Montag, 14. September 2015

Ge(h)schaut - POPSTARS 2015 HEUTE UM 21:15 Uhr auf RTL II

Wer kennt sie nicht? Bands wie Bro'Sis, die No Angels, oder Monrose? Alle entstanden sie im Castingshow Format POPSTARS. Doch gerade die letzten Band Konstellationen konnten sich nicht wirklich auf dem Markt behaupten. Das war wahrscheinlich der Hauptgrund, weswegen die Castingshow auf unbestimmte Zeit aussetze.

Doch POPSTARS war immer eines meiner Lieblingsformate. Warum? Nicht Lästereien, tragische Biografien, oder die Kommentare der Juroren standen im Vordergrund, sondern die Kandidaten. Wir konnten sie dabei begleiten, wie sie sich nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich besser kennen lernen und herausfinden, mit wem sie sich eine Band vorstellen können und mit wem eben nicht.


Neue Aufmachung 

Die Überraschung war groß, als die durch Stefan Raab bekannt gewordene Firma "Brainpool" verkündete, eine neue Staffel von POPSTARS produzieren zu wollen.
Als Jurymitglieder wurden Stefanie Heinzmann, Bella Gracia und Miss Platnum engagiert. In dem Fall ist wohl Girlpower angesagt. Allerdings sollte die aktuelle Staffel von POPSTARS nicht, wie bisher, auf PRO7 über die Bildschirme laufen. Diesmal kehrte das Format zum Sender RTL II zurück.

Auch das Format ist anders. Während wir von Castingshows gewohnt sind, diese auch von Beginn an zu sehen und mitzubekommen, wie die Jury die Kandidatinnen auswählt, wurde uns diesmal eine Vorauswahl präsentiert. Bei einigen Kandidatinnen fragte ich mich, was sie in der Sendung zu suchen hatten. Ihre Art zu singen, konnte mich nicht wirklich begeistern. Dann gab es aber die berühmt berüchtigten Stimmen, die mich sofort begeistern konnten. Aber mehr dazu, weiter unten.

Bei POPSTARS 2015 wird diesmal auch mit anderen Stilmitteln gearbeitet. Man merkte gerade in den ersten drei Folgen, dass sich wohl "The Voice of Germany" zum Vorbild genommen wurde. Der Fokus beider Sendungen liegt auf der Musik. Auch die Kandidatinnen machten, trotz jungen Alters, einen erwachsenen Eindruck. In den ersten Folgen dominierten nicht irgendwelche Zickereien, sondern die Liebe zur Musik und der Wunsch sich weiterentwickeln zu wollen.

Ebenso fand ich schnell Gefallen an der Jury. Wer Popstars wegen Detlef D! schaute, kann in Bella Gracia eine würdige Nachfolgerin finden. Sie vermittelt klar, was sie sich von den Kandidatinnen wünscht, ohne diese beim Fitnesstraining zusammenbrüllen zu müssen.

Während bei den bisherigen POPSTARS Staffeln ein natürliches Produkt gesucht wurde, das man dann in ein Schema zwängen wollte, stehen dieses Jahr die Zeichen auf Natürlichkeit und Selbstbestimmung. Dies merkt man im Übrigen auch an der Auswahl der Kandidatinnen.


Meine Meinung 

POPSTARS gehörte unter anderem auch zu meinen Lieblingsmusiksendungen, weil ich wusste, dass das musikalische Niveau hoch ist. Außerdem mochte ich die Auftritte in Bands. Mir gefiel vor allem, dass hier nicht Solokünstler auf den Markt geschleudert, sondern Gruppen gesucht wurden.

Die Neuauflage von POPSTARS faszinierte mich zu Beginn, weil die Aufmachung einfach völlig anders war, als bei den bisherigen Staffeln. Allerdings musste ich nach und nach feststellen, dass ich die Namen und Gesichter der Kandidatinnen immer noch durcheinander würfelte und ich zu wenig mit ihnen verband. Beinah jede Kandidatin erklärte, dass Musik ihr großes Hobby sei, sie gerne in die Band kommen möchte und das sie froh sei, so viele neue Dinge in der Akademie zu lernen und gerne weiter ein Teil von POPSTARS sein möchte.

Ich stellte fest, dass mir das zu wenig war. Von bisherigen Staffeln war ich gewohnt, dass ich bei einer Top 20 Auswahl schon ein grobes Bild der Kandidatinnen hatte und wusste, wen ich gerne in der Band sehen möchte und wer eigentlich nach Hause fahren kann. Diesmal konnte ich nur 2-3 Kandidatinnen auf Anhieb wiedererkennen.

Doch dies änderte sich schlagartig in der dritten Folge der ehemals erfolgreichsten Castingshow. Hier stattete Sarah Connor den Finalistinnen einen Besuch ab, brachte nicht nur eigene Songs, sondern auch ihre Playlist mit, die in Gruppen gesungen werden sollte. Ab dieser Folge war ich wieder Feuer und Flamme!

Leider kommt POPSTARS 2015 sowohl in den Medien als auch beim Fernsehpublikum nicht gut an. Ich denke, dies liegt zum einen daran, dass sich die ersten beiden Folgen etwas "in die Länge" gezogen haben und man kein Gefühl für die Sängerinnen bekam. Zum anderen gibt es mittlerweile auch ein Überangebot an Castingshows. Wenn POPSTARS 2015 zu Ende geht, wird vielleicht schon parallel "Das Supertalent" oder gar "The Voice" anlaufen. Da ist die Frage "Warum ausgerechnet noch eine Castingshow?" wohl berechtigt.

Ich schaue mir solche Sendungen zum Großteil wegen der Musik an. Zum anderen auch, weil ich hoffe, eine potentiell gute neue Band zu entdecken. Beispielsweise kamen bei POPSTARS auch schon Bands zusammen, deren Mitglieder ich nicht nur mochte, sondern deren CDs sich auch in meinem Regal finden lassen.


TOP 5: Warum muss ich POPSTARS 2015 schauen? 

- wunderbare musikalische Unterhaltung
- ein gut begründetes, nachvollziehbares Jury Feedback
- liebenswerte Kandidatinnen
- eine schöne Kulisse
- Um einem neu aufgelegten Format eine Chance zu geben


In diesem Sinne... 

hoffe ich, euer Freund schaut das Montagsspiel der zweiten Liga nicht im eigenen Wohnzimmer und ihr habt die Möglichkeit um 21:15 Uhr einen kurzen Blick auf RTL II zu werfen.

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