Freitag, 22. August 2014

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

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der hörverlag
Steckbrief

Name: Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (auch als Buch erhältlich)
Autor: Alex Capus
Verlag: der Hörverlag
Geeignet für: Menschen, die sich für Abenteuerromane interessieren und Geschichten mit verstrickter Handlung mögen
Gelesen oder gehört: gehört in vollständiger Fassung
Sprecher: Ulrich Noethen
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten


Klappentext

(aus: "Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer" von Alex Capus, erschienen im Hörverlag, Buchvorlage von Hanser)


"Ein schillerndes Mosaik von drei wahren Helden wider Willen.

Der pazifistische Jüngling Felix Bloch studiert Atomphysik bei Heisenberg, flüchtet 1933 in die USA und gerät nach Los Alamos, wo er Robert Oppenheimer beim Bau der Atombombe helfen soll. Die rebellische Musikantentochter Laura D'Orlano muss erkennen, dass ihr das große Talent für die Karriere als Sängerin fehlt. Bei Kriegsausbruch geht sie als Spionin für die Allierten nach Italien, ohne zu bemerken, dass Mussolinis Leute ihr auf Schritt und Tritt folgen. Der Kunststudent Emile Gillieron reist mit Schliemann nach Troja, zeichnet Vasen und restauriert Fresken, fertigt Reproduktionen an - und stellt bald fest, dass es von der Kopie zur nicht deklarierten Fälschung nur ein kleiner Schritt ist. Nur einmal können die drei einander begegnet sein: Im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich, wo die Geschichte einsetzt. Danach führen ihre Wege auseinander und bleiben doch auf eigentümliche Weise miteinander verbunden."


Meine Meinung 

Auf das Hörbuch aufmerksam geworden, bin ich zuerst durch die DZB, eine Hörbücherei für blinde und sehbehinderte Menschen. Als mich das Herbstprogramm des Hörverlages erreichte, war ich aus dem Häusschen als ich gesehen habe, dass der Roman ins Programm aufgenommen und auch noch von Ulrich Noethen gelesen, wurde.

Ulrich Noethen macht seine Sache als Sprecher hervorragend. Er passt wie die Faust aufs Auge zu der Geschichte. Dank ihm konnte ich mir die Szenerie, wie beispielsweise Laura, deren Lieblingsplatz auf fZugreisen das Treppchen außen am Waggong ist, oder Felix Bloch, der lange nicht weiß, was er will, oder des Fälschers Emile, der in der Fremde doch eine neue Heimat findet, bildhaft vorstellen.
Zudem hat er genau das richtige Lesetempo. Er liest weder zu langsam noch zu schnell. An den richtigen Stellen schafft er es die Spannung und Ironie zu transportieren. Seine Lesung untermalt den Schreibstil der Geschichte, auf den ich im weiteren Text noch eingehen werde, wunderbar.

Inhaltlich sind die Handlungsstränge sehr gut und interessant aufgebaut. Ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht immer den Klappentext des Romans vorher durchlesen. So wurde mein Interesse für einige Charaktere erst während der Geschichte richtig geweckt. Hatte ich den Namen Felix Bloch nicht schon irgendwo gehört? Gab es Oppenheimer nicht auch "in Echt"? Google musste herhalten, Wikipedia lieferte die Antwort. Und so begann ich mich zu fragen: An welcher Stelle fängt gute Recherche an, wo setzt die Fiktion ein.
Schön finde ich, dass der Roman an der gemeinsamen Schnittstelle der Charaktere beginnt. Allerdings habe ich insgeheim darauf gewartet und zugleich gehofft, dass sie sich noch einmal begegnen werden. Die Parallele, der züricher Bahnhof, war mir etwas zu abstrakt.
Allerdings finde ich, dass sich Alex Capus wunderbar in die realen Charaktere hineinversetzt hat. Ich konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzen und konnte nachvollziehen, warum sie wie reagieren.

Der Spannungsbogen der Geschichte war sehr gut aufgebaut. Als Laura ihren Beruf von der Hutverkäuferin hin zur Spionin wechselte, saß ich auf Kohlen. Würde sie den Krieg unbeschadet überleben? Als es allerdings zu den physikalischen Bloch Abschnitten kam, ließ meine Konzentration an der ein oder anderen Stelle etwas nach. Schön fand ich, dass die Welt der Physik in Grenzen gehalten und dem Leser nur das wirklich Wichtige mitgeteilt wurde.

Der Schreibstil der Geschichte hat mich schon nach den ersten Minuten gefesselt. Nun hatte ich wieder ein Buch, welches sich durch seine indirekte Rede und den schön geschriebenen ausgeschmückten Schreibstil auszeichnet. Hier und da gab es aber auch einige sachlich geschriebene Abschnitte. Wer wissen wollte, wie sich die Charaktere fühlen, musste zwischen den Zeilen lesen. Außerdem schien der Erzähler der Geschichte allwissend.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir "Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer" sehr gut gefallen hat, weil die Geschichte sehr schön transportiert wurde. Wer also ein Stück Geschichte gut literarisch verpackt erleben will, sollte sich unbedingt dem Hörbuch widmen.


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* Dieses Hörbuch wurde mir von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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