser muss hier zwischen den Zeilen lesen, um zu erkennen, dass Kate kein glückliches Kind ist. Ihr Vater stirbt an einem Schlaganfall, die Mutter hatte die Familie schon früh verlassen. Großmutter Ivy fühlt sich zu alt, um Kate zu erziehen. Sie möchte, dass die Enkelin ein Internat besucht. Ich mag es, wenn man nicht alle Informationen auf einem Tablett serviert bekommt, sondern manche Dinge erahnen muss.

Der Großteil der Geschichte wird aber nicht von Kate, sondern Lisa und Kurt erzählt. Beide haben Kate in Kindertagen kennen gelernt, hatten aber nicht wirklich viel mit ihr zu tun. Es wird ein Großteil des Buches darauf verwendet Lisa und Kurt kennen zu lernen. Beide arbeiten inzwischen in "Green Oaks" sind aber mit ihrem Beruf keinesfalls glücklich.

Mein Eindruck von dem Buch ist, dass nicht Kate, sondern "Green Oaks" und seine Mitarbeiter die Hauptrolle der Geschichte spielen. Mir waren die Geschichten um Kurt und Lisa zu ausführlich. Der Leser wurde mit Monologen "genervt", bei denen ich mich gefragt habe, warum ich das alles wissen muss.
Schließlich wollte ich einfach nur erfahren, was mit Kate geschah und nicht warum die Mitarbeiter von "Green Oaks" so gestresst von ihrem Job sind.

Daher fand ich den Schreibstil der Autorin auch anstrengend zu lesen. Kurt und Lisa werden seitenweise Informationen an den Kopf geworfen, die im Grunde an ihnen vorbeiziehen. Ich hatte das Gefühl mit einem Haufen frustrierter Charaktere zu tun zu haben. Natürlich konnte ich den Grund der Frustration nachvollziehen, wollte das alles aber gar nicht so genau wissen.
Erst auf den letzten Seiten wird sich wieder aktiv auf die Suche nach Kate gemacht. Ich finde daher den Klappentext und den Titel des Buches völlig falsch gewählt. In der Geschichte geht es meiner Meinung nach eher darum, dass Kurt und Lisa lernen, ihre Bedürfnisse mitzuteilen, um so aus ihrem Alltagstrott ausbrechen zu können.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Buch ungern weiterempfehle, weil die Geschichte völlig am Thema vorbei erzählt wird. Die netten Passagen, die aus Kates Sicht erzählt werden, tauchen in dem Buch leider viel zu wenig auf. Ich hätte gern mehr über sie erfahren.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

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