Donnerstag, 18. August 2016

Apfeldiebe

Bild von Booksection
Steckbrief

Name: Apfeldiebe
Autor: Michael Tietz
Verlag: Bookspot Verlag
Geeignet für: ab 15-16 Jahren, für Menschen, die gerne blutige Thriller lesen
Gelesen oder gehört: gelesen als Hardcover
Bewertung: 2 von 5 Punkten


Klappentext

(von Booksection)

"Der kleine Ort Wittlekofen, im südlichen Schwarzwald gelegen, birgt für Kinder während der Sommerferien nicht viel Aufregendes. Umso spannender findet es Alex, als er in der Roggenbacher Burgruine durch Zufall auf eine unterirdische Kammer stößt, in der sich allerlei Relikte aus der Ritterzeit befinden. Aufgeregt überredet er seinen besten Freund Max und dessen kleinen Bruder Timmi, am nächsten Tag gemeinsam die unterirdischen Gänge zu erkunden. Auch Kasimir, von allen nur als „das Mädchen“ gehänselt und Rufus, ein schwarzgekleideter Außenseiter, sind mit von der Partie. Doch das gemeinsame Abenteuer soll sich innerhalb nur weniger Minuten in einen wahren Albtraum verwandeln, denn ein unabsichtlich ausgelöster Erdrutsch verschüttet den einzigen Ausgang aus der Höhle."


Meine Meinung 

Es gab schon lange kein Buch, dass so schlecht bewertet wurde. Apfeldiebe konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Ich hoffe, im Laufe dieser Rezension wird euch klar warum. Dennoch möchte ich voran stellen, dass es kein schlechtes Buch ist und viele von euch vielleicht anders über meine Kritikpunkte denken.

Gestaltung 
Das Cover finde ich ganz ansprechend gestaltet. Es wird sehr schlicht gehalten, was aber nicht weiter schlimm ist, sondern die Stimmung des Buches untermalt. Hier spielt sich viel zwischen den Zeilen ab, aber dazu später mehr.
Auf meiner Buchausgabe ist ein anderer Klappentext abgedruckt. Diesen fand ich gut getroffen. Er verriet nicht zu viel von der Geschichte, ließ aber trotzdem erahnen, um was es geht und machte mich neugierig. Die obige Inhaltsangabe verrät teilweise schon zu viel von der Geschichte.
Allerdings musste ich während des Lesens feststellen, dass ich teilweise etwas anderes geboten bekam, als auf dem Klappentext angekündigt wurde.

Inhalt
Wie oben schon angedeutet, geht es um fünf Jungen, die beinahe nicht unterschiedlicher sein könnten. Bis auf die Tatsache, dass sie alle in einem verschlafenen Dorf leben, scheint sie nicht viel miteinander zu verbinden.
Alex, der Entdecker des geheimen Raumes und Max, ein übergewichtiger Junge, sind beste Freunde. Deswegen ist Max auch einer der Ersten, der von Alex' Fund erfährt. Schnell sind auch Max Bruder Timi, und zwei Außenseiter, Kasimir und Rufus, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, eingeweiht.
Was als harmloses Spiel beginnt, entwickelt sich schnell zu einem gefährlichen Abenteuer auf Leben und Tod.

Schon als ich den Prolog las, musste ich schlucken. Hier beschreibt Autor Michael Tietz, eine erste gewalttätige Szene. Ein Junge versucht sein Opfer zu erwürgen. Zuerst fragte ich mich, wer wohl zu so einer Handlung fähig war bzw. was passieren müsste, dass jemand auf diese grausame Idee kam. Der zweite Gedanke, der mir in den Sinn kam, war: Will ich dieses Buch wirklich lesen? 

Ich las weiter und lernte unsere Protagonisten kennen. Hier bekam ich schnell eine Ahnung wer der gewalttätige Junge aus dem Prolog sein könnte.
Unsere Charaktere haben es nicht leicht: Alex und Max haben beide unter gewalttätigen Vätern zu leiden. Außenseiter Rufus, der nur schwarze Kleidung trägt, hat vor einem halben Jahr seine Mutter verloren. Und Kasimir? Er ist ein intelligenter Junge und kann in der Schule glänzen. Doch aufgrund seiner langen Haare wird er von allen nur das Mädchen genannt und hat keine Freunde im Dorf. Da kommt ihm das Angebot mit den Großen spielen zu dürfen, gerade recht.

An sich beschreibt Michael Tietz die Charaktere recht gut. Wir lernen sie kennen und können erahnen, was sie zu dem gemacht hat, wie sie eben sind.
Gerade bei Max, der im Laufe der Geschichte eine erschreckende Entwicklung durchmacht, hätte ich mir aber gewünscht mehr von seiner Familie mitzubekommen, bzw. zu erleben, wie sein Leben zu Hause abläuft. Hier wird zu Beginn nur eine Szene beschrieben, die bei mir viele Fragezeichen zurückgelassen hat.

Zudem erzählt Michael Tietz die Geschichte auch aus verschiedenen Blickwinkeln. Als die Jungen unter der Erde verschüttet sind, wird ein neuer Charakter ins Spiel gebracht. Ein alter Mann, der sie vielleicht retten könnte...
Mit diesen Kapiteln bin ich nicht zurecht gekommen. In meiner Buchausgabe wurde der Retter schon im Klappentext angedeutet. Jedoch ging es in diesen Kapiteln auch viel um den Alltag des Mannes, bzw. welche Themen ihn bewegen. Diese Kapitel waren mir oft zu zäh. Ich fragte mich einerseits warum ich das alles wissen müsse und wollte andererseits, dass es endlich mit der eigentlichen Geschichte weitergeht.

Spannung 
Auch der Spannungsbogen konnte mich nicht dauerhaft packen. Zu Beginn fand ich die Geschichte gut eingefädelt. Der Klappentext und der Prolog machten neugierig auf den Roman. Doch nachdem die Fronten geklärt waren und die Jungen wortwörtlich unter der Erde waren, zog sich die Geschichte in die Länge. Erst auf den letzten 50-80 Seiten steigt der Spannungsbogen nochmal etwas an.
Ich hätte mir gewünscht, dass der Spannungsbogen etwas ausgeglichener gewesen wäre.

Schreibstil 
Auch der Schreibstil lag mir nicht wirklich. Während mich der Prolog noch packte, fand ich den Rest des Buches sehr langatmig.
Außerdem war mir nicht ganz klar, ob es sich hier um einen allwissenden Erzähler oder einen personalen Erzähler, also eine Geschichte aus Sicht unserer Protagonisten, handelt.
Den Schreibstil fand ich für die Tatsache, dass unsere Protagonisten zwischen 8 und 13 Jahre alt sind, recht schwierig. Die Sätze gingen oft über mehrere Zeilen und enthielten auch Formulierungen, die Kinder ganz bestimmt nicht benutzen. Diese Details sprachen also für einen allwissenden Erzähler. Dann gab es aber wieder diese Absätze, die sehr wohl aus Kindersicht erzählt sein konnten.

Von der Stimmung die Michael Tietz hier transportierte, musste ich ein bisschen an Das finstere Tal denken. In dieser Geschichte spielt ebenfalls viel zwischen den Zeilen und sie arbeitet sich, ähnlich wie hier, zu einem Höhepunkt hin. Gerade die Stimmung trug auch dazu bei, dass ich den Roman nicht in einem Rutsch durchlesen konnte.

Gesamteindruck 
Ich hatte etwas Anderes erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass die Geschichte so grausam werden würde. Was Apfeldiebe für mich so grausam gemacht hat war, wie die Protagonisten miteinander umgehen bzw. die Gewaltbereitschaft mancher Charaktere. Daher empfehle ich das Buch auch erst ab 15 oder 16 Jahren. 

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat, ich fand es großartig! Diese subtile Spannung und die Charaktere der Figuren, das war klasse erzählt!
    Und es ist ja auch kein Jugendbuch sondern ein Erwachsenen-Thriller, da darf es ruhig auch mal grausam sein ...

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Aleshanee,
      es freut mich sehr, dass dir das Buch gefallen hat. Ich befürchte, bei mir kam es echt zur falschen Zeit. Das Tolle ist, dass das auch wieder beweist, das Geschmäcker echt verschieden sind.
      viele Grüße
      Emma

      Löschen