Freitag, 31. Oktober 2014

Aufgabe 1 - Charaktervorstellung: Tagebucheintrag

Aufgabe 1 bestand daraus seinen Charakter in Form:
- eines Interviews
- eines allwissenden Erzählers
- oder eines Tagebucheintrages
vorzustellen.

Heute möchte ich Claires Tagebucheintrag mit euch teilen. Viel korrigiert habe ich nicht. Ich hoffe es spricht den ein oder anderen von euch an :-).

CLAIRES TAGEBUCHEINTRAG




Liebe Miff-,

nein ganz ehrlich: Heute ist der Tag an dem du einen neuen Namen bekommst. Wir haben schon lange genug darauf gewartet. Da ich morgen meine Haft – äh ich meine - meinen Ferienaufenthalt auf einem anderen Hof – antreten werde, hatte ich mir eigentlich überlegt, dir so einen typischen Pferdenamen zu geben, obwohl ich noch nicht mal weiß, und seit einer Woche jeden Abend bete, ob, oder dass es dort keine Pferde gibt. Du siehst, ich schweife schon wieder ab. Es ist also noch alles beim alten. Heute ist mir aufgefallen, dass wir eine Art Selbstreflektion über die Ferien machen sollen. Es ist für eine Art Forschungsobjekt. Die meinen doch nicht wirklich, dass ich da mitmache? Für wie bekloppt halten sie mich eigentlich? Dumm nur, dass der Bogen wahrscheinlich benotet wird. Da komme ich also nicht drum rum. Also fangen wir doch gleich mal an:

1. Beschreiben Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Pah! Als ob! Hm... Ich habe es bisher ganz gut geschafft, mir viel Zeit und Raum zu verschaffen, mich aus den wesentlichen Dingen rund um den Hof herauszuhalten. Ich will das Ding später ja nicht übernehmen. Das könnte wohl als gute Eigenschaft gewertet werden.

Wenn ich nicht aufpasse, denke ich den halben Tag über das Leben nach und schreibe meine Gedanken während der anderen Tageshälfte auf. Man könnte es als Tagträumerei beschreiben, ich nenne das hochphilosophisch. Früher war ich viel unterwegs und habe mich des Lebens gefreut. Heute genieße ich die Ruhe und die Natur.

2. Beobachten Sie Ihr Umfeld: Wie agieren Sie in Ihrer Umgebung? Wie reagiert Ihre Umgebung auf Sie?

Naja... wie ich letzte Woche beim Familienfrühstück erfahren habe, denkt meine Familie, dass ich faul bin und mich nicht für meine Umgebung interessiere. Ich stelle leider für mich fest, dass meine Vorstellungen von einem schönen Leben und die meiner Familie in völlig unterschiedliche Richtungen gehen. Was soll man da anderes tun, außer resignieren?

Nun bleibt noch die Frage zu klären, wie ich in meiner Umgebung „agiere“. Wer zum Teufel hat sich diese Fragen eigentlich ausgedacht?

Die Schulzeit hat mich gelehrt möglichst unauffällig, unsichtbar zu erscheinen. Nach den neusten Ereignissen zu urteilen „Ferienaufenthalt zur Neufindung auf einem anderen Hof“, hat sich dieses Verhalten wohl auch auf den Privatbereich ausgelebt.

Ich weiß auch nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll. Jeglicher Protest ist zwecklos, das weiß ich, wenn ich meiner Cousine im Flur begegne oder meine Eltern streiten höre.

3. Welche Ziele und Vorstellungen haben Sie von Ihrem weiteren Lebensweg?

Das sind so breit gefächerte Fragen. Da könnte man jetzt Romane dazu schreiben, oder man beendet es in einem Satz. Ich wünsche mir einen Ort, an dem ich so sein kann, wie ich bin und nicht ständig nach links und rechts schauen muss...

Ach Mi-, verdammt du hast immer noch keinen neuen Namen. Dieser Selbstreflektionsbogen wird von mir bei einem schönen Lagerfeuer verbrannt. Da kannst du Gift drauf nehmen.

Jetzt packe ich erst einmal meine restlichen Sachen. Zum Glück konnte ich meine Eltern überreden alleine zum Hof zu fahren. Das wäre ja noch schöner, wenn sie mir weinend hinterher blicken. Dann würde das Ferienlagerklischee wohl vollends erfüllt.

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