Freitag, 19. Februar 2016

Dantons Tod

Bild von Hamburger
Lesehefte
Verlag
Steckbrief 

Name: Dantons Tod (auch als Hörbuch, Hörspiel, und Film erhältlich)
Autor: Georg Büchner
Verlag: Hamburger Lesehefte Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Dramen, oder Theaterstücke lesen,
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3 von 5 Punkten



Produktbeschreibung des Verlages 


"Ich fühle mich wie vernichtet unter dem Fatalismus der Geschichte." Dieser Satz Büchners könnte als Motto über dem Drama stehen. Die Beschäftigung mit der französischen Revolution gab Büchner die Anregung zu dem Drama, dessen Tendenz eher antirevolutionär ist, obwohl Büchner sich selbst revolutionär eingesetzt hat.
Büchners Danton gelangt endlich zu dem Schluß, daß die Revolution weder ethische noch materielle Fragen lösen kann. Voller Pessimismus sieht er seinem Ende passiv entgegen.
"Dantons Tod" enthält schon das später aufkommende Grundgefühl des Existentialismus, das "Geworfensein ins Nichts". Das Nachwort enthält eine kurze Biographie sowie Briefe Büchners zu "Dantons Tod". Anmerkungen für den Schüler vervollständigen das Heft.


Meine Meinung 

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass diese Rezension definitiv keine Zusammenfassung des gesamten Stückes bietet, oder mit einer ausführlichen Auseinandersetzung des Textes gleichzusetzen ist. Alle, die sich hier auf eine schnelle Antwort gefreut haben, muss ich leider enttäuschen.

Schon zu Schulzeiten war ich ein Fan von Theaterstücken. Hier standen einfach die Dialoge im Vordergrund. Theaterstücke boten außerdem eine Menge Stoff zum interpretieren. Beinahe hätten wir Büchners "Dantons Tod" in der Schule gelesen. Dann kam alles anders und ich bekam das Theaterstück erst später in die Hände.

Ich finde die Einbände bei Klassikern sind nie besonders ansprechend gestaltet. Zudem fehlt hier der klassische Klappentext. Das finde ich sehr schade, weil es sicher viele potentielle Leser abschreckt, sich einem Klassiker zu nähern, weil es zum einen eben nicht "gut aussieht", aber auch keine Möglichkeit gibt, einen kurzen Einblick in die Geschichte zu bekommen. Der Vorteil: Die meisten Dramen sind nicht besonders dick, sodass sie, wenn man sie außerhalb des Schulunterrichtes lesen sollte, schnell durch hat.

Inhaltlich waren mir die Fronten lange nicht ganz klar. Ich nahm wahr, dass Protagonist Danton mit seiner Lage unzufrieden ist und das er offenbar Feinde zu haben scheint. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass Danton sehr pessimistisch, wenn nicht sogar etwas depressiv angehaucht ist. Ihm fehlt die Freude am Leben und er wünscht sich endlich Ruhe. Auch wenn diese den sicheren Tod bedeutet.

Schön beschrieben finde ich hier die verschiedenen Lebensverhältnisse der Charaktere. Als die Geschichte einsetzt, ist die Revolution in Frankreich schon im vollem Gange. Es finden Massenverhaftungen und jede Menge Hinrichtungen statt. Doch für das einfache Volk hat sich nicht viel verbessert. Es hungert weiterhin und ist unzufrieden. Danton ist dank der Revolution an Geld und Wohlstand gekommen. Glücklich macht es ihn aber nicht. Denn: Er sieht nicht, wo die Revolution hinführen soll. Für ihn ist es nur noch ein sinnloses Massenschlachten.

Dantons Gegenspieler hingegen verfolgen ein klares Ziel: Sie wollen einen besseren, gerechteren Staat ohne Prostitution und "Unordnung". Da ist ihnen Danton, der sich nicht binden möchte und das Volk zudem durch gute Rhetorik schnell auf seiner Seite hat, ein Dorn im Auge.

Bei Theaterstücken wird das Wesentliche oft zwischen den Zeilen erzählt. Und so ist es auch hier. Es gibt daher sehr viele Ansätze um "Dantons Tod" zu interpretieren. Da habe ich mich schon ein bisschen geärgert, dass wir das Theaterstück in der Schule nicht gelesen haben.

Einen klassischen Spannungsbogen wie bei Romanen gibt es hier nur bedingt. Natürlich stellt sich die Frage, wie sich "Dantons Tod" gestaltet. Immerhin steckt das Ende der Geschichte ja schon im Namen des Theaterstückes. Ich denke, dass der Spannungsbogen in einer Aufführung des Theaterstückes deutlich besser zur Geltung kommt, weil hier die "trockene" Lektüre in eine lebhafte Geschichte umgesetzt wird.

Was Büchners Schreibstil betrifft, finde ich ihn bei "Dantons Tod" etwas schwieriger gehalten als beispielsweise bei "Woyzeck". Hier gibt es einige Fachbegriffe, die erst einmal nachgeschlagen werden müssen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es schön war, mal wieder ein Drama zu lesen und nochmal etwas in eine andere Art der Lektüre einzutauchen. Wer sich für Theaterstücke interessiert und sich gerne mit schwierigeren Schreibstilen auseinandersetzen möchte, sollte mal einen genaueren Blick auf "Dantons Tod" werfen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen