Montag, 16. September 2019

Chocolat

Bild von
steinbach - sprechende Bücher
Steckbrief 
Name: Chocolat (auch als Buch, eBook und Film erhältlich) 
Autor: Joanne Harris 
Verlag: steinbach - sprechende Bücher 
Geeignet für: Menschen, die zauberhafte Geschichten suchen 
Gelesen oder gehört: gehört als gekürztes Hörbuch
Sprecher: Maud Ackermann 
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten 


Klappentext 

"Ist Vianne Rocher eine Magierin? Sie verzaubert die Menschen mit ihren selbstgemachten Pralinés und Schokoladenkreationen. In dem französischen Städtchen, in dem sie sich niederlässt, gewinnt sie rasch Zugang zu allen Herzen. Mit einer Ausnahme: Pater Reynaud erklärt ihr, besorgt um das Seelenheil seiner Gemeinde, den Krieg." 


Meine Meinung 
Buchlinge, eigentlich sollte dieses Hörbuch einen Platz in meinem diesjährigen Weihnachtsspecial bekommen. Doch da es inzwischen wohl nur noch gebraucht erhältlich ist, habe ich es mir kurzerhand anders überlegt und erzähle euch deswegen heute schon von der Geschichte. 

Inhalt 
Wir lernen die junge Mutter Vianne kennen, die seit Jahren mit ihrer Tochter von Ort zu Ort zieht, immer auf der Suche nach einer neuen Heimat. Sie hat das Reisen inzwischen satt und beschließt sich in einem kleinen Dorf in Frankreich niederzulassen. Doch auch hier wird sie nicht mit offenen Armen empfangen. 

Was Joanne Harris hier sehr schön beschreibt, ist, was passiert, wenn man Menschen durch und durch freundlich begegnet, egal, ob die Freundlichkeit erwidert wird, oder eben nicht. Der Inhalt der Geschichte besteht im Grunde darin, zu beobachten, wie sich die Dynamik im Dorf verändert. Können Vianne und ihre Tochter vor Ort wirklich eine neue Heimat finden? Oder ist es vielleicht wirklich besser, die Zelte wieder abzubrechen und sich nach einem anderen Ort umzuschauen? 

Auch die Handlung von Chocolat glänzt vor allem durch die Haupt- und Nebencharaktere der Geschichte: Vianne hat ein gutes Gespür für Menschen und dafür, was ihnen in einer schwierigen Situation helfen könnte, egal, wie lange sie ihr Gegenüber schon kennt. Und diese Eigenschaft irritiert viele Dorfbewohner*innen, weil sie es zum einen nicht gewohnt sind, das man sich für sie interessiert und sie zum anderen so in ihrem Alltagstrott gefangen sind, dass ihnen der Zauber des Lebens verloren gegangen ist. 
Das Interessante ist, dass wir Vianne an einem Wendepunkt in ihrem Leben kennenlernen: Bisher war sie es gewohnt, nie lange an einem Ort zu bleiben. Diesmal ist es anders: Sie will sich den Dingen stellen, die sie im Dorf erwarten. Das ist insofern spannend, als das sie sich Konflikten stellt, den sie bisher immer erfolgreich aus dem Weg gegangen ist. 

Der zweite Protagonist der Geschichte ist der Pfarrer des Dorfes. Er hat sich in dem Dorf bereits gut eingerichtet. Er wird von den Dorfbewohner*innen akzeptiert und die meisten von ihnen, orientieren sich an dem, was der Pfarrer in seiner wöchentlichen Predigt so erzählt. Das Leben im Dorf hat also eine Ordnung, die Vianne mit ihrer Ankunft ganz langsam aber sicher auflöst. Je mehr Kontrolle der Pfarrer verliert, desto nervöser wird er. 
Spannend fand ich hier die Unschlüssigkeit des Pfarrers zu erleben: Einerseits verteufelte er Vianne und ihre Chocolaterie. Andererseits wurde in schwachen Momenten deutlich, wie sehr er sich wünscht, Teil der Gemeinschaft zu sein, die sich um Vianne sammelt. 

Hörbuch Gestaltung 
Besonders beeindruckt hat mich Hörbuchsprecherin Maud Ackermann. Sie kam mir aufgrund ihrer Stimmfarbe sehr bekannt vor, obwohl ich nicht klar sagen konnte, woher ich sie als Sprecherin kannte. Mir hat ihre Lesung von Chocolat unglaublich gut gefallen. Sie bringt nicht nur eine tolle Lesegeschwindigkeit mit, sondern lässt die Charaktere aufgrund ihrer Interpretation lebendig werden. 

Der Schreibstil von Joanne Harris ist leicht zu lesen bzw. in diesem Fall zu hören. Sie erzählt die Geschichten aus zwei Perspektiven: Der Perspektive von Vianne und der des Pfarrers. Beide Handlungsstränge sind in der Ich-Perspektive geschrieben und haben mir somit einen schnellen und guten Einstieg in die Geschichte ermöglicht. 
Obwohl der Inhalt bedrückend ist, weil wir immer wieder mitbekommen, wie Vianne und ihre Tochter aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen werden, schafft es Joanne Harris der Geschichte auch eine Leichtigkeit zu verleihen. Somit hat ihr Schreibstil für mich auch etwas zauberhaftes. 

Gesamteindruck 
Bei Chocolat handelt es sich um eine kurzweilige, aber sehr liebenswerte Geschichte. Obwohl sie nicht ganz im Winter spielt, würde ich euch empfehlen, sie in der Weihnachtszeit zu lesen oder zu hören. 

Montag, 9. September 2019

Unter der Drachenwand

Bild von
HörbuchHamburg

Steckbrief
Name: Unter der Drachenwand (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Arno Geiger 
Verlag: HörbuchHamburg
Geeignet für: Leute, die gerne historische Romane hören, oder Leute, die sich für sprachlich gut aufbereitete Geschichten interessieren 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Torben Kessler, Cornelia Niemann, Michael Quast, Torsten Flassig 
Bewertung: 3 von 5 Punkten 


Klappentext 

"Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg verloren, doch wie lang dauert er noch? Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen, vom ›Brasilianer‹, der von der Rückkehr nach Rio de Janeiro träumt, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich – und von der Liebe. Ein herausragender Roman über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über das Persönlichste und den Krieg, über die Toten und die Überlebenden."


Meine Meinung 
Buchlinge, sowohl von Arno Geiger als auch seinem Roman Unter der Drachenwand habe ich schon viel gehört. Deswegen ist der Titel Ende letzten Jahres bei mir eingezogen. Nun wollte ich hören, was es mit der Geschichte auf sich hat und muss leider gestehen, dass ich etwas enttäuscht zurückbleibe. 

Inhaltlich gibt es in Unter der Drachenwand nicht viel Neues. Die Geschichte spielt während des zweiten Weltkrieges in Österreich. Wir lernen einen Soldaten kennen, der aufgrund einer Kriegsverletzung beurlaubt ist und sich aufs Land in die Region Mondsee zurückzieht. Dort lernt er eine junge Frau aus Deutschland kennen, die aus Darmstadt vor dem Krieg geflohen ist und regelmäßig Briefe von ihrer Mutter aus der Heimat bekommt. 
Außerdem lernen wir einen Juden kennen, der gemeinsam mit seiner Familie um das Überleben kämpft und hören die Briefe eines Jungen, der an seine Cousine schreibt, die ebenfalls in der Region Mondsee lebt. 

Lange habe ich mich gefragt, wie die vier Handlungsstränge zusammenkommen. Letztendlich war das zwar gut gelöst, dennoch hatte ich auf etwas mehr Verbindung zwischen den verschiedenen Charakteren gehofft. Inhaltlich beschreibt die Geschichte nicht viel Neues, weil sie die Themen aufgreift, die einem während dem Krieg beschäftigen: Die Frage, was richtiges Handeln ist; ob sich das Kämpfen überhaupt noch lohnt; oder wie viel man für die Menschen tut, die man liebt. 

Durch die vier Perspektiven, die uns Arno Geiger hier zeigt, hatte ich mir eigentlich eine neue Sichtweise auf das Thema Krieg, oder die verschiedenen Positionen, in denen sich unsere Charaktere befinden, erhofft. Dennoch bewegt sich die Geschichte viel auf der Stelle bzw. wenn unsere Charaktere in die Handlung gingen, - besonders bei dem krankgeschriebenen Soldaten -, fiel es mir schwer, dessen Handlung nachvollziehen zu können, weil diese für mich häufig unbegründet bleibt. 

Obwohl mich der Inhalt von Unter der Drachenwand nicht packen konnte, beeindruckte mich Arno Geiger mit seinem Schreibstil. Den Handlungsstrang unseres Soldaten erzählt er aus der Ich-Perspektive. Alle anderen Handlungsstränge werden zwar ebenfalls aus der Ich-Perspektive aber auch aus der Briefform erzählt, was ich als interessante Abwechslung empfand. 
Im Handlungsstrang unseres Soldaten war es für mich spannend zu beobachten, wie sich eine Veränderung in den zwischenmenschlichen Beziehungen auf die Sprache auswirkt. So lernt der Soldat in Mondsee andere Leute kennen, die er aber nach ihrer Ortszugehörigkeit beschreibt. So spricht er von der Frau aus Darmstadt lange von der Darmstädterin. Das ändert sich erst, als sich die beiden anfreunden. Dann bekommt die Frau plötzlich einen Vornamen.

Beeindruckt haben mich auch die Handlungsstränge, die in Briefform geschrieben waren. Gerade die Briefe, die die Darmstädterin von ihrer Mutter bekommt, sind sprachlich sehr gut aufbereitet. Sie schwanken zwischen Sehnsucht nach der Tochter und Vorwürfen, dass sie von der Tochter verlassen wurde. Besonders interessant finde ich die Stellen, an denen die Briefe von der einen in die andere Richtung kippen. 

Was mich bei der Hörbuch Gestaltung etwas verwirrte, waren die vielen Sprecher*innen. Die Geschichte wird von Torben Kessler, Michael Quast, Cornelia Niemann und Torsten Flassig gelesen. Cornelia Niemanns Rolle ist klar: Sie liest die Briefe der Mutter, die aus Darmstadt an ihre Tochter schreibt. Ihre Interpretation hat mir unglaublich gut gefallen, weil sie diesen unmerklichen, oder manchmal auch sehr plötzlichen Wechsel in der Stimmung der Mutter unglaublich gut transportiert hat. 
Torben Kessler schlüpft hier in die Rolle des Soldaten und liest einen Großteil der Geschichte, Er hat eine helle, angenehme Stimmfarbe. Er hat es ebenfalls geschafft, die sprachlichen Feinheiten von Unter der Drachenwand gut herauszuarbeiten. Wenn die Perspektive des Soldaten aber in die Vergangenheit wechselte, hatte ich manchmal Mühe, Torben Kessler zu folgen, weil ich mir hier nicht sicher war, wann wir wieder in der Gegenwart und wann wir noch in den Erinnerungen des Charakters waren. 
Leider kann ich nicht sagen, welcher der beiden anderen Hörbuchsprecher welche Perspektive gesprochen hat. Beide Stimmen empfand ich als sehr angenehm. 
Was ich mir von Hörbüchern wünsche, die von mehreren Sprecher*innen gelesen werden ist, dass zu Beginn des Hörbuches erwähnt wird, wer welche Rolle spricht. Je nachdem wie viele Perspektiven es in der Geschichte gibt, klärt sich diese Frage meist von selbst. Allerdings ist es bei Hörbüchern mit mehr als drei Perspektiven häufig schwierig, den/die Sprecher*in der richtigen Perspektive zuzuordnen, vor allem, wenn man noch nicht alle Sprecher*innen kennt. 

Gesamteindruck 
Inhaltlich hat mich Unter der Drachenwand leider enttäuscht. Ich hatte mir hier mehr von der Geschichte erhofft, bin mir aber auch nicht sicher, ob ich einige Aspekte, der Geschichte vielleicht einfach nicht verstanden habe. 
Dennoch hat mich Arno Geiger mit seinem Schreibstil beeindrucken können. Ich kann mir also gut vorstellen, eines Tages nochmal zu Unter der Drachenwand zu greifen, um mit der Geschichte arbeiten zu können. 

Sonntag, 8. September 2019

Ge(h)plaudert: Mein Hörmonat August 2019

Hallo Buchlinge, 

ich bin etwas aus der Übung, was das Podcast aufnehmen betrifft. Dennoch nutze ich heute die Gelegenheit, um euch von den Geschichten zu erzählen, die ich im August beendet habe. 

Hinweis: Bei Unter der Drachenwand von Arno Geiger war ich etwas verwirrt, was den vierten Hörbuchsprecher betrifft. Beim Überarbeiten der Podcast Folge ist mir der vierte Handlungsstrang der Geschichte wieder eingefallen. Meine Aussage, dass ich die Sprecher nicht auseinanderhalten konnte, nehme ich also hiermit zurück. 

Podcast direkt bei YouTube hören. 




Erwähnte Hörbücher: 
Drachenläufer von Khaled Hosseini 
Die Sturmschwester von Lucinda Riley 
Unter der Drachenwand von Arno Geiger 

Inhaltsverzeichnis 
00:00 Min: Intro 
00:36 Min: Drachenläufer 
01:08 Min: Drachenläufer Hörprobe 
02:47 Min: Meinung zum Hörbuch 
06:53 Min: Die Sturmschwester 
07:43 Min: Die Sturmschwester Hörprobe 
12:11 Min: Meinung zum Hörbuch 
17:40 Min: Unter der Drachenwand 
24:53 Min: Outro 

----------------------------------------------------

Und Du? 
Kennst Du eine der Geschichten? 
Welche Titel hast Du im August beendet? 

Sonntag, 1. September 2019

Zurückge(h)blickt August 2019

Baum, Sonnenschirm, der über
einen Liegestuhl gespannt ist.
Foto: A. Mack
Hallo Buchlinge, 

die Sommerferien gehen auch hier in Baden-Württemberg dem Ende entgegen und es wird Zeit auf den August zurückzublicken. Kleinlaut muss ich gestehen, dass ich kaum Hörbücher gehört oder Bücher gelesen habe. Dennoch ist im August viel passiert, von dem ich euch nun berichten werde. 


Beendet - Die Statistik 
Bevor ich euch von den beiden Geschichten erzähle, die ich im August beendet habe, wollen wir erst einmal einen Blick auf meine Statistik werfen. 

Gelesene / gehörte Zeit: 1 Tag 21 Stunden 57 Minuten 
Gelesene Seiten: 133 Seiten 
Beendete Hörbücher: 3 Hörbücher 
Neuzugänge:
Britt Marie war hier von Fredrik Backman 
Die wilden Hühner Fuchsalarm (Bd. 2) von Cornelia Funke
Die wilden Hühner und das Glück der Erde (Bd. 3) von Cornelia Funke 
Sorry von Zoran Dvrenkar 


Beendet - Die Geschichten 
Wenn ihr auf den Titel der Geschichte klicken könnt, ist die Rezension bereits online gegangen. 

Bild von
HörbuchHamburg
Unter der Drachenwand von Arno Geiger
In dieser Geschichte erleben wir vier Charaktere, die im zweiten Weltkrieg um das eigene Überleben kämpfen. Sie treffen alle unter der Drachenwand aufeinander.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich von diesem Titel halten soll. Das Thema Krieg ist nichts Neues und so gab es auch inhaltlich keine Aspekte, die mich groß überrascht haben bzw. mir eine neue Perspektive auf das Thema Krieg ermöglichen konnten. Arno Geiger hat mich hier aber mit seiner Darstellung der Charaktere und seinem Schreibstil überrascht und somit viel Raum gegeben, um Unter der Drachenwand interpretieren zu können. Dennoch muss ich kleinlaut gestehen, dass ich mir inhaltlich etwas mehr von der Geschichte erhofft hätte und einige Wendungen nicht ganz verstanden habe.


Bild von der Hörverlag
Die Sturmschwester von Lucinda Riley
Im zweiten Band der Sieben-Schwestern-Reihe lernen wir Ally kennen, die sich ebenfalls auf die Suche nach ihrer Herkunftsfamilie begibt. Lucinda Riley überraschte mich hier mit einem neuen Stilmittel und zwar der Geschichte in der Geschichte, die ich fast spannender fand, als den Handlungsstrang mit Protagonistin Ally. Was mir an der Reihe gut gefällt ist, dass wir am Ende immer einen kleinen Einblick in den nächsten Band bekommen und so die nächste Protagonistin und auch die nächste Sprecherin kennenlernen. Nun bin ich gespannt, welche Geschichte im dritten Band der Reihe auf uns wartet.


Bild von steinbach 
Drachenläufer von Khaled Hosseini
Wir lernen hier Amir kennen, der in Afghanistan lebt und mit seinem Diener Hassan aufwächst. Eines Tages erleben die beiden eine Situation, die ihr Leben verändert.
Dieses Hörbuch war mein Monatshighlight. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und wir haben deswegen auch unterschiedliche Konfliktebenen, die sehr gut umgesetzt waren.
Einzig bei der Verknüpfung der Handlungsstränge bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich die Verbindung gut oder etwas konstruiert finden soll. 


Gefreut 
Auch im August gab es wieder Ereignisse, über die ich mich gefreut habe und die ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte.

Erste Hochzeit im Freundeskreis 
Ende August fand die erste Hochzeit in meinem Freundeskreis statt. Ich habe mich sehr für das Brautpaar gefreut und muss auch gestehen, dass die Hochzeit nochmal ein weiterer Schritt in die Wir-werden-erwachsen-Richtung war.

Die Planung für die Frankfurter Buchmesse beginnt 
Im August ist der Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse online gegangen und ich bin schon fleißig dabei, interessante Termine vorzumerken. Außerdem bekam ich Mitte August bereits die erste Terminanfrage von einem Hörbuchverlag, worüber ich mich ebenfalls sehr gefreut habe.

Endlich wieder gesund 
Nachdem ich von Anfang Juli bis Mitte August krank war, scheine ich jetzt endlich wieder gesund und vor allem belastbar zu sein. Das ist unglaublich angenehm. Mir ging das rumhängen und nichts tun können nämlich wirklich auf die Nerven.


Getrennt 
... habe ich mich von einem großen Stapel meiner Bücher. Ich plane nämlich, mir ein richtig episches Hörbuchregal bauen zu lassen. Damit das aber in meinem Zimmer untergebracht werden kann, muss eines meiner Bücherregale weichen. Und da ich die meisten Bücher nicht noch einmal lesen (können) werde, habe ich kurzerhand beschlossen, einen weiteren Stapel zum Verkauf anzubieten. Wer mir auf Instagram folgt, hat meine drei Bücherstapel Bilder bereits gesehen. Wenn ihr hier auf dem Blog an einem eigenen Post interessiert seid, in dem ich euch die Titel zeige, die ein neues Zuhause suchen, schreibt es mir gerne in die Kommentare. (Ich verlange für die Hardcover Titel 5 Euro und für die Paperback und Taschenbücher 3 Euro. Ein Tausch ist nur möglich, wenn ihr mir ein Hörbuch anbieten könnt, bzw. mich der Titel auch anspricht).


Hinter den Kulissen 
Im August feierte Ge(h)Schichten fünfjähriges Bestehen. Das ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Ge(h)Schichten ist mein dritter Blog und hier bin ich bisher am längsten dabei geblieben und habe nach wie vor Spaß an dem, was ich hier so für euch produziere.

Der August ist seit 2017 der Monat des Buchblog Awards. Ge(h)Schichten war in diesem Jahr ebenfalls nominiert. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass es um de 600 Nominierungen gab. Deswegen rechne ich mir mal nicht so hohe Chancen auf einen Shortlist Platz aus. Ich hoffe sehr, dass die Shortlist morgen bekannt gegeben wird und ich bin natürlich unglaublich gespannt, welche Kanäle dort vertreten sein werden.


Was gab's zu erzählen? 
Lasst uns nun einen Blick auf die Beiträge werfen, die im August online gegangen sind.

Ge(h)plaudert 
Hörmonat Juli 2019

Rezensionen aus dem vorherigen Monat 
Der stumme Tod
Nijura - Das Erbe der Elfenkrone
Eine Tüte grüner Wind
Ophelia Scale - Die Welt wird brennen

Ge(h)schrieben 
Das Camp NaNoWriMo und ich

Ge(h)dacht 
5 Jahre Ge(h)Schichten


In diesem Sinne...
Ja, Buchlinge, da ich im August eben noch krank war, gibt es leider gar nicht so viel zu berichten. Dennoch wollte ich nicht auf den Monatsrückblick verzichten. An dieser Stelle interessiert mich natürlich, welche Geschichten ihr im August verschlungen habt und weiterempfehlen könnt.
Ich hoffe, ihr seid gut in den September gekommen (und die Potterheads unter euch sind nicht allzu traurig, dass sie den Hogwarts Express nicht erreicht haben).

Mittwoch, 28. August 2019

Drachenläufer

Bild von steinbach sprechende Bücher
Steckbrief 
Name: Drachenläufer (auc hals Buch erhältlich) 
Autor: Khaled Hosseini 
Verlag: steinbach - sprechende Bücher 
Geeignet für: Menschen, die sich für historische Romane interessieren 
Gelesen oder gehört: gehört; Hörbuch gibt es sowohl gekürzt als ungekürzt im Buchhandel 
Sprecher: Markus Hoffmann 
Bewertung: 5 von 5 Punkten 

Klappentext 

" 'Drachenläufer' ist die dramatische Geschichte einer Freundschaft, eine Geschichte von Liebe und Verrat, Trennung und Wiedergutmachung vor dem Hintergrund der jüngsten Vergangenheit Afghanistans: 
Viele Jahre nach dem schrecklichen Verrat an seinem besten Freund Hassan kehrt der erwachsene Amir aus dem Ausland in seine Heimatstadt Kabul zurück, um seine Schuld zu tilgen. Doch Kabul hat sich seit damals, 1975, sehr verändert." 


Meine Meinung
Buchlinge, dieses Hörbuch ist mir durch Zufall in die Hände gefallen. Drachenläufer beweist, dass mich der Titel einer Geschichte ganz schön in die Irre führen kann. Ob das in diesem Fall gut oder schlecht war, erzähle ich euch in dieser Rezension. 

Inhalt
Besonders gut an der Geschichte gefällt mir, dass wir das Land Afghanistan aus zwei Perspektiven kennenlernen und uns ein Afghanistan gezeigt wird, das mir bisher noch unbekannt war. Khaled Hosseini spricht in Drachenläufer verschiedene Themen an, auf die ich nun eingehen möchte: 
Kommen wir zuerst zur gesellschaftlichen Norm: Die Geschichte beginnt in den 70er Jahren. Unser Protagonist Amir stammt aus einer wohlhabenden Familie. Er lebt mit seinem Vater und zwei Dienern in einem großen Haus und hat eine scheinbar unbeschwerte Kindheit, die er größtenteils mit seinem Diener Hassan verbringt, der ungefähr im selben Alter ist. Während die Diener in Amirs Familie sehr gut behandelt werden, wird schnell deutlich, dass nicht alle Afghanen ihren Dienern wohlgesonnen sind und es auch Leute unter ihnen gibt, die ihre Diener ganz klar auf die unterste Stufe der Hierarchie stellen. Amir befindet sich also in einem Konflikt: Er kennt Hassan von Klein auf und verbringt gerne Zeit mit ihm. Doch ist es ihm wichtig, die Grenze zwischen Diener und Herr nicht zu überschreiten. Hassan hingegen bringt ihm nicht nur Vertrauen, sondern auch unglaubliche Treue entgegen. 

Der zweite Konflikt - und dieser ist auch heute noch ziemlich präsent - ist die Sache mit der Religion: Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, was einen guten Muslim ausmacht und wie sich die Gesellschaft in Afghanistan aufgrund der Religion und Machtergreifung der Taliban verändert. 
Was mir gut gefallen hat war, dass Religion in der Geschichte zwar Raum eingenommen hat, aber nicht primär die Haupthandlung bestimmt hat. Obwohl der Autor ein Afghanistan beschreibt, das von Angst und Terror bestimmt wird, schafft er es dennoch, nicht moralisch zu werden und diejenigen zu verteufeln, die Anderen Gewalt antun. 

Das dritte - und auch heute noch präsente - Thema ist die Migration. Es gibt Charaktere, die im Laufe der Geschichte ihr Land verlassen und sich gezwungenermaßen eine neue Heimat suchen müssen. Während sie in Afghanistan ein gutes, wohlhabendes Leben geführt haben, befinden sie sich in der neuen Heimat in der Arbeiterklasse. Keine Diener, kein Haus mit Garten, sondern eine 1-2 Zimmerwohnung, ein schlecht bezahlter Job und eine ihnen fremde Sprache und Kultur. 
Das Spannende fand ich, dass wir die Flüchtlingsproblematik hier aus einer anderen Perspektive erleben: Wir lernen Charaktere kennen, die froh sind, in der neuen Heimat bekannte Gesichter und Menschen aus der selben Kultur wiederzutreffen. Wir erleben Generationenkonflikte: Die Alten, die an den Werten und Normen der alten Heimat festhalten und diese im neuen Land fortführen wollen. Die Jungen, denen die Werte zwar wichtig sind, die aber auch offen für die neue Kultur sind, die ihnen begegnet. 

Ich bin mir noch etwas unschlüssig, was ich über die Handlungsstränge der Geschichte denken soll. Amir und Hassan erleben in Afghanistan eine Situation, die das Leben der beiden verändern wird. Beide holt diese Situation Jahre später wieder ein. Einerseits fand ich die Handlungsstränge sehr gut miteinander verbunden. Andererseits schwankte ich gegen Ende auch ein bisschen, weil ich mir unschlüssig war, ob die Wendung in der Handlung nicht doch etwas konstruiert gewesen ist. 

Der Inhalt von Drachenläufer wird nicht nur durch die Themen Gesellschaft, Religion und Migration bestimmt, sondern auch durch die Situation, die unsere beiden Charaktere miteinander erleben. Beide Merkmale sorgen für einen spannenden Inhalt. 

Khaled Hosseini beschreibt die beiden wichtigen Charaktere - Protagonist Amir und seinen Diener Hassan - sehr gelungen. Amir macht sich viele Gedanken und ist sich oft nicht sicher, ob oder wie er in einer bestimmten Situation handeln soll. 
Hassan hingegen denkt nicht groß darüber nach: Für Menschen, die er liebt, macht er sich ohne zu zögern, stark. Amir nimmt das wahr und hat Mühe, Hassans Treue zu begreifen, da diese Treue Hassan auch in brenzlige, für ihn gefährliche Situationen bringen kann. 
Nicht ganz schlau geworden bin ich hingegen aus Amirs Vater Babak, der ab einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte mehr Raum einnimmt. Seine Entwicklung wurde mir nicht schlüssig genug herausgearbeitet. 

Fasziniert bin ich diesmal von der Hörbuch Gestaltung: Laut der Website des Verlages ist Drachenläufer in der Taschenhörbuch-Edition erschienen. Hier versuchte der Verlag eine Zeit lang, spannende Geschichten zu einem möglichst günstigen Preis anzubieten und somit ein ähnliches Medium, wie das Taschenbuch zu schaffen. Die Verpackung konnte mich aber nicht ganz überzeugen. Inzwischen scheint der Titel in haptischer Form auch vergriffen zu sein und ich habe schon befürchtet, dass es das Hörbuch gar nicht mehr im Buchhandel gibt. Doch bei meiner Recherche für die Rezension machte ich eine überraschende Entdeckung: Drachenläufer gibt es sowohl in gekürzter als auch in ungekürzter Fassung. Hier bin ich wirklich positiv überrascht, weil ich es von Hörbüchern gewohnt bin, dass man sich entweder für eine der beiden Fassungen entscheidet, oder die ungekürzte Fassung ausschließlich über audible erhältlich ist. 
Das Hörbuch wird von Markus Hoffmann gelesen, der mir als Sprecher sehr gut gefallen hat. Er hat eine angenehme, helle Stimmfarbe und hat die Geschichte für mich lebendig werden lassen. In Drachenläufer spielt sich vieles zwischen den Zeilen ab. Markus Hoffmann hat es geschafft, diese Stellen so gut zu betonen, dass mir das Wesentliche aufgefallen ist. 

Schreibstil
Khaled Hosseini erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und wählt dafür aber nicht, wie beispielsweise bei Jugendbüchern sehr beliebt, die Zeitform der Gegenwart, sondern schreibt Drachenläufer in Präteritum.
Ich war positiv überrascht, wie gut diese Mischung aus Perspektive und Zeitform hier funktionierte. Es gab keine langen "war"- und "hatte"-Absätze. Die Geschichte ließ sich unglaublich flüssig hören. 
Besonders gut gefallen haben mir die sprachlichen Bilder mit denen Khaled Hosseini die Geschichte ausschmückt. So schafft er es, das Wesentliche aus der Geschichte herauszuarbeiten, ohne dabei moralisch zu werden, oder Partei für eine bestimmte Gruppe zu ergreifen. 

Gesamteindruck 
Ich habe Drachenläufer ohne Erwartungen begonnen und war einfach gespannt, um was es in der Geschichte geht. Dem Titel nach zu urteilen, hätte ich tatsächlich mit einem Fantasyroman gerechnet. Etwas schmunzeln musste ich, als wir dann erfuhren, was der Drachenläufer tatsächlich ist. 
Drachenläufer erzählt eine Geschichte, die nicht nur von Freundschaft, sondern auch grenzenloser Liebe und Treue handelt. Außerdem bekommen wir einen Einblick in eine uns fremde Kultur. Wer also eine spannende Geschichte sucht, sollte unbedingt zu dem Titel greifen.