Samstag, 10. Oktober 2015

GE(H)SCHAUT - POPSTARS 2015 Das Finale - FAZIT

Heute war also das groß angekündigte, aber letztendlich klein ausgefallene Finale der Neuauflage von POPSTARS. Warum ich diesen Artikel schreibe? Weil ich auf eine neue Girlband aufmerksam machen möchte, die viel Potenzial hat, aber erst einmal gehört werden muss...


Der Weg bis zum Finale... 

Anders wie bisher wurde den Zuschauern diesmal eine Vorauswahl der Mädchen präsentiert. Der erfahrene Castingshow Zuschauer konnte nun beobachten, nach welchen Kriterien die Kandidaten ausgewählt wurden. Es ging nicht darum, das "Gesamtpaket" gleich auf Anhieb zu finden. Den Jurorinnen waren Ausstrahlung, Natürlichkeit und Stimme am wichtigsten.

Ich habe die ersten drei Sendungen gebraucht, um mich an das neue Konzept zu gewöhnen. Ich konnte die Mädchen nicht auseinander halten. Nur wenige hoben sich aus der kleinen Menge hervor. Schön fand ich, dass wir die Mädchen wieder bei dem Erarbeiten neuer Songs zusehen durften und die Sendung nicht überwiegend von irgendwelchen Skandalen oder Zickereien getragen wurde. Allerdings trug auch das dazu bei, dass es dem ein oder anderen Zuschauer schnell langweilig wurde. Schließlich ist ja klar, dass jede der Mädchen in die Band kommen möchte. Sonst hätte sie sich ja wohl kaum bei POPSTARS beworben oder?

Erst als der große Konflikt um Einzelgängerin Timea die Runde machte, bekam ich ein besseres Bild von den Kandidatinnen. Hier positionierten sich Einzelne ganz klar und blieben mir so mit ihren Ansichten im Gedächtnis.

Zu Beginn hatte ich mich gefragt, ob es die Jury wohl schaffen würde, eine gute Konstellation für das Finale zusammenzustellen. Und ich muss sagen: Selten war ich so zufrieden mit einer finalen Besetzung. Einzig und allein ein Mädchen habe ich nicht in der Band gesehen.


Die Show 

Die Mädchen eröffneten den Abend mit dem Cover von Taylor Swifts "Shake it off". Ein wunderbares Opening. Das Lied machte gute Laune und versprach eine gute musikalische zweistündige Unterhaltung.
Nachdem die Quoten von POPSTARS weiterhin in Richtung Keller rauschten, wurde das Finale weder live, noch zur Primetime gesendet. Ich bin sehr froh, dass die Sendung nicht ganz abgesetzt werden musste. Obwohl ich eine Livesendung schön gefunden hätte, war ich insgeheim ganz froh, dass das Finale schon um 18:15 Uhr ausgetragen wurde. So wusste ich, dass mir am Abend noch genug Zeit bleiben würde, ein Fazit zu schreiben :-).

Collien Ulmen-Fernandez, ehemalige Moderatorin beim Musiksender VIVA, sollte durch den Abend führen. Ich habe mich gefreut, endlich mal wieder eine Sendung moderiert von ihr zu sehen. Ich gehöre noch zu der Generation, die Nachmittage, oder den ein oder anderen Abend vor dem Fernseher verbrachte, um sich Musikvideos anzuschauen.
An sich gefiel mir ihre Moderation gut. Sie führte gekonnt durch das Finale und brachte hier und da einen leicht zynisch, ironischen Kommentar, der mich aber zum schmunzeln brachte. Nur die ein oder andere Frage schien etwas fehl am Platz. Aber sie hat es geschafft, aus einer kleinen Veranstaltung etwas Großes zu machen und dem Zuschauer ein minimales Finale Feeling zu geben.

Auch musikalische Gäste sollten heute nicht fehlen. Sarah und Pietro Lombardi wurden als Backstage Reporter angekündigt. Jedoch gab es da nicht viel zu berichten. Zum Schluss kam es aber doch zu dem ein oder anderen kleinen Interview. Hier stelle Pietro, die berühmt berüchtigte peinliche Frage, wer denn das letzte Bandmitglied werden solle. Natürlich ist das die Standard Frage, die im Finale oft gestellt wird. Schwierig wird es aber, wenn Bandkolleginnen darauf antworten sollen. Sarah rettete die Situation gekonnt und ersparte Selina so eine Antwort. Übrigens: Pietro und Sarah arbeiten an einem neuen Album. Ihre "Nimmerland"- EP ist bereits erschienen. Hand aufs Herz: Wenn beide englische Lieder performen, gefallen sie mir besser. Dennoch bin ich gespannt, wie das neue Album aussehen wird.


Leandah

Nach und nach wurde ein Geheimnis nach dem anderen gelüftet. Vier Bandmitglieder sollten es werden. Der Bandname ist "Leandah" und die erste Entscheidung bestand darin, dass prompt das erste Bandmitglied gefunden wurde.

Zum Namen: Ich finde der Name klingt interessant. Er lässt musikalisch viel Spielraum offen. Die Lieder können sowohl deutsch- als auch englischsprachig sein. Auch was den Musikstil betrifft, sind erstmal keine Grenzen gesetzt. Und: Alle mal besser als Melouria! :-)

Die Konstellation: Es ist beinahe meine Traumkonstellation zustande gekommen. Ich finde die Besetzung passt wunderbar zusammen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Mädchen untereinander verstehen und auch Lust auf die gemeinsame Reise haben. Mit anderen Konstellationen hätte es wahrscheinlich mehr Konflikte und Startschwierigkeiten gegeben. Mit den Teamplayern Sabrina und Selina, die beim Halbfinale die Führung ihrer jeweiligen Gruppe übernommen haben, sehe ich viel Potenzial, dass sie aus der Band das bestmöglichste herausholen können.

Die Mitglieder... 

Alena: Alena ist mir von den Kandidatinnen als Erste im Gedächtnis geblieben. Das lag zum größten Teil an ihrem schwäbischen Dialekt. (Ja da erkennt man halt, wer aus dem "richtigen" Bundesland kommt :-) ). Natürlich konnte sie mich auch stimmlich sofort überzeugen. Unsicherheiten habe ich bei ihr nicht bemerkt. Außerdem: Sie ist 16 Jahre alt! Da kann man nicht so von heute auf morgen seine Persönlichkeit finden. Da ist man mittendrin sich selbst zu entdecken. Auch bei Leandah sticht Alena stimmlich positiv hervor. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ich bin sehr froh, dass sie es in die Band geschafft hat.

Patti: Patti hat eine sehr interessante Stimmfarbe mit großem Wiedererkennungswert. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie Mühe hat längere Töne halten zu können. Aber ich denke, dass ist etwas, woran man arbeiten kann. Außerdem habe ich das Gefühl, dass sie ziemlich lebendig ist. Und genau solche Leute braucht es für eine Band :-).
Was mich aber stört: Die Jury bemängelte, dass sie nicht genügend "Frau" ist. Ich finde ihr Stil hat mir am Anfang besser gefallen. Patti braucht für mich - genauso wenig wie die anderen Kandidaten - keine Tonnen von Schminke oder Meter hohe High Heels um aufzufallen. Bei einer Band geht es für mich um Stimme und Sympathie. Und nicht um Optik und Bühnenshow. Die Jury betonte, wie natürlich sie die aktuelle Besetzung finde. Ich hoffe, dass sich die Mädchen am Ende nicht selbst verlieren.

Selina: Mit Selina konnte ich zu Beginn nicht viel anfangen. Auch sie brachte musikalisch sehr viel Talent mit. Auf mich machte sie aber einen ernsten, verbissenen und verschlossenen Eindruck, was mit Sicherheit auch daran lag, dass die Unterstützung von der Heimat aus Sicht des Zuschauers erstmal aus blieb. Doch gerade in den letzten drei Sendungen wurde sie weicher. "Die Mauer" um sie herum war nun endlich eingerissen.

Sabrina: Bei Sabrina habe ich das Gefühl, dass sie richtig Lust auf das neue Abenteuer hat. Sie sprüht voller Ideen und voller Tatendrang, entwickelt neue Choreografien und schafft es die Führung der Gruppe zu übernehmen, ohne diese zu dominieren. Mir ist sie durch ihre Flexibilität und ihr großes Teamplay positiv aufgefallen.


Die Musik 

Anscheinend versucht Leandah erst einmal mit deutschsprachiger Musik die Charts zu erreichen. An diesem Abend performten sie nicht nur ein selbst erarbeitetes Lied, das mir aufgrund seines guten Arrangements im Gedächtnis blieb, sondern auch ihre erste Single: Tage wie Juwelen.
Aber hört selbst...


Leandah - Tage wie Juwelen 
Das Lied hat Ohrwurm Qualität. 
Ich finde den Text wunderschön und auch die Melodie gefällt mir richtig gut. Es ist wirklich frustrierend festzustellen, dass ich kein iTunes Guthaben mehr habe, um mir das Lied kaufen zu können :-). 

Die erste Single von Leandah macht mich sehr neugierig auf das was hoffentlich noch kommen mag. Aber mehr dazu im... 


Ausblick 

Leandah haben keinen einfachen Start. Der große Erfolg von POPSTARS 2015 ist aus geblieben. Schon kurz nach dem Finale hagelt es jede Menge böser Kommentare zur neuen Band. Ich hingegen freue mich einerseits total über die schöne Besetzung aber auch über die gelungene Single. 

Die letzten POPSTARS Bands konnten mich entweder musikalisch, oder menschlich nicht überzeugen. Bei Leandah passt endlich einmal wieder beides zusammen. Ich hoffe wirklich, dass trotz schlechter Quoten, Kommentare und Kritiken, der Band die Möglichkeit gegeben wird, etwas Eigenes zu erarbeiten und einen Stil zu finden, mit dem sie sich wohlfühlen. 

Kommentare:

  1. Hallo Emma,
    ich schreibe ja normalerweise keine ellenlange Kommentare bzw. schreibe eh selten welche, aber irgendwie fühle ich mich gerade verpflichtet mal etwas zu sagen zu diesem Thema:

    Mein größtes Problem bei Castingshows ist mittlerweile: heute da morgen früh weg. Das war bei DSDS letztes Jahr so, war bei Popstars vor ein paar Jahren auch so. Wer hat eigentlich letztes Jahr das Supertalent gewonnen? Doch worauf ich eigentlich hinaus will:
    Popstars hat es ganz schwer getroffen in diesem Jahr. Keine 300.000 Menschen haben die Folgen gegen Ende geschaut. Diese Band so leid es mir tut, wird vermutlich schneller verschwinden, als sie da war, denn ihr Problem ist: Ich sehe kein Alleinstellungsmerkmal. Klingt wie alle anderen auch. Kann sein, dass sie gut singen. steht außer Frage. Aber nicht besser wie andere auch. Auch die Menschlichkeit wird ihnen da nicht helfen, außer sie setzen sie ein und gehen in ein Flüchtlingsheim oder so singen. Wenn sie nicht aus der riesigen Masse herausstechen, .... dann ist meine Prognose genannt. So leid mir das tut.

    Liebe Grüße
    Jess :)

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    1. Guten "Morgen" :-),
      ich muss bei deinem Kommentar schmunzeln :-). Aber ich verrate jetzt nicht, auf welchen Nebensatz ich das jetzt beziehe.
      Ich denke auch, dass sie es schwer haben und es sehr stark damit zusammenhängt, wie viel sie nun gefördert werden. Du hast schon Recht. Wie heißt es so schön: Talent alleine reicht nicht.
      Ich hab halt immer die Hoffnung, dass sie im Musikbuisness doch auf irgendwelche Menschen treffen, die es gut mit ihnen meinen. Diesmal habe ich den Eindruck, dass s nicht darum ging, wieder ein schnelles Produkt auf den Markt zu schleudern, sondern man versucht hat, einen originellen Namen, eine gute Bandbesetzung und eine schöne Single zu finden. DIe letzten Popstars Sieger wurden mit einer billigen - entschuldige den Ausdruck aber es war wirklich so - Coverversion von einem Roxette Hit abgespeist. Da hat es mir diesmal besonders gut gefallen, dass die Kandidatinnen wieder einen "eigenen" Song bekommen haben. Ich bin sehr gespannt, was die Zeit bringt und wie viel wir wirklich noch von der Band hören werden.

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