Donnerstag, 28. Juli 2016

Das fünfte Kind

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Steckbrief

Name: Das fünfte Kind (auch als Hörbuch vorhanden)
Autor: Doris Lessing
Verlag: Hoffmann und Campe
Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die sich für historische Romane interessieren
Gelesen oder gehört: gelesen in deutscher Sprache
Bewertung: 1 von 5 Punkten


Klappentext


(aus "Das fünfte Kind" von Doris Lessing, Quelle Lovelybooks)

"England in den sechziger Jahren. Harriet und David Lovatt wünschen sich nichts mehr als ein glückliches Familienleben. Als sie geheiratet und ein geräumiges Haus bezogen haben, stellen sich in rascher Folge vier Kinder ein - das Idyll ist perfekt. Doch als Harriet ein fünftes Kind auf die Welt bringt, ziehen dunkle Wolken auf: Der kleine Ben scheint alle Zuwendung abzulehnen und wird seinerseits von den meisten Menschen abgelehnt: Er wirkt wie ein bösartiger Troll und droht den Zusammenhalt in der Familie ernsthaft zu gefährden. Als die Gäste ausbleiben und auch die Geschwister beginnen, Ben ängstlich aus dem Weg zu gehen, wird der Junge in ein Heim abgeschoben. Doch Harriet holt ihren Sohn nach Hause zurück und riskiert, dass er durch seine Anwesenheit endgültig zerstört, was vom Familienidyll noch übrig ist. Doris Lessings Roman "Das fünfte Kind" stand nach seinem Erscheinen 1988 wochenlang auf den Bestsellerlisten und wurde mehrfach ausgezeichnet.".


Meine Meinung

Ich hatte die Rezension zu diesem Buch auf einem Blog gelesen und fand die Geschichte interessant. Daher beschloss ich mir das Buch zu kaufen.
Den Einband finde ich recht ansprechend gestaltet. Auch der Klappentext ist gut zu lesen. Als ich das Buch allerdings aufschlug fand ich die Schrift relativ klein. Auch der Schreibstil der Geschichte sorgte dafür, dass mir das Lesen schwer fiel. Die Sätze schienen endlos. Anfangs wurden viele Personen auf einmal eingeführt, so dass ich Mühe hatte, die verschiedenen Charaktere auseinanderzuhalten.

Wenn ich ehrlich bin, bin ich von der Geschichte etwas enttäuscht. Der Klappentext verspricht eine spannende Familiengeschichte mit einer interessanten Problematik. Ich habe aber das Gefühl, dass es erstmal eine halbe Ewigkeit dauert, bis die Geschichte zu Bens Geburt kommt. Vorher wird der Leser erst einmal in Davids und Harriets Familiengeschichte eingeführt. Von ihrer ersten Begegnung, bis zu Geburt der ersten vier Kinder, bekommt der Leser einen Eindruck, wie die Eltern gestrickt sind und wie sich das Familienleben gestaltet. Teilweise ist es sehr spannend, weil sich so spätere Verhaltensweisen erklären lassen, andererseits hatte ich das Gefühl mit Charakteren konfrontiert zu werden, die vielleicht ein zweimal auftauchen und wenig wichtig erscheinen.

Plötzlich wird Harriet mit dem fünften Kind schwanger. Schnell stellt sich heraus, dass das Kind schon im Bauch anfängt Forderungen zu stellen. Es drückt und drückt, kommt also einfach nicht zur Ruhe. Der Leser bekommt so mit, wie Harriet beginnt, sich gegen das Wesen in ihr zu sträuben. Ben wird einen Monat früher geboren und scheint kein normales Kind zu sein. Einerseits ist Harriet abgeschreckt, vor dem Wesen, dass aus ihrem Bauch kam, andererseits versucht sie sich irgendwann aufzuraffen und eine Bindung zu dem ihr scheinbar fremden Kind zu bekommen. Hier kommen wir zur ersten "unrealistischen" Stelle des Buches: Ben wird so dargestellt, als ob er von Grund auf "böse" oder nicht greifbar ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder böse geboren werden. Ich glaube auch nicht, dass es Menschen gibt, die ausschließlich eine böse Seite besitzen. Doch scheint es bei Ben offenbar der Fall zu sein. Keiner bekommt einen Draht zu ihm und so entwickelt sich das Familienleben auseinander.

Mühe hatte ich, wie oben schon erwähnt, mit dem Schreibstil der Geschichte. Es kamen wenig Dialoge vor und ich hatte zunehmend den Eindruck eine Art Bericht vor mir zu haben. Deswegen wurde das Buch zeitweise etwas zäh.

Auch mit dem Ende war ich nicht gerade zufrieden. Während des ganzen Buches wird der Leser in die Problematik von Familie Lovatt eingeführt. Für die Fülle an Informationen, die man in dem Buch geliefert bekommt, finde ich das Ende etwas ungewiss...

Zusammenfassend kann ich sagen, wer Gegenwartsliteratur mag und sich für historische Romane interessiert könnte sich das Buch mal anschauen. Allerdings hat es keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

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