Montag, 1. September 2014

Noah

Bild von Luebbe Audio
Steckbrief 

Name: Noah (auch als Buch erhältlich)

Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Lübbe Audio
Geeignet für: Menschen, die gerne Thriller lesen, Fitzek-Fans,
Gelesen oder gehört: gehört, als gekürzte und autorisierte Hörbuchfassung
Sprecher: Simon Jäger
Bewertung: 4 von 5 Punkten


Klappentext

(Klappentext von: "Noah" von Sebastian Fitzek, erschienen im Lübbe Audio Verlag)

"Zur Geburt Jesu Christi lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es sieben Milliarden. Wie viel ist zu viel?


Sie wissen nicht, wer Sie sind.

Sie wissen nicht, was Sie in der Stadt wollen, in der Sie sich gerade befinden.
Sie wissen nicht, warum Sie auf der Straße leben.
Sie wissen nicht, warum in Ihrer Schulter, eine frische Schusswunde verheilt.
Sie wissen nur: Jemand wollte Sie töten!
Und Sie wissen auch: Er wird es wieder versuchen.
Weil Sie ein Geheimnis in sich tragen, von dem das Schicksal der gesamten Welt abhängt.
Werden Sie sich erinnern, bevor es zu spät ist?"


Meine Meinung

Ein Roman der polarisiert!


Sebastian Fitzeks letzter Roman "Der Nachtwandler" konnte mich nicht wirklich begeistern. Zwar war die Geschichte interessant, der Schreibstil war auch lebendig, allerdings hatte ich das Gefühl, dass sich seine Bücher nach ähnlichen Mustern abspielten.

Umso gespannter war ich, als ich von "Projekt Noah" hörte, einem Roman, der ganz anders sein sollte, als die bisherigen Bücher. Und tatsächlich: Noah hat es in sich und polarisiert!

Sebastian Fitzek hat sich hier an einem klassischen Thriller versucht. Unser Protagonist Noah findet sich auf der Straße Berlins wieder und hat keine Ahnung, wie er dort hin gekommen ist, oder wie sich seine verheilende Schusswunde erklärt. Als er dann auf einem Bahnhof eine Zeitungsannorce sieht, in der nach einem Maler gesucht wird, hat er das Gefühl seiner Vergangenheit einen Schritt näher zu kommen. Verwirrend ist nur: Die Ausschreibung stammt von einer Zeitung in den USA...


Was den Roman "Noah" betrifft, bin ich hin- und hergerissen. Einerseits finde ich die These: "Wie viel ist zu viel?" sehr interessant. In dem Roman wird das Konsumverhalten unserer Geselschaft kritisiert. Es wird eine tödliche Theorie entwickelt, wie sich das schnellstmgölich ändern könnte... Die Frage, wie wir unseren Planet retten können und wie viel ein Menschenleben wirklich wert ist, liegen hier sehr eng beieinander.

Sebastian Fitzek hat diese Thesen auch sehr gut in dem Roman herausgearbeitet. Auch hat er sich hier wieder mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die diesmal sogar über verschiedene Kontinente führen, probiert und ich kann sagen: Das Verstricken verschiedener Stränge ist ihm auch diesmal wieder hevorragend gelungen.

Andererseits war mir "Noah" stellenweise zu Verschwörungstheorien belastet. Die Grundidee des Romanes ist interessant, keine Frage. Aber mir wurde die Hetzjagd, die schließlich ausbricht, stellenweise etwas zu wild und beinahe haarsträubend.

Entfernt hat mich "Noah" auch an einen Roman erinnert: Und zwar an Wolfgang Herrndorfs Roman "Sand", indem sich ebenfals zu Beginn der Geschichte ein Protagonist ohne Gedächtnis aber mit einer verheilenden Wunde mitten in der Wüste wiederfindet.

Stilistisch hat mich Simon Jäger mit der Lesung wieder einmal überzeugt. Er schafft es Sebastian Fitzeks spannend geschriebene Romane lebendig werden zu lassen. Besonders gefallen hat mir diesmal seine Imitation des Berliner Dialekts, der in Form eines genervten Taxifahrers und einem Verkäufers zur Geltung kommt.

Kennzeichnend für Lübbe Produktionen sind auch die "Melodien" jeweils am Anfang und / oder Ende jeder CD. Die Melodie bei "Noah" hat etwas Gefährliches, Bedrohliches ausgestrahlt, was sehr gut zu dem Roman gepasst hat.

Etwas schmunzeln musste ich auch, nachdem ich den Roman dann zu Ende gelesen hatte. Ich konnte feststellen, dass Sebastian Fitzek doch an einigen Merkmalen, wie beispielsweise männlichen Protagonisten, die an Gedächtnisverlust leiden, oder der Tatsache, dass wichtige Szenen in einer psychiatrischen Klinik spielen, festhält.


Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Noah" seinen Zweck auf jeden Fall erfüllt hat. Die Lektüre ist spannend und regt einem zum Nachdenken an. Wer also mal etwas völlig Anderes von Sebastian Fitzek lesen möchte, tätigt mit "Noah" gewiss keinen Fehlkauf.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits veröffentlicht

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