Freitag, 22. April 2016

Amokspiel

Bild von dooyoo
Steckbrief

Name: Amokspiel (auch als Hörspiel, in ungekürzter Fassung erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Knaur Verlag
Geeignet für: ab 16 Jahre, oder für Menschen, die gerne Psychothriller lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von: "Amokspiel" von Sebastian Fitzek, erschienen im Knaur Verlag)


"Dieser Tag soll ihr letzter sein. Die renommierte Kriminalpsychologin Ira Samin hat ihren Selbstmord sorgfältig vorbereitet – zu schwer lastet der Tod ihrer ältesten Tochter auf ihrem Gewissen. Doch dann wird sie zu einem brutalen Geiseldrama in einem Radiosender gerufen. Ein Psychopath spielt ein makabres Spiel: Bei laufender Sendung ruft er wahllos Menschen an. Melden die sich am Telefon mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel freigelassen. Wenn nicht, wird eine erschossen. Der Mann droht, so lange weiterzuspielen, bis seine Verlobte zu ihm ins Studio kommt. Doch die ist seit einem halben Jahr tot. Ira beginnt mit einer aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören…"


Meine Meinung

Der Einband des Buches spricht mich an, obwohl er etwas düster aussieht. Gerade das finstere Bild untermalt den Inhalt des Buches auf eine besondere Art und Weise. Allerdings hatte ich Schwierigkeiten den Klappentext des Buches zu lesen. Daher gab es bei meiner Bewertung einen Punkt Abzug.

Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Ira und dem Geiselnehmer. Manche Kapitel sind vereinzelten Personen gewidmet, die aber gut eingeführt werden.

Auch in diesem Buch überzeugt Sebastian Fitzek wieder mit stellenweise echt lustigen Dialogen. Sein Schreibstil ist wie gewohnt sehr lebendig geschrieben, was dafür sorgt, dass ich keine Mühe hatte, mich in die Geschichte einzufinden. .

Allerdings sind mir auch hier einige Sachen aufgefallen, die ich euch gerne mitteilen möchte: Erfahrene Thrillerfans werden sich beim Lesen des Klappentextes sicher gedacht haben, dass hier schon zwei Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die Geschichte weitergehen könnte: Die eine Möglichkeit besteht darin, dass die Freundin des "Psychopathen" wirklich tot ist und Ira damit beginnt, ihn zu "therapieren". Die andere Möglichkeit lässt darauf schließen, dass seine Freundin noch lebt. Die Frage ist nur, wo befindet sie sich und ist diese Möglichkeit für die Geschichte realistisch?

Einerseits hatte ich das Gefühl, dass mir wichtige Informationen in die Wiege gelegt werden. Sie wurden mir einfach präsentiert, sodass ich mir die Frage stellte, ob sie wirklich stimmen können, da sie so offensichtlich wirkten. Andererseits war die Geschichte kompliziert verstrickt, als die berühmt berüchtigte Mafia ins Spiel kommt. Hier hatte ich dann Mühe zu folgen. Schön herausgearbeitet wurde das Thema Trauer und die Frage, wie man mit dem Verlust eines wichtigen Menschen umgeht. An sich hat mich der Inhalt aber gerade auch auf den letzten Seiten richtig gefesselt und ich war von dem Buch, trotz später Stunde, nicht wegzukriegen.

Probleme mich in die Hauptcharaktere hineinzuversetzen hatte ich nicht. Gerade durch den lebendigen Schreibstil konnte ich oft miterleben, was Ira oder Jan gerade dachten. Schmunzeln musste ich oft, weil das Buch einen berühmt berüchtigten Running Gag hat, der selbst auf den letzten Seiten aufgeführt wird, aber an keiner Stelle übertrieben erscheint.

Den versprochenen Eindruck hat "Amokspiel" nur teilweise erhalten. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Handlungsstränge besser miteinander verknüpft sind und mehr mit der Handlung gespielt wird. Es war relativ schnell klar, wer Freund oder Feind ist. Das hat mich etwas gestört. Dennoch habe ich nicht bereut das Buch gelesen zu haben, weil es gut geschrieben ist und tolle Dialoge hat.

Eins kann ich euch sagen, nach diesem Buch werdet ihr aufmerksam Radio hören. (Ich habe mich trotz der Geschichte zu einer Führung durch das Gelände des hr gewagt).
Wer noch einen guten Psychothriller zu Weihnachten sucht, sollte mal eine Leseprobe des Buches organisieren.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Oh toll, ein Fitzek! Ich habe "Amokspiel" seit einiger Zeit auf meinem SuB, sogar eine signierte Ausgabe. Deine Rezension hat mir auf jeden Fall viel Lust auf das Buch gemacht und ich möchte es mir dieses Jahr mal vornehmen. Nur leider geht's mir so mit vielen Büchern... ich weiß manchmal wirklich nicht, was ich als nächstes lesen soll, weil ich so viele tolle Bücher auf meinem SuB habe :D Geht's dir auch so?

    Liebe Grüße
    Myna

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    1. Hey,
      es freut mic sehr, dass dir die Rezension gefallen hat. Da es sich hier ja um eine "Konserve" handelt, heißt das, dass sie im Grunde schon vor einer Weile - ich glaube hier sind es drei Jahre :-) - geschrieben wurde. Bei so alten Rezensionen bin ich mir dann oft nicht sicher, ob es Sinn macht sie noch zu veröffentlichen. (Ich habe sie damals auf einem anderen Blog veröffentlicht, aber beim Umzug mitgenommen).

      Um ehrlich zu sein, ist mein Bücher SuB relativ bescheiden. Momentan habe ich 5-6 Bücher auf meinem SuB, wobei das eine ein Fachbuch zum Thema Gesprächsführung bzw. Beratung ist. (Das ist aber relativ dünn). Dafür habe ich einen relativ großen und noch unübersichtlichen Hörbuch SuB. Hier kommen auch regelmäßig neue Bücher hinzu, sodass ich nur bedingt dazu komme, den SuB abzubauen, was ich aber nicht schlimm finde, weil ich so nie das Gefühl habe, dass mir die Bücher ausgehen :-).

      Ich denke mir bei Bloggern, mit einem großen SuB muss das Gefühl auch irgendwie cool sein, quasi eine Buchhandlung als "Leseauswahl" zu haben.

      viele Grüße
      Emma

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