Sonntag, 12. Juli 2015

Sunrise Avenue in Freiburg - Konzertbericht

Anfang Juli schaute die finnische Rockband Sunrise Avenue in Freiburg für ein Open-Air Konzert vorbei. Ich hatte die Möglichkeit, die Band das erste Mal live zu erleben und möchte euch daher von meinen Eindrücken berichten.

Da ich zu spät auf die Idee gekommen bin, mir einen Presseausweis zu besorgen, kann ich euch leider keine eigenen Aufnahmen präsentieren, sondern beschränke mich hier auf das Material das mir Youtube zur Verfügung stellt. (Hierbei bitte ich zu beachten, dass die Rechte natürlich nicht bei mir, sondern weiterhin bei der Band liegen).

Ich wünsche viel Spaß beim lesen und hören!

Daten und Fakten 

Wann: am 04.07.2015
Wo: Freiburg Open-Air Messplatz Gelände
Preis: 58 €
Programm: 
19:00 - 20:15 Uhr Carpark North (Vorband)
20:45 bis ca. 22:45 Uhr Sunrise Avenue.

Über die Band 

Die fünfköpfige Band besteht aktuell aus den Mitgliedern:
- Samu Haber (Gesang / Gitarre)
- Raul Ruutu (E-Bass, Hintergrundgesang)
- Sami Osala (Schlagzeug)
- Riku Rajamaa (Lead-Gitarre, Hintergrundgesang)
- Osmo Ikonen (Keyboard, Hintergrundgesang)

(Quelle: Wikipedia

Sunrise Avenue gründete sich 1992 und machte sich erst einmal in Skandinaviens Clubszene einen Namen. Um die Kosten für das erste eigene Album zu decken, verkaufte ein Freund der Band sein Haus um mit den Einnahmen eine eigene Produktionsfirma zu gründen. Mit dem Lied "Lifesaver" bedankt sich die Band bei dem gemeinsamen Freund.

Wer Sunrise Avenue bis dato noch nicht kannte, wurde spätestens nach Samu Habers Teilnahme als Coach bei der Castingshow "The Voice of Germany" auf die Gruppe aufmerksam.

Sunrise Avenue sind für mich schon seit Jahren nicht mehr aus der Musikwelt wegzudenken. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht wirklich zu den Hardcore Fans gehöre. Ich mag die Musik der Finnen, jedoch kannte ich bis vor ein paar Tagen noch nicht mal die Namen der gesamten Besetzung...

Mehr Links: 
Offizielle Homepage -> HIER
Sunrise Avenue bei
-> FACEBOOK
-> YOUTUBE 
-> UNIVERSAL


Der Countdown 

Als ich erfuhr, dass Sunrise Avenue ein Open-Air Konzert in Freiburg spielen sollte, dachte ich erst, man wolle mich auf den Arm nehmen. Schließlich war ich gewohnt, dass bekannte Künstler Städte wie Mannheim, Stuttgart oder mit viel Glück Karlsruhe aufsuchten. Freiburg wurde meist übergangen. Daher war schnell klar: Das musste ausgenutzt werden! Also legte ich mir ein halbes Jahr früher eine Konzertkarte zu und machte mich erfolgreich auf die Suche nach einer Begleitperson. (Allein auf ein Konzert? Für viele Blinde und Sehbehinderte kein Thema: Ich hingegen weiß, wo meine Grenzen liegen. Aber das Thema würde einen eigenen Bericht füllen, der ein andermal geschrieben werden wird).

Samstag morgen: 
Die Vorfreude steigt.
Ein Blick auf das Handy: Stressbarometer AKTIV - 100%.
Warum: Die Begleitperson sprang kurzfristig ab.
Also war Kreativität und Organisationstalent gefragt.
Zielsetzung des Vormittags: Ich will auf das verdammte Konzert!
Mein Motto: Wer sich zuerst meldet, malt zuerst.

Zum Glück konnte alles Notwendige an einem Vormittag abgeklärt werden.
Das Konzert konnte kommen.


Die Umgebung 

Am Samstag sollte einer der wärmsten Tage werden. Zuerst waren Gewitter angekündigt, doch bei einem Blick aus dem Fenster stand schnell fest: Mit Regen war heute wohl nicht zu rechnen. Super Voraussetzungen für ein Open-Air Konzert. Aufgrund der Hitze machten wir uns erst gegen Abend auf dem Weg zum Messegelände.

Da ich in Besitz eines Schwerbehindertenausweises bin, kamen meine Begleitung und ich in den Genuss, die Rollstuhlbühne / Behindertenbühne nutzen zu dürfen. Diese Bühne ist eine erhöhte Fläche mit - je nach Gelände - guter Sicht auf die Bühne. Diesmal hatten wir Glück und die Bühne war nicht fernab des Geschehens platziert, wie es beispielsweise bei dem ein oder anderen FEstivalgelände der Fall sein kann.


Die Vorband 

Meine Begleitperson und ich waren erst etwas irritiert als wir lasen, dass um 19:00 Uhr "Carpark North" auf dem Programm stand. Wir fragten uns beide, wo denn noch ein Parkplatz eröffnet werden solle, bis uns klar wurde, dass es sich hierbei wohl um die Vorband handelte, welche übrigens aus Dänemark stammt.

Der Leadsänger sprach das Publikum auf deutsch an, erklärte, dass seine Band das Land möge und sie hoffen, dass es zu ihrer zweiten Heimat werden solle. Was mich überraschte: Mir fiel zwar auf, dass der Leadsänger hier und da nach Worten suchen musste, allerdings hatte ich den Eindruck, dass er akzentfrei sprechen konnte.

Die ersten Lieder der Band waren mir etwas zu elektronisch angehaucht. Sänger Lau Hojen klang zwar gut, jedoch fesselten mich die ersten Songs nicht wirklich. Doch je weiter der Auftritt voran schritt, desto mehr wurde ich auf die Musik aufmerksam und dachte mir, dass die Gruppe doch gar nicht so schlecht ist.
Mein Favorit:



Carpark North - Save me 



Sunrise Avenue - Die Musik 

Sunrise Avenue betraten die Bühne dann gegen 20:45 Uhr. Allerdings war es nicht wirklich kühler und mir tat die Band schon etwas leid, weil sie sich nicht nur der südbadischen Hitze, sondern auch noch der hellen und flauschig warmen Lightshow aussetzen mussten.

Die Band eröffnete das Konzert mit...


"Funkytown" (Live aus Freiburg) 

Mit diesem Opening konnte sich die Band die geballte Aufmerksamkeit des Publikums sichern und es wurde schnell klar: Heute Abend gab es ein taffes Programm.

Während ich von vielen Konzerten gewohnt bin, dass Leadsänger inne halten und hier und da ein paar Geschichten erzählen, lieferte Sunrise Avenue einen Song nach dem anderen. Hier wurden nicht nur bekannte Lieder wie "Welcome to my life" oder "Nothing is over" gespielt. um dem Namen der Tour gerecht zu werden ("Fairytales - Best Of Tour 2015"), hatten sie auch ältere, dem breiten Publikum (oder zumindest mir) unbekannte Lieder im Gepäck. Ein paar dieser Songs möchte ich hier vorstellen:



"Little bit love" 
Was mir an dem Lied gefällt: Rhythmus, toller Text.
Zudem lädt das Lied wunderbar zum tanzen und mitsingen ein.



"I can break your heart" 
Was mir an dem Lied gefällt: 
Ich finde das Intro einfach nur genial. 



Stormy End 
Normalerweise bin ich kein Balladen Fan. 
Doch an "Stormy End" habe ich Gefallen gefunden. 
Warum? Wenn ich das so genau wüsste :-). 
Vielleicht lag es u.a. an der Live Atmosphäre...? 


Und zu guter letzt, nicht, dass ihr noch wahnsinnig werdet, bei den ganzen Liveaufnahmen :-), möchte ich euch noch meine beiden Lieblingslieder der Band präsentieren. 




"Hollywood Hills" 
Frontmann Samu Haber hat in einem Interview des Pro7 "Star" Magazins "red!" die Entstehungsgeschichte des Songs erzählt. 
Die Plattenfirma habe ihn nach Hollywood geschickt, 
damit er einen neuen Hit schreibe. Ihm war klar, wenn er ohne Ideen zurückkäme, wäre die internationale Karriere der Band vorbei gewesen. Doch Kreativität kann eben nicht erzwungen werden und so verstrich seine Zeit in Hollywood. An seinem letzten Abend machte er sich schon darauf gefasst, dass es nun mit der Karriere der Band vorbei sei. Und dann kamen ihm die ersten Zeilen des Liedes "Hollywood Hills". 
Was mir an dem Lied gefällt: Es beginnt ruhig und nimmt kontinuierlich an Fahrt auf. Auch hier findet sich ein gelungenes Zusammenspiel von Rhythmus, Melodie und Text. 



"Fairytales gone bad" 
(Der Klassiker :-) ). 
Ich habe es der Singstar PopHits CD zu verdanken, dass ich dieses Lied mittlerweile auswendig kann :-). 
Mit "Fairytales gone bad" haben Sunrise Avenue ihr Open Air Konzert in Freiburg beendet. Eine wunderschöne Zugabe, wie ich finde. 

Die Stimmung 

Zitat Samu Haber: "It's so so hot." (Ein paar Sätze zur Hitze sagt er auch in einem oben verlinkten Video). 

In einem Artikel der Badischen Zeitung wird die Interaktion mit dem Publikum bemängelt. Ich hatte ebenfalls den Eindruck, dass der Frontmann Samu Haber nicht ganz so gesprächig ist, wie man ihn sonst kennt. Allerdings verbuche ich das unter "Anstrengungen der Hitze". 
Auch das Publikum war hier und da etwas zurückhaltend. Schließlich müssen die Kräfte gut eingeteilt und verwaltet werden, damit genügend Ressourcen übrig waren, um bei den Lieblingshits Gas geben zu können. 

Auf unserer kleinen separaten Bühne war die Stimmung sehr lebendig. Es war ein wirklich angenehmes Miteinander. Jeder genoss das Konzert, sammelte fleißig Erinnerungsfotos / Videos oder sog einfach nur die Musik in sich auf und wünschte sich, dass der Abend am besten eine Weile andauern sollte. 


Fazit 

Vollauf glücklich und zufrieden! Noch mehrere Tage nach dem Konzert war die "Repeat" Taste meines inneren CD Players betätigt und ich summte den ein oder anderen Hit des Abends. Ich erzählte beinahe jedem, egal ob er es hören wollte, oder nicht, wo und wie ich meinen Samstagabend verbracht hatte.
Das Zusammenspiel aus guter Musik, Gesang und dem Gefühl schöne Momente mit vielen Menschen zu teilen, kamen hier zusammen.

Auch das Preis - Leistungsverhältnis finde ich hier vollkommen gerechtfertigt. Natürlich waren die Konzertkarten keinesfalls günstig. Aber dafür bekamen wir auch ein geniales Liveprogramm mit abwechslungsreicher Musik geboten. 
Wer also die Möglichkeit hat, die Finnen live zu sehen, sollte das schnellstmöglich tun. 

Kommentare:

  1. Liebe Emma,
    ganz gespannt habe ich auf deinen Konzertbericht gewartet, nun darf ich ihn lesen.
    Wow, was für ein tolles Erlebnis. Bei mir ist es schon ein paar Jährchen her, dass ich SA live auf einem Open Air (übrigens zusammen mit Revolverheld, Milow, Maria Mena und Reamonn) erleben durfte. Die Finnen haben uns damals, zusätzlich zur sommerlichen Hitze, ordentlich eingeheizt, ganz besonders natürlich SAMU. Heieiei, was für ein Kerl!
    Es freut mich riesig, dass du so viel Spaß hattest und das Konzert in vollen Zügen genießen konntest. In deine ausgewählten Songs höre ich gern mal rein.
    Danke dass du uns an deinen Erlebnissen hast teilhaben lassen! Ein toller Bericht!
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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    1. Aaaah!
      Du machst mir Angst. Während ich dein Wochengeblubber kommentiere, tummelst du dich bei mir herum und kommentierst ebenfalls fleißig :-).
      Es freut mich wahnsinnig, dass dir der Konzertbericht gefällt. Mir ist es schon schwer gefallen, ohne Musikkentnisse Emotionen zu beschreiben. Bei Büchern kann man sich ja zumindest auf den Inhalt beziehen. Jetzt bin ich sehr beruhigt, dass meine Begeisterung in dem Bericht deutlich wurde.
      Revolverheld waren dieses Jahr auch in Freiburg. Leider habe ich das zu spät mitbekommen, da wäre ich auch gerne hingegangen. Ich glaube ich fang jetzt schon mal an auf den nächsten Konzertsommer zu sparen.

      viele Grüße und bis spätestens kommenden Sonntag
      Emma

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