Mittwoch, 6. April 2016

Isola

Hinweis: Diese Rezension wurde am 26.02.22 aktualisiert. 

Bild von
Arena Verlag

Steckbrief
Name: Isola
Geschrieben von: Isabel Abedi
Verlag: Arena Verlag / Arena Audio 
Geeignet für: ab 13 Jahren, Menschen, die gerne Jugendbücher hören, Leute, die ein Einsteiger Hörbuch für das Genre Thriller suchen 
Gelesen oder gehört: im Jahr 2007 gelesen und 2022 als Hörbuch gehört, unklar ob gekürzt oder ungekürzt. 
Gelesen von: Jessica Schwarz und Andreas Fröhlich
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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Klappentext
(Klappentext von: "Isola" von Isabel Abedi, erschienen im Arena Verlag)

„Ich hätte weglaufen können. Noch heute spukt dieser Gedanke oft durch meinen Kopf. Ich hätte mich heimlich von der Gruppe entfernen können, genügend Gelegenheiten hatte es gegeben. Aber hätte das etwas geändert? Wäre das Projekt abgebrochen worden? Wäre vielleicht kein Blut geflossen? Es ist so sinnlos, sich diese Fragen zu stellen, mein Verstand weiß das. Aber die Fragen wissen es nicht. Sie kommen – ohne vorher anzuklopfen und sich zu erkundigen, ob es gerade passt.“

Meine Meinung 
Dank Isabel Abedi begriff ich, dass es auch außerhalb dem Genre Fantasy spannende Bücher gibt, die darauf warten gelesen oder gehört zu werden. Kürzlich habe ich das Hörbuch zu Isola in die Hände bekommen und war gespannt, an wie viel Inhalt ich mich noch erinnern konnte. Ob mich das Hörbuch ebenfalls überzeugen konnte, verrate ich euch jetzt. 

Der Inhalt ist spannend. Eine Gruppe junger Erwachsener macht bei einer Reality Show mit. Heutzutage sind die Reality Shows aus dem TV nicht mehr wegzudenken. Als Isola veröffentlicht wurde, nahm der Hype gerade an Fahrt auf. Aber kommen wir zurück zum Inhalt: Die Jugendlichen sollen für eine Zeit auf eine kameraüberwachte Insel verbringen. Vorgaben, was sie auf der Insel machen sollen, gibt es vorerst nicht. Was dort passiert müsst ihr schon selbst herausfinden. 

Hauptfigur Vera, aus deren Perspektive der Großteil der Handlung erzählt wird, verfolgt vor allem ein Ziel. Sie möchte auf der Insel bleiben, bis sie 18 Jahre alt ist. Denn dann kann niemand dafür sorgen, dass sie wieder zurück nach Hause zu ihren Eltern fliegt. Vera ist ruhig und zurückhaltend. Isabel Abedi hat es geschafft, Veras Gedanken und Gefühle gekonnt herauszuarbeiten, sodass ihre Reaktionen nachvollziehbar waren. 

Was mir am Spannungsbogen gut gefallen hat war, dass Isabel Abedi mich beim zweiten Mal hören genau an derselben Stelle in die Irre geführt hat. Sie baut den Spannungsbogen ganz langsam auf, bis er irgendwann seinen Höhepunkt erreicht hat. Toll finde ich auch, dass die meisten Fragen am Ende der Handlung geklärt sind. 

Die Hörbuchgestaltung hat mich beeindruckt. Schnell merkt man, dass das Hörbuch schon etwas älter ist. Es gab nämlich kein Intro, in dem erwähnt wurde, wie der Titel heißt und wer Isola liest. Allerdings hat Arena Audio ein musikalisches Intro geschaffen und auch zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder Musik eingeblendet. Die Musik lockerte die teils gruselige Handlung auf und sorgte dafür, dass Isola ein spannendes, aber kein düsteres Hörbuch wurde. Was mir auch gut gefallen hat war, dass sich die einzelnen Melodien immer wiederholten und es auch zu Beginn jeder neuen CD ein kleines musikalisches Intro gab. 
Inzwischen ist das Hörbuch leider nur noch als Download erhältlich. Wenn ihr zu den Leuten gehört, die sich einen Titel gern ins Regal stellen, empfehle ich euch aber einen Blick auf die Portale zu werfen, die Titel gebraucht verkaufen. 
Etwas Mühe hatte ich mit der Tonqualität des Hörbuches. Die Qualität an sich ist gut. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Musik zwischen den einzelnen Kapitel und die Lesung von Jessica Schwarz und Andreas Fröhlich deutlich leiser war. So ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich am Lautsprecher leiser oder lauter drehte. Daher empfehle ich euch das Hörbuch eher in ruhiger Umgebung wie beispielsweise zu Hause zu hören. 

In Isola gibt es zwei Perspektiven. Daher hat sich der Verlag auch für zwei Leute entschieden, die das Hörbuch sprechen. Jessica Schwarz und Andreas Fröhlich passen stimmlich sehr gut zusammen. Was mich beeindruckt hat war, wie beide die Atmosphäre der Handlung gut in Worte fassen konnten. 
Jessica Schwarz arbeitet Veras leisen Charakter gekonnt heraus, schafft es aber auch die Eigenschaften der anderen Figuren in Worte zu fassen, sodass ich zu jedem der vorübergehenden Inselbewohnenden ein Bild vor dem Auge hatte. 
Andreas Fröhlich hat mich positiv überrascht. Ich kenne ihn vor allem als Sprecher der Romane von Walter Moers. Dort liest er eher gemütlich. Hier hingegen liest er schnell, aber nicht so, dass man ihm nicht mehr folgen kann. Die schnelle und ernste Interpretation arbeitet die Unruhe der Figur sehr gut heraus. 

Was mir an Isabel Abedis Schreibstil gut gefällt ist, dass sie hier das Setting eines Thrillers schafft, aber sehr behutsam mit sprachlichen Bildern umgeht. Ja, an einigen Stellen kippt die Handlung und die Figuren begreifen, dass bei der Reality Show gerade etwas aus dem Ruder läuft. Aber Isabel Abedi sorgt nicht für Bilder, die uns schlaflose Nächte bereiten. 
Was ich ebenfalls interessant fand war, dass Isabel Abedi die Handlung aus der Perspektive der allwissenden Erzählerin beschreibt. Vera blickt auf das Erlebte zurück. Immer wieder gibt es Nebensätze, in denen sie ihr Verhalten in Frage stellt oder begründet. 

Gesamteindruck
Isola ist ein Hörbuch für Jugendliche, die nach einem spannenden Abenteuer fernab der Fantasywelt suchen. Wir lernen tolle Figuren kennen und müssen uns fragen, wie sie das Abenteuer auf der Insel überstehen. 

2 Kommentare:

  1. Ooooh, ich habe es damals verschlungen und fand es einfach großartig!!!

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    1. "Isola" ist mittlerweile eines der ältesten Bücher in meinem Regal. Und ich erinnere mich immer wieder gerne an die Geschichte und freue mich, dass sie dir ebenfalls gefallen hat :-).

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Den Textbaustein habe ich von Pergamentfalter übernommen.