Sonntag, 10. Januar 2016

Umgang mit der Sehbehinderung im Studium - ERFAHRUNGSBERICHT

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Vorwort 

Ich glaube dieser Beitrag ist im Vergleich zu anderen Beiträgen sehr persönlich. Deswegen: Vergebt mir die Romanlänge. Ich hoffe es gibt ein paar Interessenten, die sich diesen Beitrag hier (mit viel Glück und Motivation sogar bis zum Schluss) durchlesen, bzw. hoffe, dass er den ein oder anderen von euch vielleicht in der Praxis ermutigt, unterstützt und zeigt, dass ihr nicht alleine seid.


REFLEXION ÜBER EIGENE EINSTELLUNG ZUR BEHINDERUNG

Einige von euch finden den Punkt vielleicht unwichtig. Aber ich habe mir vorab viele Gedanken über den Beitrag gemacht und wollte vorab klarstellen, dass ich es wichtig finde, sich eventuell vor Beginn des Studiums Gedanken über den Umgang mit der eigenen Behinderung zu machen und sich folgende Fragen zu stellen:

Wie gehe ich mit meiner Sehbehinderung um? 

In meinem Fall: Ich empfinde es hier als Vorteil, dass man mir meine Sehbehinderung ansieht. So kann ich nichts verstecken, weil es einfach zu offensichtlich ist. Von Klein auf bin ich einen offenen Umgang mit diesem Thema gewöhnt. Ich beantworte Fragen, erkläre Dinge und habe kein Problem damit, das mehrmals zu tun.
Kurzum: Natürlich nehme ich wahr, dass ich viele Sachen nicht machen kann, habe aber nicht das Gefühl durch meine Sehbehinderung irgendetwas zu verpassen.


Was möchte ich vermitteln / ausstrahlen? (Wichtig für Menschen, die, wie ich, wenig Kontakt zu nicht behinderten gleichaltrigen Menschen hatten weil: Sonderschule) 
Gerade im Studium ist es mir wichtig einen selbstständigen Eindruck zu vermitteln und nicht den Eindruck zu erwecken eine "dauerhafte" Betreuung zu brauchen. Wichtig ist mir außerdem, mich um meine Angelegenheiten zu kümmern und nicht darauf zu warten, dass mir schon Hilfe angeboten wird. (Unter Betroffenen auch gerne als "Zucker in den Arsch blasen" bezeichnet). Wie ihr weiter unten lesen werdet, ist das aber leichter gesagt als getan.


Rückmeldungen von meinem Umfeld 
Bisherige Rückmeldungen haben mir bestätigt, dass meine "Rechnung" größtenteils aufzugehen scheint und ich wohl einen offenen Eindruck vermittle :-).

Wichtig ist auch, sich darüber klar zu sein, welcher Typ man ist und was man braucht. Also: Bin ich eher zurückhaltend? Oder habe ich kein Problem neue Kontakte zu knüpfen? Macht es mir etwas aus alleine rumzustehen?


Umgang gegenüber den Kommilitonen oder: Die Sache mit den sozialen Kontakten 

Start ins Studium - Die ersten Wochen - Welcher Typ bin ich?
Am Anfang war der Start ins Studium nicht gerade einfach. Ich bin nicht der Typ, der sich zu irgendwelchen bereits bestehenden Gruppen stellt und schreit: "Hi hier bin ich und wer seid ihr?" Ich beobachte. Sofern es mir möglich ist, natürlich :-). Dazu muss ich sagen, dass ich mit den nonverbalen Mitteln, wie, sich freundlich anlächeln oder den Blickkontakt aufnehmen nichts anfangen kann, da mein Sehrest es nicht zulässt einen Blickkontakt herzustellen. Ich bin also darauf angewiesen, dass man mich anspricht.

In den ersten Wochen habe ich also vielleicht 1-2 Kurzgespräche am Tag geführt, wie z.B. "Welche Veranstaltung haben wir jetzt?" oder "Wo müssen wir hin?".
Ihr glaubt nicht, wie froh ich war, weiterhin daheim wohnen zu können und dort eine kommunikative Familie um mich zu haben.
Dennoch: Ich fühlte mich selbstständig, weil ich von A nach B kam und wusste was Sache war.

Nach und nach entstanden dann die ersten einmaligen längeren Gespräche, in denen mich neugierige Menschen ansprachen und mich fragten, wie ich denn das alles so mache, wie viel ich sehe usw. Ich habe zwar kein Problem über meine Behinderung zu reden, habe das Thema aber auch nicht dauerhaft hervor. Ich hoffe der Unterschied ist einigermaßen klar...? (Wenn nicht: Ab in die Kommentare!)

Das Thema Behinderung ansprechen
Dann kam meine erste Bewährungsprobe: Ein Seminar in Improvisationstheater. Dank ein paar privater, ziemlich lustiger Videoprojekte mit Isona und emion habe ich hier schon erste Erfahrungen gesammelt und mich also wahnsinnig auf das Seminar gefreut. Ich wusste: Theaterspielen und Leute zum lachen bringen - das kann ich.
Und gleich bei der ersten Aufgabe kam ich ins Schleudern: Wir saßen alle in einem Sitzkreis beisammen. Die Aufgabe bestand darin, einen Blickkontakt mit demjenigen aufzunehmen, mit dem man seinen Platz tauschen möchte.

In meinem Kopf entstanden folgende Fragen:
Zugeben, dass ich das nicht machen kann?
Oder nichts sagen und schauen was passiert?

Möglichkeit 1: Zugeben, damit eine Lösung gefunden werden kann.
Möglichkeit 2: Die peinliche Pause ertragen, wenn auffällt, dass ich nicht reagiere.

Da es mir peinlicher erschien, es nicht zuzugeben, habe ich also auf mich aufmerksam gemacht und ich muss sagen rückblickend war das eines der tollsten Seminare, die ich bisher erlebt habe, weil ich meine Behinderung hier nicht als Problem empfunden habe. Zudem hatte ich auch den Eindruck, dass meine Offenheit dafür gesorgt hat, dass die anderen mutiger wurden. Aber ich schweife ab..

Soziale Kontakte
Ich denke, für viele von euch ist das das schwierigste Problem, wenn ihr eben nicht zu den nach außen hin kommunikativen Menschen auf dieser Welt gehört.

Ich für meinen Teil habe mittlerweile die Einstellung, dass das Studium für mich eine Zwischenstation ist. Ich gehe hauptsächlich an die Hochschule, weil ich studieren und etwas lernen möchte. Wenn ich dabei dann noch ein paar nette Leute kennenlerne, die nicht nur zu mir kommen, wenn sie irgendwelche studiengangsspezifischen Fragen haben, ist das natürlich ein schöner Pluspunkt. Jedoch stelle ich fest, dass es eher selten der Fall ist.
Hier stellen sich wieder die Fragen: Was ist euch lieber? Eine Menge Bekanntschaften, die sich nicht wirklich für euch interessieren? Oder Menschen, die eben auf euch zukommen, wenn sie sich für euch als Person und nicht für eure Behinderung oder eure "Kompetenzen" bzgl des Studiums interessieren?

In der Praxis: Bei Vorlesungen sitze ich meist ganz vorne, aus den einfachen Gründen, dass es da...
a) eine tolle Steckdose für meinen netten Laptop gibt.
b) Ich das verstehe, was die Dozenten erzählen und nicht das, was meine Kommilitonen besprechen. (Und je nach Vorlesungen ist letzteres ziemlich intensiv).
Fazit: Ich vermute - das ist reine Spekulation! - das ich dadurch den Eindruck vermittle, mehr aufzupassen, als andere. Und glaubt mir: Man kann auch in der ersten Reihe tagträumen, Fanfictions und Blogbeiträge planen :-).

Wenn ich dann nach irgendwelchen Materialien, oder Dingen gefragt werde, die Dozenten gefühlte 65467 Mal erzählt haben, bin ich dann hin- und her gerissen zwischen:
Möglichkeit 1: Genervt mit dem Auge rollen und mein Gegenüber darauf hinweisen, dass Zuhören oder Anwesend sein in der Vorlesung auch eine gute Option wäre.
Möglichkeit 2: Freundlich bleiben. Immerhin möchte ich ja auch, dass man mir hilft, wenn ich eine Frage habe.
In der Praxis... versuche ich mich mehr oder weniger erfolgreich an Möglichkeit 2. Es ist einfach ziemlich frustrierend, trotz oben beschriebenem Statement, von Menschen angesprochen zu werden, die ich gefühlt noch nie in meinem Leben gesehen habe, die aber ausschließlich an einer sachlichen Information interessiert sind und für mich danach wieder ins Nirwana verschwinden. Deswegen kann es auch mir passieren, dass ich bei der dritten "anonymen" Person meinen "Oberlehrer"- auspacke und zickig werde.
Allerdings versuche auch hier, mir immer wieder klarzumachen, dass es nichts mit mir als Person zu tun hat. Ich bin mir ziemlich sicher, das es auch Menschen ohne Behinderung, aber mit gutem "Lern Image" ähnlich geht. Der einzige Unterschied darin besteht, dass ich halt nichts davon mitbekomme :-).

UMGANG GEGENÜBER DEN DOZENTEN

Dieser Punkt ist in der Theorie einfach erklärt, doch für mich in der Praxis hier und da wirklich schwer umzusetzen. Aber ich muss dazu sagen, dass es sich hierbei wieder um eine Typ Frage handelt und andere Betroffene hier vielleicht weniger Probleme haben:

In der Schule wurde uns erklärt, dass Dozenten Sprechstunden hätten und wir gut daran täten, die Sprechstunden zu besuchen und uns vorzustellen. Das war mir...
a) definitiv zu peinlich
b) zu aufdringlich
c) habe ich mich auch gefragt, was es einem Dozenten hilft, zu wissen, dass eine der 140 Studenten in seiner Vorlesung die Folien halt nicht lesen kann.
Folglich mein Plan: Mich dann bei den Dozenten zu melden, wenn ich etwas von ihnen brauche.

Die ersten beiden Semester stellte das kein großes Problem dar. Ich habe die Dozenten nach der Vorlesung abgepasst, erklärt, dass ich die Materialien gerne vorab, oder ein paar Tage nach der Vorlesung hätte, damit ich im besten Fall direkt in der Vorlesung mitlesen kann, oder die Veranstaltung eben sobald wie möglich nacharbeiten kann. Mir begegneten hier eine Menge verständnisvoller und gut organisierter Menschen. Mein Glück war auch, dass ich in den ersten zwei Semestern beinahe keine Fachliteratur gebraucht habe und es im Studiengang Soziale Arbeit auch nicht wirklich viele zu erfassender Grafiken gibt. Somit hatte ich einen entspannten Start ins Hochschulleben. Doch nach einem Jahr steigt der Anspruch und der Berg an Literatur steigt.

Die Materialbeschaffung --> Kontakt zu Fachverlagen
Erstes Problem: Sozialarbeiter brauchen Kenntnisse im Sozialrecht. Also benötigen wir auch ein Lexikon das in dem Fall ein Gesetzestext ist. Als ich hörte, dass das gute Stück 2000 (!!!) Seiten hat, dachte ich mir: "Da brauche ich ja Jahre um das EINZUSCANNEN"
Ich bin ja wirklich kein Fan von eBooks, aber ihr glaubt nicht, was für eine Erleichterung es ist, Verlagen schreiben und fragen zu können, ob man das benötigte Buch auch digital erwerben könne. Also gestaltete sich auch dieses Problem als bewältigbar.

Materialien der Dozenten
Dieses Semester sollten wir nicht nur mit den klassischen Folien arbeiten, sondern auch eine Menge Zeitungsartikel zu lesen bekommen. In den ersten beiden Semestern gehörte dieser Stoff zur Zusatzlektüre und war somit nur bedingt prüfungsrelevant. Ich konnte mich also gut davor drücken, mir die Texte zu beschaffen. Im dritten Semester bauen die Vorlesungen aber auf, für mich, klein kopierten Artikeln auf. Natürlich bin ich mit Hilfsmitteln ausgestattet, doch manche Texte sind mir selbst mit der Lupe zu klein, bzw. schaffe ich eine halbe Seite in der Zeit, in der andere Studenten zwei Seiten lesen.
Hinzu kam auch, dass uns Folien oft spät ins "Netz" gestellt wurden und ich so mit dem Nacharbeiten der Vorlesungen ziemlich hinterher war. Schließlich konnte ich nicht während der Lehrveranstaltung überprüfen, was da vorne an der digitalen Tafel steht.

Also stellte ich mir wieder die Frage: Auf den Tisch hauen und an Materialien erinnern?

Möglichkeiten: 
a) Ich möchte niemandem auf die Nerven gehen und übe mich in Geduld.
b) Ich erinnere freundlich aber bestimmt daran, dass ich auf die Materialien angewiesen bin.

Die erste Möglichkeit schien mir erstmal am einfachsten. In Geduld üben ist immer gut. Sprich: Ich habe mich vor notwendigen Gesprächen gedrückt und im Stillen gehofft, dass das "Zeug" schon irgendwann kommt.

Fazit - Pustekuchen: Irgendwann fragte mich ein Dozent in einer "Wir lesen still einen Text"- Session, wie ich denn das eigentlich mache. Und schwupps hatte ich das willkommene Setting um meine Probleme auf den Tisch zu legen.
Schlecht weil: Es mein Job ist, für mein Zeug zu sorgen.
Vorteil des Gespräches: Ich wurde darin bestärkt, ihn daran zu erinnern, die Sachen rechtzeitig reinzustellen. Und glaubt mir: Jetzt gehe ich ihm auf die Nerven.


FAZIT 

Umgang mit den Kommilitonen 
Ich bin mir sicher, dass mich definitiv mehr Leute kennen, als ich sie. Aber ich finde es nicht schlimm. Ich habe eine Hand voll Kontakte, mit denen ich mich nicht nur übers Studium unterhalte, freue mich über die Menschen, die ich im Laufe des Studiums noch kennen lernen werde, gehe aber auch realistisch an die Sache heran.

Umgang mit den Dozenten 
Hier ist es immer wieder wichtig, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass Dozenten einem ganz bestimmt nicht absichtlich das Leben schwer machen wollen. Sie sind auch "nur" Menschen, haben genug zu tun und können Dinge auch einfach vergessen. Gerade deswegen ist es wichtig, sie gelegentlich daran zu erinnern, dass man ja auch noch da ist und halt bestimmte Dinge benötigt. Und wie ihr oben lesen könnt, gehe ich da nicht unbedingt als Paradebeispiel voran, aber ich gebe mir Mühe und habe ja noch ein bisschen Zeit mich auszuprobieren :-).


Und ihr? 

Habt ihr selbst eine Behinderung?
Wie erlebt ihr euer Studium?

Oder: 
Seid ihr nicht selbst betroffen, habt aber schon Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung gesammelt?
Was nehmt ihr aus diesen Begegnungen mit?

Kommentare:

  1. Huhu, ich hatte ja schon einmal geschrieben, das ich ebenso Soziala Arbeit studiere. Wir haben nun seit dem aktuellen Winter Semester auch eine junge Dame mit Sehbehinderung, sie hat es bei uns aber wohl nicht ganz so leicht und ist auch teilweise überfordert. wir als Fachschaft versuchen auch einiges. Aber schon schwer.
    Ich überlege gerade ob ich ihr deinen Blog mal empfehle. da du scheinbar besser organisiert bist. Sie ist noch nicht lange Blind und hat sich noch nicht ganz so damit abgefunden.

    Wärst du dazu bereit?

    LG melde dich einfach per Mail bei mir
    Buchmagie.de

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    1. Hey,
      so der Emailkontakt steht und jetzt komme ich auch dazu dir hier zu antworten. Meinen Blog kannst du ihr natürlich auch sehr gerne weiterempfehlen, ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, wie gut er sich mit der Sprachausgabe nutzen lässt.
      Ich hoffe echt ihr bekommt einige der Probleme gelöst!

      viele Grüße
      Emma

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  2. Ein sehr interessantes Thema - und so persönlich! Ich finde, dass du das toll beschrieben hast.
    Ich studiere ja selbst aktuell. In einer Grundlagenveranstaltung hatte ich 2 Herren in der ersten Reihe, die auf ihrem Bildschirm praktisch alles wortwörtlich mit getippt haben. Wenn dann eben mal nichts zum tippen war, haben sie die Pdfs (bei uns werden die immer vorher hochgeladen) mit der Bildschirmlupe auch ziemlich riesig geöffnet, sodass ich ein paar Reihen höher auch alles mitlesen konnte. Klar, das erregt Aufmerksamkeit. Aber es ist keine schlechte Aufmerksamkeit.

    In meinem ersten Semester habe ich meinem VWL-Prof 2 ziemlich böse (zumindest empfand ich das so) Fragen gestellt, was sich auf die politische Sichtweise der VWL bezog. Nun ja. Ich fühlte auch alle Blicke im Hörsaal (und das war kein kleiner!) auf mir. Danach hat der Prof einen Bogen um mich gemacht.
    Es gibt andere Studenten, die bleiben dir im Gedächtnis. Glaub mir, dazu gehörst du nicht, wenn du deinen Prof mehrmals nach etwas fragst. ;)
    Viel Erfolg bei den Klausuren und Arbeiten!

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    1. Hey,
      also wirklich! Fragen stellen darf doch hoffentlich noch erlaubt sein? :-) Schade, dass er jetzt einen Bogen um dich macht.

      Es freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt. Ich war mir nicht ganz sicher, wie er ankommt, da ich ja nicht einen "bedürftigen" oder "integriert jetzt alle Behinderten" Eindruck vermitteln wollte. Das hilft ja schließlich auch keinem :-).

      viele Grüße und danke das wünsche ich dir natürlich auch.

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  3. Ein sehr interessanter Artikel ... ich bin vor ein paar Wochen am linken Auge operiert worden und man weiß nicht wie viel Sehrkraft ich darauf zurück bekomme werde, das rechte Augen ist durch Diabetes Typ 1 seit 20 Jahren auch schon leicht geschädigt (links hatte ich eine Thrombose) und mir ging es wirklich schlecht, ich hatte Angst davor, nichts mehr zu sehen und ja ... ich habe die immer noch, auch weil ich momentan gezwungen bin, zu Hause zu sitzen (mitten in der Ausbildung) und ich mich nicht ablenken kann ...

    Es ist immer schwierig mit "Behinderten", wenn man die falschen Leute kennt ^^
    Meinen Diabetes sieht man nicht und daher ist es relaiv leicht, diesen zu verstecken ... aber gerade als Kind, wenn ich dann öffentlich spritzen musste, wurde ich oft ausgegrenzt, könnte ja ansteckend sein ... man lern iwann damit umzugehen, aber es war früher nicht immer leicht, heute lache ich über sowas, aber als sechsjährig, na ja ..

    Die Augen sind bei mir was anderes, das sieht auch keiner, aber ich muss halt oft zugeben, dass ich etwas nicht sehe oder erkenne ... ich kann es somit weniger verstecken, aber auch damit lernt man zu leben, denke ich ...

    Und dein Beitrag ist das sehr bestärkend, danke schön =)

    Liebste Grüße und viel Erfolg weiterhin für dich und dein Studium,
    Vivka

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    1. Hallo Vivka,
      es freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat bzw. du ihn bestärkend findest. (Ich unterschätze so eine Wirkung irgendwie oft und habe die Idee, dass solche Beiträge an vielen Lesern vorbei gehen :-) ).

      Ich denke das Thema "Behinderung" allgemein ist wirklich nicht einfach. Gerade diesen Mittelweg zwischen "thematisieren" aber auch nicht "übertreiben" zu finden, braucht einfach seine Zeit und hängt natürlich, aber nicht nur von dem eigenen Umfeld ab. Gerade wenn es um das "zugeben" etwas nicht zu sehen, geht, hab ich das Gefühl, dass es die Betroffenen meist mehr stört, als das Umfeld.

      Früher haben mich die Kinder auf dem Spielplatz beispielsweise auch immer angestarrt und meine Mutter war dann immer damit beschäftigt zu vermitteln, bzw. hat dafür gesorgt, dass ich den Kindern erkläre, was ich habe :-). Mir ging das dann oft auf die Nerven, weil ich es natürlich unangenehm fand, angestarrt zu werden. Mittlerweile bekomme ich es zum einen nicht mehr mit, bzw. ist es mir auch egal, wenn Leute starren. (Wenn sie sich dann nicht trauen zu fragen, ist es ja ihr Problem und nicht meins :-) ).

      Ich hoffe, dass du dich schnell wieder erholst und so viel Sehrest wie möglich zurückkehrt!

      viele Grüße
      Emma

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    2. Ja so geht es mir mit solchen Beiträgen aber auch, meistens weiß ich nicht, ob ich die auch wirklich veröffentlich soll und dann kommt so viel positive Resonanz =)

      Das stimmt! Mir ist das immer mega unangenehm und den anderen ist das vollkommen egal und helfen mir dann einfach, statt zu urteilen, aber irgendwie lerne ich daraus auch nicht ^^

      Ok, ich war meist alleine unterwegs, da muss ich das selbst klären, aber die richtigen Leute in meinem Umfeld haben auch immer alles wissen wollen und sich selbst damit beschäftigt, das finde ich bis heute schön =)

      Danke schön!

      Liebste Grüße,
      Vivka

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