Donnerstag, 16. Juni 2016

Die Tagebücher einer Nanny


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Steckbrief 

Name: Die Tagebücher einer Nanny auch als Buch und Film erhältlich)
Autor: Emma McLaughlin,
Verlag: Random House Verlag
Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die sich für zwischenmenschliche Dramen interessieren
Gelesen oder gehört: gehört
Sprecher: Leslie Malton
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext

(Beschreibung von booklooker)

"Nanny ist Studentin und sie braucht dringend Geld. Seit Jahren nimmt sie Jobs als Kindermädchen an, aber diesmal hat sie das große Los gezogen: Nanny wird von Mrs. X angeheuert, Gattin eines erfolgreichen Bankers und Mutter des kleinen Grayer. Man wohnt in einem riesigen Appartement und setzt alles daran, die Unannehmlichkeiten des Lebens auszublenden. Leider gehört dazu seit vier Jahren auch ein Kind. Grayer hat es nicht leicht: Er liebt seine Mutter, die jedoch den Kontakt mit ihm wegen Lästigkeit und Verschmutzungsgefahr tunlichst meidet. Er vergöttert seinen Vater, bekommt ihn allerdings so selten zu Gesicht, dass er dessen Visitenkarte als Talisman immer bei sich trägt. Nur Nanny kümmert sich wirklich um ihn."


Meine Meinung

Das Hörbuch gehört zu einer langen Sammlung an Hörbüchern, die mir von verschiedenen Freunden ausgeliehen wurden. Das Witzige war, dass wir im Englischunterricht das Thema "Erziehung" begonnen und uns mit der Frage beschäftigt haben, ob sich "frischgebackene" Eltern eine berufliche Auszeit nehmen sollen, oder nicht. Zeitgleich bin ich dann auf dieses Buch gestoßen. Es hat, wie die Faust aufs Auge, gepasst.
Leslie Malton hat die Geschichte wahnsinnig gut gelesen. Ihre Stimme ist sehr wandlungsfähig. Somit hat sie es geschafft in jeden Charakter hineinzuschlüpfen und mich so das ein oder andere Mal zum schmunzeln gebracht. "Die Tagebücher einer Nanny" hat mir das Medium Hörbuch wieder etwas näher gebracht. (Ich bin während der Zugfahrt kein einziges Mal eingeschlafen und das will schon was heißen!).

Dieses Hörbuch hat mir sehr gut gefallen, weil man einen guten Einblick in die Zerrissenheit der Hauptperson Nanny bekommt. Sie wird immer mehr in das Familienleben der Familie X eingespannt und weiß nicht so recht, wie sie sich abgrenzen kann.

Als ich den Klappentext gelesen habe, ist mir mit Schrecken aufgefallen, dass es in dem Buch ja auch eine Liebesgeschichte gibt. Die ist mir, wenn ich ehrlich bin, völlig entgangen. (Vielleicht ist das Hörbuch eine gekürzte Fassung, oder ich war doch etwas unaufmerksam). Mir ist zwar aufgefallen, dass Nanny Kontakt zu einem jungen Mann hat, allerdings habe ich es so interpretiert, dass beide schon lange miteinander befreundet sind.

Mein Eindruck war, dass der Schwerpunkt der Geschichte eher auf der Biografie der Familie X und deren Begegnungen mit Nanny liegen.

Als ich die Geschichte zu Ende gehört habe, ist mir aufgefallen, dass man sie aus zwei Blickwinkeln betrachten kann.
In der einen Variante bekommt man ein wunderbares Beispiel für eine elitäre Familie geliefert. Beide Eltern haben nur Augen für sich und sind überhaupt nicht fähig auf den den Film des anderen einzusteigen. Das Beste was sie tun konnten war daher ein Kindermädchen für den Sohn Grayer einzustellen. Allerdings hätten sie ihm einen noch größeren Gefallen damit getan, wenn sie es nicht alle paar Monate austauschen würden.

Der andere Blickwinkel ist Nannys Sicht. Ich konnte wunderbar beobachten, wie sie mit dem ganzen Stress, der sich mehr und mehr zuspitzt, umgeht und an welchen Stellen, sie ihrem Ärger Ausdruck verleiht.

Wer starke Nerven hat, eine gut erzählte, an manchen Stellen sogar amüsante Geschichte sucht, die viel zwischen den Zeilen erzählt, sollte "Die Tagebücher einer Nanny" unbedingt lesen.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

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