Donnerstag, 1. Januar 2015

Ge(h)dacht - Lies mich, like mich, lieb mich

Anmerkung: Neues Jahr, neue Rubrik. "Emma denkt" feiert in den Ge(h)Schichten Premiere. Über die Ernsthaftigkeit des Beitrages kann gestritten werden.


Lies mich, like mich, lieb mich

Ein satirisch provokativer Bericht über den scheinbaren Blogger Alltag.

Wer träumt nicht davon? Eine Schar von Lesern, jede Menge Kommentare und dazu noch interessante Diskussionen über die eigenen Beiträge, Rezensionen, oder Erlebnisse? Eine Unterhaltung, wie im echten Leben nur eben über social media? Aber Austausch ist Austausch!

Doch in Wirklichkeit hält der harte Kampf um die Gunst der Leser nun auch im World Wide Web ein. Während sich schon Juroren verschiedenster Castingshows mit mäßig begabten, oder teils talentierten Menschen herumschlagen (müssen), die alle die große Bühne (oft vergeblich) suchen, findet dieser, manche mögen ihn als „Machtkampf“ bezeichnen, auch schon im kleinen Rahmen statt.

Man lockt mit Gewinnspielen, Challenges, oder Aktionen, wie Schreibmarathons, Veranstaltungsberichten, angepriesenen Interviews, a la Emma fragt (als ob das irgendwen interessieren würde, was eine Emma nun schon wieder wissen will) oder jährlichen Adventskalendern.
Ziel ist es: ein möglichst großes Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Getarnt wird das Ganze unter dem Decknamen: „Interesse und Austausch“. Gedealt wird aber mit den Gedanken: „Ich les dich, du liest mich!“. „Ich schenk dir den nach oben gestreckten Daumen, du teilst mich mit deinen Freunden“.

„Dein Blog ist soooo toll! Schau doch mal bei mir vorbei! Ich veranstalte gerade eine Fantasy Lesewoche“. Daran, dass Fantasy auf dem angeworbenen Blog gar nicht gelesen wird und die wahllos dahingeschriebene Werbung unter einen völlig anderen Beitrag gestellt wurde, denkt der liebe Kommentator gar nicht. Aber der Auftrag ist erfüllt: Die Aktion wurde publik gemacht und dazu noch verlinkt. Ist ja nicht so wichtig, dass das eigentliche Thema des Beitrags geflissentlich übersehen oder gar ignoriert wurde. Hier und da wird das absichtliche Werben der eigenen Aktionen vorab angekündigt, oder entschuldigt.

Doch was tun, gegen den Kampf um Aufmerksamkeit, Follower, Likes und Klicks? Mitkämpfen oder sich geschlagen geben? Nun das bleibt jedem selbst überlassen. Schließlich gibt es neben Schwarz und Weiß, Kämpfen oder nicht kämpfen auch verschiedene Arten des Kampfes.

Von vielen favorisiert wird die, wie oben bereits geschrieben, direkte und aktive Art. Doch wer sich auf waschechte Kriegsführung versteht, kämpft mit subtilen, passiven Waffen. Im Klartext: So tun als wär’s mir egal und damit die „Indies“ der Szene heranlocken, ködern, einfangen und fesseln. Denn wer steht nicht auf Autonomie, Selbstbestimmung und eigene Beiträge a la im Stil: „Ich bestimme, was ich poste und nicht mein Publikum“.

Wer keinen Bock auf Kämpfe, Krieg und Zickereien hat, sollte sich dennoch fragen: Für wen blogge ich? Für die breite Masse, die Welt, oder für mich? Zum Spaß und der Freude? Als alleiniges Hobby? Was möchte ich mit dem virtuellen Buch erreichen?

Im Jahr 2015 sind meine Prioritäten neu überdacht. Ich möchte schreiben. Von Rezensionen, über Erfahrungsberichten, bis hin zu übertriebenen teils satirischen Beiträgen wie diesen hier. Im Vordergrund steht die Weiterentwicklung das Verbessern, Erkennen und Vorankommen, oder das Entdecken der eigenen Kreativität. Wer es lesen möchte, ist herzlich eingeladen vorbeizuschauen, sich mitzuteilen. Mein Ziel fürs neue Jahr: Wer mitliest ist wunderbar, wem’s nicht behagt hat abgesagt.


In diesem Sinne

... euch ein frohes neues Jahr 2015
Eure Vorsätze...?

Kommentare:

  1. Hallo Emma,

    ein wundervoller Satirischer Beitrag ist dir hier gelungen, der mich wirklich zum schmunzeln brachte und doch sehr viel Wahrheit enthält. Tolle Kombination :) Vorallen aber da du eben durchaus recht hast. Der Kampf artet auf mancher Seite wirklich aus und nicht alle Bloggs sind gerne auf dieses freundliche Miteinander aus. Aber genauso gut gibt es auch solche, mit denen man eben nett hin und her schreiben kann, sich auf Komis freut, aber eben auch nicht jeden Beitrag gleich bespringen muss. :)
    So ist das doch am schönsten. :)

    Tintengrüße von der Ruby

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    1. Hey,
      es freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. Mir war es besonders wichtig, dass ich auch mich "aufs Korn" (heißt das so?( nehme und nicht "nur" die anderen "satirisch an die Wand stelle".
      Der Titel spukt mir schon seit einigen Monaten im Kopf herum, ich bin daher froh, dass ich den Beitrag geschrieben habe :-).

      Ich finde die virtuellen Plattformen wie z.B. die ganzen Facebook Gruppen zwar echt toll um andere Leseratten kennen zu lernen, ich versuche aber das Ziel zu verfolgen, die Freundschaften / Bekanntschaften auch ins reale Leben zu übertragen.

      MIt meinen ersten beiden Blogprojekten bin ich quasi einige Krisen durchgegangen, wie z.B. "Warum schaut niemand bei mir vorbei?" "Warum funktioniert das nicht so wie ICH will?". Viel Verbissenheit stand im Raum, weswegen ich mir dann die Frage gestellt habe, was ich eigentlich wirklich will :-).

      Ich hoffe du hattest einen guten Start ins neue Jahr.
      viele Grüße
      Emma

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