Mittwoch, 6. Mai 2015

Crush

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Steckbrief 

Name: Crush (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Sandra Brown
Verlag: blanvalet
Geeignet für: Menschen, die gerne Thriller lesen, bzw. Sandra-Brown Fans
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 2 von 5 Punkten



Buchinfo

(Beschreibung von blanvalet

"Atemlose Spannung, raffinierte Abgründe und knisternde Sinnlichkeit!

Ausgerechnet die angesehene Ärztin Rennie Newton ist als Geschworene für den Freispruch des Profikillers Lozada verantwortlich. Jetzt aber steht sie selbst unter Mordverdacht. Hat Rennie tatsächlichen einen Mord in Auftrag gegeben – oder tötet Lozada aus eigenem Antrieb für die Frau, die er vergöttert? Nur ein Mensch vertraut Rennie noch: der vom Dienst suspendierte Polizist Wick Threadgrill. Wick ahnt jedoch nicht, wie viele Geheimnisse Rennie tatsächlich zu verbergen hat …"


Meine Meinung 

"Crush" habe ich für ein anderes Buch eingetauscht. Der Klappentext klang auch nach einem spannenden, subtilen Thriller. Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass mich die Geschichte leider überhaupt nicht überzeugen konnte.

Der Klappentext fasst den Inhalt des Buches gut zusammen. Schon nach den ersten Seiten ist die Rahmenhandlung geklärt. Und danach passiert inhaltlich sehr lange nichts. Sandra Brown füllt viele Seiten mit ausschweifenden Beschreibungen aus. Sie erzählt die Geschichte zwar aus mehreren Perspektiven, diese haben aber nicht zur Spannung beigetragen, sondern eher dazu geführt, dass ich ungeduldiger und aggressiver wurde. Warum?

Ich versuche es anhand des folgenden sprachlichen Bildes zu beschreiben: Bei guten Thrillern merkt man nicht, wenn der Autor mit einem Stück Sahnetorte um einen herumschleicht. Man ahnt, dass es vielleicht bald ein Stückchen geben wird, freut sich darauf ahnt, aber nicht, um welchen Kuchen es sich handelt.
Hier hingegen wedelte Sandra Brown mit dem Stück Sahnetorte förmlich vor meinem Gesicht herum und rief: "Greif zu!". Doch immer, wenn ich es mir nehmen wollte, lächelte sie und sagte: "Nö, noch nicht!".
Das sorgte bei mir irgendwann dafür, dass ich mir dachte: "Na, die Torte kann ich mir auch selber machen."

Um den Bogen zur Literatur zu bekommen: Handlungsstränge wurden plump angedeutet, aber nicht weiter vertieft, sodass ich irgendwann nur noch wissen wollte, welches Ende mich bei "Crush", erwartet.

Zudem hatte ich auch Mühe mich in den Schreibstil von Brown einzufinden. Neben den teils ausschweifenden Beschreibungen, die an manchen Stellen durchaus passend waren, kamen auch haufenweise Dialoge vor, die ich mehr überflog. Hier wurden beispielsweise Themen, wie was es zu essen geben solle, oder ob das Mahl geschmeckt habe, erörtert, oder die angedeutete Handlung wiedergekäut. Nur wenige Dialoge brachten mich zum schmunzeln.

Einen großen Pluspunkt bekommt die Autorin aber aufgrund des Hauptcharakters. Protagonist Wick gehört zu einem der Hauptgründe weswegen ich den Roman nicht abgebrochen habe. Er wird größtenteils sehr authentisch dargestellt. Zudem ist seine Zerrissenheit, einerseits einen Mörder zu fangen, der mehr mit ihm zu tun hat, als man glaubt, andererseits der Wunsch die Vergangenheit endlich loslassen und in die Zukunft blicken zu können, sehr gut auf den Punkt gebracht.

Nachdem die Geschichte sehr lange überhaupt nicht voran kam, stieg der Spannungsbogen nach etwa 180-200 Seiten plötzlich an, flachte aber sehr schnell wieder ab, da hier nicht alle Charaktere gut ausgearbeitet waren. Profikiller Lozada prahlt geradezu damit, dass er alles über seine Opfer weiß. Allerdings ahnt er nicht, wo das Geheimversteck der Gejagten liegt, was aus meiner Sicht sehr unrealistisch erscheint, da er diese über das ganze Buch hinweg observiert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mir definitiv mehr von diesem Roman erhofft hätte. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass dies einfach zum Stil von Sandra Brown gehört.
Wer also nach dieser Rezension Interesse an "Crush", haben sollte, kann mir gerne eine Mail (EmmaZecka@gmx.de) schreiben, ich möchte dem Buch sehr gerne ein neues Zuhause geben.

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