Sonntag, 26. Februar 2017

Sachbuch des Monats: Irre - Wir behandeln die Falschen

Bild von RandomHouse Audio 

Steckbrief

Name: Irre - Wir behandeln die Falschen, auch als Buch erhältlich
Autor: Manfred Lütz
Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Geeignet für: Menschen, die gerne Sachbücher lesen und sich für psychische Erkrankungen interessieren
Gelesen oder gehört: gehört in gekürzter Fassung
Sprecher: Manfred Lütz


Klappentext 


(Klappentext von jokers)


"Hilfe, wir behandeln die Falschen!
Dieses Buch ist eine scharfzüngige Gesellschaftsanalyse und zugleich eine heitere Einführung in die Seelenkunde. Was ist Depression, Angststörung, Panik, Schizophrenie, Sucht, Demenz und all das, und was kann man dagegen tun?
Der Bestsellerautor Manfred Lütz, einer der bekanntesten Psychiater und zudem Kabarettist, verspricht: Alle Diagnosen, alle Therapien und das noch unterhaltsam: Irre!
"Ein grandioses Buch." Henryk M. Broder
"Eine spannende und höchst vergnügliche Entdeckungsreise durch die ganze faszinierende Psychowelt." Dr. Eckart von Hirschhausen" .


Meine Meinung 

Auf das Hörbuch aufmerksam geworden bin ich nicht nur durch einen Blick auf die Bestsellerlisten, sondern auch wegen einem Interview mit dem Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie Manfred Lütz, dass bei hr3 ausgestrahlt wurde. Einge Sachen, die er in dem Interview erzählte, wie beispielsweise, dass er der Meinung war, dass häufig die "Falschen" behandelt wurden und wir Angst vor den "Normalen" haben sollten und nicht vor den scheinbar "Kranken", konnte ich zustimmen. Also dachte ich, ich sollte mal einen Blick in das Hörbuch werfen.

Das Buch ist inhaltlich sehr gut strukturiert. Ich hatte keine Mühe mich zurechtzufinden. Auch finde ich, dass die Sprache so gut es geht einfach gehalten wird, sodass auch Laien die Möglichkeit haben, scheinbar komplexe Erkrankungen zu verstehen. Lütz belegt seine Thesen oft mit Fallbeispielen, die das Verstehen erleichtern. Er erklärte, dass manche Menschen mit Problemen kämen, die eben zum Leben dazugehörten. Beispielsweise könnte ein gerade ausgebildeter Arzt keinem Patienten in einer Ehekrise helfen, da er selbst noch gar keine Erfahrung dahingehend gemacht hatte.

Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass ich hier eine gekürzte Fassung vor mir hatte. Zwar werden die Erkrankungen wunderbar erläutert, allerdings wurde mir zu wenig auf den Titel des Buches eingegangen. Ich fragte mich oft, wo denn sein Ansatz für andere Behandlungsmethoden lag.

Er sprach bei manchen Erkrankungen auch von einer medikamentösen Therapie. Ich fragte mich dann, ob es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die Klienten zu behandeln und fand es schade, dass darauf nicht viel eingegangen wurde.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das HÖrbuch einen guten Überblick über die psychischen Erkrankungen bietet, man aber für das "Vertiefen" besser auf die Schwarzschriftausgabe zurückgreift.


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~K~: Dieser Beitrag ist eine Rezension aus der Konserve und wurde bereits auf einem anderen Blog veröffentlicht. 

Freitag, 24. Februar 2017

GE(H)DACHT - Den falschen Beruf gewählt?

Auch ich habe mir die Ausgabe Behinderteneinrichtungen von Team Wallraff - Reporter Undercover angeschaut und war ziemlich entsetzt über die Zustände, die in der Sendung aufgedeckt wurden. Während man in den Social Media Kanälen die Mitarbeiter oder das Konzept von Behinderteneinrichtungen verurteilt oder sich von den schlechten Institutionen abgrenzt, möchte ich versuchen mit diesem Beitrag eine etwas andere Sicht auf die Dinge zu vermitteln.

Vorweg: Natürlich halte ich nichts davon, Menschen zu misshandeln oder zu beleidigen. Dennoch bin ich der - vielleicht für den ein oder anderen auch naiven - Meinung, dass nichts ohne Grund passiert.


Die Ausgangssituation - Berichte in der Sendung 

In der Sendung wurden Reporter in Wohnheime sowie Werkstätten für Menschen mit Behinderung als Praktikanten getarnt, eingeschleust. Hier wurde nicht nur deutlich, dass das Personal, trotz guter personeller Besetzung und somit ausreichend Zeit für die Bewohner, desinteressiert war. Es kamen auch Szenen ans Licht, in denen die Bewohner misshandelt wurden. Hätte man mir von diesen Szenen erzählt, hätte ich wahrscheinlich mit dem Kopf geschüttelt und mich gefragt, ob mein Gegenüber nicht einfach etwas übertreibe.
Bewohner wurden mit Gewalt auf den Boden gedrückt oder im dunkeln Zimmer zurückgelassen. Sanktionen, die völlig unbegründet stattfanden.
Zudem verbrachten viele Mitarbeiter mehr Zeit im Büro oder im Garten als mit den Bewohnern.

Daher stellt sich mir die Frage: Warum?


Den falschen Beruf gewählt? 

Ich habe den vielleicht naiven humanistischen Gedanken, das kein Mensch von Grund auf böse ist. Er steht nicht eines Morgens auf und denkt sich: "Ich suche mir jetzt einen Beruf, in dem ich möglichst viele Menschen quäle."
Dennoch stellt sich die Frage: Wie kommt es zu solchen Zuständen?

Fehlende Kompetenzen - Fachwissen über die Erkrankungen 
In einem Wohnheim wurde ein Bewohner aufgrund seiner Spastik für Dinge sanktioniert, die er aufgrund seiner Behinderung nicht bewerkstelligen konnte. Wie beispielsweise ein Glas Wasser zum Mund führen, oder selbstständig auf die Toilette gehen. Der Bewohner verschüttete Wasser oder nässte ein. Die Mitarbeiter unterstellten ihm Absicht und Böswilligkeit. Und wie versucht man das Verhalten zu unterbinden? Man bestraft ihn. An sich eine logische Schlussfolgerung. Allerdings besteht das Grundproblem hier ja schon darin, dass der Bewohner das gewünschte Verhalten überhaupt nicht zeigen kann und somit auch nichts an seiner Situation ändern können wird.

An sich gehört es zu der Grundausbildung von Heilerziehungspflegern sich nicht nur in pädagogischen sondern auch medizinischen Aspekten auszukennen (Quelle). Da stellt sich mir die Frage, welche Qualifikation die Mitarbeiter in dieser Einrichtung überhaupt hatten. Haben sie das Wissen über die Jahre einfach wieder vergessen oder können sie es aufgrund ihrer Ausbildung und nicht angebotenen Weiterbildungen einfach nicht wissen?

Empathie und Interesse am Gegenüber 
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man diesen Punkt nicht lernen kann. Entweder die Mitarbeiter bringen ein Interesse für ihr Klientel mit oder sie verbringen die Zeit im Garten oder Büro. Für motivierte Mitarbeiter, die in ein unmotiviertes Team kommen, wird es wahrscheinlich schwierig sein, die eigene Motivation auf Dauer aufrechtzuerhalten. An sich müsste man ja davon ausgehen, dass Menschen, die sich für einen Beruf im sozialen Bereich entscheiden, Empathie mitbringen. Leider ist das nicht immer so.

Die Ausbildungsstätten 
Verwandte von mir arbeiten bzw. haben früher in der Pflege gearbeitet. In meinem Bekanntenkreis finden sich daher Leute wieder, die in Krankenpflegeschulen unterrichten. Wie in vielen Einrichtungen, müssen auch Krankenpflegeschulen mit Schülern gefüllt werden. Wenn es zu wenig Schüler gibt, muss eine Schule - wer hätte das gedacht - geschlossen werden. In der Praxis heißt das, dass viele Schüler durch die Ausbildung geschleppt werden, obwohl sie vielleicht in einem anderen Beruf besser aufgehoben wären.


Behinderteneinrichtungen schließen? 

Nach einer Sendung wie Team Wallraff fühlen sich Aktivisten, die sich schon seit Jahren für Inklusion einsetzen, berechtigterweise wieder bestätigt. Aufklärung führt offenbar zu nichts. Die Einrichtungen müssen geschlossen werden!
Schließlich hat die Reportage genau das gezeigt, was man sich nicht von einer Einrichtung wünscht. Dennoch bin ich selbst nach der Reportage kein radikaler Gegner von Behindertenwerkstätten oder Wohnheimen. Warum? Das zeigt vielleicht das folgende Beispiel:

Hotelfach - Servicefachkraft und die Frage nach der passenden Arbeit 
Meine Bekannte A. ist sehbehindert und hat eine leichte Entwicklungsverzögerung. Sie besuchte die Förderschule, bekam im letzten Förderschuljahr aber die Möglichkeit den Hauptschulabschluss zu erwerben.
Ihr wurde eine Ausbildung zur Hotelfachfrau empfohlen. Einem Beruf in dem es um Schnelligkeit und viel visuelle Wahrnehmung geht. Sie bekam einen Ausbildungsplatz in einem Hotel, in dem sie schnell an ihre Grenzen stieß. Das vorgegebene Arbeitstempo überforderte sie. Sie benötigte mehr Zeit zur Bewältigung der Aufgaben bzw. konnte einige Sachen visuell nicht beurteilen. Sieht das Bett jetzt wirklich schön aus? Ist der Badezimmerspiegel auch sauber?
Die Mitarbeiter waren somit nicht nur damit beschäftigt, ihren eigenen Aufgabenbereich zu erledigen, sondern auch noch zu schauen ob A. die aufgetragenen Aufgaben zuverlässig erledigte. A. nahm also keine Arbeit ab, sondern machte einen Mehraufwand. Natürlich lassen das Mitarbeiter nicht lange mit sich machen. Sie begannen A. zu mobben. Hinzu kam auch, dass A. eigentlich alle Abteilungen im Hotel durchlaufen solle. In der Küche wolle man sie aber nicht einteilen. Daher musste sie sich einen Praktikumsplatz suchen, der zur ihrer Rettung werden sollte. Sie fand eine Kur- und Rehabilitationsklinik mit einem sehr motivierten Service-Team. Ihre Ausbildung wurde von der Hotelfachfrau zur Service Fachkraft umgewandelt und A. konnte dank einer sehr engagierten Ausbilderin ihre Ausbildung in der Rehaklinik beenden. Doch übernehmen konnte man A. nicht. Jetzt ist A. seit letztem Jahr ausgebildete Service Fachkraft, bewirbt sich und hat sich bereits in verschiedenen Cafes vorgestellt. Ohne Erfolg.
Für A. wäre ein Betrieb wie die Rehaklinik geeignet. Hier ging es darum, das Essen vorzubereiten und zu servieren, sowie nach den Mahlzeiten abzuräumen und die Küche in den Urzustand zu versetzen. Alles Arbeitsschritte, die man erlernen könne. Bestellen nach Karte, oder Stress wegen einem Berg an Kundschaft gab es hier nicht. Dennoch gab es keine Option A. zu übernehmen.
A. ist momentan gezwungen sich überall zu bewerben. Normale Gaststätten sowie Cafes überfordern sie aber. Jetzt stellt sich mir die Frage: Wo könnte man A. unterbringen?
Beispielsweise könnte ich sie mir ebenfalls sehr gut in einem Integrationsbetrieb vorstellen. Einem Betrieb, der sowohl Menschen mit Behinderung als auch nicht behinderte Mitarbeiter beschäftigt. Aber auch hier muss auf ein Gleichgewicht der Mitarbeiter geachtet werden. Deswegen ist es nicht immer leicht, in so einem Betrieb unterzukommen.
Natürlich könnte ein Argument für A. sein, eine Arbeitsassistenz zu beantragen. Arbeitsassistenzen unterstützen in den Bereichen, die der Betroffene aufgrund seiner Behinderung nicht oder nur zum Teil ausführen kann. Doch wie solle das bei A. aussehen? Sie bringt ja nicht nur eine Sehbehinderung mit. Da ist ja auch noch die Sache mit der Entwicklungsverzögerung. Ich befürchte, dass hier schnell die Gefahr bestünde, dass die Arbeitsassistenz zu A's. Konditionen arbeitet.

Die Sache mit der Wirtschaft 
Ich glaube, das Grundproblem sind nicht die Behinderteneinrichtungen, sondern die Tatsache, wie das Außen gestaltet ist. In unserer Gesellschaft kann nun mal derjenige punkten, der leistungsfähig ist. Höher, schneller weiter. Wer da auf Dauer nicht mithalten kann, fällt halt raus. Super finde ich das keinesfalls. Aber ich sehe momentan auch nicht, wie sich das in den nächsten Jahren ändern soll. Entweder wir passen uns an oder wir suchen uns die Nischen unserer Branche.

Werkstätten für Menschen mit psychischer Erkrankung 
In der Reportage von Team Wallraff wurde auch kurz auf Werkstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen eingegangen. Hier wurde bemängelt, dass es sich oft um eintönige Arbeit handle. Natürlich ist es nicht Sinn und Zweck dafür zu sorgen, dass Menschen der gähnenden Langeweile unterliegen.
Aber auch hier kenne ich ein anderes Beispiel: Ich arbeite ehrenamtlich in einem Verein, der unter anderem einen Arbeitsbereich für Menschen mit psychischer Erkrankung anbietet. Aufgabe des angestellten Arbeitserziehers ist es nicht nur, sich um Aufträge zu kümmern, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Klienten motiviert dabei bleiben. Je nach Krankheitsbild kann das natürlich variieren. Eine Zeit lang lief es im Arbeitsbereich sehr schlecht. Es gab wenig Aufträge, weswegen auch weniger Mitarbeiter benötigt wurden. Für die Klienten war es eine schwierige Zeit, weil ein Punkt der Tagesstruktur weggefallen ist. Alle wünschten sich eine bessere Auftragslage und waren froh, als es wieder etwas zu tun gab.


Und jetzt? - Fazit? 

Oje, wie komme ich jetzt zu einem guten Ende? Gibt es das überhaupt?
Ich bin keinesfalls dafür, dass Menschen mit Behinderungen abgeschoben und fernab von der Gesellschaft irgendwo untergebracht werden. Dennoch frage ich mich auch, wie Behinderte und Arbeitsmarkt funktionieren soll, ohne, dass der Arbeitgeber oder der Mensch mit Behinderung Abstriche machen muss. Dass es oft an Aufklärung oder Mut scheitert, einen Behinderten einzustellen, steht außer Frage.

Was mich an der Sendung von Team Wallraff störte war, dass viele Einrichtungen jetzt wieder über einen Kamm geschert werden aber sich am Gesamtbild erstmal doch nichts ändert. Die Wirtschaft stellt jetzt nicht unbedingt mehr Behinderte ein und auch die Träger der Behinderteneinrichtungen werden nur mit Glück etwas an ihrer Arbeit ändern.
Ich bin mir sicher, dass es da draußen auch jede Menge Einrichtungen gibt, in denen Mitarbeiter und Klienten gut miteinander klar kommen.

Was ich mir wünsche? 
Das Menschen in den sozialen Bereich gehen, die Lust auf die Arbeit mit Menschen haben. Ich denke, das ist der wichtigste Punkt.


Und Du? 

Hast Du die Reportage von Team Wallraff gesehen?
Oder arbeitest Du vielleicht selbst in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung?
Was denkst Du über die im Artikel angesprochenen Themen?


Mittwoch, 22. Februar 2017

Blind Date - Die Welt mit meinen Augen sehen

Bild von Bastei Lübbe
Steckbrief

Name: Blind Date - Die Welt mit meinen Augen sehen (auch als Buch erhältlich)
Autor: Joana Zimmer
Verlag: Bastei Lübbe
Geeignet für: Fans der Sängerin, bzw. Menschen, die gerne Biografien lesen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Joana Zimmer, Gastbeiträge von: Rufus Beck, Jens Wawrczeck, Judy Winter, Merete Brettschneider, Luise Helm, Sascha Rotermund
Bewertung: 5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von Bastei Lübbe

"Von Geburt an blind: Joana Zimmer stellt sich dennoch mutig jeder Herausforderung. Mit ihrer einzigartigen Stimme erzählt sie in ihren Songs kraftvoll und feinfühlig Geschichten, die im Herzen lange nachklingen.In diesem Hörbuch lässt sie uns teilhaben an ihren Abenteuern, Erfolgen, Zielen, Sehnsüchten und an ihrem sozialen Engagement. Ein Hörbuch über Grenzen, die keine sein müssen, und wie man das Beste aus seinem Leben macht."


Meine Meinung 

In der Talkshow Krauthausen - face to face war neulich die Sängerin Joana Zimmer zu Gast. So erfuhr ich, dass sie auch ein Hörbuch produziert hat. In der Sendung erzählt sie unter anderem darüber, was dafür sorgte, dass ich neugierig auf ihre Biografie wurde.
Da sie von Geburt an blind ist und sich für gute Literatur interessiert, rechnete ich damit, dass sie hohe Ansprüche an die Hörbuchproduktion hätte. Zudem vermutete ich, dass auch gute Sprecher auf der CD zu finden seien. 

Bevor ich zu der eigentlichen Rezension komme, wollte ich noch Folgendes anmerken: In dem Interview erzählte sie unter anderem davon, dass sie die Anfragen an die Hörbuchsprecher bereits raus schickte, bevor ein Verlag gefunden war oder feststand, wie das Honorar der Sprecher aussehe. Alle Sprecher haben ohne zu zögern zugesagt. Das finde ich echt genial. 

Gestaltung 
Das Erste was mir bei der Hülle des Hörbuchs auffällt ist, dass es mit Punktschrift (Blindenschrift) bestückt ist. Ich selbst kann zwar keine Punktschrift, finde es jedoch super, dass Blinde so die Möglichkeit haben, das Hörbuch ohne große Probleme von anderen CDs zu unterscheiden. Diese barrierefreie Verpackung habe ich bisher nur hin und wieder bei Hörbuchproduktionen des Argon Verlags festgestellt. 
Die meisten Passagen von Blind Date - Die Welt mit meinen Augen sehen werden von Joana Zimmer selbst gelesen. Oft ist bei Autoren folgendes Problem: Sie können zwar gut schreiben, doch wenn sie auf einer Lesung selbst das Buch in die Hand nehmen, fällt auf, dass nicht jeder Autor gut vorlesen kann. Glücklicherweise war das bei Joana Zimmer nicht der Fall. Sie hat eine angenehme helle Stimme, betont gut und liest auch nicht zu langsam. Auch hier spielt wahrscheinlich die eigene Hörbuch Erfahrung mit :-). 

In ihrer Biografie tauchen immer wieder Gastbeiträge auf, wie beispielsweise Briefe einer Freundin, von der Schulleiterin eines Internats, in dem sie lebte, oder den Bericht des Musikproduzenten, bei dem sie ihren ersten Plattenvertrag unterschrieb. Diese Gastbeiträge wurden von bekannten Sprechern gelesen. 
Die Auswahl der Sprecher war sehr gut gewählt. Die einzelnen Stimmen passten gut zu den Texten und ich hätte ihnen ewig zuhören können. 
Interessant fand ich, dass ich das Altern mancher Stimmen beobachten konnte. An die Stimme von Rufus Beck bin ich durch die Harry Potter Reihe quasi von klein auf gewöhnt. Jedoch erkannte ich ihn hier nicht auf Anhieb. 

Da Joana Zimmer hauptberuflich nicht Autorin sondern Sängerin ist, durfte natürlich auch das ein oder andere Lied in dem Hörbuch nicht fehlen. Der Mix zwischen Liedern und Text war gut abgestimmt. Auch die Platzierung der Musik war gekonnt gewählt. 
Kurzum: Hörbuch Gestaltung top! 

Inhalt / Spannung 
Die Biografie hat einen interessanten Aufbau. Joana Zimmer erzählt nicht 1:1 chronologisch aus ihrem Leben, was aber überhaupt nicht schlimm ist, da man ihrer Erzählung dennoch sehr gut folgen kann. Sie setzt in der Gegenwart ein und rollt ihre Geschichte somit von hinten auf, ohne dabei irgendetwas zu vergessen. 

Wir erfahren unter anderem, dass sie in Freiburg geboren wurde und schon an verschiedenen Orten gelebt hat. Sie stammt aus einer Künstler Familie, sodass sie bei ihrem Wunsch Sängerin zu werden von ihrem Umfeld so gut es ging unterstützt wurde. 

Zudem finde ich es gut, dass sie das Thema der Blindheit gleich zu Beginn angeht, ohne es großartig auszubreiten. Sie führt in die Hilfsmittel ein, die blinden Menschen das Leben erleichtern und schafft es hier präzise auf den Punkt zu kommen. Unter Behinderten ist das "sich helfen lassen" oft ein großes Thema. Wann ist Hilfe ok? Was kann man auch selbst übernehmen? Schön finde ich es, dass Joana Zimmer betont, dass es wichtig ist, gut organisiert und so selbstständig wie möglich zu sein, es aber nicht schlimm ist, in manchen Bereichen Hilfe anzunehmen. 

Sie hat ebenfalls ein Internat für Blinde und Sehbehinderte besucht und hebt in ihrem Buch die positiven Seiten des Internatsleben hervor, merkt aber auch an, dass es natürlich auch andere Stimmen gibt. Sie berichtet aber, dass ihr gerade die vorgegebene Struktur sehr geholfen habe. 
Natürlich ist auch die Barrierefreiheit in Städten ein Thema des Buches. Interessant fand ich es, hier zu hören, dass man im Ausland in Sachen Barrierefreiheit sowie dem "auf Andere zugehen können" weiter ist, als hier in Deutschland. Auch diese Aspekte schildert sie nachvollziehbar, ohne dass man das Gefühl bekommt das Thema nehme zu viel Raum ein. 

Während des Hörens wird deutlich, dass Joana Zimmer eine lebensfrohe Frau ist, die sehr viel von ihrem Umfeld wahrnimmt. Ich finde das besonders schön, weil sich nicht behinderte Menschen immer wiede fragen, wie man trotz Behinderung ein glückliches oder selbstständiges Leben führen kann. Joana Zimmer lebt in ihrer Biografie Blind Date - Die Welt mit meinen Augen sehen vor, wie es gehen könnte, ohne ihre Leser belehren zu wollen. 

Schreibstil 
Joana Zimmer hat einen guten Schreibstil. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir gegenüber saß und ihre Geschichte bei einer Tasse Tee erzählte. Ich hätte ihr noch viel länger zuhören können und war selbst ganz überrascht, wie schnell ich Blind Date durchgehört habe. 

Gesamteindruck 
Blind Date - Die Welt mit meinen Augen sehen war ein Hörbuch, dass mich zwei Tage sehr gut unterhalten hat. Ich habe Joana Zimmers Geschichte gerne gelauscht und ärgerte mich irgendwann, dass die Geschichte so schnell endete. Ich wollte mehr über ihre Sicht auf die Welt erfahren. 
Etwas schade fand ich, dass das Hörbuch bereits ein paar Jahre alt ist. Sie geht zwar auf ihre Erfolge ein, jedoch wird nicht klar, an welchen Projekten sie aktuell arbeitet. 

Jetzt stellt sich die Frage: Wem kann ich das Hörbuch empfehlen? Zum einen natürlich Menschen, die sich dafür interessieren, wie man trotz Blindheit ein positives Leben führen kann. Denn Joana Zimmers Freude am Leben ist spürbar. Aber natürlich auch denjenigen, die wissen wollen, wie Joana Zimmer der Durchbruch gelang und welche Menschen sie hierbei unterstützt haben. 

Sonntag, 19. Februar 2017

5 Dinge Nummer 2: KW 7

Hallo ihr Lieben,
nachdem es hier die Woche über ziemlich ruhig war, kommen am Sonntag gleich mal zwei Posts auf einmal. Ich muss mein Timing dringend wieder überarbeiten.
Aber widmen wir uns den fünf Dingen dieser Woche...
Bevor ich es vergesse: Um was es in der Aktion geht und wer sie ins Leben gerufen hat, könnt ihr HIER nachlesen.


1) Die Katze akzeptiert mich als momentane erste Ansprechpartnerin 
Die Grafikerin ist gezwungenermaßen verreist. Mein Vater (für den ich zwar einen Spitznamen habe, der, wenn ich ihn hier benutze, aber missverständlich rüberkommen könnte, da ich über Fußballfachbegriffe aufklären müsste, kurzum: muss mir also noch einen anderen überlegen) und ich halten die Stellung. Jedenfalls bin ich nun hauptverantwortliche Ansprechpartnerin für die Katze. Mittlerweile miaut sie mich zuverlässig an, wenn sie etwas von mir möchte, was sehr gut ist, da ich sie sonst gelegentlich übersehe, wenn sie mein Zimmer betritt (dunkles Fell + dunkler Zimmerboden = keine gute Kombination). Am Mittwoch hatte ich dann das erste Mal das Gefühl, dass sie sich an die Ausnahmesituation und an den neuen Alltag gewöhnt hat.

2) Mein Interview ist geschafft 
Am Mittwoch habe ich mein Interview mit einem Bewohner / einer Bewohnerin in einem Pflegeheim geführt. Davor war ich ziemlich aufgeregt, weil ich mich ja an den vorgegebenen Leitfaden halten musste und daher nicht frei heraus fragen konnte. Da ich auch nicht einfach so einen Seitenblick in Richtung Spckzettel werfen konnte, hoffte ich, dass meine pseudo improvisierte Arbeitstechnik funktionieren würde.
Jedenfalls bestand unsere Vorgabe eigentlich darin, ein Gespräch von einer Stunde zu führen. Ich war nach knapp 25 Minuten plus / minus Pausen mit dem Interview durch. Zudem waren manche Antworten etwas widersprüchlich. Aus Datenschutzgründen kann ich leider nicht genauer darauf eingehen. Einerseits war ich zufrieden mit dem Ergebnis, andererseits geht es ja nicht darum, ob mir das Ergebnis reicht, sondern wie das meine Dozenten sehen. Glücklicherweise wurde mir bestätigt, dass ich das Interview verwerten kann.
emion meinte am Vortag nur so: "Du bist ja geübt in Interviews." Aber sich schriftlich ein paar Fragen zu überlegen, sie dann zu verschicken oder einem Menschen dann direkt gegenüber zu sitzen, sind nochmal zwei verschiedene Paar Schuhe :-).

3) Routine im Teilzeit-Sturmfrei 
Die Grafikerin begab sich bereits im Januar - aber nur für eine Woche - auf die Reise. Da mein Vater im Schichtdienst arbeitet bin ich für mehrere Stunden alleine. Es ist nicht so, dass ich ungern alleine bin. Dennoch war es für mich ungewohnt, da sonst immer jemand im Haus ist. Natürlich kann ich mich über mehrere Stunden allein beschäftigen, keine Frage. Dennoch hatte ich die Wahl und konnte auch "unter Menschen" gehen. (Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine).
Als die Grafikerin diesmal für etwas länger den Koffer packte, graute es mir schon etwas vor der Zeit. Jetzt fragt ihr euch: Warum schreibst du das denn hier hin, wenn es um die fünf positiven Dinge geht?
Ich kann verkünden, dass ich mich diesmal relativ schnell an die Teilzeit-Sturmfrei-Zeit gewöhnt habe. Ich kann Sprachnachrichten von jedem Zimmer aus verschicken, ohne irgendwen zu nerven :)
Wahrscheinlich wird es mega komisch, wenn ich Ende kommender Woche dann eine Menge Gäste erwarte. (Unter anderem die treuen Crowd Mitglieder. Mehr dazu im Monatsrückblick).

4) Ich wurde bei Twitter supportet  
Innerhalb kurzer Zeit wurde ich zweimal Teil des #ff - follow friday. Hier empfehlen Twitter Nutzer ihrer Timeline lesenswerte Twitter Accounts. Ich poste ja wirklich viel auf Twitter. Natürlich versuche ich mich zu beherrschen und nicht allzu viel unnützes Wissen mitzuteilen. Mal gelingt es mir mehr, mal weniger. Jedenfalls hat es mich total gefreut, dass es Leute gibt, die bei mir mitlesen und meine Tweets wohl recht unterhaltsam finden :-).

5) Es tut sich was in der Antragslandschaft 
Anfang Januar habe ich einen Antrag auf ein neues Kürzel im Schwerbehindertenausweis gestellt. Und zwar kann man sich auch als gesetzlich blind einstufen lassen, wenn man noch einen Sehrest hat. Natürlich geht das nicht einfach so, sondern muss erst durch Untersuchungen abgeklärt werden (das ist jetzt die oberflächliche Kurzversion des ganzen Prozesses). Jedenfalls rechnete ich eigentlich damit, dass sich das Versorgungsamt fünf Monate Bearbeitungszeit nehmen wird, was kein Vorwurf sein soll. Immerhin haben die Mitarbeiter dort eine Menge Papierkram zu erledigen.
Nun erreichte mich aber diese Woche ein Brief, in dem man mich bat, einen Termin bei einem Gutachter wahrzunehmen. Das finde ich total genial, weil ich eigentlich kommende Woche einen Termin in der Augenklinik hätte, dem ich nur wegen der Antragsgeschichte zugestimmt habe. Den Termin kann ich jetzt absagen. Ich habe dort schon so viele Stunden meines Lebens verbracht und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welch diebische Freude es mir bereitet, weil ich mir das Recht herausnehmen und den Termin absagen kann.

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Kommenden Sonntag wird der 5-Dinge Post wohl entfallen. Wenn alles gut läuft, habe ich an diesem Tag noch Gäste und möchte daher nicht mehr Zeit als nötig mit dem Vorbereiten von Beiträgen verbringen.
Wie war eure Woche?
Was steht bei euch Ende Februar noch an?


GE(H)SCHAUT - Club der roten Bänder Staffel 2

Etwas spät möchte ich nun auch meine Serienkritik zur zweiten Staffel von Club der roten Bänder mit euch teilen. Einer Serie, die ich dank einer Bloggerfreundin entdeckt habe. Nachdem mir die erste Staffel wahnsinnig gut gefallen hat und mit einer wunderbaren Szene endete, war meine Vorfreude auf die zweite Staffel ziemlich groß. Leider stiegen auch meine Erwartungen an den Cast, das Drehbuch und die Atmosphäre...


Club der roten Bänder - Worum geht's? 

In der ersten Staffel haben wir fünf Jugendliche während ihrer Zeit im Krankenhaus begleitet. Doch die Krankenhausbehandlungen der Clubmitglieder dauern nicht ewig. Während einige Freunde weiterhin in der Klinik bleiben dürfen, kehren Andere zurück ins Leben oder finden neue Aufgaben, die sie erfüllen. Doch wie soll es mit dem Club weitergehen? Bleibt die Freundschaft der Jugendlichen trotzdem bestehen, auch wenn sie sich nicht mehr täglich im Krankenhaus begegnen?


Meine Meinung 

Rückblick auf die erste Staffel - Die Spoiler zur zweiten Staffel
Um wieder in die Serie einsteigen und wahrscheinlich auch ein paar neue Fans gewinnen zu können, wiederholte VOX von Anfang Oktober bis Anfang November die erste Staffel nochmal. emion nutzte die Gelegenheit und ließ sich von mir inoffiziell zum Serienfan küren. Allerdings fiel uns beiden recht schnell auf: In den Werbepausen wurden wir ordentlich gespoilert. Gerade die Fans, die sich jetzt erst zur Serie gesellten, bekamen hier fatale Informationen geliefert. Handlungsstränge, die selbst entdeckt werden sollten, aber durch kleine Teaser vorweg genommen wurden. Mich persönlich störte nur ein Spoiler, dessen Vorgeschichte erst im Staffelfinale aufgeklärt wurde. Dennoch hoffe ich, dass VOX dieses Jahr auf die Teaser verzichtet, oder zumindest nicht ganz so viel spoilert :-).

Die Geschichte - Probleme mit dem Einstieg
Da ich mich ja gerade eben über Spoiler aufgeregt habe, versuche ich mich hier also sehr vage zu halten. Leider hatte ich den Eindruck, dass das Team nicht ganz so flüssig in die Geschichte rein kam, wie erhofft. Die ersten vier Folgen erinnerten mich mehr an eine ganz normale Serie, deren Handlungsort halt im Krankenhaus war. Zum einen hatte ich das Gefühl, dass man nicht recht wisse, wie die Geschichte der Charaktere weitergehen solle. Dann wurde aber allmählich eine Handlung gesponnen. Dennoch fehlten mir Tiefe und die Atmosphäre, welche die erste Staffel einzigartig gemacht hatte. Dennoch stellte ich fest, dass vielen Zuschauern das Gezeigte wahnsinnig viel gab.

Wir begleiteten zwei Clubmitglieder auf ihrem Weg in die Welt außerhalb des Krankenhauses. Die Einleitung dieser Stränge fand ich interessant, da sich die Charaktere während ihres Krankenhausaufenthaltes verändert haben und Mühe hatten in ihrem alten Freundeskreis Fuß zu fassen, oder sich mit Zukunftsplänen zu beschäftigen. Besonders gut gefiel mir hier, dass man sich nicht nur auf die Thematik Krankenhaus beschränkte, sondern auch Einblicke gibt, wie das Leben danach aussehen kann.

Moralisierende Episode 
Als man am Anfang noch damit beschäftigt war, einen neuen Handlungsstrang aufzubauen, gab es auch eine Geschichte, die mich sehr frustrierte. So wurde Club der roten Bänder genutzt, um gegen so genannte Wunderheiler zu hetzen. Wunderheiler kann man ja finden, wie man will. Aber gerade in einer Serie sollte man neutral darüber berichten können und nicht die Menschen dafür verurteilen, die an solche Sachen glauben und ihre Hoffnung darauf setzen. So wurde mir vor der Ausstrahlung der zweiten Staffel, als ich die Redaktion für eine behindertenpolitische Aktion gewinnen wollte, noch von der Zuschauerredaktion von VOX erklärt, man wolle die Serie nicht dazu benutzen, politische Arbeit zu leisten.
Als ich dann die Geschichte zu sehen bekam und die bestätigenden "Ja, Wunderheiler sind blöd"-Tweets verfolgen konnte, war ich wirklich genervt.

Positive Überraschungen der zweiten Staffel 
Meine Überraschungen der zweiten Staffel waren zum einen zwei Darsteller:

Ivo Kortlang in der Rolle des Toni 
In der ersten Staffel hatte ich lange nicht raus, welche Behinderung Toni eigentlich hat. Mir fehlten die Charaktereigenschaften, die ich mit Menschen mit Autismus verband. In einem Interview berichtete Ivo Kortlang vor Beginn der zweiten Staffel, dass ihm der Einstieg in seine Rolle diesmal sehr leicht gefallen sei. Die Kamera wurde angeworfen und er war wieder Toni. Ich finde, dass hat sich auch in seiner Rolle wiedergespiegelt. Von Anfang an waren Eigenschaften da, bei denen ich mir dachte: Genau das ist es! In dieser Staffel wurde deutlich, wie wichtig Struktur für Toni ist und wie wenig er mit Gefühlen anfangen kann. Dennoch weiß er: Die Clubmitglieder sind seine besten Freunde. Und die will er auf keinen Fall verlieren.

VORSICHT SPOILER: Leider geht dieser Teil nicht ganz spoilerfrei. Es gibt aber keine inhaltlichen Details.
Nick Julius Schuck in seiner Rolle als Hugo 
Schon in der Backstage Reportage zur ersten Staffel wurde deutlich, dass Nick Julius Schuck erwachsener geworden war. Mittlerweile ist er im Stimmbruch und ich fragte mich, ob seine Erzählstimme auch in der zweiten Staffel gut zur Geltung kommen würde. Ich wurde nicht enttäuscht. Das Tolle ist, dass sein Charakter Hugo in dieser Staffel eine schöne Geschichte bekommt. So hatte der Schauspieler die Möglichkeit seine Rolle weiterzuentwickeln. Obwohl er erwachsene Züge bekommen hat, konnte er die Feinheiten seiner Serienfigur sehr gut beibehalten.

Zum Anderen wurden in der zweiten Staffel neue Charaktere eingeführt, die Potential mitbringen und den Club ordentlich aufwirbeln. So lernen wir Kim kennen, die in dem Krankenhaus den Kampf gegen eine Krankheit aufnehmen muss. Gespielt wird die Rolle von Nele Schepe. Zudem wird eine weitere Erwachsene eingeführt, die einen ähnlichen Touch wie Benito bekommt, aber dennoch anders ist. Ich hoffe sehr, dass wir in der letzten Staffel noch ein paar tolle Szenen mit ihr zu sehen bekommen.
Das Spinnen der neuen Geschichten ist den Autoren hier gelungen.


Mein Fazit 

Während mir die Tiefe in über der Hälfte der zweiten Staffel fehlte, nahm die Geschichte gerade bei den letzten beiden Doppelfolgen ordentlich an Fahrt auf. Hier fand ich endlich das wieder, was ich mir die ganze Staffel gewünscht hatte: Momente, die mich berührten, zum Nachdenken brachten und nicht etwa versuchten zu moralisieren. Und die letzten Szenen? Diese brachten mir dieses Bauchgefühl zurück. Das Gefühl, welches sich kaum in Worte fassen lässt. Die letzten Minuten laufen, der Abspann wird eingeblendet und ich muss das Gesehene erst einmal verdauen. Mit diesen letzten Momenten verbinde ich sehr persönliche Eindrücke, die ich euch zwar erzählen würd,e allerdings müsste ich euch dann spoilern. Deswegen nur so viel: Ich fand mich hier total wieder.

Ganz nach dem Motto Alle guten Dinge sind drei wird Ende 2017 die letzte Staffel von Club der roten Bänder im Fernsehen zu sehen sein.
Ich wünsche mir sehr, dass die dritte Staffel genau mit der Atmosphäre beginnt, wie die zweite endete und nicht wieder eine halbe Staffel gebraucht wird, um an diesen Punkt zu kommen.