Sonntag, 28. Juni 2015

Mein Juni 2015 - Vierbeiner mögen Youtuber, bewegende Literatur,

Und schon wieder ist ein Monat rum. Diesmal war's etwas ruhiger. Aaaber ich habe trotzdem ein paar schöne Sachen zu berichten. Ich wünsche viel Spaß beim lesen.


Gelesen im Juni 2015 

Zwei Bücher sehen jetzt auf Anhieb für den ein oder anderen von euch ziemlich wenig aus. Allerdings haben es "Das Schweigen in meinem Kopf" und "Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims" wirklich in sich. Hier handelt es sich um zwei sehr tiefgründige Geschichten, deren Inhalt erstmal verdaut werden muss. Gerade letzteres empfehle ich ausdrücklich nur, wenn humorvolle Lektüre auf dem SuB schlummerT!

Das Schweigen in meinem Kopf 

(Bild von cbj

Klappentext 

(Klappentext von cbj

"DAS SCHWEIGEN IN MEINEM KOPF

'Am Ende dieses einfühlsamen, Mut machenden Jugendromans findet nicht nur Chris, sondern auch Jo ihre Stimme wieder. Toll!'
Westfälische Nachrichten

Jo hat es nicht leicht: Sie ist allein mit ihrer psychisch kranken Mutter und auch in der Schule findet sie keinen Anschluss. Um den ständigen Hänseleien und dem Alleinsein zu entgehen, lässt sie sich auf ein Sozialprojekt ein: Freiwillig verbringt sie jede freie Stunde damit, dem 15-jährigen schwerbehinderten Chris Gesellschaft zu leisten. Und es ist komisch, aber gerade bei ihm kann sie sich öffnen, ihm von ihrem Kummer erzählen. Chris, der sonst auf wenig reagiert, scheint sie zu verstehen und ganz langsam entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den ungleichen Jugendlichen, die beide verändert und ihnen eine ganz neue Zukunft schenkt."


Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims 

(Bild von Goldmann)

Klappentext 

(Klappentext von Goldmann)

"Wenn eine Familie durch Trauer zerstört wird, kann nur der Mut und die Ehrlichkeit eines zehnjährigen Jungen sie wieder zusammenbringen

Seit der zehnjährige Jamie das Spider-Man-T-Shirt von seiner Mutter in der Post gefunden hat, wartet er darauf, dass sie ihn besucht und ihn darin bewundert, wie sie es versprochen hat. Aber das war wohl eine Lüge. Genau wie das, was jeder nach dem Tod seiner Schwester Rose beteuert hat, nämlich dass alles wieder gut werden würde. Stattdessen ist seine Mutter ausgezogen, und sein Vater verzweifelt an seiner Trauer. Dabei will Jamie doch nur, dass sie wieder zueinanderfinden, dafür würde er alles tun ..."

Was lese ich gerade?
"Fünf" von Ursula Poznanski,
"Erntedank - Kluftingers zweiter Fall", von Volker Klüpfel, Michael Kobr


Situation des Monats 

Wer mir auf Facebook folgt, kann diese nette Geschichte getrost überspringen, denn das Foto habe ich bereits über meinen Kanal geteilt. Dennoch möchte ich auch hier davon berichten. 



Bildbeschreibung: Meine Katze liegt auf dem Schreibtisch und starrt auf meinem Bildschirm. Hier ist gerade eine Szene aus "Ankas Wochengeblubber", einer Videoreihe von Bloggerin Anka, zu sehen).

Da ich mal wieder ungenau "Buch geführt", habe bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob das hier der Link zum richtigen Beitrag ist.
Jedenfalls geht's hier zum Video: Ankas Wochengeblubber


Die Situation: 

Ich saß vor meinem Bildschirm und lauschte gerade Ankas wöchentlichen Bericht. Plötzlich miaute es neben mir. Eine unglückliche Katze stand in meinem Zimmer. Es war heiß, sie gehört unfreiwilligerweise zu den Fellträgerinnen und war auf der Suche nach einem angenehmen Plätzchen. (Mein Zimmer direkt unterm Dach wird von ihr komischerweise auch im Sommer ab und an bevorzugt).

Jedenfalls startete sie erst ihre "Ich-reibe-meinen-Kopf-an-Emmas-Möbeln"- Session und sprang dann kurzerhand auf den Schreibtisch. Dort blieb sie erst unschlüssig stehen, beschloss dann, es sich gemütlich zu machen und das Wochengeblubber zu genießen.


Was gab's zu erzählen? 

Diesmal musstet ihr euch überwiegend von Konserven ernähren. Aber seid beruhigt: Die nächsten Semesterferien kommen!

Schreibmarathon - Das Jahresprojekt 
Fazit Mai 2015 

Rezensionen aus der Konserve: 
Die Therapie (von Sebastian Fitzek)
Schmetterling und Taucherglocke (von Jean-Dominique Bauby)

Rezensionen
Das Schweigen in meinem Kopf 
Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims 


Songs des Monats 


Bakkushan "Alles war aus Gold" 
Das Debüt Album der Band schlummert auf meiner Festplatte vor sich hin. Diesen Monat habe ich es wieder entdeckt und seither läuft das Lied beinahe rauf und runter. 



Juanes "La Camisa Negra" 
Ich verstehe leider kein Wort von dem, 
was Juanes da gerade singt. 
Mir gefällt das Lied nicht nur, aufgrund seiner Stimme, 
sondern auch wegen des guten Rhythmus. 


In diesem Sinne 

Im Juli gibt's wenn alles gut läuft, viel Musik und den ein oder anderen Konzertbericht. Also seid gespannt! 


Samstag, 27. Juni 2015

15. Lange Lesenacht

15 Lange Lesenacht 

Als Bloggerin Anka zur 15. Langen Lesenacht einlud war meine Vorfreude groß. Ihre Lesenächte gehören zu meinen absoluten Higlights. 

Doch nur wenige Stunden vor dem Ereignis gewann sie Kinokarten für eine Premiere... Allerdings stellte sich die Frage: Wie soll man zeitgleich in München im Kino sitzen, aber auch fleißig blubbern und lesen? 

Eine Vertretung musste her. Glücklicherweise erklärte sich Michelle von Licentia Poetica bereit, den Abend die ersten Stunden zu moderieren. 


Update - 21:30 Uhr 

Mit welchem Buch startest du in den ABend? 

Ich höre heute Abend mein neues Rezensionsexemplar "Das Lied der Freiheit" von Ildefonso Falcones. Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Dietmar Wunder. 


Update - 22:10 Uhr 

Wie gefällt dir das Cover deines Buches? 

Wenn mich mein Blick nicht täuscht, was bei mir schon mal vorkommen kann, zeigt das Cover den großen Platz einer Stadt, der mit vielen Menschen gefüllt ist.
Das Cover untermalt die Handlung der Geschichte. Die Protagonistin ist eine ehemalige Sklavin, die sich in einer fremden Stadt wiederfindet und nicht weiß, was sie tun soll. Schließlich hat man ihr ein ganzes Leben lang gesagt, was es zu tun gab. Das Cover spiegelt die Anonymität, die Caridad in der großen Stadt begegnet.


Update - 23:10 Uhr 

Mit welchen Schauspielern würdest du eine Verfilmung deines Buches besetzen? 

Das ist eine verdammt schwere Frage. Ich glaube für das Buch würde ich den halben Cast von "Die Farbe Lila" anheuern, weil das inhaltlich passen würde. Ansonsten fallen mir leider keine internationalen Schauspieler ein, die in die Geschichte passen.


Update - 00:10 Uhr 

Stell dir vor, du steckst deine Hauptfigur nach Hogwarts: Was würde sie erleben? Wem schließt sie sich an? 

Der München Trip war wohl ziemlich kreativ :-). Die Frage gefällt mir.

Caridad ist naiv und unsicher und somit leichte Beute für die Schwarze Magie. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass sie zu den Gryffindors oder Hufflepuffs gehört, da noch viel in ihr steckt und sie sehr treu wirkt. Ihr mekrt schon: Ich kann mich mal wieder nicht wirklich festlegen.
Da Caridad ein gutes Gespür für Menschen hat, wird sie den Schwarzmagiern wahrscheinlich gut wiederstehen können. Müsste ich sie bekannten Charakteren aus der Harry Potter Reihe zuordnen, wäre sie wahrscheinlich mit Luna Lovegood befreundet.

Fazit 

Verpflegung -> leer
Buch -> an sich spannend aber heftiger Inhalt
Unterhaltung bzw. Geblubber -> äußerst interessant. Von Vampir Diskussionen bis hin zu Ansprüchen bzgl. weiteren Lesenächten meinerseits war alles dabei.

In diesem Sinne... 

verziehe ich mich jetzt ins Bettchen und freue mich auf das nächste Mal. 

Sonntag, 21. Juni 2015

Biografie des Monats - Schmetterling und Taucherglocke

Bild von amazon
Steckbrief

Name: Schmetterling und Taucherglocke (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Jean Dominique Bauby
Verlag: dtv Verlag
Geeignet für: Für Menschen, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von "Schmetterling und Taucherglocke" von Jean-Dominique Bauby, erschienen im dtv Verlag)

"Er war 43 Jahre alt, Vater zweier Kinder und ein erfolgreicher Redakteur, als ihn am 8. Dezember 1995 ein Gehirnschlag all seiner bisherigen Lebensmöglichkeiten beraubte. Fünfzehn Monate später beendete er ein Buch, das er allein mit dem Blinzeln seines linken Augenlids - die einzige verbleibende Verständigungsmöglichkeit - diktiert hatte. Es ist ein einzigartiges Dokument, ein Akt der Selbstbehauptung des Geistes angesichts der totalen physischen Niederlage. Die Krankheit hat Bauby zu einem Schriftsteller gemacht, der mit bewunderswertem Humor seine Situation analysiert. Ein erschütterndes Selbstzeugnis, ein einzigartiges Stück Literatur und ein Buch, das Mut macht zum Leben." .


Meine Meinung

Auf das Buch bin ich gestoßen, weil mir eine Freundin den Film empfohlen hat. Da sowohl Film als auch Buch ja Baubys Biografie darstellen, dachte ich mir, ich könnte mit dem Buch anfangen. Allerdings hat das TV Programm dann dafür gesorgt, dass es doch anders kam als gedacht :-).

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bauby hat einen schönen und teilweise leicht zu lesenden Schreibstil. Was das Lesen des Buches eher schwierig macht, ist die dramatische Biografie. Ich finde es wirklich bewundernswert, dass Bauby das Buch erarbeiten konnte, obwohl er sich ausschließlich durch Augenblinzeln mitteilen kann. Ich weiß nicht, ob ich die Energie dazu gehabt hätte.

Die Geschichte gehört zu den Büchern, in denen man teilweise zwischen den Zeilen lesen muss. Hier passt das auch wunderbar hin, weil die Passagen im Buch ausgeglichen sind. Einerseits erzählt er, wie hart es für ihn ist, seine Kinder nicht mehr in den Arm nehmen zu können, andererseits habe ich den Eindruck, dass er auch einen Teil seiner Gedanken durch die gute Sprache tarnt.

Wer wissen möchte, wie Menschen mit dem "Locked in" Syndrom leben, sollte sich das Buch unbedingt durchlesen.

Zum Film

Zwischen Film und Buch gibt es Parallelen. Wer sich sowohl Film als auch das Buch erarbeitet, werden Szenen auffallen, die in beiden Materialien beschrieben werden. Auch der Film gehört eher zur ruhigen Variante. Er schafft es, die Geschichte auch ohne viel Action gut und spannend zu transportieren. 


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Sonntag, 14. Juni 2015

Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Bild von Goldmann
Steckbrief 

Name: Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims
Autor: Annabel Pitcher
Verlag: Goldmann Verlag
Geeignet für: Menschen, die bewegende Jugendromane mögen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(Klappentext von Goldmann)

"Wenn eine Familie durch Trauer zerstört wird, kann nur der Mut und die Ehrlichkeit eines zehnjährigen Jungen sie wieder zusammenbringen

Seit der zehnjährige Jamie das Spider-Man-T-Shirt von seiner Mutter in der Post gefunden hat, wartet er darauf, dass sie ihn besucht und ihn darin bewundert, wie sie es versprochen hat. Aber das war wohl eine Lüge. Genau wie das, was jeder nach dem Tod seiner Schwester Rose beteuert hat, nämlich dass alles wieder gut werden würde. Stattdessen ist seine Mutter ausgezogen, und sein Vater verzweifelt an seiner Trauer. Dabei will Jamie doch nur, dass sie wieder zueinanderfinden, dafür würde er alles tun ..."

Meine Meinung 

Wieder mal erkundigte ich mich in einer Facebook Gruppe nach tiefgehenden Büchern. Da wurde mir "Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims" vorgeschlagen. Ach, hätte ich da nur gewusst, worauf ich mich eingelassen habe :-) 

Die Geschichte wird aus der Sicht des zehnjährigen Jamie erzählt. Vor fünf Jahren kam seine Schwester Rose bei einem Bombenanschlag ums Leben. Jamie selbst kann sich nicht an sie erinnern. Warum sollte er also um jemanden trauern, den er nicht kennt? Bei seiner älteren Schwester Jas und seinem Vater ist das aber ganz anders. Obwohl Rose bereits seit fünf Jahren tot ist, ist sie weiterhin präsent in der Familie.  

Ich konnte mich sehr gut in Jamie hineinversetzen. Annabel Pitcher schafft es wunderbar in den zehnjährigen Jungen hineinzuschlüpfen und die Geschichte aus seiner Sicht zu erzählen. Jamie ist ein sehr fantasievoller Junge, der sich nicht nur wünscht, dass seine Mum wiederkommt, sondern sich auch nach einem Freund sehnt. 

Gerade die Verzweiflung des Jungen arbeitet die Autorin sehr gut heraus, obwohl Jamies Sprache sehr bildhaft ist und er nicht immer benennt, wie er sich gerade fühlt. Gefühle haben bei ihm Farben, oder Symbole. Aber gerade, weil er beschreibt, wie die Ehe seiner Eltern scheiterte, oder Dialoge wiedergibt, wird die Tragik der Geschichte deutlich. 

Obwohl die Geschichte ziemlich bewegend ist und man daher meinen könnte, dass man sie erst verdauen müsse, war ich regelrecht an das Buch gefesselt. Jamies Situation scheint ausweglos. Nichts funktioniert so, wie es soll. Und das Buch wird immer dünner. Ich saß gebannt vor dem Roman und habe mich gefragt, ob "Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims" doch noch ein gutes Ende nehmen wird. 

Annabel Pitcher hat einen sehr schönen Schreibstil. Wie oben schon beschrieben, schafft sie es den Leser in die Welt eines zehnjährigen Jungen mitzunehmen. Jamie wirkte auf mich authentisch. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass der Schreibstil seinem Alter nicht gerecht wurde. (Da ich selbst gerade eine Kurzgeschichte aus der Sicht eines Kindes schreibe, empfinde ich es als schwierig in "eine jüngere Haut", zu schlüpfen, obwohl ich ja selbst einmal ein Kind war). 

Zuerst war ich etwas irritiert da die Dialoge hier nicht in Anführungszeichen dargestellt werden, sondern kursiv geschrieben sind. An dieses Stilmittel hatte ich mich mit der Zeit gewöhnt und kann sagen, dass es die Geschichte, die Sprachlosigkeit, die in dieser Familie herrscht, gelungen untermalt. Zudem finden sich viele Absätze in indirekter Rede. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich bei "Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims" um eine sehr bewegend traurige Geschichte handelt. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass Jamie die Geschichte herunterspielt. Schnell wurde aber die Ohnmacht klar, in der er sich befindet. 
Nach solch traurigen Geschichten bin ich immer wieder dankbar, dass ich ein vergleichsweise glückliches Leben führen darf und stelle fest, dass ich mit der fiktiven Familie mitfühle. 

Freitag, 12. Juni 2015

Das Schweigen in meinem Kopf

(Bild von cbj)
Steckbrief 

Name: Das Schweigen in meinem Kopf
Autor: Kim Hood
Verlag: cbj Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Jugendbücher lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 4 von 5 Punkten



Klappentext 

(von cbj

"DAS SCHWEIGEN IN MEINEM KOPF

'Am Ende dieses einfühlsamen, Mut machenden Jugendromans findet nicht nur Chris, sondern auch Jo ihre Stimme wieder. Toll!'
Westfälische Nachrichten

Jo hat es nicht leicht: Sie ist allein mit ihrer psychisch kranken Mutter und auch in der Schule findet sie keinen Anschluss. Um den ständigen Hänseleien und dem Alleinsein zu entgehen, lässt sie sich auf ein Sozialprojekt ein: Freiwillig verbringt sie jede freie Stunde damit, dem 15-jährigen schwerbehinderten Chris Gesellschaft zu leisten. Und es ist komisch, aber gerade bei ihm kann sie sich öffnen, ihm von ihrem Kummer erzählen. Chris, der sonst auf wenig reagiert, scheint sie zu verstehen und ganz langsam entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den ungleichen Jugendlichen, die beide verändert und ihnen eine ganz neue Zukunft schenkt."


Meine Meinung 

In einer Facebook Gruppe rund um das Thema Buch wurde mir "Das Schweigen in meinem Kopf", empfohlen. Lange lag es jetzt ungeachtet in meinem Regal herum, doch letzte Woche habe ich dann endlich zu dieser Geschichte gegriffen. 

Ich muss ehrlich sagen, im Buchladen wäre mir der Roman wahrscheinlich nicht aufgefallen. Das Cover finde ich zwar schön und es ist auch so gestaltet, wie man sich eben ein waschechtes Jugendbuch vorstellt. Allerdings ist es auch schlicht gehalten, was aber auch die Geschichte untermalt. 

Inhaltlich kam ich hier voll auf meine Kosten. Autorin Kim Hood nähert sich hier zwei Themen, über die in der Gesellschaft nicht gerne gesprochen wird: Zum einen lässt sie ihre Protagonistin Jo als Angehörige einer psychisch erkrankten Mutter auftreten, sorgt aber auch dafür, dass Jo, dem mehrfachbehinderten Chris begegnet. Somit werden hier anhand zweier Charaktere verschiedene Behinderungen verarbeitet. Ich finde diese Idee wirklich genial. Alle Welt redet zwar von Inklusion, jedoch zeigt der Roman, dass es zwar wunderschöne theoretische Konzepte geben mag, die in der Praxis aber total versagen. 

Auf den ersten Blick bietet "Das Schweigen in meinem Kopf" also einen sehr interessanten Grundkonflikt. Es stellt sich die Frage, wie die Freundschaft zwischen Jo und Chris entsteht und vor allem, wie sich ihre Beziehung gestaltet. Nicht zu vergessen muss Jo ihren Alltag auch so organisieren, dass auch noch genug Zeit bleibt, um nach ihrer Mutter zu schauen. 

Bei genauerem Hinschauen finde ich aber, dass es hier und da zu ideologische Vorstellungen der Charaktere gibt, auf die ich leider aus "Spoiler Gründen", nur begrenzt eingehen kann. Jo scheint mir für ihr Alter sehr reflektiert. Das finde ich erstaunlich, da man mit 13 Jahren ja gerade beginnt über sein eigenes Leben zu reflektieren und Handlungsmuster zu erkennen. Aber gerade ihre Art macht die Geschichte so interessant. 

Der Spannungsbogen wird in "Das Schweigen in meinem Kopf" sehr gut gehalten. Die Geschichte entwickelt sich langsam und arbeitet sich zu einem Höhepunkt vor. Ich konnte das Buch kaum noch aus den Händen legen, weil ich unbedingt erfahren wollte, was die beiden Charaktere der Geschichte miteinander erleben. 

Kim Hoods Schreibstil hat mich sehr gut unterhalten. Ihr Schreibstil ist lebendig, was es mir sehr leicht gemacht hat, in die Geschichte einzutauchen. Hier und da bin ich über die ein oder andere Formulierung gestolpert und habe mich gefragt, ob es an der deutschen Übersetzung, oder an Hoods Schreibstil liegt. 

Was meinen Gesamteindruck betrifft, kann ich "Das Schweigen in meinem Kopf" denjenigen empfehlen, die noch nichts, oder nur wenig mit psychisch oder körperlich behinderten Menschen zu tun haben. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und baut vielleicht auch die ein oder anderen Barrieren ab. 

Donnerstag, 11. Juni 2015

Die Therapie

Bild von amazon
Steckbrief

Name: Die Therapie (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Knaur Verlag 

Geeignet für: ab 16 Jahren, bzw. für Menschen, die gerne Psychothriller lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von "Die Therapie" von Sebastian Fitzek, erschienen im Knaur Verlag)


"Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Auch vier Jahre später hat sich der Trauernde Viktor noch in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr zum dramatischen Verhör wird…" .


Zum Buch / Meine Meinung

(ACHTUNG! Es wird viel vom Inhalt verraten. Oder um es in (D)englisch zu sagen: SPOILER!).


Auf den Roman aufmerksam geworden, bin ich durch eine andere Rezension. Und schon nach den ersten Seiten bekam ich das Gefühl, dass ich hier ein echt gutes Buch "unterm Bildschirm" hatte.

Zu Beginn der Geschichte befinden wir uns in der Gegenwart und ahnen, dass es ziemlich dramatisch wird. Unsere Hauptfigur befindet sich nämlich in einer Psychiatrie. Anfangs werden sehr viele Fragen offen gelassen. So wurde ich zum weiterlesen animiert..Gut gefällt mir auch, dass die Geschichte von hinten aufgerollt wird.

Kennt ihr das, wenn ihr während dem Lesen anfangt zu überlegen, wer hier in der Realität und wer in der Fiktion lebt bzw. welcher der Hauptfiguren hier ein Problem hat? Genauso ging es mir bei diesem Buch. Mir war klar, dass sich entweder Viktor oder die Unbekannte in "der falschen" Realität befinden. Mir war nur nicht klar, wer von beiden das Problem hatte.

Das Beste an dem Buch fand ich, dass meine Thesen meist durch den Fortgang der Geschichte wieder völlig über den Haufen geworfen wurden. Bis kurz vor dem Ende wusste ich nicht, was los ist. (Ich glaube nicht, dass es an einem schlechten "Kombinationssinn" liegt, da ich inzwischen schon ein paar Thriller gesehen bzw. gelesen habe).

Gerade das Ende der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, weil die Auflösung des Romanes zeigt, dass Josys Verschwinden durchaus real war. Meistens, zumindest ist das mein Eindruck, ist es bei Thrillern so, dass es irgendwo Leichen gibt, die ziemlich zerstümmelt sind. Irgendein Komissar muss das Verbrechen dann aufdecken. Dieses scheinbare Klischee wurde hier glücklicherweise nicht erfüllt. Sebastian Fitzek setzt eher auf die Vorstellungskraft des Lesers und verzichtet auf genaue Beschreibungen. 

Weil mir das Buch richtig gut gefallen hat und mir beim besten Willen keine Kritikpunkte einfallen, vergebe ich die Höchstpunktzahl und freue mich auf den nächsten Fitzek-Roman. 

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Samstag, 6. Juni 2015

Schreibmarathon Fazit Mai 2015






DATEN UND FAKTEN

Ziel des Monats: 6200 Wörter
Geschriebene Wörter: 5724 Wörter
Wortschulden: 476 Wörter
Im Plus Bereich: 3304 Wörter
Nächstes Monatsziel: 6000 Wörter


ZU LESENDE ERGEBNISSE 

Im Mai habe ich den Adventskalender so gut wie beendet. Ansonsten habe ich leider noch nichts vorzuzeigen... 


MEINE EINDRÜCKE 

Im Mai lief schreibtechnisch wirklich nicht viel Am Anfang des Monats habe ich 2-3 Türchen, also Kurzgeschichten für den Adventskalender geschrieben, den es im Dezember hier zu lesen geben wird. 
Am letzten Mai Wochenende habe ich mich mit Co-Autorin emion getroffen. Kurzerhand beschlossen wir gemeinsam an unseren Projekten zu arbeiten. Bald gibt's Neues aus der Buchhandlung "Wortreich". Es wird ein paar stilistische Veränderngen geben, aber ansonsten bleibt alles beim alten :-). 
Dank dem gemeinsamen Schreiben, guter Musik und guter Laune habe ich gerade am letzten Wochenende nochmal richtig rein gehauen. Dass ich gegen Ende des Monats noch was Vorzeigbares zustande bekomme, hätte ich wirklich nicht gedacht. Der Kalender nimmt langsam wirklich Gestalt an :-). 


IN DIESEM SINNE... 

Irgendwie geht der Schreibmarathon langsam aber sicher auf die Zielgerade zu. Eigentlich ist das Projekt aus meiner Sicht schon jetzt ein Erfolg. Ich habe es endlich wieder geschafft, etwas "Längeres", als eine Kurzgeschichte zu beenden.
Aber irgendwie werden mir die monatlichen Fazit Beiträge auch etwas fehlen :-).
Aber es sind ja noch 4 Monate... 

Und ihr so? 

Mittwoch, 3. Juni 2015

Der Engelsbaum

Bild von der hörverlag
Steckbrief 

Name: Der Engelsbaum (auch als Buch erhältlich)
Autor: Lucinda Riley
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Familiensagen, oder Abenteuergeschichten lesen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Ausgabe
Sprecher: Simone Kabst
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 


"Kann sie sich DER WAHRHEIT STELLEN? – Der GRANDIOSE ROMAN von Bestseller-Autorin LUCINDA RILEY

Dreißig Jahre sind vergangen, seit Greta Marchmont das Herrenhaus verließ, in dem sie einst eine Heimat gefunden hatte. Nun kehrt sie zurück nach Marchmont Hall in die verschneiten Berge von Wales – ohne jegliche Erinnerung an ihre Vergangenheit, denn seit einem tragischen Unfall leidet Greta an Amnesie. Bei einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft macht sie eine verstörende Entdeckung: Sie stößt auf ein Grab im Wald, und die verwitterte Inschrift verrät ihr, dass hier ein kleiner Junge begraben ist – ihr eigener Sohn! Greta ist zutiefst erschüttert und beginnt mit der Suche nach der Frau, die sie einmal war. Doch wird sie genug Mut aufbringen, um der schockierenden Wahrheit ins Gesicht zu blicken?"


Meine Meinung 

"Der Engelsbaum", fiel mir schon im Buchladen auf. Der Klappentext machte mich auf die Geschichte neugierig. Welche Ereignisse muss Protagonistin Greta aufarbeiten? Welcher Verantwortung muss sie sich stellen?
Ich habe mich dann für die ungekürzte Hörbuchfassung entschieden.

Wie der Klappentext bereits verrät, wird Greta bei einem Spaziergang mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Inhaltlich besteht die Geschichte aus zwei Handlungssträngen. Zu Beginn erleben wir Protagonistin Greta in der Gegenwart. Sie macht einen zurückgezogenen Eindruck und wagt sich nur noch selten aus dem Haus. Der Leser bekommt auch sehr schnell mit, dass ihr sie mit ihren Familienmitgliedern nicht richtig warm wird.
Sie hat das Weihnachtsfest schon lange nicht mehr woanders verbracht. Da kommt die Einladung in ein früher vertrautes Heim gerade recht.

Doch nachdem der Leser in die Geschichte eingeführt wurde, beginnt auch schon der zweite Strang. Und zwar wird Gretas Vergangenheit gemeinsam mit dem Leser aufgerollt. Gerade dieser Sprung hat mir sehr gut gefallen, da wir nun hautnah miterleben, wie sich nicht nur die Handlung, sondern auch die in der Gegenwart eingeführten Charaktere weiterentwickeln.

Schön finde ich auch, dass sich Lucinda Riley auf eine Hand voll Charaktere beschränkt und diese sehr authentisch darstellt. Sie lässt den Leser erleben, was in den Charakteren vor sich geht und welche Gründe für die ein oder andere Entscheidung ausschlaggebend sind.

Neben dem Gegenwarts- und dem Vergangenheitshandlungssträngen gibt es auch unterschiedliche Erzählperspektiven. So wird "Der Engelsbaum", nicht nur aus der Sicht von Protagonistin Greta erzählt. Auch Charaktere, wie beispielsweise ihre Tochter, oder Gretas Freund David, berichten, was aus ihrer Sicht passiert ist. Das Tolle an den unterschiedlichen Strängen ist, dass die Geschichte gut voran kommt und wir die Charaktere so besser kennen und verstehen lernen.

Auch der Spannungsbogen der Geschichte kann wunderbar gehalten werden. Ich konnte mich kaum von dem Hörbuch trennen. Ich habe mich mit Greta und ihrer Familie gefreut, gehofft und gebangt, als es wirklich ernst wurde. Irgendwann saß ich völlig gebannt vor dem Buch und habe den erlösenden Moment herbeigesehnt, indem unsere Charaktere sich endlich wieder entspannt zurücklehnen können.

Lucinda Rileys Schreibstil hat es mir angetan. Sie schafft es nicht nur die Gefühlswelt ihrer Charaktere zu glaubhaft zu beschreiben, sondern bezieht auch noch alle wichtige Personen mit ein. Keiner der angesprochenen Charaktere kommt zu kurz, oder geht unterwegs verloren. Außerdem findet sie genau die richtige Mischung zwischen "Erzählen" und den Leser "erleben lassen". Es wird auch deutlich, wie viel sie von einem Menschen erfassen kann. Diese Tiefe war ich bisher nur von J.K. Rowling gewohnt.

Simone Kabst untermalt die Geschichte mit ihrer Lesung sehr treffend. Zu Beginn des Romanes hat sie mich ein bisschen an Regina Lemnitz, welche als deutsche Synchronsprecherin für die Schauspielerin Whoopie Goldberg bekannt ist.
Simone Kabst transportiert die verschiedenen Stimmungen von "Der Engelsbaum", sehr gut. Gerade als sich die Geschichte zuspitzt, schafft sie es die Angst und die Verzweiflung der Protagonisten gut darzustellen. Ich hatte das Gefühl nicht nur ein Teil der Geschichte zu sein, sondern mich mitten drin im Geschehen zu befinden.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Der Engelsbaum" zu einem meiner Lieblingsbücher im Jahr 2015 aufgestiegen ist und mein absolutes Highlight im Mai war. Ich mag Romane, in denen Familiengeschichten erzählt werden und versucht wird die verschiedenen Charaktere zu ergründen.

Obwohl im Klappentext berichtet wird, dass Greta die "schockierende Wahrheit", verarbeiten muss, hatte ich hier und da mit ein paar härteren Ereignissen gerechnet.

Wer eine tiefgründige Geschichte sucht und sich für die verschiedenen Facetten der Menschen interessiert, landet mit "Der Engelsbaum", hoffentlich auch so einen Glücksgriff. Ich empfehle dieses Buch hiermit sehr gerne weiter.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.