Donnerstag, 31. Dezember 2015

Mein Jahr 2015 - Buchige Highlights, Musik des Jahres und meine schönsten Erlebnisse

Gelesen 2015 - Die Statistik 
Gelesen 2014: 36 Bücher
Gelesen 2015: 38 Bücher
Mitgenommen ins neue Jahr:
In ein fernes Land von Elizabeth von Arnim

Meine Lieblingsbücher 2015 
Vielleicht morgen von Guillaume Musso
Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel
Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith
Der Seidenspinner von Robert Galbraith
Der Engelsbaum von Lucinda Riley
Das Lied der Freiheit von Ildelfonso Falcones
Das finstere Tal von Thomas Willmann
Wir können alles sein, Baby von Julia Engelmann

Momente 2015 
Einjährigen Blog Geburtstag 
Gerade in den letzten Jahren gab es bei mir was das Bloggen betrifft ein großes Hin- und her. Ich war unzufrieden, wusste aber auch nicht, was ich wollte. Jetzt habe ich das Gefühl bloggertechnisch angekommen zu sein. Obwohl das Hauptaugenmerk des Blogs auf Bücher und der Literatur liegt, bleibt trotzdem noch genügend Raum für andere nicht literarische Beiträge.

Konzertjahr 2015 
Wenn ich so vergleiche, fällt mir auf Anhieb nur ein (!) Konzert ein, dass ich 2014 besucht habe. Dafür war 2015 schon um einiges mehr los.
Dieses Jahr fällt wohl unter das Motto: "Alle guten Dinge sind 3". Begonnen hat das Konzertjahr für mich mit Sunrise Avenue, ist dann nur wenige Wochen später mit AnnenMayKantereit weitergegangen, nur um kurz darauf mit Max Mutzke zu enden. Ich fange jetzt schon an für 2016 zu sparen :-)

Montag, 28. Dezember 2015

Shadowmarch - Die Grenze (Band 1)

Bild von der Hörverlag 
Steckbrief 
Name: Shadowmarch - Die Grenze
Autor*in: Tad Williams
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Fantasy lesen und Fans des Sprechers David Nathan
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher*in: David Nathan
Bewertung: 4 von 5 Punkten

Bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. 

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit

Kleines Vorwort und Erklärung 
Hallöchen ihr Lieben,
ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und genießt die beiden Feiertage.
Wie bereits bei Ankas Geblubber zu lesen ist, nehme auch ich an der weihnachtlichen Aktion "Lesend und blubbernd durch die Weihnachtszeit" teil. Ja, mir ist durchaus bewusst, dass es eigentlich Teil der ersten Aufgabe gewesen wäre, diesen Post rechtzeitig online zu stellen.
Da mein Adventskalender aber bis gestern gelaufen ist, wollte ich euch nicht mit Reizen überfluten. Hier könnt ihr nachlesen, wie ich in die Aktion gestartet bin und was ich bisher erlebt habe. Der Post wird übrigens stetig aktualisiert...

24. Türchen: Ende gut alles gut

Bild von A. Mack

Der Tag neigte sich dem Ende zu. Viele Kinderträume waren an diesem Weihnachtstag erfüllt worden. Selbst wenn nicht alle passenden Geschenke unter dem Baum gefunden wurden, waren es dieses Jahr nicht nur weiße, sondern auch harmonische Weihnachten geworden.

Ein Jahr später, nachdem das Gemeindehaus beinahe vollständig abgebrannt war, fand trotz, oder gerade deswegen, der alljährliche Weihnachtsgottesdienst in der Kirche auf dem Gelände statt. Allerdings gab es dieses Jahr eine Planänderung. Der Gottesdienst hatte bereits um 23:00 Uhr begonnen, sodass sich die Besucher pünktlich um 00:00 Uhr auf dem Vorplatz einfinden konnten. Dort sollte, nicht wie von jüngeren Gemeindemitgliedern gefordert, ein Feuerwerk steigen, sondern das Weihnachtsfest mit Musik und einem leuchtenden Baum verabschiedet werden. Aber dazu später mehr.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

23. Türchen: Unerwarteter Besuch

Bild von A. Mack

„Papa! Wann stellst du den Baum auf?“,
„Wann kommt Oma?“
„Moritz, jetzt geh endlich aus meinem Zimmer.“

Waren Kinder nicht etwas Schönes? Ganz besonders am Weihnachtstag. Schnell las ich den Kommentar zu Ende und beschloss mir die restlichen Blogbeiträge heute Abend durchzulesen. Wenn die Kinder irgendwo mit ihren Geschenken beschäftigt im Haus herumtollten, oder zufrieden in ihren Bettchen schliefen. Glücklicherweise gehörte meine Mutter zu der Generation, die für Ordnung sorgte. Also musste ich mir keine Gedanken darüber machen, wie der Abend ablaufen würde. Sie verteilte die Aufgaben und wir alle packten an. Ich war ihr gerade im letzten Jahr wirklich sehr dankbar für die Hilfe. Als meine Frau endlich ausgezogen war, hatte die Arbeit schließlich nicht aufgehört.

Dienstag, 22. Dezember 2015

22. Türchen: Hin- und hergerissen

Bild von A. Mack

„Warum um alles in der Welt willst du in dieses verdammte Dorf zurückfahren? Ich denk jedenfalls gar nicht dran, ihm frohe Weihnachten zu wünschen.“
„Er ist immer noch dein Vater. Außerdem macht man das halt so. Wir müssen ja auch nicht lange bleiben“, versuchte ich meine Tochter zu überreden. Das letzte Jahr war für keinen von uns wirklich einfach gewesen. Die Scheidung war immer noch nicht durch, aber wir arbeiteten an einer friedlichen Lösung. Zumindest ich... Meine Kinder waren stattdessen auf Kriegsfuß und mieden ihren Vater. Er schien sie aber auch wohl nicht großartig zu vermissen. Immerhin flossen die Unterhaltszahlungen dahin, wo sie sollten. Ach, was redete ich da? Langsam eignete ich mir wohl doch noch die Sprache meiner pubertären Tochter an. „Dann eben nicht!“, rief ich ihr durch die geschlossene Zimmertür entgegen, schlich mich in den kleinen Flur, zog meine Schuhe an und machte mich auf den Weg.

Montag, 21. Dezember 2015

21. Türchen: Gerdas Weihnachtsgeschenk

Bild von A. Mack
Langsam machte ich mich auf den Heimweg. Heute war wieder mein wöchentlicher Besuch bei Tess angefallen. Wir beide hatten das große Feuer überlebt. Allerdings war ich in deutlich besserer Verfassung als meine ehemalige Freundin. Jedoch schaffte ich es einfach nicht, sie hängen zu lassen. Immerhin war es für uns beide damals nicht einfach gewesen und im Gegensatz zu mir war sie jetzt ganz alleine. Da packte mich doch etwas das Mitleid.

Sonntag, 20. Dezember 2015

20. Türchen: Was mir gehört

Bild von A. Mack

Auch im Alter beging man noch Sünden. Hier rede ich nicht von einer harmlosen Tafel Schokolade, oder einem Stück Sahnetorte. Nein, manchmal gehörte auch ich zu den Menschen, die sich nicht damit aufhielten Gutes zu tun. So holte ich mir ein Jahr später zurück, was mir genommen wurde. Und mein schlechtes Gewissen war in diesem Moment nicht vorhanden.

Samstag, 19. Dezember 2015

19. Türchen: Kellys Einsatz

Bild von A. Mack

„Wer stört?“, Kelly hatte eine verdammt knifflige Konstruktion zwischen Fahrrad, Handy und Einkaufstaschen gebastelt, um den Anrufer möglichst schnell entgegenzunehmen. Obwohl die Nummer nicht in ihren Kontakten vorhanden war. Allerdings hatte sie keine Ahnung, wie lange die Konstruktion bestehen bleiben könnte. „Ähm ist hier nicht ... Timmys Mutter?“, fragte eine erstaunte Männerstimme am anderen Ende. Timmy? Wer zum Henker war...? Ach natürlich! Wie konnte sie den Knirps, den sie bis Anfang des Jahres betreut hatte, nur vergessen?

Freitag, 18. Dezember 2015

18. Türchen: Der Verrat

Bild von A. Mack

„Timmy! Wenn du dein Zimmer nicht aufgeräumt hast, kommt Olli nicht zum spielen vorbei“, hörte ich meine Mutter rufen. Ich schob gerade die letzten Spielsachen unter mein Bett. Natürlich wusste ich, dass sie mich anlog. Olli würde kommen. Und zwar weil Mummy meine Weihnachtsgeschenke einkaufen musste. Und das konnte sie eben nicht machen, wenn ich dabei war.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

17. Türchen: Wahre Freundschaft Part II

Bild von A. Mack

„Schneller! Immerhin hast du letztens den Führerschein gemacht. Da wirst du doch wohl so einen läppischen Zweirädler fahren können“, feuerte mich Steffen an. „Schweig still! Kumpane! Sonst kannst du dir deine Akte gleich selber abholen“, lächelte ich zufrieden. Vor einem Jahr hatte die Welt noch ganz anders ausgesehen. Natürlich war ich bekennender Optimist. Zumindest an einem Tag der Woche. Nämlich am Freitag. Der Tag läutete das Wochenende und somit die besseren Zeiten ein. Aber bei Steffens Zustand hätte wirklich niemand sagen können, in welche Richtung sich das Ganze entwickelte. Mittlerweile stand Steffen gelegentlich wieder mit beiden Beinen auf dem Boden. Allerdings nur für kurze Strecken. Da regelmäßige Kontrolluntersuchungen in der Klinik viele Wegstrecken beinhalteten, nutzten wir seinen tollen fahrbaren zweirädigen Untersatz.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

16. Türchen: Die Überraschung

Bild von A. Mack

Nan gähnte. Ihre Nacht war kurz und von einem unruhigen Schlaf geprägt. Obwohl es in letzter Zeit keinen Lieblingspatienten gab, den es vor dem Schichtdienst zu besuchen galt, hatte sie sich innerhalb des letzten Jahres angewöhnt, eine gute Viertelstunde vor ihrem Schichtbeginn anwesend zu sein. Sie mochte es lieber, einigermaßen gemütlich in den Tag zu starten. Auf dem Dienstplan hatte sie gelesen, dass Rosie die gestrige Nachtschwester war. Meistens traf sie erst bei Dienstbeginn auf die lebendige Frau. Rosie erledigte kurz vor knapp eine Abschlussrunde, um sicherzustellen, dass es allen Patienten den Umständen entsprechend gutging. Doch heute brannte Licht im Stationszimmer.

Dienstag, 15. Dezember 2015

15. Türchen: Verloren geglaubte Freundschaft

Bild von A. Mack

Rosies Schicht neigte sich dem Ende zu. Sie nutzte die berühmt berüchtigte Verschnaufpause für einen kleinen Abstecher in die Umkleide. Das Handy war sicher in ihrem – mittlerweile aufgeräumten – Spind verwahrt. Bei dem Gedanken an die erwartende SMS musste sie lächeln. Der morgige Abend würde einen ganz besonderen Sinn haben...
Als sie in die Umkleide stürmte, erstarrte sie. Beinahe wäre sie über eine Flasche gestolpert. Eine Flasche, deren Verschwinden dafür gesorgt hatte, dass Rupert kein Wort mehr mit ihr sprach.

Montag, 14. Dezember 2015

14. Türchen: Die Drohung

Bild von A. Mack

Dieser Abend gehörte zu einem der schönsten Momente in seinem Leben. Endlich war der Zeitpunkt gekommen, an dem er seine uneingeschränkte Macht ausleben konnte. Zumindest kam es ihm für einen kurzen Moment so vor.

Er war sich früher ziemlich sicher gewesen, diese Frau mehr als alles andere zu hassen. Als sie noch am längeren Hebel gesessen und sich für eine große Händlerin gehalten hatte. Nun kam fast etwas Mitleid in ihm auf. Schließlich hätte sie ihm vor einem Jahr nicht einen arbeitsfreien Abend beschert, sondern seine Leistung mit lächerlichen Peanuts entlohnt.

Sonntag, 13. Dezember 2015

13. Türchen: Gescheitert

Bild von A. Mack

Ein Jahr später... 
Sie fluchte und schob den Einkaufswagen vor sich her. Das letzte Jahr hatte ihr definitiv kein Glück gebracht. Ihr „Geschäft“ war buchstäblich im Erdboden versunken. Die Händler legten nicht mehr so viel Wert auf qualitativ hochwertigen Alkohol oder anderer Schmuggelware, die nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich war. Sie bewegten sich nicht von ihrem Standpunkt weg, dass sich dieser eben nicht so gut verkaufte. Gern gesehen waren nun Pillen, oder Zeug, das sich wunderbar in Spritzen oder Nasenlöcher füllen ließ. Sie rettete sich immer damit, dass sie sich nicht auf dieses Niveau herablassen wollte. Bei ihr gab es nur gute und edle Ware. Aber sie musste sich eingestehen, dass es auch bei ihr Grenzen gab.

Samstag, 12. Dezember 2015

12. Türchen: Der Handel

Bild von A. Mack

„Ach ja, dann zeig mal her!“, sie riss ihm die Tüte aus der Hand.
Gespanntes Schweigen.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst oder?“, fragte sie. Sie wollte ihrer Stimme keinen bestimmten Klang verleihen. Schließlich sollte er so wenig Gründe wie möglich haben, um irgendwelche Interpretationen anstellen zu können. Das war die erste Regel der erfolgreichen Verhandlungen. Und damit kannte sie sich aus.

Freitag, 11. Dezember 2015

11. Türchen: 3..., 2..., 1..., ?

Bild von A. Mack

„Nicht im Ernst? Tropft dieser blöde Hahn schon wieder? Was zum Teufel machen diese Krankenschwestern hier eigentlich?“. Ohne eine Antwort abzuwarten legte er sein Smartphone beiseite und bewegte sich in Richtung der Damenumkleiden. Da es mitten im Schichtdienst war, bestand keine Gefahr, dass sich eine Frau in der Umkleide befand. Das Personal war entweder arbeiten, holte den verlorenen Schlaf nach, oder genoss den freien Tag. Wobei.. Er hätte keine Probleme damit auf Gesellschaft zu treffen...

Donnerstag, 10. Dezember 2015

10. Türchen: Merkwürdige Freundschaft

Bild von A. Mack
„Ey Rupert! Wo willst du denn hin?“, eigentlich begann ihre Schicht erst in einer Stunde. Aber jetzt wo sich die Journalisten vor dem Krankenhaus platzierten, war sie lieber zu früh als zu spät dran. Sie mochte den Medienrummel im Gegensatz zu ihren Kolleginnen überhaupt nicht. Journalisten hatten es bekanntlich auf das Personal des Krankenhauses abgesehen. Da sie auch noch zu den Krankenschwestern gehörte, entsprach sie also deutlich der gesuchten Zielgruppe.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

9. Türchen: Der Gefallen

Bild von A. Mack

„Und sonst war wirklich nichts? Ein Jammer wenn wir irgendwelche Rabauken dabei erwischen... Hey was machen Sie denn hier?“ Normalerweise war es nicht seine Art, während der Visite ins Stationszimmer zu platzen. Schließlich gingen ihn die Geschichten der Patienten nichts an. Zudem verwirrte ihn das ganze medizinische Gefasel. Er wollte gar nicht so viel damit zu tun haben. Eigentlich war er sogar strikt dagegen gewesen, den Reinigungsjob im Krankenhaus anzunehmen. Aber was sollte man schon machen, wenn das Geld knapp wurde?

Dienstag, 8. Dezember 2015

8. Türchen: Nans Patient

Bild von A. Mack

Ihre Schicht war fast zu Ende. Obwohl die meisten Patienten auf der Intensivstation schliefen, somit also nicht, wie in anderen Stationen den ganzen Tag damit beschäftigt waren, auf die Klingel einzuschlagen und nach der Gesellschaft einer Schwester zu verlangen, hatte es der Tag in sich gehabt.

Die Presse hielt die Mitarbeiter des Krankenhauses ziemlich auf Trab. Es wurde beinahe kein Besucher mehr ohne einen bestimmten Wisch auf die Station gelassen. Diese Dokumente mussten natürlich auch erst abgesegnet und sorgfältig kontrolliert werden. Nicht, dass sich irgendwelche Journalisten fiktive Patienten ausdachten, die es zu besuchen galt.

Montag, 7. Dezember 2015

7. Türchen: Gute Freunde schenken sich ... Wein

Bild von A. Mack

Ich hasste die Freunde meiner Mutter. Die waren alle so wie sie. Aufgebrezelt, laut und schrill. Da fragte ich mich wirklich, wie es Timmy den ganzen Tag mit so einer Mutter aushielt. Bis mir dann wieder auffiel, dass meine ja aus einem ähnlichen Holz gemacht war. Wobei... er war ja rund um die Uhr mit irgendwelchen Kindermädchen versorgt. Während sich die Erwachsenen unterhielten, mixte ich Timmy eine Apfelschorle. Natürlich achtete ich darauf, dass sie mehr Wasser als Apfelsaft enthielt. Sonst würde meine Lüge ja auffallen. Natürlich mischte ich dem Kleinen keinen Alkohol unter. Wenn das raus kam, war ich sonst sowas von geliefert. Timmy war jedenfalls hochzufrieden und schien sich wohl auch ein bisschen berauscht zu fühlen. Jedenfalls schlief er irgendwann selig im übervollen, lauten Wohnzimmer ein. Ich schlich mich mit der Weinflasche aus dem Haus. Schließlich hatte ich noch eine Mission.

Sonntag, 6. Dezember 2015

6. Türchen: Die Abmachung

Bild von A. Mack

Als Kelly auf ihr Hääändy geguckt hat, habe ich mir die Flasche genommen. Kelly war auch schon mal netter zu mir gewesen. In letzter Zeit schaute sie viel zu oft auf ihr Häääändy. Meine Mutter nannte das Ding irgendwie anders, aber das war mir egal. Die erzählte mir oft dumme Sachen, oder sagte, dass ich viel noch nicht verstand. Also beschloss ich das Ding zu nennen, wie ich wollte.

Samstag, 5. Dezember 2015

5. Türchen: Nicht ganz bei der Sache

Bild von A. Mack

„Nimm dir ruhig eine Flasche mit. Die kommt sicher gut an am Silvesterabend“, äffte sie die Alte nach. So nannte Kelly die Frau, deren Vorgarten sie im Winter von dem Schnee befreite. Immerhin wurde sie ordentlich entlohnt. Was sich diese reichen Schnösel nur dabei dachten? Kelly hatte natürlich die Flasche genommen, die am edelsten wirkte. Ihre harte Arbeit sollte wenn überhaupt auch anständig bezahlt werden. Eigentlich hatte sie auf etwas mehr Trinkgeld gehofft, damit sie für den Silvesterabend noch ordentlich einkaufen konnte. Aber das war nun gelaufen. Vielleicht ließen sich ihre Freunde durch den guten Stoff milde stimmen.

Freitag, 4. Dezember 2015

4. Türchen: DIe Entschuldigung

Bild von A. Mack

Es war kalt wie jedes Jahr. Früher hatten wir Weihnachten noch in den Bergen gefeiert. Als Hansi noch lebte. Obwohl er immer zu Hause geblieben war. Im Hotel mochte man halt keine Vögel, da ließ sich eben nichts machen. Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus waren, war es still geworden. Einen Ersatz für Hansi anschaffen? Wozu? Bis vor ein paar Jahren hatte ich ja noch Jürgen. Doch der war mittlerweile auch unter der Erde... So war das nun mal mit der Liebe. Man konnte es sich eben nicht aussuchen... Ach ich schweife ab.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

3. Türchen: Die Entscheidung

Bild von A. Mack


Warum musste das alles immer so kompliziert sein? Mein Papierkorb quoll vor geschriebenen, angefangenen Zeilen über. Wenn man die richtigen Worte suchte, wollten sie natürlich nicht kommen. Das war immer so! Wieso hätte es diesmal anders sein sollen? Den ganzen Nachmittag hatte ich damit verbracht, diesen verdammten Brief zu schreiben. Glaubte sie denn wirklich der Abschied fiel mir leicht? Aber es gab keine andere Möglichkeit. Zumindest nicht für mich.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

2. Türchen: Nicht jeder bekommt, was er will

Bild von A. Mack

„Das ist ja wirklich nett, dass er jedes Jahr aufs Neue vorbeikommt“, stellte meine Mutter beim Abendessen fest. „Diesmal war er aber wirklich knapp dran“, meinte mein Vater überheblich. Die alljährliche Flasche Wein stand immer noch in der Geschenktüte drüben auf dem Küchentisch. Aus den Augenwinkeln heraus betrachtete mein Vater die Trophäe. Ja, keine der Weinflaschen, die er bisher geschenkt bekommen hatte, war je angerührt worden. Meine Mutter trank schon aus Gewohnheit keinen Wein. Sie sagte er bereite ihr Kopfschmerzen und solche alkoholischen Getränke seien eben nichts für sie. Mein Vater trank viel und gut. Aber nur ausgewählte Sachen. Und dazu nicht mit jedem...

Dienstag, 1. Dezember 2015

1. Türchen: Die Reise beginnt

Bild von A. Mack
„Hast du den Baum schon rein geholt?“
„Sind die Geschenke schon im Wäschekorb?“
„Wann holst du die Kinder von der Schlittschuhbahn ab?“

Fragen über Fragen. Alle wollen sie kurz vor knapp beantwortet werden. Es ist Weihnachten. Das Haus ist schon so gut wie geschmückt, einzig und allein der Baum sollte noch behangen werden. Aber das gehörte nicht zu meinem Aufgabenbereich. Dafür waren die Kinder verantwortlich, wie jedes Jahr. Allerdings war dieses Jahr Vorsicht geboten. Die Aufgabe könnte schließlich auch aufgrund von Müdigkeit an andere Personen abgetreten werden. Immerhin hatten sie ja den ganzen Tag auf dem zugefrorenen See verbracht. „Hoffentlich halten sie bis zur Bescherung durch“, dachte ich mir, bewegte mich in den Hausflur und suchte in aller Gemütlichkeit meine Stiefel heraus. Nein, nicht nur der Nikolaus trägt Stiefel. Schon fast an der Haustür angekommen, wurde ich zurückgepfiffen. „Du hättest fast den Wein vergessen? Wenn du den heute nicht vorbeibringst, musst du das auch nicht mehr machen.“ Ich seufzte. Verschenkten wir doch jedes Jahr eine gute alte Flasche. Ginge es nach mir, würden wir zumindest die Sorten wechseln. Wer trinkt schon jedes Jahr den gleichen Wein, wenn er nicht gerade gut ist? Im Beruf predigt man Abwechslung. Warum also nicht auch bei den Geschenken?