Sonntag, 15. November 2015

Monat der Biografien Wüstenblume

Bild von rebuy
Steckbrief: 

Name: Wüstenblume (auch als BuchFilm erhältlich)
Autor: Waris Dirie
Verlag: Ullstein Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Autobiografien lesen
Gelesen oder gehört: gehört, als Hörbuch
Sprecher: Ulrike Grote
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext: 



(Klappentext von Weltlbild). 

"IHRE GESCHICHTE HAT MILLIONEN BEWEGT!
Vom Nomadenmädchen zum internationalen Top-Model Waris Diries Leben gleicht einem Traum. Und einem Alptraum: Denn als kleines Mädchen wurde sie Opfer eines grausamen Rituals. In diesem Buch berichtet sie von dem schrecklichen Unrecht, das ihr widerfahren ist."


Meine Meinung 

Das erste Mal bin ich durch die Verfilmung von "Wüstenblume" auf die Geschichte von Waris Dirie aufmerksam geworden. Damals interessierte mich der Film aber nicht und ich vergaß die Geschichte schnell wieder. Irgendwann kam mir aber das Hörbuch in die Hände und ich dachte mir, dass ich doch einmal reinhören könnte.

Waris Dirie wächst in Somalia auf. Ihre Familie gehört zu einem Nomadenstamm, der also keinen festen Wohnsitz hat. Es gehört zur somalischen Tradition, dass Mädchen vor der Hochzeit beschnitten werden. Nur so werden sie von einem Mädchen zur Frau. Für Waris war es anfangs eine Ehre, doch nach und nach wird ihr klar, dass es Mädchen gibt, denen das Schreckliche nicht angetan wurde. Als ihr eines Tages gesagt wird, dass sie einen Greis heiraten muss, steht für Waris fest: Hier kann sie nicht bleiben.

Mir gefällt die Autobiografie von Waris Dirie sehr gut. Die Autorin hat einen lebendigen Schreibstil. Waris hat es geschafft ihre Flucht aus Afrika und ihr Überleben in London spannend zu erzählen. Außerdem baut sie verschiedene Handlungsstränge ein. Dieses Stilmittel war ich von Biografien noch nicht gewohnt. Ulrike Grote wandelt das gute Buch in eine schöne Hörbuchfassung um. Sie liest Waris Geschichte schön und schafft es, der Geschichte etwas Lebendiges zu verleihen.

Ich habe bei der Autobiografie das Gefühl etwas über Waris Dirie zu erfahren. Ich muss nicht erraten, wie sich die Protagonistin fühlt. Diese Dinge werden hier gut und schlüssig erläutert. Schön finde ich auch, wie sie ihr "Ankommen" in der westlichen Kultur beschreibt. Dinge, wie einen Fernseher, ein Telefon oder gar eine Toilette waren ihr völlig unbekannt.

Allerdings war ich von dem Thema "Beschneidung" etwas irritiert. Ich hatte damals, als ich den Trailer zum Film gesehen habe, den Eindruck, dass das "Beschneidungsthema" den Kern von Waris Diries Autobiografie ausmacht. Im Buch wurde die Sache um die Beschneidung aber nur nebensächlich thematisiert. Allerdings wurde an diesen Stellen ganz klar erläutert, was sie von dem Thema hält und dass sie sich dagegen wehrt das Mädchen heutzutage beschnitten werden.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Waris Diries Autobiografie einen guten Überblick darüber gibt, wie es einer Nomadin geht, die sich in der westlichen Kultur einleben muss. Empfehlen kann ich dieses Buch denjenigen, die sich für Autobiografien, oder das Thema Afrika interessieren.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Hey liebe Emma!
    Es wird mal wieder Zeit für einen ausführlichen Stöberbesuch bei dir!
    Los geht's mit dieser tollen Rezi. Ich habe selbst vor einiger Zeit mal in das Buch reingelesen, aber mich konnte es nicht wirklich fesseln. Die Beschneidung war für mich echt schockierend, da ich mich vorher nie wirklich mit diesem Thema auseinandergesetzt hatte...
    Eine Biografie als Hörbuch - hätte ich niemals zu gegriffen, aber wie es scheint, lohnt sich der Griff doch!
    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Hallo Anka,
      es freut mich, dass du bei mir vorbeigeschaut hast. Bei dir ist momentan ja auch echt viel los :-).
      Was mich bei dem Buch gerettet hat war, dass ich von der Verfilmung gehört habe und den Trailer zum Kinofilm gesehen hab. sonst hatte ich keine Ahnung, was mich in dem Buch erwartet. Obwohl es schon eine gefühlte Ewigkeit her ist, dass ich das Buch gelesen habe - der Post kommt ja aus meiner "Konserven"- Reihe - ist mir die Geschichte trotzdem positiv in Erinnerung geblieben.

      viele Grüße
      Emma

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  2. Hallo Emma,

    ich habe vor Ewigkeiten mal den Film gesehen.
    Deshalb musste ich gleich mal reinlesen, als ich hier bei dir das Cover gesehen habe :)
    Es freut mich, dass das Hörbuch bei dir gut angekommen ist.
    Klingt lesenswert, auch wenn ich sonst eher kein Fan von Biografien bin.

    Liebe Grüße,
    Ramona

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    1. Hallo Ramona,
      ich könnte mir vorstellen, dass das Buch gerade für "Nicht Biografien"- Leser interessant sein könnte, weil es hier auch viel um die Kulturunterschiede geht.
      Ich bin gespannt, ob das Buch bald bei dir einzieht.
      viele Grüße
      Emma

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