Donnerstag, 17. März 2016

Strom

Bild von dtv Verlag
Steckbrief

Name: Strom
Autor: Hanna Dübgen
Verlag: dtv Verlag
Geeignet für: ab 16 Jahren, oder für Menschen, die gerne gut verstrickte Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten



Klappentext



(Klappentext von: "Strom" von Hannah Dübgen, erschienen im dtv Verlag)


"Jason mochte es, der verstreichenden Zeit zuzuschauen.
Wenn er die Abfolge der Ziffern beobachtete, und irgendwann nicht mehr das Vergehen, sondern nur noch das Fließen spürte, fühlte er, dass er existierte.

Vier Menschen in vier Ländern. - eine Berliner Filmemacherin Gaza, eine japanische Pianistin in Paris, ein brasilianischer Zoologe in Tel Aviv, ein amerikanischer Investmentmanager in Tokio.
Hannah Dübgen erzählt von Nähe und Fremde, von alten und neuen Grenzen, von unserer Zeit bewegend und mit immenser Kraft."


Meine Meinung 

Auf die Autorin aufmerksam geworden, bin ich durch die Verleihung des Ingeborg-Bachmann Preises in Klagenfurt. Der Wettbewerb wurde in 3sat übertragen und ich habe zufällig die Lesung von Hannah Dübgens Beitrag gesehen, die mich sehr bewegt hat. Also fing ich an, ein bisschen über die Autorin zu recherchieren, fand so heraus, dass sie bald ihren Debütroman veröffentlichte und schrieb das Buch sofort auf meine Wunschliste.

Wie der Klappentext beschreibt, geht es in dem Buch um vier verschiedene Charaktere, die allerdings eines verbindet: Sie befinden sich in dem Strom des Lebens, der dahinfließt und sich nicht unterbrechen lässt. Obwohl ihre Schicksale nicht unterschiedlich sein könnten, muss das Leben der Vieren irgendwie weitergehen. Deswegen ist das Thema der Geschichte auf jeden Fall getroffen.
Die Handlungsstränge der Geschichte sind sehr gut verknüpft. Da die Charaktere ziemlich unterschiedlich sind, habe ich mich gefragt, wie sie sich denn irgendwann einmal begegnen wollen. Schließlich suchte ein Investmentmanager ja nicht gerade nach einer deutschen Filmemacherin. Doch gerade am Ende der Geschichte werden die vielen verschiedenen Stränge wunderbar zusammengeführt. Es wirkte in keinster Weise konstruiert.

Der Inhalt der Geschichte war spannend gestaltet. Zwar verwirrte mich das Fachwissen, dass uns in den Kapiteln von Jason, dem Investmentmanager, begegnete, aber gerade Stränge, wie beispielsweise Filmemacherin Ada, die den Tod ihrer Freundin verarbeiten muss, oder Makiko, die Pianistin, die vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt wird, machten das Buch sehr interessant und tiefgehend.

Auch in diesem Buch halten sich die Dialoge in Grenzen, was mich hier aber überhaupt nicht störte, da sehr viel zwischen den Zeilen berichtet wird. Der Leser nimmt hautnah am Gefühlsleben der Protagonisten teil. Trotz der Tiefe, die das Buch transportiert, lässt es sich gut lesen. Es gab keine Sätze, die ich aufgrund von Verständnisschwierigkeiten mehrmals lesen musste.

An der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, dass mit einfachen Mitteln die Schwierigkeit des Lebens gezeigt werden. Es geht nicht darum, irgendwelche fiktiven Monster oder Probleme zu bekämpfen, sondern sich lebenswichtigen Fragen zu stellen. Die Protagonisten machen während der Geschichte eine authentische Entwicklung durch. Der Leser wird auch nicht in einem offenen Ende zurückgelassen. Alle angesprochenen Themen werden innerhalb der Geschichte verarbeitet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch den versprochenen Eindruck auf jeden Fall gehalten hat. Sehr schade fand ich, dass es keine Kontaktadresse der Autorin gibt, somit keine positive Kritik angemerkt werden kann. Außerdem wüsste ich gerne, ob es einen zweiten Roman gibt. 


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

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