Samstag, 8. November 2014

Brief an mein Leben

Bild von
 
lovelybooks
Steckbrief

Name: Brief an mein Leben (auch als Hörbuch erhältlich)
Autor: Miriam Meckel
Verlag: rowohlt Verlag
Geeignet für: Menschen, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: gelesen
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Buchhandlung Rombach)

"Wenn der Körper die Notbremse zieht

Eine erfolgreiche Frau klappt zusammen. Die Kommunikationsexpertin ist Professorin an der Universität, gefragte Gesprächspartnerin der Medien, sie hält Vorträge, berät Unternehmen - und dann passiert ihr genau das, wovor Miriam Meckel selbst immer gewarnt hat: Während sie wieder mal eine Flut geschäftlicher und privater E-Mails beantwortet und nebenher den Koffer packt - was braucht sie, um auf der Konferenz zu reden, zu joggen und mit Freunden zu feiern? -, zieht ihr Körper die Notbremse. Nichts geht mehr. Die Diagnose: Burnout. In einer Klinik im Allgäu beginnt sie, einen «Brief an mein Leben» zu schreiben. Darin setzt sie sich tastend und suchend damit auseinander, wovon sie sich so lange mit Arbeit und Aktionismus abgelenkt hat. Präzise analysiert sie ihre Gefühle, stößt auf alte Wunden und macht deutlich, was geschieht, wenn wir ständig unterwegs sind und permanent kommunizieren, aber nicht mehr sagen können, was uns glücklich macht. Miriam Meckels Geschichte berührt und rüttelt auf. Noch nie hat jemand, der so aufs Reden und Kommunizieren spezialisiert ist, so offen über das eigene Verstummen und die persönlichen Erfahrungen mit einem Burnout gesprochen - und darüber, wie man mit ihm umgehen, ihn überwinden kann."


3 Positive Fakten zum Buch 

Gestaltung: Das Buch hat mich aufgrund seines Einbandes angesprochen. Hier ist die Autorin Miriam Meckel zu sehen. Zudem sticht der Titel der Biografie "Brief an mein Leben" ins Auge und macht neugierig darauf, was in diesem Brief so steht.
Auch der Klappentext, indem aufgeklärt wurde, dass die Autorin an Burnout erkrankt ist, hat mein Interesse geweckt. Ich wollte unbedingt wissen, ob und wie sie es geschafft hat, die Krankheit hinter sich zu lassen.

Inhalt / Schreibstil:
Miriam Meckel bedient sich hier verschiedener Erzählperspektiven. Zum einen berichtet sie von der Gegenwart, wie sie in ihrem Zimmer sitzt, über sich und das Leben nachdenkt, zum anderen rollt sie die Geschichte auch von hinten auf. Gerade Biografien, die solche Stilmittel aufgreifen, gefallen mir sehr gut, weil der Inhalt hier nicht einfach nur "heruntergeschrieben" wird.

Zudem gefällt mir, dass sie immer wieder auf Gespräche und Situationen von Mitpatienten eingeht. So bekommt der Leser einen Eindruck, wie es ihr geht und welche Gesprächsthemen es zwischen den Patienten gibt. Sehr gut gefallen hat mir, dass sie auch von der ein oder anderen Gruppentherapiesitzung berichtet. Ich habe schon ein paar Biografien von Menschen mit einer psychischen Erkrankung gelesen, jedoch hat noch nie jemand konkret darüber berichtet, was in den Therapiesitzungen passiert.

Sehr gut und wahrscheinlich unabsichtlich gelungen finde ich, dass wir sehr viel zwischen den Zeilen über die Autorin erfahren.


Negative Fakten 

Meine Kritikpunkte setzen sich aus den Bereichen:
- Spannung
- Schreibstil
zusammen und vermischen sich hier auch stark miteinander.

Ich hatte den Eindruck, dass es Miriam Meckel sehr schwer fällt, über ihre Erfahrungen zu berichten, was aber auch verständlich ist. Sie war beruflich erfolgreich, viel unterwegs und sehr gefragt. Ich weiß nicht, ob ich an ihrer Stelle den Mut gehabt hätte, mit den Erfahrungen über das Burnout an die Öffentlichkeit zu gehen.

Inhaltlich hatte ich das Gefühl, dass sie sich oft "hinter ihrem Schreibstil" versteckt. Miriam Meckel hat schon wissenschaftliche Texte verfasst, hat als Dozentin gearbeitet. Wissenschaftliche Texte zu schreiben, ist für sie also kein Neuland. Jedoch wurden in die Biografie viele Statistiken und Kritik an der heutigen Art zu leben eingebaut. Zum einen hat mir die Thematisierung gut gefallen, zum anderen wurden mir die Statistiken teilweise zu viel und ich habe hier und da einen Abschnitt übersprungen, um schneller "zum Menschen Miriam Meckel" zurückkehren zu können.

Schön finde ich, dass ihr selbst auffällt, dass sie sich hinter der Wissenschaft versteckt.


Gesamteindruck

Das Buch habe ich mit gemischten Gefühlen beendet. Zum einen finde ich es, wie schon erwähnt, mutig, wenn Menschen über ihre Erkrankung berichten, zum anderen hatte ich hier und da Probleme mit der Aufmachung der Biografie.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen