Sonntag, 17. Juni 2018

Never will I ever TAG mit emion

Guten Morgen Buchlinge,

emion und ich haben uns wieder einen neuen TAG vorgeknöpft. Und zwar den Never will I ever-TAG. Wir haben uns etwas gehen lassen und eine Stunde lang über die Fragen geredet. Ich kündige zwar an, dass ich den TAG vermutlich teile, habe mich aber doch dagegen entschieden.
Das heißt, ihr habt jetzt eine schöne XXL Podcast Folge von uns.

Wenn ihr den Podcast direkt bei YouTube anhören wollt dann klickt doch einfach HIER.

Wir wünschen euch viel Spaß beim hören und sind gespannt auf eure Antworten!


Der TAG 



Inhaltsverzeichnis 
00:00:00 Min: Herzlich Willkommen
00:01:20 Min: Frage 1
00:07:32 Min: Frage 2
00:25:32 Min: Frage 3
00:35:03 Min: Frage 4
00:42:15 Min: Frage 5
00:47:13 Min: Frage 6
01:03:50 Min: Frage 7
01:08:30 Min: Frage 8


Die Fragen und Bücher im Überblick

1) Niemals werde ich es shippen

Emma
Miss you von Kate Eberlen

emion: 
Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan
Gegen das Sommerlicht von Melissa Marr


2) Niemals werde ich dieses Ende vergessen

Emma: 
Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes 
Sand von Wolfgang Herrndorf 
Löcher von Luis Sachar 

emion: 
Harry Potter von JK Rowling
Lunar-Chroniken von Marissa Meyer
Artemis Fowl von Eoin Colfer
Die Tribute von Panem von Suzanne Collins


3) Niemals werde ich ueber diesen Tod hinweg kommen

Emma: 
Stadt der Diebe von David Benioff 
Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag 
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie von Lauren Oliver 

emion: 
Onyx (Chroniken vom Anbeginn) von John Stephens
Harry Potter von JK Rowling
Eine für vier - Für immer und ewig von Ann Brashares
Abby Lynn - Verraten und verfolgt von Rainer M. Schröder
Qualityland von Marc-Uwe Kling


4) Niemals werde ich aufhoeren, wegen diesem Buch zu weinen

Emma: 
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken von John Green 

emion: 
Onyx von John Stephens
Harry Potter von JK Rowling
Maya und Domenico von Susanne Wittpennig
Eine für vier - für immer und ewig von Ann Brashares

5) Niemals werde ich dieses Buch lesen

Emma und emion: 
Fifty Shades of Grey

Emma: 
Feuchtgebiete 
die meisten Frauenromane 
Bücher aus dem Genre Horror


6) Niemals werde ich aufhoeren, dieses Buch zu feiern

Emma: 
Ein Mann namens Ove von Fredrik Backmann 
Was wir dachten, was wir taten von Lea-Lina Oppermann 
Die neapolitanische Saga von Elena Ferrante 
Die Moortochter von Karen Dionne 

emion: 
Harry Potter von JK Rowling
Die Chroniken vom Anbeginn von John Stephens
Die Raven-Cycle-Reihe von Maggie Stiefvater
Die Lunar-Chroniken von Marissa Meyer
Echte Feen, falsche Prinzen von Janette Rallison


7) Niemals werde ich dieses Buch verleihen

Emma: 
Schreibratgeber 
Das Handbuch für Autorinnen und Autoren 

emion: 
Meine Bibel


8) Niemals werde ich aufhoeren, diese Leute zu taggen

Emma: 
Anka: https://bit.ly/1JYcjFH
Ever: https://bit.ly/2gEK1I2
Martin: https://bit.ly/2gIv6J4
Kathrin: https://bit.ly/2MwdmBD

emion: Die restlichen Mitglieder des Ge(h)folges


Und Du? 

Natürlich interessiert uns auch, was Du von den Fragen hältst. Wie sehen Deine Antworten aus? 

Freitag, 15. Juni 2018

Per Anhalter durch die Galaxis



Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Per Anhalter durch die Galaxis (auch als Buch, Film erhältlich)
Autor: Douglas Adams
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Fans von Sciene-Fiction, Marc-Uwe Kling und Menschen, die abgedrehte Geschichten mögen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Christian Ulmen
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag) 

"Es hätte so ein schöner Tag werden können – bis Arthur Dent feststellt, dass sein Haus abgerissen werden soll. Macht aber eigentlich nichts, weil kurz darauf auch die Erde gesprengt wird, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen. Diesem Schicksal kann Dent gerade noch entgehen – dank seines außerirdischen Freundes Ford Prefect und des intergalaktischen Weltreiseführers.
Vom Babelfisch bis zu den Vogonen, vom Pangalaktischen Donnergurgler bis zur drittschlechtesten Dichtkunst des Universums: Christian Ulmen verwebt in seiner fulminanten Lesung alle Details des Anhalters zu einem wahrhaft kosmischen Hörvergnügen!"


Meine Meinung 

Gestaltung
Schon nach den ersten Minuten war ich sehr angetan von Christian Ulmens Interpretation der Geschichte. Der Einstieg in den Schreibstil fiel mir etwas schwer, weil Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis mit ein paar Schachtelsätzen beginnt. Und Christian Ulmen hat sich der Herausforderung gestellt, die sperrigen Sätze entwirrt und lebendig in die Geschichte integriert. Zudem muss ich gestehen, dass mich Ulmens Interpretation sehr an Marc-Uwe Klings Livelesungen der Känguru-Trilogie erinnerte. Allerdings lag das auch an der ähnlichen Handlung. Darauf werde ich im Laufe der Rezension noch weiter eingehen. Jedenfalls war die Ähnlichkeit definitiv kein Nachteil.
Christian Ulmen liest alles andere als schlicht. Erst einmal legt er eine gute Lesegeschwindigkeit an den Tag, die aber nicht zu schnell ist, sondern zur Geschichte passt. Dann setzt er alles daran, den Charakteren durch seine Interpretation Leben einzuhauchen und die Charaktereigenschaften dadurch hervorzuheben. Unser Protagonist Arthur klingt beispielsweise schlecht gelaunt, während sein Freund Ford eine Stimme mit einem Hauch Naivität bekommt. Und zuletzt warten auch noch tierische Herausforderungen auf den Schauspieler...

Per Anhalter durch die Galaxis wurde ursprünglich als Hörspiel entwickelt. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass der Hörverlag auch eine Hörbuch Version von dem Klassiker geschaffen hat. Ich höre zwar viele Hörbücher, aber es gibt nur selten eine Geschichte, die ich ganz klar in Hörbuch Form bevorzuge. Per Anhalter durch die Galaxis gehört mit Sicherheit dazu. Wenn es allein um die Produktion geht, steht das Hörbuch auf der Liste der potentiellen Jahreshighlights relativ weit oben.

Inhalt
Die Geschichte ist unglaublich ... chaotisch. Zu Beginn von Per Anhalter durch die Galaxis lernen wir Arthur kennen, dessen Haus abgerissen werden soll. Doch relativ schnell stellt sich heraus, dass die Erde auch dran glauben muss. Glücklicherweise wird Arthur von seinem Freund Ford vor der Verdunstung, dem sicheren Tod, gerettet. Ford ist einer der Autoren des Reiseführers Per Anhalter durch die Galaxis. Und aus diesem Grund stattete er der Erde einen Besuch ab.

Es dauerte ziemlich lange, bis die zentralen Themen der Geschichte wirklich herausgearbeitet wurden. Das liegt hauptsächlich daran, dass Douglas Adams ständig Brüche in seine Handlung einbaut. Eine Szene ändert sich durch einen intergalaktischen Zufall und etwas völlig Unvorhergesehenes passiert. Einerseits war dieses Element für mich zu Beginn ziemlich unterhaltsam und eine willkommene Abwechslung. Andererseits ging mir das Stilmittel zeitweise auch ziemlich auf die Nerven und ich wünschte mir, dass der Autor etwas Handlung aufbaut und unsere Charaktere nicht von der einen in die nächste Szene stolpern lässt.
Nach und nach wird ein leicht blasser roter Faden sichtbar. Nämlich die Frage nach dem großen Warum. Wer sind wir? Und wo kommen wir her?
Ein zentrales Thema ist ebenso die Frage, wie das Universum entstanden ist. Und Douglas Adams versucht dieser Frage mit viel Witz und skurriler Handlung auf den Grund zu gehen.
Außerdem lernen wir mehrere Charaktere kennen, die nicht direkt mit unseren beiden Protagonisten Arthur und Ford in Kontakt stehen. Diese eingeschobenen Handlungsstränge sind aber in sich abgeschlossen und werden nicht weiter ausgebaut.

Kommen wir nun zu unseren Hauptcharakteren Arthur und Ford. Auch hier bin ich etwas hin- und her gerissen, weil mich die Eigenschaften unserer Protagonisten durchweg an die Känguru Chroniken erinnerten. Und so wurde für mich einfach mehr als deutlich, von wem Marc-Uwe Kling seine Inspirationen bekommen hat.
Arthur ist natürlich tief getroffen: Erst wird sein Haus abgerissen. Dann muss er auch den Verlust seines Planeten hinnehmen. Er wirkt daher sehr deprimiert, launisch und ist quasi der Vorfahre von Marc-Uwe.
Ford stammt von einem anderen Planeten und saß 15 Jahre lang auf der Erde fest. Natürlich freut er sich, dass er jetzt endlich wieder andere Planeten für sich entdecken darf. An sich ist Ford sehr interessiert an seiner Umwelt. Leider fällt ihm die Kommunikation mit Arthur etwas schwer. Denn er weiß nicht, was Ironie ist. Und er hat ziemlich schräge Lösungsstrategien, die mich an das Känguru aus den Känguru Chroniken erinnert haben. Nur, dass das Känguru genau wusste, was es tat und Ford seine Lösungsvorschläge absolut ernst meinte und nicht damit gerechnet hat, dass man was gegen seine Ideen haben könnte.

Aufgrund der chaotischen Handlung sind Arthur und Ford zu Beginn der Geschichte größtenteils damit beschäftigt, auf die Umwelt zu reagieren. Ford gewinnt nach und nach die Orientierung zurück, beginnt Konflikte zu lösen und sich darum zu kümmern, dass er und Arthur irgendwie in der Galaxis voran kommen.

Beide Charaktere empfand ich als sehr einfach gestrickt. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass nur bestimmte Facetten für die Geschichte benötigt wurden und die Handlung als solche schon bunt genug ist. Da es sich hier um den Auftakt einer Reihe handelte, kann es gut sein, dass die verschiedenen Eigenschaften der Charaktere in den Folgebänden noch besser zur Geltung kommen. Über die Beziehung zwischen Ford und Arthur kann nicht viel gesagt werden, da die Beziehungsebene nicht im Mittelpunkt der Handlung steht. Ford ist bemüht, Arthur in die Galaxis einzuführen und empfiehlt ihm daher den Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis. Zudem versucht er Arthur aus brenzligen Situationen zu retten. Daraus lässt sich schließen, dass ihm etwas an seinem Freund liegt. Arthur hingegen ist viel mit sich selbst beschäftigt.

Spannung
Da der Roman sehr viele Brüche in der Handlung aufweist und sich die Geschichte durch eine Verkettung von Zufällen ständig ändert, gab es aus meiner Sicht keinen klaren Spannungsaufbau. Erst gegen Ende gibt es eine gefährliche Situation aus der unsere Charaktere entkommen müssen. Aber da die Handlung zuvor schon so schräg war - und ich zudem wusste, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelte - konnte ich hier nur bedingt mitfiebern, fand den Höhepunkt von Per Anhalter durch die Galaxis aber sehr unterhaltsam. 

Schreibstil
Wenn ich das Buch gelesen hätte, hätten die ersten Sätze der Geschichte vermutlich dafür gesorgt, dass ich das Abenteuer vorzeitig beendet hätte. Douglas Adams irritierte mich mit seinen Schachtelsätzen. Am Ende des Satzes hatte ich schon wieder vergessen, wie der Satz begann. Christian Ulmen glich die Schreibstil-Problematik für mich aber ziemlich gut aus und half mir so die Anfangszeit der Geschichte zu überstehen.
Nach der Anfangszeit konnte mich der Schreibstil von Douglas Adams aber für sich begeistern. Ich mochte besonders die schrägen Dialoge, die nicht immer wirklich Sinn ergaben, was mir hier aber nicht viel ausmachte. Außerdem empfand ich es als sehr angenehm, dass Douglas Adams den Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis nutzt, um in sein Universum einzuführen. Zu Beginn jeden neues Kapitels wird nämlich eine kleine Einheit aus dem Lexikon dargestellt.

Gesamteindruck
Ich wusste zu Beginn nicht viel über Per Anhalter durch die Galaxis. Ich konnte mich dunkel daran erinnern, dass ich vor Jahren mal die Verfilmung gesehen hatte und diese ebenfalls sehr chaotisch wirkte.

Nach meiner letzten Lektüre war Per Anhalter durch die Galaxis eine willkommene Ablenkung. Die Geschichte ist zwar verrückt und chaotisch, bringt aber auch viel Witz und Kreativität mit. Einen kleinen Dämpfer bekam die Geschichte für mich, als ich die Parallelen zu Marc-Uwe Klings Känguru-Reihe erkannte. Beide Bücher - also sowohl der Anhalter als auch das Känguru - haben Stärken und können gut ohne den jeweils anderen bestehen. Aber es hatte für mich etwas den Ein-Geheimnis-gelüftet-Effekt. So als hätte ich das Geheimrezept eines Autors erkannt.

Zusammenfassend rate ich euch, euch von der Geschichte treiben zu lassen und nicht nach Logik, Handlung und roten Fäden Ausschau zu halten. Und natürlich empfehle ich euch die Hörbuch Lesung mit Christian Ulmen.

-------------------------------------------------------------------

* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. 

Mittwoch, 13. Juni 2018

Six of Crows


eine Rezension von Isona

Name: Six of Crows
Autor: Leigh Bardugo
Verlag: Henry Holt
Geeignet für: Fantasy-Leser ab etwa 15 Jahren
Gelesen oder gehört: gelesen auf Englisch
Bewertung: 5 von 5 Punkten



Englischer Klappentext 

(Klappentext von Macmillan publishers)

"Ketterdam: a bustling hub of international trade where anything can be had for the right price - and no one knows that better than criminal prodigy Kaz Brekker. Kaz is offered a chance at a deadly heist that could make him rich beyond his wildest dreams. But he can’t pull it off alone ...
A convict with a thirst for revenge.
A sharpshooter who can’t walk away from a wager.
A runaway with a privileged past.
A spy known as the Wraith.
A Heartrender using her magic to survive the slums.
A thief with a gift for unlikely escapes.

Six dangerous outcasts. One impossible heist. Kaz’s crew is the only thing that might stand between the world and destruction - if they don’t kill each other first."

Deutscher Klappentext: 

(aus Buchhandlung Rombach)

"Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission

Der Nr.-1-Bestseller aus den USA - Leigh Bardugos temporeiche Saga über den tollkühnsten Coup der Fantasy-Geschichte

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …

Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …"


Meine Meinung:

Lest. Dieses. Buch. Ganz ehrlich! :D
Diesmal habe ich es nicht aus der Uni (auch wenn ich es auf Englisch gelesen habe), sondern von der lieben Sandra, die meinte, das wäre SO GUT (und sie hatte Recht!).

Der Geschichte steht wohl die Grisha-Reihe voran, die man aber (so wie ich) nicht gelesen haben muss, um die Welt, die Charaktere (es sind ohnehin andere) und das Geschehen verstehen zu können.

Da der deutsche Klappentext SEHR irreführend ist (ich würde ihn ja weglassen, aber Emma packt ihn trotzdem immer wieder rein), füge ich noch eine eigene kleine Inhaltsangabe ein, damit ihr nicht mit falschen Vorstellungen an das Buch rangeht.

Kaz Brekker, Anführer der Dregs und eine der ruchlosesten Gestalten in Ketterdam, stellt eine Crew zusammen mit den tödlichsten Gestalten der Slums, um eine scheinbar unmögliche Mission zu erfüllen. Die Figuren sind so unterschiedlich, wie sie nur sein könnten, und genau deshalb hassen und lieben sie sich alle gleichzeitig. Die tödliche Spionin Inej, der Scharfschütze Jesper, die Grisha Nina, der Hexenjäger Matthias und das Söhnchen aus reichem Hause Wylan. Die Figuren sind eindeutig das Beste an der ganzen Geschichte; Leigh Bardugo hat ihnen so viel Leben eingehaucht, dass man gar nicht anders kann, als mit ihnen mitzulachen und mitzufiebern, und am Ende will man sie gar nicht mehr gehen lassen.

Zu Beginn kamen mir alle Charaktere ziemlich alt vor und ich hatte mir Mühe vor Augen zu halten, dass sie erst 17 sind. In den weiteren Kapiteln, in denen alle tiefer eingeführt werden und wir mehr über ihre Vergangenheit erfahren, hatte ich dann keine Probleme mehr.

Die Kapitel werden jeweils aus Sicht eines Charakters erzählt, was die Spannung noch erhöht, da man sehr oft noch lange im Dunkeln gelassen wird oder ein Kapitel mit einem Cliffhanger endet und es dann bei einer anderen Figur weitergeht. Gleichzeitig sind sie nicht zu lang und haben oft auch mehrere Absätze, was sehr praktisch ist für die Leute, die - wie ich – nicht einfach irgendwo mittendrin aufhören können zu lesen.

Die Atmosphären der unterschiedlichen Handlungsorte sind faszinierend gut eingefangen und lassen einen das Geschehen hautnah miterleben.

Das Cover ist hübsch designed und ich liebe die Schrift, die auch in den Kapitelüberschriften verwendet wird. Kleiner Spoiler hierzu: Es kommen keine Krähen in dem Sinne vor. :D

Leigh Bardugo hat einen wunderbaren Stil zu Erzählen, Emotionen darzustellen und und den Leser mit Witz, Charme und einer Menge Spannung zu fesseln.

Ich muss euch warnen, das Buch macht süchtig und ihr werdet danach unbedingt Teil 2 lesen wollen.

Und hier ein paar meiner Lieblingszitate (ich kann es nicht lassen, aber ich versuche mich zurückzuhalten :D)

»Prepared to hear the sound of certain doom?«, he asked.
»You’ve never heard my father mad.« (Seite 363)
»What is he doing?«, asked Matthias.
»Performing an ancient Zemeni ritual«, Kaz said.
»Really?«
»No.«
(Seite 290)

Nina nodded slowly. »Ice Court, remember? Impossible heist? Near death? Three million kruge waiting for you in Ketterdam?«
Kaz blinked and his eyes ceared. »Four million.«
»I thought that might bring you around.«
(Seite 416)

»If any of you survive, make sure I have an open casket«, Jesper said as he hefted two slender coils of rope over his shoulder und signaled for Wylan to follow him across the roof. »The world deserves a few more moments with this face.« (Seite 332)

»We’re not going through the embassy«, said Kaz. »Always hit where the mark isn’t looking.«
»Who’s Mark?«, asked Wylan.
(Seite 126)

This is it, Inej thought. She’d shoved, and now the boulder was rolling down the hill. Who knew what damage it might do and what might be built on the rubble? (Seite 335 f.)


Montag, 11. Juni 2018

Romanfiguren in die Bredouille bringen




Hallo Buchlinge,

heute erzähle ich euch von meiner Lieblingsveranstaltung der Frankfurter Buchmesse 2017. Und zwar hielt der Lektor Sebastian Pirling einen Vortrag zum Thema: Konflikte! Wie Sie Ihre Romanfiguren so richtig in die Bredouille bringen!

Da ich zu diesem Zeitpunkt mitten in der Überarbeitung meines Romanes steckte und mich bezogen auf einen Charakter fragte, wie es mit ihm weitergehen sollte, erhoffte ich mir hier, wichtige Antworten auf einige Fragen zu bekommen.


Über Sebastian Pirling 

Sebastian Pirling lebt in München und arbeitet als Lektor im Heyne Verlag. Dort landen Bücher zu den Genres Sciene-Fiction, Fantasy und Jugendbuch auf seinem Schreibtisch.
Außerdem arbeitet er als Redakteur für Die Zukunft.

Quellen: 
Die Zukunft
RandomHouse


Über die Veranstaltung 

Sebastian Pirling führt anhand verschiedener Filmbeispiele durch den Vortrag.

Was ist ein richtiger Konflikt? 
Erst einmal muss erarbeitet werden, was überhaupt ein richtiger Konflikt ist. Hier erklärt Pirling, dass die Figuren einer Geschichte nur so stark sind, wie die Kräfte, gegen die sie kämpfen müssen.
Wir kommen also zu Sebastian Pirlings erstem Beispiel, das mit einer gesellschaftlichen Frage verknüpft ist: Soll man sich um Menschen mit Behinderung kümmern?
Diese Frage allein, bietet zwar Spielraum für eine Handlung. Es braucht aber noch einen zweiten Handlungsstrang, um Spannung aufbauen zu können. Im Film Rainman ist unser Protagonist kurz davor, ein hohes Erbe ausbezahlt zu bekommen. Das kommt ihm gerade recht, da er dringend Geld braucht. Dies funktioniert aber nur, wenn er sich um seinen autistischen Bruder kümmert.
Der Protagonist hat also ein Dilemma. Es besteht die Möglichkeit, dass er an Geld kommt, allerdings muss er dafür seine eigene Komfortzone verlassen und sich auf etwas Neues, Unbekanntes einlassen.

Dilemma 
Wie oben bereits beschrieben, muss sich eine Figur zwischen zwei Dingen entscheiden, ist also in einem Dilemma. Natürlich nimmt sie die Möglichkeit, mit dem geringeren Übel.
Wir kommen nun zum zweiten Filmbeispiel: Die Figur hat einen Wunsch, den sie aber nicht so einfach verwirklichen kann. In Mrs Doubtfire wird einem Vater das Sorgerecht für seine Kinder entzogen. Er möchte sie aber trotzdem regelmäßig sehen und verkleidet sich kurzerhand als ältere Dame und heuert bei seiner Ex-Frau als Kindermädchen an.
Anhand dieses Beispiels sehen wir, welche Lösungswege ein Charakter gehen kann, um sich doch noch seinen Wunsch zu erfüllen.

Der Antagonist 
Der Antagonist muss nicht zwingend ein Mensch sein. Es kann sich auch um eine Situation handeln. So kann die Überwindung der eigenen Bequemlichkeit beispielsweise eine Herausforderung darstellen.

Mehrere Konfliktebenen 
Als Beispiel für mehrere Konfliktebenen stellt Sebastian Pirling den ersten Band der Matrix Reihe als Beispiel vor. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass meine Notizen an dieser Stelle sehr schwammig werden. Deswegen hoffe ich, ihr verzeiht mir ungenaue Ausführungen. Anhand von Matrix sollte deutlich werden, wie verschiedene Konfliktebenen miteinander verbunden werden können.

Neo muss sich hier fragen, ob er seinen Sinnen trauen kann. Diese Frage muss er mit sich ausmachen und stellt somit seinen inneren Konflikt dar.
Auf der nächsten Ebene kämpfen die Menschen gegen die Maschinen. Neo möchte eigentlich nicht in diesen Kampf hineingezogen werden (äußerer Konflikt).

Konflikt innerhalb einer Figur 
Die Figur muss sich nicht bewusst sein, was der eigentliche Konflikt der Geschichte ist. Es kann sein, dass der eigentliche Konflikt in etwas besteht, dass unser Protagonist noch gar nicht wahrhaben möchte. Die Auflösung kann dann beispielsweise darin bestehen, dass die Figur erkennt, was sie wirklich will.
Zudem ist es auch spannend, wie sich die Veränderung einer Figur auf den Plot, also die Handlung einer Geschichte, auswirkt.

Der Plot und die Struktur einer Geschichte sind nur die groben Muster und stellen die äußere Gestalt einer Geschichte dar. Die Konflikte unserer Charaktere machen das eigentliche Leben der Geschichte aus.

Die klassische Struktur des Erzählens besteht darin, dass ein Konflikt zwischen einer oder mehrerer Personen und der Gesellschaft besteht. Die Handlung wird zu einem klaren Ende gebracht.
Der äußere Konflikt kann hier auch nach innen verlagert werden.
Spannend wird es, wenn es Brüche in der Erzählstruktur einer Geschichte gibt oder zufällige Ereignisse die Geschichte durcheinander bringen.

Literaturtipps 
Zum Schluss gab Sebastian Pirling noch ein paar Literaturtipps weiter. So empfahl er Bücher von: Robert McKee (Story - Die Prinzipien des Drehbuchschreibens), Stephen King, Haruki Murakami und Agatha Christie speziell für die Krimi Leser.


Meine Meinung 

Bisher habe ich auf keiner Buchmesse so einen guten Vortrag erlebt. Die Filmbeispiele waren sehr gut gewählt und haben das, was Pirling begründen wollte, gelungen untermalt. Obwohl ich einige der Filme nur von Mond-zu-Mund Propaganda kannte, habe ich durch die sprachlichen Bilder problemlos nachvollziehen können, worauf er hinaus wollte.
Es ärgert mich jetzt ziemlich, dass meine Notizen zum Teil wirklich schwammig sind. Als ich die Veranstaltung ausgearbeitet habe, bekam ich das Gefühl, dass der obige Text nur einen Bruchteil der Informationen enthält, die es vor Ort gab.

Was mich vor Ort erstaunte war, dass Sebastian Pirling keine Roman Beispiele aus dem Heyne Verlag nannte, sondern eigentlich Autoren nennt, die in Genres unterwegs sind, die er gar nicht lektoriert.

Zusammenfassend empfehle ich: Wenn ihr die Möglichkeit habt, eine Veranstaltung von Sebastian Pirling zu besuchen, nutzt es unbedingt.

Samstag, 9. Juni 2018

Roverandom

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Roverandom (auch als Buch erhältlich)
Autor: J.R.R. Tolkien
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Kinder, Tolkien-Fans, oder Fantasy Leser
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Ulrich Noethen
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext

(von der hörverlag)

"Als kleiner Hund legt man sich besser nicht mit einem schlecht gelaunten Zauberer an, denn sonst wird man womöglich, schneller als man blinzeln kann, in ein Spielzeug verwandelt... Das Abenteuer des frechen kleinen Roverandom gehört zum Schönsten, was J.R.R. Tolkien je geschrieben hat.


Meine Meinung 

Roverandom lag ziemlich lange auf meinem Stapel ungehörter Hörbücher. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich zu dem Hörbuch kam. Isona hatte die Geschichte im Februar beim Bücherstammtisch vorgestellt und so wurde ich neugierig, was es mit dem kleinen Hund auf sich hat. 

Ulrich Noethen liest uns das Hörbuch vor. Und zuerst bekam ich ein klitzekleines bisschen Sams-Stimmung. Dort ist der Schauspieler nämlich in der Rolle des Herrn Taschenbiers zu sehen. (Ich weiß, es klingt ziemlich verrückt, zumal beide Geschichten absolut nichts miteinander zu tun haben). An sich mag ich die Stimmfarbe des Schauspielers. Hier hat er mir aber leider etwas zu schlicht gelesen und ich ertappte mich dabei, wie ich stellenweise abgeschweift bin und auch nicht wirklich das Gefühl hatte, viel von der Geschichte zu verpassen. Deswegen kann ich für die Gestaltung nur einen halben Punkt vergeben. 

Inhaltlich geht es um den kleinen Rover, der zu Beginn der Handlung eine große Dummheit begeht: Und zwar provoziert er einen Zauberer, der das natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann und den Hund bestraft. Danach beginnt für den Vierbeiner eine aufregende Reise. 

Bei Kindergeschichten versuche ich immer ein bisschen darauf zu achten, was zwischen den Zeilen mitgeteilt wird. Welche Botschaft möchte der Autor den Kindern mitgeben?
Rover, der später den Namen Roverandom bekommt, wirkt sehr heimatlos. Das fand ich irgendwie ziemlich traurig. Außerdem fand ich Tolkien inhaltlich etwas belehrend. So wird ein gewisses Verhalten von Rover erwartet. Und als er dieses erfüllt, wird er auch belohnt. 

J.R.R. Tolkien hat einen sehr fantasievollen Schreibstil mit ziemlich vielen sprachlichen Bildern. Hier ist es wichtig, sich von der Geschichte treiben zu lassen und nicht darüber nachzudenken, ob manche Gegebenheiten nun logisch sind oder nicht. Stellenweise ist mir das sehr gut gelungen und ich konnte ein paar der Schauplätze bildhaft vor mir sehen. Gerade einer der Schauplätze, der sich nicht auf der Erde befindet, hat mir sehr gut gefallen. 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Roverandom eine wunderbare Gute-Nacht-Geschichte für Kinder ist. Mit sehr viel Fantasie und einer überschaubaren Handlung.