Sonntag, 29. März 2015

Mein März 2015

Gelesen im März 



Zerbrochener Mond - Sally Gardner 

(Bild von Silberfisch Verlag

Klappentext 

(von Silberfisch Verlag)

"Was wäre, wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre?
Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen wollte?
Würden wir brav unser armseliges Leben in Zone 7 leben, bei den Ratten und Fliegen, in ständiger Angst vor den Ledermantelmännern?
Würden wir vor der Fahne des Mutterlands strammstehen, wie die Musterschüler mit ihren langen Hosen und ordentlich gebundenen Schlipsen?
Oder würden wir wie Standish Treadwell, der Junge mit den verschiedenfarbigen Augen, unseren ganz eigenen Weg gehen?"


Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith (aka J.K. Rowling) 

(Bild von Random House Audio

Hörbuch Info

(von Random House Audio)

"Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch Strike ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während er immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert Strike Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …

Ein fesselnder, einzigartiger Kriminalroman, der die Atmosphäre Londons eindrucksvoll einfängt – von der gedämpften Ruhe in den Straßen Mayfairs zu den versteckten Pubs des East Ends und dem lebhaften Treiben Sohos. "Der Ruf des Kuckucks" ist das hochgelobte Krimidebüt von J.K. Rowling, geschrieben unter dem Pseudonym Robert Galbraith, in dem sie mit Cormoran Strike einen ungewöhnlichen Ermittler präsentiert."


"Dienstags bei Morrie" von Mitch Albom 

(Bild von der Hörverlag

Klappentext 

(Info von der Hörverlag)

"Wenn du lernst, wie man stirbt, dann lernst du, wie man lebt

Als er erfährt, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer erkrankt ist und bald sterben wird, beginnt der Journalist Mitch Albom seinen Lehrer regelmäßig jede Woche zu besuchen. Und er, der meinte, dem Sterbenden Kraft und Trost spenden zu müssen, lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und neu zu verstehen."

Davon Rezensionsexemplare: 2 Hörbücher  
Abgebrochen:
Übermann von Tommy Jaud 
Was lese ich gerade:
Crush von Sandra Browm


Situation des Monats 

Nicht nur unsere Protagonisten in "Wortreich - Was zwischen den Zeilen passiert" treiben sich mit der Gründung eines Buchclubs herum. Auch ich hatte diesbezüglich die ein oder andere Idee, über die ich euch hoffentlich bald mehr erzählen kann.

Im März stand ein Gespräch deswegen an. Dort wurde mir von einer kleinen Buchhandlung erzählt. Diese besteht wohl nur aus einem Raum und der Buchhändler, dem der Laden gehört, denkt darüber nach eine Art Buchclub zu gründen. Während mir diese Informationen berichtet werden, fange ich an immer breiter zu grinsen. Mich treiben Fragen wie, ob dort auch eine Rosie arbeite, oder ob er eine Tochter mit dem Namen Brittany habe. Nachdem die Berichte über die Buchhandlung abgeschlossen sind, denke ich mir: "Jaja, wie in Wortreich!". Fakt ist: Ich habe die Buchhandlung aus unserer Geschichte "in Echt" gefunden. Na das kann ja was werden :-).

Wer "Wortreich" noch nicht kennt, sollte HIER mal vorbeischauen.

Was gab's zu erzählen? 

Gefühlt ging es hier im März irgendwie ruhiger zu. Der Monat war von Konserven bestimmt. Dennoch: Hier die geposteten Beiträge

Rezensionen
Vielleicht morgen 
Zerbrochener Mond
Der Ruf des Kuckucks
Dienstags bei Morrie 


Rezensionen aus der Konserve
Stachelbeerjahre 


Emma denkt:
Bin ich eine Autorin? 


Emma fragt:
Cornelia Franke 


Ankündigung:
Fragt Emma! 



Song des Monats 

Die Ärzte - Westerland 



Irgendwie hat es das Lied zu einem meiner Lieblingslieder geschafft. Ich höre es immer wieder gerne und dachte mir diesen Monat, dass es unbedingt mal im Rückblick erwähnt werden sollte.

Silvester - Du willst mehr 



Kennt ihr das? Ihr liegt morgens im Bett und dann gesellt sich ein netter Ohrwurm zu euch? Ihr wisst nicht, woher das Lied kommt, aber es ist plötzlich da?
Die Band Silvester gründete sich 2009. Damals wurde auf VIVA nicht nur Serien, sodern auch Musik gespielt. Die Vorschau zur Serie "Futurama" (ich glaube so hieß sie, habe sie aber nie geschaut) wurde mit dem Lied unterlegt. Leider löste sich die Band ein Jahr später auf, ohne das das erste Album veröffentlicht wurde. Frontfrau Naima Husseini hat 2011 versucht eine Solokarriere zu starten und hat ein gleichnamiges Album veröffentlicht. Was sie jetzt macht? Keine Ahnung...


Doreen - Der Brief (den ich nie schrieb) 




Tja, diesen Monat gibt's irgendwie - mal wieder - nur deutsche Musik :-). Auch dieses Lied gehörte zu meinen morgendlichen Ohrwürmern. Doreen nahm an einem POPSTARS Casting teil und schaffte es in die Punkband "Nu Pagadi". Zudem kam sie mit Rapper Sido zusammen und versuchte sich auch als Solokünstlerin. "Der Brief" ist eines der wenigen Lieder, die mir richtig gut gefallen haben. Schade finde ich, dass sie musikalisch gesehen wohl dazu übergegangen ist irgendwelche Rapper in Refrains zu unterstützen, aber nicht mehr wirklich solo aktiv ist.

Zitat des Monats

Lustige Fragen beim Mittagessen: 

Welcher Hahn tropft nicht? 
Der Wetterhahn


Zugabe am Abend: 

Welcher Hund bellt nicht? 
Der blöde Hund


In diesem Sinne... 

wünsche ich euch einen guten Start in den April und hoffe, ihr habt ein paar schöne Späße vorbereitet :-).

Freitag, 27. März 2015

Dienstags bei Morrie

Bild von
 
der Hörverlag 
Steckbrief

Name: Dienstags bei Morrie (auch als Buch erhältlich)
Autor: Mitch Albom
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Geschichten lesen, die auf einer wahren Begebenheit beruhen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Felix von Manteuffel
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext 

(Klappentext von der Hörverlag)

"Wenn du lernst, wie man stirbt, dann lernst du, wie man lebt

Als er erfährt, dass sein ehemaliger Professor Morrie Schwartz schwer erkrankt ist und bald sterben wird, beginnt der Journalist Mitch Albom seinen Lehrer regelmäßig jede Woche zu besuchen. Und er, der meinte, dem Sterbenden Kraft und Trost spenden zu müssen, lernt stattdessen dienstags bei Morrie das Leben neu zu betrachten und neu zu verstehen."


Meine Meinung 

Bei der Rezension zu "Dienstags bei Morrie" tue ich mich etwas schwer. Schließlich stellt sich wieder einmal die Frage, wie sich eine reale Geschichte bewerten lässt. Dennoch versuche ich auf die Begegnung zwischen Mitch und seinem an ALS erkrankten Professor Morrie Schwartz einzugehen.

"Dienstags bei Morrie" ist eine Geschichte, die aus zwei Handlungssträngen gesponnen wird. Zum einen begegnet der Leser, dem Ich-Erzähler Mitch in der Gegenwart. Mitch berichtet darüber, wie sich sein Leben nach dem College Abschluss verändert und wie er wieder Kontakt zu seinem alten Professor Morrie bekommen hat. Ihre regelmäßigen Treffen am Dienstag werden zu einer Art Tradition. Beide beginnen mit einer letzten "Lehrveranstaltung". Und zwar geht es diesmal um das Leben.

In dem zweiten Handlungsstrang gibt Mitch Morries Biografie wieder. Er erzählt was den Professor zu dem gemacht hat, der er eben ist. Neben den philosophischen Themen, die in der Gegenwart bearbeitet werden, gibt es hier Raum, den Professor besser kennenzulernen. Gerade dieser Strang bot einen guten Kontrast zu den philosophischen Diskussionen.

Inhaltlich habe ich mich aber auch etwas schwer getan. Zum einen war die Geschichte leicht zu lesen, jedoch konnte ich mit den Gesprächen zwischen Mitch und Morrie nur bedingt etwas anfangen. Natürlich war mir die tiefgründige Bedeutung der Geschichte bewusst, doch sie hat mich nicht an allen Stellen erreicht. Manchmal rollte ich auch etwas mit den Augen wenn Morrie bei einem Thema zu sehr ausholte. Da hatte ich eher das Gefühl, dass es in eine belehrende Richtung ging, was aber auch an meinem Alter liegen kann.

Der Name Felix von Manteuffel begegnete mir erstmals beim Recherchieren für meine Harry Potter Rezensionen. Als Rufus Beck Fan, dachte ich mir, dass ich mir die Neuauflagen der Potter-Bücher ganz bestimmt nicht anhören würde, egal wer sie neu auflas. Daher war ich sehr neugierig und erfreut den Sprecher in einem anderen Zusammenhang hören zu können.
Manteuffel passt perfekt zu der Geschichte. Er hat es geschafft, dass ich mir die Kulissen von "Dienstags bei Morrie" bildhaft vorstellen konnte. Zudem hat er beide Charaktere gut und schlicht gelesen, ohne dabei von der Handlung abzulenken.

Der Schreibstil von "Dienstags bei Morrie" hat es mir leicht gemacht mich in die Geschichte einzufinden. Neben den Dialogen, die um Nachdenken anregten, hatte Albom auch eine wunderbar bildhafte Sprache, die hier und da sehr gut zum Einsatz kam.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir "Dienstags bei Morrie" zwar gut gefallen hat, ich die Geschichte aber gefühlt zur falschen Zeit gehört habe. Einerseits wurde Morries Charakter wunderbar beschrieben und für den Leser glaubhaft dargestellt. Andererseits wurde es mir an machen Stellen auch zu belehrend, weswegen die Spannung für mich hier etwas verloren ging. Wer allerdings wissen möchte, wie man mit einer unheilbaren Krankheit wie ALS lebt und es trotzdem schafft Momente genießen zu können, sollte sich "Dienstags bei Morrie" unbedingt genauer anschauen.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Samstag, 21. März 2015

GE(H)DACHT - Bin ich eine Autorin?

Wie alles begann...

Die Sonne brannte. Das Wetter war traumhaft. Doch die Trägheit siegte und sorgte dafür, dass der italienische klimatisierte Campingwagen nicht verlassen wurde.

Stattdessen machte man es sich auf dem improvisierten Sofa bequem und erzählte sich Zwei-Wort Geschichten, teils mit mehr oder weniger Sinn, aber lustig mussten sie sein. Jedenfalls so spektakulär, dass meinerseits überlegt wurde, diese, oder wohl besser andere Geschichten aufzuschreiben.


Der erste „Roman“

Viele Schreiberlinge setzen sich hin und sagen: „Ich schreib dann mal ein Buch.“ Dann stellen sie irgendwann fest, dass ihnen der Elan, die Begeisterung, die Motivation ausgeht um das versprochene Buch zu beenden. So wurden viele unvollendete Romane zu überarbeitungswürdigen Kurzgeschichten und machen es sich in der alt bekannten Schubblade gemütlich.

Ich hingegen habe bisher eine Geschichte geschrieben, die man aufgrund ihrer Länge als Roman bezeichnen könnte. Bearbeitet wurde das gute Stück ebenfalls mehrmals und landete auch auf dem Tisch einiger Lektoren verschiedener Verlage, die sich, hoffentlich aufgrund meines damaligen Alters, nicht allzu sehr über die nicht eingehaltene Formatierung ärgerten.

Jedenfalls bekam ich durchaus positive Rückmeldungen. Aber natürlich konnte das Werk noch nicht übernommen werden. Aber ich solle dran bleiben.


Autorin? Ich?!

Nun stellt sich mir die Frage: Ab welchem Zeitpunkt darf man sich Autor(in) nennen? Gehört man schon alleine zu den Auserwählten, wenn man schreibt, egal ob veröffentlicht oder nicht? Definiert sich auch eine gut geklickte Fanfiction als „Veröffentlichung“ ?

Ich für meinen Teil bezeichne aktuelle Projekte nicht als „Romane“. Denn: Nachdem der letzte Roman beendet wurde, fanden viele Texte einen Anfang, aber oft kein Ende. Zudem entdeckte ich meine Vorliebe für das Schreiben von Theaterstücken, oder Drehbüchern.

Wenn ich also mit einem neuen Projekt beginne, nenne ich es „Geschichte", oder mittlerweile auch „Fanfiction“.

Der Begriff der „Geschichte“ ist breit gefasst. Standards wie Einleitung, Hauptteil und Schluss, müssen beachtet werden. Über die Länge einer Geschichte lässt sich streiten.

Einige behaupten: Was soll denn am Fanfiction schreiben kreativ sein? Man bezieht sich doch auf bereits vorhandene Charaktere und benutzte Kulissen? Doch um diese These ausführlich zu behandeln, benötigt es wahrscheinlich einen eigenen Beitrag. Nur so viel: Ich habe das Gefühl durch das Fanfiction schreiben eine Art Routine zu erlangen. Ich analysiere indirekt vorhandene Geschichten, mache mir darüber Gedanken, schreibe ein paar Zeilen und merke, dass diese bei einem kleinen Leserpublikum wohl gut ankommen. Also kann ja wohl nichts Schlimmes dabei sein, oder?

Zudem quält die Frage: Kann ich das, was ich denke und wahrnehme überhaupt in Worte fassen? Macht nicht genau das wirkliche Autoren aus? Doch das kann nur durch das Ausprobieren gelernt werden...

Auch jetzt sitze ich hier und frage mich, ob es überhaupt Sinn macht diesen Beitrag zu schreiben. Wäre es nicht intelligenter an aktuellen Schreibprojekten weiterzuarbeiten? Wenn ich bald etwas neues Vorzeigbares habe, würde sich die Frage, ob ich mir den Titel, oder Stempel (?), „Autorin“ aufdrücken darf früher oder später ja doch von selbst erledigen.


Die schwierigen Momente der Motivation

Jeder Schreiberling kennt sie: „Heute ist ein guter Tag! Ich bin motiviert, inspiriert also schreibe ich bestimmt!“. Der Tag verstreicht das teils virtuelle oder reale Blatt bleibt leer. Stattdessen wurde Literatur gelesen. Gedanken wie „Sowas, ja genau sowas will ich auch mal schreiben!“, gewinnen wieder Überhand und die Frage, wann denn mal etwas Ähnliches geschrieben, beendet und von vorne bis hinten durchgezogen wird, bleibt.

Haben gestandene Autoren ebenfalls unbeendete Projekte in der überquellenden Schubblade ruhen?

Oder haben sie sich eiserne Disziplin erarbeitet, das Haus erst wieder zu verlassen, wenn das aktuelle Projekt beendet auf dem Schreibtisch der Testleser, oder des Lektors liegt?


Meine beiden Leitsätze:

1. Schreib ein Projekt zu Ende!

In einem Interview (KLICK) empfiehlt Bestseller Autorin Kerstin Gier Geschichten zu Ende zu schreiben.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, wie schwierig es ist, das Ende einer Geschichte zu erreichen. Ich beginne voller Euphorie mit einem neuen Projekt. Ich habe so viele Ideen, wie die Geschichte verlaufen könnte, oder wie mein Hauptcharakter aussieht.

Doch dann kommt die Ernüchterung: Gibt es sowas nicht schon, nur besser? Verdammt über das Thema kann ich nicht schreiben, das ist zu nah an der Realität! Schwupps weg damit in die Schubblade. Projekt-los!

Oder eben: Neben dem aktuellen Projekt bricht die Flut weiterer Ideen über einen herein. Allerdings kann einem fantastischen Wald kein Serienkiller um die Ecke kommen. Daher: Neues Projekt, neues Glück. Der fantastische Wald läuft ja nicht weg... Der Serienkiller hingegen muss gefasst werden.

2. Sich zum Schreiben zwingen

Autor Sebastian Fitzek, bekannt durch Psychothriller wie „Die Therapie“, „Der Seelenbrecher“, „Passagier 23“, greift bei der Frage nach Schreibblockaden auf Stephen Frey zurück (KLICK). Dieser behauptet in seinem Buch „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“, dass es keine Schreibblockaden gäbe. Der Maurer könne ja auch nicht sagen, dass er heute eine „Maurerblockade“ habe.
Fitzeks Ratschlag: Sich zum Schreiben zwingen!

Auch wenn es ziemlich gewaltsam klingt, schließlich kann man sich gut vormachen, dass die Kreativität eben nicht gezwungen werden will, ist dieser Tipp wirklich Gold wert und hängt eng mit Punkt 1 zusammen. Denn nur wenn die unsichtbare Barriere überwunden wird, können Projekte zu Ende gebracht werden.


Der aktuelle Stand

Geschrieben wird mehr oder weniger aktiv. Als Ansporn wurde der Schreibmarathon ins Leben gerufen, damit es während des Semesters nicht nur Konserven zu lesen gibt, sondern auch noch aktuelle Beiträge auf diesem Blog zu finden sind.

Aber wie immer bin ich einen Schritt voraus. Das aktuelle Projekt ist noch nicht beendet und ich bin schon wieder ein Jahr weiter: Nächstes Jahr beginne ich mit dem Marathon im Januar! Und dann kommt ein Roman...?


Ziele und Wünsche

Erstmal bleibe ich dabei, mich an die obigen Leitsätze zu halten, weniger über das Schreiben zu schreiben, sondern zu SCHREIBEN.


Ihr seid gefragt?

Schreibt ihr selbst?
Bezeichnet ihr euch als „Autor“ ?
Was haltet ihr von der Frage?
Oder: Wie hat euch der Text gefallen?

Donnerstag, 19. März 2015

Der Ruf des Kuckucks (1. Fall von Cormoran Strike)

Bild von 
Random House Audio 
Steckbrief 

Name: Der Ruf des Kuckucks (auch als Buch erhältlich)
Autor: Robert Galbraith (aka J.K. Rowling)
Verlag: Random House Audio
Geeignet für: Krimi und J.K. Rowling Fans
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Ausgabe
Sprecher: Dietmar Wunder
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Hörbuch Info

(von Random House Audio)

"Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch Strike ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während er immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert Strike Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …

Ein fesselnder, einzigartiger Kriminalroman, der die Atmosphäre Londons eindrucksvoll einfängt – von der gedämpften Ruhe in den Straßen Mayfairs zu den versteckten Pubs des East Ends und dem lebhaften Treiben Sohos. "Der Ruf des Kuckucks" ist das hochgelobte Krimidebüt von J.K. Rowling, geschrieben unter dem Pseudonym Robert Galbraith, in dem sie mit Cormoran Strike einen ungewöhnlichen Ermittler präsentiert."


Meine Meinung 

Eigentlich gehöre ich nicht zu den typischen Krimi Fans. Gerade diese Klischee Krimis mit einem Todesfall, einem Ermittler Duo, dass oft selbst in allerhand Problemen verstrickt ist, ödet mich an, da sich hier ähnliche Geschichten wiederfinden und es sich bei der Aufklärung meist um irgendwelche Gewaltverbrechen handelt.

Als ich dann hörte, dass sich J.K: Rowling an einem Krimi versucht, war ich zuerst skeptisch und wusste nicht so recht, was ich erwarten sollte. Aber da die Presse über "Ein plötzlicher Todesfall" herzog, mir das Buch aber sehr gut gefallen hatte, wollte ich mir ihr neues Werk nicht entgehen lassen und mir eine eigene Meinung darüber bilden.
Nachdem "Ein plötzlicher Todesfall" von der Presse wohl etwas verrissen wurde, fand ich die Idee "Der Ruf des Kuckucks" unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith zu veröffentlichen einen sehr gelungenen Schachzug.

Das bekannte Model Lula Landry stürzt von ihrem Balkon. Ihr Halbbruder zerbricht an ihrem Tod und kann nicht glauben, dass sich seine Schwester wirklich das Leben genommen haben soll. Er glaubt an einen heimtükischen Mord. Also engagiert er Cormoran Strike einen Privatdetektiv dessen finanzieller Ruin quasi kurz bevor steht und der jeden Auftrag gebrauchen kann.

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonisten Strike und seiner vorübergehenden Sekretärin Robin, die als Aushilfe bei ihm anheuerte, erzählt. Durch die zwei Erzählperspektiven lernt der Leser beide Charaktere besser kennen und vor allem verstehen. Beide haben mit ihren Schicksalen zu kämpfen. Robin, die von einem Aushilfsjob zum nächsten pendelt und sich einen spannenden gut bezahlten Job wünscht, Comoran, der seine Eindrücke von Afghanistan und die gerade geplatzte Verlobung mit seiner langjährigen Freundin verdauen muss.
Lula Landrys Todesfall gerät hier oft in den Hintergrund.

Rowling zeigt wieder einmal, wie viel sie von einem Menschen wahrnimmt. Gerade die zwischenmenschlichen Aspekte, wie die verschüchterte Robin und der zu Beginn der Geschichte, menschenscheue Strike miteinander interagieren, haben mir sehr gut gefallen.

In "Der Ruf des Kuckucks" macht Rowling wieder auf gesellschaftliche Gegensätze aufmerksam. Zum einen berichtet sie von der Welt der Reichen und Berühmten, deren einziges Problem darin besteht, vor der Presse zu flüchten. Dann beleuchtet sie aber auch die andere Seite, in der ein Wunsch nach Macht und möglichst viel Geld im Vordergrund steht.

Rowling hat es auch hier geschafft einen langsamen aber stetigen Spannungsbogen aufzubauen und die Geschichte unmerklich auf ihren Höhepunkt zuzuschieben.
Ich saß gebannt vor dem Hörbuch und habe mich gefragt, wie sie es schaffen wird, den Krimi in so kurzer Zeit aufzulösen. Schließlich hatte ich höchstens einen Verdächtigen gefunden, wie sollte Strike dann kurz vor der möglichen Gerichtsverhandlung stehen?
Schön finde ich auch, dass bei der Geschichte nicht viele offene Fragen bleiben. Strike erläutert seine "Täter-Theorie" plausibel, sodass ich keine Mühe hatte zu folgen.

Dietmar Wunder liest die Geschichte einfach nur genial. Schon nach Strike und Robins erstem Dialog musste ich schmunzeln und habe mir gedacht, dass ich mir genauso die Umsetzung der Charaktere vorgestellt habe. Wunder untermalt mit seiner Darstellung von "Der Ruf des Kuckucks" die Geschichte WUNDERbar (kleiner Wortwitz am Rande :-) ) und verpasst dem Krimi so seine ganz eigene Note, sozusagen der Punkt auf dem i. Ich wurde jedenfalls sehr gut unterhalten.

Das Interessante an "Der Ruf des Kuckucks" ist folgendes: Ich finde man erkennt Rowling an ihrem Schreibstil. Gerade an ihrer Art Situationen zu beschreiben, sprachliche Bilder zu benutzen, fällt mir auf, wie fein sie hier erzählt. Sie achtet beinahe auf jedes Detail in der menschlichen Kommunikation, sodass der Leser das Gefühl bekommt, selbst mitten in der Geschichte zu sein.
Eines ihrer Stilmittel ist ein lateinisches Zitat zu Beginn eines neuen Teils einzubauen. (Der Roman ist in fünf Teile gegliedert). Hier lächelte ich als Potter-Fan in mich hinein und dachte mir, dass Latein es ihr wohl doch angetan hat.

Wie oben schon beschrieben, bin ich nicht der typische Krimi Fan. Rowling hat es geschafft "Der Ruf des Kuckucks", so zu verpacken, dass ich zwischenzeitlich vergessen hatte, einen Krimi vor mir zu haben. Fragen wie: "Stellt Strike Robin wirklich fest an?" oder "Wer schickt dem Detektiv die gefährlichen Drohbriefe?" ließen Lula Landrys Tod immer wieder in den Hintergrund rücken, ohne das ich das Gefühl hatte, dass es der Geschichte an Spannung fehlte.

Rowling zeichnet sich dadurch aus, dass sie dem Leser tiefe Einblicke in ihre Hauptcharaktere gibt. Gerade das macht jeden Roman von ihr zu etwas Besonderem und weckt mein Interesse für weitere Geschichten.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 12. März 2015

Stachelbeerjahre

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Steckbrief

Name: Stachelbeerjahre
Autor: Inge Barth-Grötzinger
Verlag: Thienemann Verlag

Geeignet für: ab 13 Jahren, für Menschen, die historische Romane mögen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 1,5 von 5 Punkten

Klappentext:


(Klappentext von:"Stachelbeerjahre" von Inge Barth-Grötzinger, erschienen im Thienemann Verlag).


"Deutschland nach dem Krieg, ein Dorf, drei Generationen unter einem Dach. Frieden? Mitnichten! Es knallt ordentlich in Mariannes Familie, wo Großeltern, Mutter und Schwester nur eines verbindet: ungelebte Träume. Einzig Marianne, die Kluge, Bildungshungrige, scheint ihre Chancen realistisch genug einzuschätzen. Doch eines Tages platzt Enzo in dieses Leben, der erste Gastarbeiter im Dorf. Attraktiv, voller Lebensfreude, heißblütig. Und die Frauen in Mariannes Familie verlieren eine nach der anderen den Kopf … Familiengeschichte und Krimi in einem. Ab 13 Jahren" 



Meine Meinung

Das Buch hat mir nur bedingt gefallen. Ich habe es geschenkt bekommen und auch recht schnell erfasst, was den Beschenker an der Geschichte gefallen hat. Als ich den Klappentext und die ersten Seiten gelesen hatte, gefiel mir das Buch echt gut. Es wurde eine Spannung erzeugt und der Leser im Ungewissen gelassen. Da wollte ich unbedingt wissen: Was hat es mit Marianne auf sich? Außerdem habe ich mich darauf gefreut ein Buch zu lesen, bei dem die Geschichte von hinten aufgerollt wird.
Und als dann der Sprung in ihre Vergangenheit, in ihre Kindheit kam, dachte ich, dass es dort vielleicht "prägende" Ereignisse gab. Mehr und mehr habe ich aber herausgefunden, dass der eigentliche Fokus des Buches auf der Geschichte der Marianne, als auf dem angedeuteten Krimi liegt, was auch interessant sein kann, aber nicht mein Fall ist. Mariannes Biografie ist zwar ganz lesenswert, aber ich hätte eigentlich etwas anderes erwartet.

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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

Montag, 9. März 2015

Zerbrochener Mond

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Silberfisch Verlag 
Steckbrief

Name: Zerbrochener Mond (auch als Buch erhältlich)
Autor: Sally Gardner
Verlag: Silberfisch Verlag
Geeignet für: ab 14 Jahren, für Menschen, die gerne Dystopien lesen
Gelesen oder gehört: gehört, in ungekürzter Fassung
Sprecher: Andreas Steinhöfel
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Silberfisch Verlag)

"Was wäre, wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre?
Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen wollte?
Würden wir brav unser armseliges Leben in Zone 7 leben, bei den Ratten und Fliegen, in ständiger Angst vor den Ledermantelmännern?
Würden wir vor der Fahne des Mutterlands strammstehen, wie die Musterschüler mit ihren langen Hosen und ordentlich gebundenen Schlipsen?
Oder würden wir wie Standish Treadwell, der Junge mit den verschiedenfarbigen Augen, unseren ganz eigenen Weg gehen?"


Meine Meinung 

"Zerbrochener Mond" ist ein weiteres Rezensionsexemplar, welches mir vom Silberfisch Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Schon der erste Satz des Klappentextes machte mich unheimlich neugierig auf die Geschichte. Wie gestaltet sich eine Welt, die von einer Diktatur geführt wird? Wie kann man Freund von Feind unterscheiden?

Interessanterweise hatte ich kürzlich ein Buch des Autors Andreas Steinhöfel gelesen. Daher war ich sehr gespannt, wie er selbst einen Roman umsetzen würde.
Er hat die Geschichte vergleichsweise schlicht gelesen. Allerdings hat er es geschafft den Ernst der Lage zu transportieren. Die drückende Stimmung und die Hoffnungslosigkeit der Protagonisten erreichte mich auf ganzer Linie.

Inhaltlich bin ich hin- und hergerissen. Zum einen hat mich die Geschichte um den Jungen Standish, der seine Eltern durch das Regime verloren hat und gemeinsam mit seinem Großvater in Zone 7 lebt, wirklich gefesselt. Ich wollte wissen, wie der Junge auf das Regime reagiert, ob er sich anpasst, oder es schafft, sich der Herrschaft zu widersetzen.
Während des Lesens wurden verschiedene Aspekte des Regimes dargestellt, wie beispielsweise die Gewaltbereitschaft, das gnadenlose Misstrauen untereinander, oder die klassischen Unterschiede in der Bevölkerung. Kooperierende Bewohner von Zone 7 werden für ihr Verhalten belohnt.
Während des Lesens habe ich mir vorgestellt, dass der Roman die perfekte Lektüre für eine Einheit im Deutschunterricht wäre.

Andererseits waren mir viele Dinge zu grob ausgeführt. Beispielsweise war mir lange nicht klar, ob Hauptfigur Standish ein Mensch, oder ein Tier ist. Schließlich wird sein Großvater als Fuchs dargestellt. Aber tragen Tiere Hosen?

"Zerbrochener Mond" wird mir aber zu einseitig beleuchtet. Natürlich gibt es an einem Regime nichts Gutes auszusetzen, keine Frage. Allerdings wird die Partei der Guten für mich nicht glaubhaft gestärkt. Zudem wird nur sehr schwammig beschrieben, wie sich der Widerstand organisiert und der Leser muss sich hier auf seine Vorstellungskraft verlassen.

Glaubhaft finde ich aber die Entwicklung von Hauptcharakter Standish. Während er zu Beginn der Geschichte als dümmlich dargestellt wird, zeigt sich mehr und mehr, wie gerissen er eigentlich ist.

Der Schreibstil von Sally Gardner ist leicht zu lesen und ließ mich schnell in die Geschichte eintauchen. Während sie sich wunderbar darauf versteht Standish Gefühlswelt darzustellen, hat es mir hier und da an Ortsbeschreibungen gefehlt. "Zerbrochener Mond" wird von zwei Handlungssträngen geleitet. Standish berichtet aus der Gegenwart, wie es ihm gerade geht und wie sich sein Alltag gestaltet. Er geht aber immer wieder auf Situationen aus der Vergangenheit ein. Diese Übergänge waren mir oft etwas zu holprig gestaltet, sodass ich kurz überlegen musste in welcher Realität wir uns jetzt gerade befanden.

Sally Gardners "Zerbrochener Mond" regt definitiv zum Nachdenken an, da die bedrückende Stimmung auch nach Ende des Romanes anhält und die Handlung zur Diskussion einlädt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Grundidee des Romanes definitiv sehr interessant ist. Hier und da hat mir die Umsetzung aber nicht ganz gefallen. Ich glaube aber auch, dass ich schon etwas zu alt für den Roman war und ich ihn mit 14 Jahren wahrscheinlich zu meinen Lieblingsbüchern gezählt hätte.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 8. März 2015

GE(H)FRAGT - Cornelia Franke

Kontakt: 
Cornelia Franke bei Facebook 
Cornelia Franke im Web - HIER

Liebe Cornelia, herzlich willkommen in den Ge(h)Schichten. Dann legen wir doch gleich mal los: Um was geht es in Deinem aktuellen Roman? Wie bist Du auf die Idee gekommen?


Der aktuelle Roman ist „Jamies Quest – Aufgabe gesucht“, den ich zusammen mit meinem Mann Dominic verfasst habe. Dabei geht es um Jamie, der anstatt sein neues Computerspiel zu testen, sich plötzlich in einer fremden, phantastischen Welt wiederfindet. Dem noch nicht genug, ihm wird offenbart, ein sagenumwobener Wanderer zu sein, obwohl sich niemand in Brior seine überraschende Ankunft erklären kann. Bis Jamie und die Stadt von monströsen Spinnen heimgesucht werden.

Es gab nicht die eine Idee für „Jamies Quest“, in den letzten Jahren haben Dominic und ich immer wieder an der Welt, in der Jamie auftaucht, und dem Konzept gearbeitet, die Genres gewechselt, den Hauptfaden neu aufgerollt. Im Zentrum dessen stand immer nur ein Punkt fest: Wir wollten einen ungewöhnlichen Helden. Einen, der nicht sofort alles beherrscht, der sich seinen Ängsten stellen muss und Fehler macht.


Was kommt beim Schreiben zuerst? Der Anfang oder das Ende der Romanidee?

Den Anfang schreibe ich meist spontan, die ersten Zeilen oder das erste Kapitel überkommen mich quasi, dann weiß ich auf einmal genau die richtigen Worte. Was nicht bedeutet, dass ich nicht im Zuge der Überarbeitung einen anderen Anfang wähle, es ist eher ein Gefühl, wie bei einem brechenden Damm strömt dann alles aus einem heraus. Dennoch weiß ich immer, bevor ich ein Manuskript beginne, wie das Ende grob aussehen soll.


Self-Publishing oder Agentur? Du hast beide Erfahrungen gemacht. Welchen Weg kannst du Jungautoren empfehlen?

Es gibt keinen goldenen Weg, da es auch viel mit Glück zu tun hat, ob das Manuskript beim Verlag oder das Buch auf dem Markt zum richtigen Zeitpunkt erscheint. Von einer Agentur vertreten zu werden, gab mir das Gefühl, einen gewissen Standard mit meinen Werken erreicht zu haben: Ich war schriftstellerisch gut genug, dass man mich vertreten wollte. Gleichzeitig habe ich sowohl durch meine Zeit bei meiner Agentur als auch durch meine Mitarbeit als Lektorin einiger Kleinverlage einiges über das Schreiben, Leserverhalten, Buchmarkt und Richtlinien gelernt.

Ich habe zunächst den „klassischen“ Weg versucht. Exposé und Leseprobe an zig Verlage geschickt, da dies nicht fruchtete, suchte ich mir eine Agentur, da dies ebenfalls nicht die gewünschten Erfolge erbrachte, probierte ich mich als Selfpublisher. Durch einige Rückschläge war ich an einem Punkt angekommen, an dem der Frust, nicht veröffentlicht zu werden, größer war als die Freude am Schreiben, also habe ich aufgrund meiner Erfahrungen gesagt: Ich mach das jetzt selbst, ich möchte, dass meine Texte endlich gelesen werden.

Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, für einen Jungautoren direkt selbst zu veröffentlichen. Viele denken sicherlich, dass sie einfach ihren Text fertig schreiben, auf diversen Plattformen hochladen und fertig. Dabei steckt einiges an harter Arbeit dahinter, man sollte sich erst einiges an Wissen aneignen, sowohl, was die Textarbeit betrifft, als auch der Autorenauftritt, das Design des Buchs, … bevor man ins kalte Wasser springt.


Du schreibst ja Fantasy Bücher. Kam es schon mal vor, dass Dich der ein oder andere mit Cornelia Funke verglichen hat? Wie hast Du darauf reagiert? Ihr beide tragt ja nicht nur den gleichen Vornamen, sondern seid auch noch im selben Genre unterwegs.

Sehr oft sogar. In Emails, am Telefon, oder auch bei realen Treffen. Meist schwingt dann die kleine Sorge mit, dass ich nicht genüge, weil man eigentlich die große Schriftstellerin Frau Funke erwartet hat, dennoch hat mich noch keine Veranstaltung ausgeladen oder dergleichen.

Mittlerweile nehme ich es mit Humor, immerhin war der Name ein Zufall, als ich geheiratet habe und den Namen Franke übernahm, ist mir nie in den Sinn gekommen, dass dadurch solche Verwechslungen entstehen.


Wie sieht Dein Autoren Arbeitsalltag aus? Wie viel schreibst Du am Tag?

Ich versuche mindestens 5 Normseiten am Tag zu schreiben, wenn ich an einem Manuskript arbeite, das klappt natürlich nicht immer, manchmal sogar besser als gedacht. Das reine Schreiben wird von Überarbeitungen, Lektoratsaufträgen oder Lesungen (bzw. Veranstaltungen, während derer ich meine Büche bewerbe) unterbrochen. Daher versuche ich immer, eine gute Mischung zu finden zwischen dem kreativen und den vergleichsweise langweiligen Arbeiten, wie den Emailwust in meinem Postfach niederzukämpfen.


Bist Du an irgendwelche Fristen gebunden, was den Erscheinungstermin Deiner Romanprojekte betrifft?

Das ist projektabhängig. Wenn ich im Auftrag von Verlagen schreibe, habe ich natürlich eine Abgabefrist. Gleichzeitig setze ich mir auch bei meinen Selfpublishing Projekten Deadlines, da ich diese Zielsetzung zum Antrieb nutze. So habe ich mir zum Beispiel vorgenommen, dass bis zum Herbst der zweite Band von „Jamies Quest“ erscheint.


Du liest ja auch gern. Welche Autoren / Bücher dürfen in Deinem Bücherregal auf keinen Fall fehlen?

Terry Pratchett! Ich liebe diesen Mann, seinen Witz, seine Weisheit und seine Ideen. Ebenfalls mag ich die Bücher von Kai Meyer, A. Lee Martinez und Mathias Malzieu.


Und nun ein Blick in die Zukunft: Gibt es schon neue Romanideen? Wie sehen diese aus?

Wie bereits erwähnt, die nächsten Bände zu „Jamies Quest“ stehen an, die Arbeit daran hat erst einmal Priorität. Dazu stehen die die letzten Schritte meiner Veröffentlichungen beim Papierverzierer Verlag und bei cbt an, gerade bei ersteren sind Fortsetzungen in Planung. Theoretisch gesehen müsste ich eine Urban-Fantasy-Geschichte beenden, aber das schaffe ich wohl nicht mehr 2015, da ich noch ein weiteres Manuskript in der von „Jamies Quest“ plane, so etwas wie einen Spin-Off.


Ich bedanke mich an dieser Stelle für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Glück und Spaß beim schreiben.

Montag, 2. März 2015

Fragt Emma!

Hey ihr Lieben,
"Emma fragt" wird im Mai / Juni mal zu "Fragt Emma".
Ich werde (hoffentlich) interviewt. Und zwar von euch!

Ich treibe mich schon länger mit der Idee herum, habe mich bisher aber nicht getraut sie zu verwirklichen. Anka von Ankas Geblubber hat mich dann inspiriert und ermutigt, die Idee in die Tat umzusetzen.

Habt ihr Fragen? Dann könnt ihr sie gerne unter diesen Post schreiben, oder ihr schickt mir eine Mail an: EmmaZecka@gmx.de.

Wer regelmäßig hier vorbeischaut, wird den FAQ-Post zwangsläufig zu lesen bekommen. Natürlich benachrichtige ich euch auch gerne per Mail :-).

Ich hoffe ich hab euer Interesse geweckt und freue mich von euch zu hören.

viele Grüße
eure Emma

Sonntag, 1. März 2015

Vielleicht morgen

Bild von Piper Verlag 
Steckbrief 

Name: Vielleicht morgen (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Gulliaume Musso
Verlag: Pendo Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne tiefgründige Geschichten lesen
Gelesen oder gehört: gelesen, als Taschenbuch Ausgabe
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Piper Verlag)

"Seine Philosophielesungen sind stets überfüllt, als Harvard-Professor hat er es geschafft – eigentlich müsste Matthew Shapiro glücklich sein. Er ist es aber nicht. Jedenfalls nicht mehr, seit der Tod seiner Frau ihn und ihren gemeinsame Tochter einsam zurückließ. Auch die junge Sommelière Emma Lovenstein hat sich mit ihrer Anstellung im Sterne-Restaurant »Imperator« beruflich ihren Traum erfüllt. Doch der Erfolg konnte sie nicht vor der tiefen Krise bewahren, die die Trennung von ihrem Liebhaber François in ihr auslöste. Zu tief sitzt der Schmerz über seine Entscheidung, nach Jahren des Hinhaltens doch bei seiner Frau und den Kindern zu bleiben. Seitdem ist das Lächeln aus Emmas Leben verschwunden. Bis zu dem Tag, als Matthew auf einem Flohmarkt etwas kauft, das ihr Leben für immer verändern wird: Einen gebrauchten Laptop mit der Signatur »Emma L.« …"


Meine Meinung 

Anfang Februar beschloss ich mir nach langem wieder einmal zwei Bücher zu gönnen. Das erste Exemplar war ein voller Reinfall. Hoffnungsvoll begann ich Ende Februar mit "Vielleicht morgen" und betete, dass mein versprochener Eindruck gehalten werden würde und ich endlich wieder einmal einen Glücksgriff landete.

Der Einband des Buches ist schlicht gehalten. Man sieht eine Gestalt auf einer Brücke stehen. Allerdings zog mich der Titel "Vielleicht morgen" an. Zudem wirkte auch der Klappentext spannend. Wie sollte das Leben der beiden Protagonisten grundlegend geändert werden? Werden sich beide im Laufe der Geschichte begegnen?

Zu Beginn des Romanes hatte ich den Eindruck, in einer typischen Liebesgeschichte gelandet zu sein. Zwei gebrochene Herzen, die sich zufällig in der virtuellen Welt des Internets begegnen. Sie sind sich sofort sympathisch, teilen ähnliche Interessen und haben sogar entfernt ein vergleichbares Schicksal. Doch dann passieren merkwürdige Dinge und es scheint, dass die sorgfältig aufgebaute Romanze ins Wanken gerät. Subtil entwickelt sich das, was anfangs noch für "romantisch" gehalten wurde zu einem waschechten Thriller, der eine offene Frage hinterlässt: Wie viel bist du bereit, für die Liebe deines Lebens zu geben?

Inhaltlich hat mich die Geschichte nach den ersten Seiten an den Film "Das Haus am See" erinnert. Dort begegneten sich ebenfalls zwei verzweifelte Charaktere. Es war auch dort dem Zufall zu verdanken, dass sie in Kontakt miteinander traten. Doch gerade der Schreibstil und die wunderschön, sympathischen Charaktere Matt und Emma ließen mich gespannt weiterlesen. So verwarf ich die Parallelen zwischen Film und Buch schnell wieder, weil beides doch einen eigenen Touch mit sich brachte.

Die Charaktere von "Vielleicht morgen" sind sehr gut dargestellt. Ich hatte keine Mühe, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Musso lässt den Leser hautnah am Gefühlsleben von Matt und Emma teilhaben, schafft es die beiden Rollen glaubhaft darzustellen, ohne den Eindruck zu erwecken, dem Leser etwas vorzukauen. Er stellt eine These in den Raum und untermalt diese sogleich mit dem passenden sprachlichen Bild. So hatte ich das Gefühl, dass der Autor seine Protagonisten während des Romanes sehr gut kennen gelernt hat.

Was die Handlungsstränge betrifft, bin ich hier etwas hin- und her gerissen. Ein paar Fäden lagen für mich offen auf der Hand. Ich hatte das Gefühl, Frau des Romanes zu sein und genau zu wissen, was mir der Autor erzählen wollte. Doch er belehrte mich eines Besseren und ließ mich spüren, dass einige Stränge doch besser miteinander verwoben sind, als ich gedacht hätte. Gerade mit der Wendung von einer einfachen Liebesgeschichte bis hin zum Thriller, indem es buchstäblich um Leben und Tod geht, hat es das Buch auf meine Liste der absoluten Lieblingsbücher geschafft.
Ich konnte mich Stunden nicht von der Lektüre trennen, habe Essen und Trinken verweigert und dafür ausführlich die Seiten des Buches verschlungen.

Der Schreibstil liefert genau die richtige Mischung zwischen Kitsch und Tiefe. Während Musso sehr viele sprachliche Bilder mitteilt, schafft er es, sie so zu transportieren, dass der Leser nicht das Gefühl hat, von ihnen erschlagen zu werden. Er schafft es eine Lebendigkeit aufrechtzuerhalten, die mich auf Kohlen sitzen ließ. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht.
Gerade durch die sprachlichen Bilder bekommt die Geschichte auch eine Art von Tiefe transportiert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich von der Geschichte mehr als begeistert bin. Während ich zu Beginn etwas resignierte und das Buch schon die die zwischen "Raum und Zeit"- Lektüre Ecke stopfte, schaffte es das Buch den Stempel elegant von sich zu weisen. "Vielleicht morgen" bekommt durch eine unerwartete Wendung der Geschichte eine ganz eigene Note.

Schreibmarathon Fazit Februar 2015



ZAHLEN UND FAKTEN 


Ziel des Monats: 5.600 Wörter
Geschriebene Wörter: 4270 Wörter
Wortschulden: 1330 Wörter
Im Plus Bereich: 2156 Wörter
Nächstes Monatsziel: 6200

ZU LESENDE ERGEBNISSE 

Mittlerweile weigere ich mich regelrecht alle Wörter für die Rezensionen zu zählen, die ich in diesem Monat verfasst habe. Den einzigen Beitrag, den ich an dieser Stelle "werten" möchte ist die Rezension zu "Er ist wieder da". Woran das liegt? Das kann ich auch nicht genau sagen...

Außerdem habe ich im Februar das aktuelle Kapitel zu "Wortreich" geschrieben. Wer die Geschichte, die ich zusammen mit meiner Co-Autorin emion schreibe, noch nicht kennt, darf gerne einmal rein lesen. Wir freuen uns über eure Meinung!

Zudem habe ich das vierte Türchen für den Adventskalender geschrieben, der euch hoffentlich Ende diesen Jahres in den heiligen virtuellen Seiten erwartet.

MEINE EINDRÜCKE 

Irgendwie kommen mir meine Probleme ziemlich deplaziert vor. Im Grunde, ist es wie "meckern auf hohem Niveau" (eine andere Formulierung fällt mir aufgrund der späten, besser gesagt frühen Stunde nicht ein).

Folgendes Problem kristallisiert sich heraus: Ich habe viele Ideen für tolle Projekte, schaffe es aber nicht mich jeden Tag hinzusetzen und mindestens 200 Wörter zu schreiben. Eigentlich war mein Hauptziel des Schreibmarathons eine Routine zu schaffen, um regelmäßig zu schreiben. Stattdessen sitze ich oft da und denke: "Ja heute ... gleich schreibe ich weiter...", dann sortiere ich lieber Edelsteine in ihre richtigen Reihenfolge, wühle in meiner Musik, oder verstecke mich hinter einem tollen Buch und denke mir: "Sowas will ich auch schreiben!".
Diesen Monat ist mir Kerstin Giers Ratschlag, eine Geschichte zu Ende zu schreiben, den sie Jungautoren in einem Interview gibit, wirklich bewusst geworden.
Freunde von mir, die noch nichts im klassischen Sinn bei einem Verlag veröffentlicht haben, bezeichnen sich als Autoren. Ich habe das Gefühl, dass diese Bezeichnung für mich definitiv zu hoch gegriffen ist. Bin ich denn ein Autor, wenn ich es noch nicht einmal schaffe, mir eine regelmäßige Routine im Schreiben einzurichten?

IN DIESEM SINNE... 

Wie lief euer literarisch schriftstellerischer Monat?
Was gibt es zu berichten?
Seid ihr noch im Rennen? (Wenn ihr denn überhaupt an dem Projekt teilnehmt...?) :-)