Samstag, 21. November 2015

Das Mädchen, das den Himmel berührte

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Bastei Lübbe
Steckbrief

Name: Das Mädchen das den Himmel berührte (auch als Hörbuch in ungekürzter Fassung erhältlich)
Autor: Luca di Fulvio
Verlag: Bastei Lübbe
Geeignet für: Menschen,die historische Romane mögen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Bastei Lübbe

"Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbrachte, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Überlebenskünstler zu einem anerkannten Arzt? Und wie wird ein Mädchen mit einem schweren Schicksal zu einer Aufsehen erregenden Modeschöpferin?
Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto, findet sich das gesamte Panorama des Lebens …"


Meine Meinung 

Kurz nach der Buchmesse hielt mir Gastschreiberin emion "Das Mädchen, das den Himmel berührte" unter die Nase und erklärte mir, dass der Klappentext gut klingt und sie an mich gedacht habe. Und naja ... was soll ich sagen? Sie hat genau INS SCHWARZE getroffen. 

Auf dem Buchcover ist ein Mädchen zu sehen, dass in den Himmel schaut, bzw. den Buchtitel betrachtet, der genau über ihr steht. Obwohl das Cover sehr schlicht daher kommt, wäre es mir wahrscheinlich gerade deswegen im Buchladen aufgefallen. Der Klappentext hat mich ebenfalls angesprochen und so tauchte ich in ein mittelalterliches Italien ein. 

Inhaltlich treffen wir hier auf drei Handlungsstränge: Zuerst beobachten wir eine Bande bei einem beinahe genialen Streich. Dann erleben wir wie sich ein jüdisches Vater-Tochter Gespann auf den Weg nach Venedig macht, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Und die dritte Geschichte... Naja, die ergibt sich aus dem ersten Handlungsstrang, den ich leider nicht groß beschreiben kann, da ich sonst die ersten Buchseiten erklären müsste und eine Menge Spannung verloren geht. 

Zudem behandelt Luca de Fulvio in allen drei Handlungssträngen das Thema Judentum bzw. Judenverfolgung. Wir begegnen einem jüdischen Arzt, der gemeinsam mit seiner Tochter in Venedig auf ein besseres Leben hofft, gehen mit einem jüdischen Kaufmann, der kein Jude mehr sein möchte, auf eine lange Reise und erfahren wie in einer Stadt, in der die Juden in einem Ghetto leben müssen, eine Liebe zwischen einem Christen und einer Jüdin entstehen kann. Nebenbei gibt es jede Menge Hass, Vorurteile und Neid mit dem unsere Protagonisten irgendwie umgehen müssen. 
Gerade diese verschiedenen Stränge haben dazu beigetragen, dass das Thema Judentum aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Mich hat das sehr zum Nachdenken angeregt. 

Zudem versteht sich Luca de Fulvio sehr gut darauf, Charaktere zu beschreiben. Egal, ob Neben- oder Hauptcharakter: Ich hatte keine Mühe mir die Namen und Eigenschaften der verschiedenen Personen zu merken. Besonders schön fand ich die Entwicklung der Charaktere. Diese passierte bei den meisten unmerklich. Am Ende des Romanes haben sie sich aber alle ein Stück weiterentwickelt. 

Der Autor baut außerdem einen sehr guten Spannungsbogen auf. Zu Beginn der Geschichte stellt sich die Frage, wie alle Handlungsstränge zusammenkommen. Und auf wundersame Weise passt zum Schluss alles zueinander. Allerdings habe ich schnell eine Idee entwickelt, wie die Geschichte enden sollte. Dennoch war ich sehr gespannt, ob ich Recht behalten sollte, oder ob die Geschichte in ein völlig andere Richtung läuft. Und es lässt sich sagen: Ich habe nur bedingt richtig gelegen.

Besonders der Schreibstil hat dazu beigetragen, dass die Charaktere einen individuellen Touch bekommen haben. Oft habe ich bei den Dialogen geschmunzelt, bei spannenden Stellen den Atem angehalten, oder mich gerade auf den letzten Seiten ziemlich oft geärgert und mit den Protagonisten gebangt. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Erwartungen an "Das Mädchen, das den Himmel berührte" zu Beginn nicht sehr groß waren. Jedoch fesselte mich die Geschichte schon nach wenigen Seiten und ich konnte mich kaum von dem Buch trennen. Obwohl die Geschichte als historischer Roman ausgeschrieben ist, gibt es in diesem Buch nicht viele "geschichtliche Passagen". Ich glaube, der einzige historische Aspekt besteht darin, dass die Geschichte zum Großteil im früheren Venedig spielt. Allerdings beschreibt de Fulvio die Umgebung seiner Protagonisten sehr genau und nimmt uns so mit auf eine wunderbare Reise durch Italien. 

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