Samstag, 30. Juli 2016

Mark Forster bei I EM Music in Emmendingen

Eine Freundin fragte mich vor einer Weile, ob ich Lust hätte mit ihr ein Mark Forster Konzert zu besuchen. Da ich Nase es allen Ernstes geschafft habe, ein Konzert von ihm zu verpassen, das geschlagene 10 Minuten von mir entfernt stattgefunden hat, dachte ich mir: "OK, dann nutze ich die zweite Chance..."


Daten und Fakten 

Was: Mark Forster bei I EM Music Festival
Wo: im Emmendinger Schlossplatz
Wann: Sonntag 24.07.16 um 20:00 Uhr
Preis: 40 € Normalpreis, 20 € Ermäßigt (die Begleitperson hat freien Eintritt)


Über den Künstler 

Mark Forster kommt aus Rheinland-Pfalz und wurde von Komiker Kurt Krömer entdeckt. Und zwar als Musiker. So bekam Mark Forster in Krömers Programmen die Rollen als Pianist oder Sänger zugeschrieben. (Passt ja an sich ziemlich gut :-) ).
Seinen ersten Plattenvertrag bekam er dann bei dem Plattenlabel Four Music, dass übrigens von den Fantastischen Vier gegründet wurde.
Als er den Refrain in einem Lied des Rappers Sido sang, schaffte er das erste Mal den Einstieg in die Top 10. Und so kam es, dass Sido Forster bei dessen Hit "Au revoir" unterstützte.

Mittlerweile hat Mark Forster drei Studioalben veröffentlicht, von denen das aktuellste Album Tape den bisher höchsten Einstieg in die Album Charts hinlegte.

(Quellen: Mark Forster Wikipedia, Four Music Wikipedia)

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Was ist I EM Music? 

Also erst einmal finde ich das Wortspiel wirklich genial. EM ist hierbei die Abkürzung und das Autokennzeichen von der Kleinstadt Emmendingen, die in der Nähe von Freiburg liegt.
Veranstaltet wird das Festival jedes Jahr von karoevents. Hier sind an vier Tagen verschiedene Künstler und Bands eingeladen. Allerdings ist es nicht, wie bei den großen Festivals üblich, dass es nonstop Musik und Campingmöglichkeiten gibt. Hier gibt es ebenfalls wie beim ZMF in Freiburg, ein oder zwei Hauptacts am Tag. Die Tickets werden für ein und nicht mehrere Konzerte vergeben.

Mehr Infos zum "I EM Music" Festival gibt's HIER.


Der Countdown oder PokemonGo gibt's auch in Emmendingen 

Die Sache mit den Pokestops 
Vor dem Konzert traf ich mich noch mit emion, bei der ich glücklicherweise übernachten durfte. Wir nutzten die Zeit und tauschten uns über dies und das auch. Zudem hatten wir uns gleich in der Nähe des Schlossplatzes positioniert.
Während unseres Gesprächs meinte sie irgendwann: "Es ist schon lustig, wie viele PokemonGo Spieler an uns vorbei laufen." (Übrigens: Ich konnte der Sucht bisher widerstehen, was auch einfach daran liegt, dass der Pokemon Hype früher an mir vorbeigegangen ist).
Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Vorfreude? Aufregung? Was verbinde ich mit Mark Forster...? 
Ich muss ehrlich gestehen, vor diesem Konzert war ich nicht ganz so aufgeregt. Das lag wohl auch daran, dass ich zwar ein paar Lieder von Mark Forster kannte, mich aber nicht als Fan bezeichnete. Mark Forster hat eine angenehme Art und er ist mir bisher nicht negativ aufgefallen.
Zudem gefallen mir einige Lieder wie beispielsweise "Auf dem Weg" oder "Au revoir" zwar gut, haben mich bisher aber noch nicht so packen können, dass mich mich genauer mit Mark Forster als Musiker beschäftigt habe. Und dann kam Felix Jaehn und gründete mit Mark Forster das Duo EFF. Mit der Single "Stimme" wurde mir das erste Mal bewusst, wie gut Mark Forster eigentlich singen kann und das seine Stimme unterlegt mit dem richtigen Beat echt gut zur Geltung kommt.
Und da dachte ich mir dann, dass ich auch einmal hören wollte, was er live so drauf hat.


Die Umgebung 

Die Umgebung war - ich hoffe die Emmendinger sind mir jetzt nicht böse - überschaubar. Auf dem Schlossplatz fanden sich 4.200 Menschen ein, die ebenfalls das Konzert besuchen wollten.

Essen und Trinken 
Die goldene Regel auf Festivals lautet ja bekanntlich: Plastikflaschen sind tabu. Ausschließlich Tetrapacks sind erlaubt. Hier durften ebenfalls keine Plastikflaschen mit auf das Gelände gebracht werden. Allerdings wurden am Getränkestand welche verkauft. Verrückt? Ist aber so :-)

Sanitäre Anlagen - oder im Volksmund - WCs :-) 
Sehr glücklich machte mich die Tatsache, dass die Veranstalter diese Bauwagen mit echten WCs aufgestellt haben. Natürlich musste man auch ein bisschen Kleingeld da lassen, hatte dafür aber ein sauberes nicht ganz so stilles (wegen der Musik) Örtchen. Diejenigen, die beim Toilettengang sparen wollten, konnten natürlich auch die kostenlose Dixi Variante nutzen.

Rollstuhlpodest bzw. Behindertenbühne 
Auch hier gab es wieder eine Bühne für Rollstuhlfahrer oder andere Besitzer eines Schwerbehindertenausweises. (Manchmal ist es schon toll, aufgrund eines Ausweises eine eigene Bühne zu bekommen :D ).
Als ich gerade an tollen Formulierungen für den Blog Bericht feilte, um die Tatsache zu loben, dass auch hier das Rollstuhlpodest nicht vergessen wurde, bekam ich mit, dass es keine barrierefreien WCs gab. Ob das jedes Jahr so ist, oder eine einmalige Sache war, kann ich nicht sagen, möchte es aber auch für potentielle Interessenten an dieser Stelle erwähnen.


Redensart - Die regionale Vorband 

Als ich den Namen Redensart hörte, dachte ich mir, dass ich diese Band irgendwoher kannte. Und tatsächlich: Als sich der Frontmann vorstellte, verkündete er, dass es sich bei Redensart um eine Band aus Freiburg handelte. Hier finde ich es echt schön, dass karoevents regionale Künstler unterstützt und nicht irgendeine Vorband aus einem anderen Bundesland für den Auftritt engagiert hat.

Nach dem ersten Lied war ich mir noch nicht ganz sicher, was ich von der Gruppe halten sollte. Mir war der Sänger eine Spur zu laut und auch den Musikstil fand ich etwas eigen. Als dann aber erklärt wurde, dass sie noch nie vor so vielen Leuten gespielt haben, verbuchte ich das einfach unter Nervosität. Nach und nach kamen sogar ein paar Lieder, die mir ganz gut gefielen. Zudem war mir die Gruppe schnell sympathisch. Ich mochte die Überleitungen während den Liedern.
Nun aber wirklich zur Musik...



Redensart - Wie das wohl wär? 
Dieses Lied repräsentiert den folkigen Musikstil der Band. 
Ich bezeichne ihn mal als etwas eigen, aber definitiv nicht schlecht. 



Redensart - Am Ende war nicht alles schlecht
Auch hier gibt es wieder den, für die Band, typischen Sound. 
Zudem finde ich den Text ganz interessant. 

Redensart brachten auch einen neuen Song mit, der noch nicht im Netz zu finden ist und mir eigentlich am besten gefallen hat. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass sie auch die Vorband von der Hamburger Gruppe Tonbandgerät waren? 

Redensart
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Mark Forster - Die Musik 

Wie es bei einer Tour so ist, geht es natürlich darum, das aktuelle Album zu promoten. Und so spielte Mark Forster die meisten Titel aus seinem aktuellen Album Tape. Mir war das sehr recht. Ich hatte bereits in das Album rein gehört und fand den Sound richtig gut. Während er gerade in letzter Zeit zwar interessante Texte, aber eher einen Mainstream Beat mitbrachte, waren bei Tape wieder Musiker und Instrumente beteiligt.
Mich überraschte außerdem, dass Mark Forster live so gut singen kann.

Hier einmal eine kleine Playlist meiner Lieblingslieder. Aus dem aktuellen Album Tape sind nicht alle meine Favoriten enthalten, da YouTube hier ziemlich gut gesäubert ist...



Mark Forster - Chöre 
Für den Refrain hat er hier die Harlem Gospel Singers engagiert. Mir gefällt hier nicht nur der Text, sondern auch die Instrumente ziemlich gut. 



EFF - Stimme 
Mein absolutes Lieblingslied von Mark Forster ist und bleibt wohl "Stimme". Hier fiel mir, wie oben bereits geschrieben, das erste Mal auf, wie gut er eigentlich singen kann. 
Es war aber auch irgendwie ein komisches Gefühl, das Lied in einer Stadt zu singen, die u.a. aufgrund ihrer Psychiatrie bekannt ist. 



Mark Forster - Flash mich 
Bei "Flash mich" konnte mich ebenfalls der Songtext packen. 
Hier habe ich eine schöne Akustik Version gefunden. 
Ich hoffe, euch gefällt sie auch so gut. 



Mark Forster - Auf dem Weg 
Gegen Ende durfte natürlich auch seine erste eigene Single nicht fehlen. Auch hier gibt's wieder eine Akustik Version. 


Die Stimmung 

Ich hätte nicht gedacht, dass Mark Forster so lebendig auf der Bühne ist. Während den Liedern erzählte er einige Geschichten, machte Witze oder lud zum Mitsingen bzw. Mitmachen ein. 
Ich bin sehr glücklich, dass er mich, obwohl er bis heute nichts davon weiß :-), in folgender Theorie unterstützt. 

Die Sache mit den Laugenbrötchen (im Dialekt auch Weckle genannt)
In meiner Baden-Württemberg losen Zeit, stellte ich fest, dass die Laugenbröchten in anderen Bundesländern nicht halb so gut schmecken, wie daheim. (Ich habe sogar mit einer damaligen Bekannten über die "Laugentheorie" diskutiert und musste feststellen, dass ich wohl ziemlich allein auf weiter Flur war). Dann bestätigte mir Mark Forster mit folgendem Satz meine Theorie: "Wir freuen uns immer, wenn wir in Baden-Württemberg sind, weil ihr so tolle Laugenbrötchen habt." Ha! 

Im Ernst jetzt? 
Allerdings brachte er auch einen Witz, bei dem ich mich fragte, ob er mich veräppeln wolle. Bei dem Lied Chöre hat er die Harlem Gospel Singers engagiert. Natürlich ist es klar, dass der bekannte Chor bei seiner Tour nicht mit dabei sein kann. Mark Forster brachte daher den genialen Vorschlag, dass wir auch einfach mit dem Chor skypen können. Und schon wurde eine Skype Session mit Begrüßung und gemeinsamen Auftritt inszeniert. Es fehlte nur noch die Verabschiedung. Hier hätte ich mir eine kreativere, bzw. lustigere Lösung gewünscht. Beispielsweise haben Luxuslärm einmal ein Lied mit Culcha Candela aufgenommen. Hier wurde einem Bandmitglied bei einem Auftritt kurzerhand eine Perücke aufgesetzt und munter drauf los gespielt. 

Begeistertes Publikum 
Das Publikum war aber durchweg begeistert, sang und tanzte fleißig mit. So sind einige sehr schöne Momentaufnahmen entstanden, an die ich noch gerne zurückdenke. 


Mein Fazit 

Ich war mit relativ geringen Erwartungen zum Konzert gegangen, wobei das hier nicht negativ gemeint ist. Ich kannte einige Lieder von Mark Forster und wollte mich überraschen lassen, was er live so zu bieten hatte. 

Und ja: Überraschung geglückt! Er hat mich mit einer sehr guten Stimme und einem tollen neuen Album überzeugt und für sich gewinnen können. 

Wenn Mark Forster mal in eurer Nähe ist, schaut auf jeden FAll mal bei einem seiner Konzerte vorbei. 

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