Sonntag, 3. Mai 2015

Biografie des Monats - Die weiße Massai

Bild von hörspiel3
Steckbrief

Name: Die weiße Massai (auch als BuchFilm erhältlich)
Autor: Corinne Hofmann
Verlag: Luebbe Audio
Geeignet für: Menschen, die sich für die afrikanische Kultur interessieren, oder gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: Gehört, als Hörbuch
Sprecher: Sandra Nedeleff, Corinne Hofmann
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext


(Klappentext von Buchhandlung Rombach)


"In ihrem ersten Buch »Die weiße Massai« erzählt Corinne Hofmann die Geschichte ihres vierjährigen Aufenthalts im Norden Kenias. Auf einer Urlaubsreise begegnet sie dem Samburu-Krieger Lketinga und verliebt sich in ihn. Sie entschließt sich bei ihm zu leben, verlässt ihren Lebensgefährten und zieht in den kenianischen Busch. Nach ihrer Heirat mit Lketinga wird ihre gemeinsame Tochter Napirai geboren und scheint das Glück der beiden zu krönen. Das Alltagsleben im Samburu-Land verläuft jedoch nicht ohne Probleme. Lebensbedrohende Krankheiten, Hungersnot und schließlich nicht mehr überbrückbare kulturelle Konflikte machen dem Paar schwer zu schaffen. Nach vier Jahren des Zusammenlebens, in denen die Autorin »Himmel und Hölle« erfährt, kehrt Corinne Hofmann nach Europa zurück."


Meine Meinung 

Eine ehemalige Klassenkameradin von mir interessiert sich sehr für die afrikanische Kultur. Sie hatte uns einmal den Roman "Die weiße Massai" der Auftakt zu einem Vierteiler, vorgestellt. Damals fand ich die Geschichte zwar interessant, kam aber nicht dazu, sie zu hören. Erst zwei Jahre später habe ich mir das Hörbuch doch einmal angehört.

Ich fand die Autobiografie von Corinne Hofmann, die ihr altes, sicheres Leben für die große Liebe aufgibt und in den afrikanischen Busch zieht, wirklich beeindruckend. Für Corinne bedeutet es, all das Materielle, angefangen bei Haushaltsdingen, wie Waschmaschinen, bis hin zu Telefonen, zurückzulassen und ein Leben in der Natur zu beginnen.

Es ist aber nicht alles so einfach, wie gedacht. Die Verständigung mit ihrem neuen Lebensgefährten
Lketinga gestaltet sich als schwierig,da sie die afrikanische Sprache nicht beherrscht und die beiden auch mit der englischen Sprache schnell an die kommunikativen Grenzen stoßen. Außerdem kommen große kulturelle Unterschiede hinzu: Bei den Massai haben Frauen nicht viel zu sagen. Weiße frauen werden besonders misstrauisch beäugt. Lketingas Mutter vertraut Corinne später an, dass sie Angst hatte mit Corinne käme Ärger in die Familie. Corinne ist das Leben im Busch nicht gewöhnt. Schnell verliert sie an Gewicht, oder steckt sich mit lebensgefährlichen Krankheiten an. Doch sie bleibt standhaft: Sie möchte, trotz der großen Schwierigkeiten bleiben und ihr Leben mit Lketinga verbringen. 

Nun kommen wir einmal zum Aufbau des Hörbuchs. Die Geschichte ist mit den ein oder anderen afrikanischen Melodien unterlegt. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte neutral gelesen wird, sodass der Leser einen objektiven Eindruck bekommt und nicht Betonungen, die einen Stil genauer ausführen, in die Irre geführt wird.

Die Geschichte wurde ab und an durch Zusammenfassungen von der Autorin selbst, abgekürzt. Hier fand ich es schön, dass ihr Schweizer Dialekt noch gut rauszuhören war.
Von Autoren, oder berühmten Personen, die ihre Biografien entweder alleine, oder mit journalistischer, "professioneller" Hilfe schreiben, sind spannende Geschichten und gut aufgebaute Bücher gewohnt. Corinne Hofmanns Schreibstil ist zwar spannend zu lesen, jedoch scheint er im Vergleich mit anderen Biografien eher harmlos. Allerdings kann Hofmann durch ihre authentischen Erzählungen, beginnend bei ihren Beobachtungen, wie die Samburu, 
Lketingas Stamm, mit ihr umgehen, bis hin zu den neuen Lebensumständen, wunderbar punkten. Gerade diese Erzählungen in Kombination mit dem schlichten Schreibstil sorgen dafür, dass ich das Hörbuch kaum aus der Hand legen konnte.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir der erste Band zu Corinne Hofmanns Biografie wirklich gut gefallen hat. Schön fand ich, dass der Leser nicht im Ungewissen gelassen und ein erster Abschnitt ihrer Biografie mit diesem Buch abgeschlossen wurde.

Hinweis zur Hörbuchverlinkung: Ich habe eine veralterte Version von dem Luebbe Audio Verlag gehört. Allerdings habe ich bei amazon eine wohl ungekürzte Fassung des hörverlags gefunden und dachte, dass ich somit lieber auf die neuere Version verlinke.

Weitere Bücher 

Zurück aus Afrika gelesen von Anna Thalbach (gekürzte Ausgabe)

Corinne hält es nicht mehr aus. Ihre Tochter ist zwar geboren und der Souvenirladen läuft auch ganz gut, aber ihr Ehemann wird immer eifersüchtiger. Er unterstellt Corinne Affären und verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Für sie steht fest: Sie braucht Abstand. Und so macht sie sich eines Tages mit ihrer Tochter Napirai auf den Weg zurück in die Schweiz. Schnell muss sie feststellen, dass sich mittlerweile viele Dinge verändert haben...

In diesem Buch wird Corinnes Ankommen in der "Konsumgesellschaft" geschildert. Eine Menge Eindrücke stürzen auf sie ein und ihr wird klar, wie sehr sie das westliche Leben vermisst hat. Anna Thalbach liest die Geschichte rund um Corinnes Rückkehr und die neuen Probleme, wie beispielsweise, die Tatsache, dass sie nun alleinerziehende Mutter ist, deren Ersparnisse mittlerweile aufgebraucht sind, wirklich gut. Während das erste Buch eher objektiv gelesen wurde, versucht Thalbach hier den verschiedenen Charakteren ein Gesicht zu geben.

Schön finde ich, dass Corinne ihre afrikanische Familie trotzdem nicht vergisst. Für sie steht schnell fest, dass sie sich ein Leben in Afrika nicht mehr vorstellen kann. Den Kontakt zu ihrer Familie bricht sie aber trotzdem nicht ab. James, der jüngere Bruder ihres Ehemannes, hat eine Schule besucht und kann daher als einziger lesen und schreiben. Er hält den Briefkontakt zu Corinne und informiert diese über die aktuellen Geschehnisse.

Wiedersehen in Barsaloi gesprochen von Claudia Schmidt

Corinne hat mittlerweile ihre erste Autobiografie "Die weiße Massai" veröffentlicht. Die Dreharbeiten für die Verfilmung haben bereits begonnen. Da machte sie sich mit ihrem Verleger und einem kleinen Team auf nach Afrika. Sie möchte nicht nur dem Filmset einen Besuch abstatten, sondern endlich ihre Familie wiedersehen.

Hier erzählt Corinne von ihren Eindrücken. Barsaloi hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Das Dorf ist größer geworden und auch die Wohnhütten haben sich verändert. Die Räumlichkeiten sind größer geworden und manche Hütten sind jetzt sogar mit kleinen separaten, einfach eingerichteten Badezimmern ausgestattet. So muss nicht mehr der "Busch" aufgesucht werden, wenn man einmal zur Toilette muss.Mittlerweile wimmelt es in Corinnes früherem Heimatdorf nur so von Läden. Damals war sie die erste, die einen Lebensmittelladen gründete.

Mittlerweile hat Corinne Hofmann noch weitere Bücher über ihre Erlebnisse mit ihrer Samburu Familie veröffentlicht. Ich konnte aber feststellen, dass mich der dritte Band nicht mehr wirklich gefesselt hat.
Ich habe mich dafür interessiert, wie es ihr in Afrika ergeht und wie sie mit der fremden Kultur klarkommt. Auch ihre Rückkehr in die Zivilisation fand ich interessant. Hier wurde jeweils von neuen Eindrücken berichtet. Jedoch haben mich die Berichte von dem Wiedersehen in Barsaloi nur begrenzt gefesselt. Ich fand es zwar interessant zu hören, wie sich das Land und die Leute verändert haben, jedoch habe ich das Buch bis heute nicht zu Ende gehört.

Allerdings möchte ich dem ein oder anderen Kulturinteressierten diese Bücherreihe trotzdem ans Herz legen.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

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