Dienstag, 13. Oktober 2015

Das finstere Tal

(Bild von Ullstein
Steckbrief 

Name: Das finstere Tal (auch als Film erhältlich)
Autor: Thomas Willmann
Verlag: Ullstein Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Thriller lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Ullstein

"Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten. Eine dramatische Geschichte von Liebe und Hass, Schuld und Vergeltung nimmt ihren Lauf."


Meine Meinung 

Dieses Buch entdeckte ich beim großen Räumungsverkauf der Weltbild-Kette "Jokers". Es war also ein absoluter Zufall, dass mir der Roman in die Hände fiel. "Das finstere Tal" fiel mir aufgrund seines düster wirkenden Covers auf. Allerdings stelle ich fest, dass das im Internet gefundene Cover meinem Exemplar nicht ganz gleicht.
Der Klappentext machte mich ebenfalls neugierig auf die Geschichte: Was hatte der Fremde im Dorf verloren? Wie werden ihn die Dorfbewohner wieder los?

Allerdings bewies "Das finstere Tal" das aller Anfang schwer ist. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich in die Geschichte und den Schreibstil einzufinden. Der Grundkonflikt wurde zwar gut dargestellt, jedoch fragte ich mich, wo genau denn jetzt der Kick bestehe und wann es endlich zu den ersten merkwürdigen Situationen komme. Natürlich wurden hier und da Dinge angedeutet, jedoch war es mir zu wenig.
Doch nach den ersten 100 Seiten nahm der Roman dann urplötzlich an Fahrt auf. "Das finstere Tal" ändert beinahe buchstäblich seine Richtung.
Anfangs nimmt uns noch ein allwissender Erzähler mit auf die Reise. Er führt in die Rituale des Dorfes ein und beschreibt auch den Protagonisten Greider. Doch dann nimmt uns der allwissende Erzähler mit auf eine andere Reise: Nämlich, die einer Mutter, die mit ihrem Sohn eine neue Bleibe sucht.

Hier deute ich absichtlich die Verknüpfung zweier Handlungsstränge an, die den Spannungsbogen wahrhaftig anhob und mich förmlich an das Buch fesselte.
Nach den ersten 100 Seiten war ist dann zwar einiges an Spannung geboten, jedoch ist es für viele sicher ein Hindernis die ersten Seiten zu überstehen.

Thomas Wittmann hat einen schönen Schreibstil, der sich durch indirekte Rede kennzeichnet. Er arbeitet zudem mit vielen sprachlichen Bildern und baut seine Sätze über mehrere Zeilen hinweg aus. Demnach finden sich sehr wenige Dialoge in "Das Finstere Tal". Allerdings wird das Wesentliche der Geschichte sehr gut transportiert. Für mich war es zum einen wieder schön einen Roman zu lesen, der in diesem Stilmittel verfasst ist, zum anderen fand ich mich zu Beginn schwer in die Geschichte ein.

Meine Erwartungen an "Das finstere Tal" waren mittelmäßig. Ich hoffte, einen guten Thriller ergattert zu haben, in dem mich gut verstrickte Handlungsstränge erwarteten. Jedoch waren meine Erwartungen auch nicht übermäßig hoch. Schließlich muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mir der Autor nichts sagte.
Umso mehr wurden meine Erwartungen also übertroffen. "Das finstere Tal" ist mein Lesehighlight im August 2015.

Wer Thriller mag, die von heute auf morgen ihre Richtung ändern, sollte sich "Das finstere Tal" unbedingt genauer anschauen. Jedoch kann ich mich den Pressestimmen nicht ganz anschließen. Ich finde nicht, dass es sich hier um einen historischen Roman handelt, da mir, dank des kurzen Klappentextes, nicht ganz klar war, in welcher Zeit die Geschichte spielte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen