Mittwoch, 26. Juni 2019

Was macht ein gutes Hörbuch aus?



Gesicht einer Frau, die ihr Kinn
in die Hand gestützt hat. Vor ihr 
eine Gedankenblase 
in der "Ge(h)dacht" steht
Foto: A. Mack

Hallo Buchlinge,

wieder einmal hat mich der Freiburger Bücherstammtisch zu einer kleinen Reihe rund um das Thema Hörbuch inspiriert. Im Juni war nämlich genau dieses Thema eines unserer Programmpunkte. Und wer meinem Blog schon eine Weile folgt, weiß, dass ich einiges zum Thema Hörbuch zu erzählen habe. 
Beginnen wir also diesen, längst überfälligen, Themenschwerpunkt mit den Fragen: Was macht für mich ein gutes Hörbuch aus? Welche Aspekte entscheiden darüber, ob ein Hörbuch bei mir einziehen darf? 


Die Stimme 
Während das Buchcover häufig entscheidet, ob ein Titel in die Hand genommen und der Klappentext gelesen wird, ist es bei mir der/die Hörbuchsprecher*in, die mich entweder sofort zugreifen, oder doch zögern lassen. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass die Stimme etwas sehr subjektives ist: Es gibt Hörbuchsprecher*innen, die ziemlich gefragt und beim Publikum auch recht beliebt sind, die mir aber überhaupt nicht liegen. Und dann gibt es auch Hörbuchsprecher*innen, von denen ich am liebsten viel mehr Texte interpretiert haben möchte. 

Nun stellt sich die Frage, was eine/n gute/n Hörbuchsprecher*in für mich ausmacht.  Zuerst einmal muss mich der/die Sprecher*in von seiner/ihrer Stimmfarbe ansprechen. Kann ich ihm/ihr gut zuhören?
Ob mir die Stimmfarbe liegt, finde ich meist in der Hörprobe zum Hörbuch heraus. Die Hörproben zu den Titeln können auf den Homepages der Hörbuchverlage angehört werden. Leider sind nicht alle Websiten wie z.B. die Website der RandomHouse Verlagsgruppe (da die Seiten aller Verlage denselben Aufbau haben, gehe ich mal davon aus, dass das alle Websiten betrifft) barrierefrei. Deswegen empfehle ich, den gewünschten Titel bei einem Shop z.B. iTunes zu suchen. Manchmal kann man auch dort in den Titel reinhören.

Doch die Stimmfarbe alleine reicht nicht immer aus, um mich über mehrere Stunden hinweg bei Laune halten zu können. Der/die Sprecher*in muss Feinheiten der Geschichte herausarbeiten. Doch was genau sind Feinheiten für mich? Die Betonung muss stimmen. Der Text darf nicht immer gleich interpretiert sein. Ich muss hören können, welche Stimmung die Geschichte transportieren soll. Ich will die Charaktere der Geschichte kennen und verstehen lernen.

Einige Hörbuchsprecher*innen sind vor allem aufgrund ihrer Stimmfarbe oder einer bestimmten Eigenschaft, wie beispielsweise das Sprechen von Dialekt in regionalen Krimis gefragt. Für ihr Themengebiet sind sie meist sehr gut geeignet. Allerdings kann man sie aus meiner Sicht eben nur für bestimmte Titel einsetzen.

Und wer sind meine Lieblingshörbuchsprecher*innen?
An dieser Stelle habe ich mal eine kleine Auswahl der Sprecher*innen für euch, die zu meinen bisherigen Favoriten gehören. Wenn ihr wissen wollt, welche Titel von den hier genannten Sprecher*innen gelesen wurden, schaut doch mal in meiner Nach Hörbuchsprecher sortiert Liste vorbei.


  • Birte Schnöink 
  • Luise Helm
  • Julia Nachtmann 
  • Maria Koschny
  • Eva Gosciejewicz
  • Die Thalbach Frauen  
  • Simon Jäger 
  • David Nathan 
  • Christoph Maria Herbst 
  • Andreas Fröhlich 
  • Stefan Kaminski 
  • Dietmar Wunder 



Die Geschichte und der/die Autor*in
Ja, Buchlinge, wenn ich mir ein neues Hörbuch zulege, steht der/die Autor*in des Textes für mich nicht an erster Stelle. Wenn es sich um Autor*innen handelt, von denen ich bereits mehrere Titel gehört habe, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass auch der neuste Titel bei mir einzieht. Allerdings können es auch mir unbekannte Autor*innen in mein Hörbuchregal schaffen, wenn ihr Titel von einem meiner Lieblingshörbuchsprecher*innen gelesen wurde.

Wie ihr ja wisst, bin ich in mehreren Genres zu Hause und glaube daher, dass ich offen für viele Geschichten bin. Was mich aber von einem Kauf abschreckt, sind Klischees: Der Protagonist, der eine fantastische Welt vor den bösen Gefahren retten muss, der am Boden liegende Ermittler, der von seiner Vergangenheit eingeholt und nebenbei noch ein Sexual- und/oder Gewaltverbrechen aufklären muss; der Privatermittler, der einen Serienkiller überführen soll... Ihr kennt diese Klappentexte sicher: Gefühlt wisst ihr schon nach dem ersten halben Satz, wohin die Geschichte läuft und ob ihr euch das wirklich antun wollt. 

Buchlinge, an dieser Stelle verrate ich euch ein Geheimnis, was ab jetzt keines mehr ist: Während sich viele von euch im Buchhandel von neuen Geschhichten inspirieren lassen, nutze ich dafür die jährlichen oder halbjährigen Treffen mit den Pressemitarbeiterinnen verschiedener Hörbuchverlage im Rahmen der Frankfurter und der Leipziger Buchmesse. Glücklicherweise nehmen sich die Mitarbeiterinnen meist eine halbe bis Dreiviertelstunde Zeit, mir von dem kommenden Verlagsprogramm zu erzählen. Und meist warten dort ziemlich viele, spannende Titel auf mich, die ich dann im kommenden Jahr höre. 

Seit dem Bücherstammtisch und dem Buchclub lerne ich aber auch immer wieder andere Geschichten kennen, die bereits schon länger im Buchhandel zu finden sind. 
Richtige Stöberrunden in Buchhandlungen mache ich leider so gut wie gar nicht mehr, weil es mir einfach zu mühsam ist, die Klappentexte der Hörbücher im Laden lesen zu müssen, wobei das nichts mit der Gestaltung des Hörbuches, oder der Buchhandlung zu tun hat, sondern eher mit meiner Sehrest zusammenhängt. 


Die Gestaltung des Hörbuches 
Die Gestaltung beim Hörbuch ist für mich ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Handelt es sich um eine gekürzte oder ungekürzte Fassung? Oder wurde die Buchvorlage sogar ausschließlich als Hörspiel umgesetzt? 

Die verschiedenen Formate
Ich stehe gekürzten Hörbüchern, die auch als autorisierte Fassungen bezeichnet werden, sehr kritisch gegenüber. Die Mitarbeiterinnen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der verschiedenen Hörbuchverlage erklären zwar immer, dass natürlich sensibel gekürzt wird. Dennoch ertappe ich mich häufig dabei, wie ich mich bei gekürzten Titeln auf die Fehlersuche begebe: Wurde der Handlungsstrang bereits erwähnt? Kam die Szene wirklich vor, auf die sich Protagonist X gerade bezieht? Und ist gerade diese Pause zwischen zwei Ereignissen nicht zu kurz? Fehlt hier nicht vielleicht sogar eine Szene dazwischen? 

Wenn ein Buch wenig Seiten hat und dann noch als gekürztes Hörbuch umgesetzt wurde, verstehe ich häufig den Grund nicht. Bei Titeln, die eine Länge von 1.000 Seiten haben, gibt es sicher Stellen, die gut gekürzt werden können und wahrscheinlich nicht mal von mir vermisst werden. Aber wenn ein Titel nur 250-300 Seiten hat, frage ich mich wirklich, wo bei den Kürzungen dann angesetzt wird. 
Häufig heißt es ja, dass man bei den Nebensätzen sehr radikal ist. Damit habe ich auch kein Problem, weil das gut von den Interpret*innen aufgefangen werden kann. Aber gerade, wenn es wirklich an inhaltliche Kürzungen geht, bin ich sehr skeptisch. 

Deswegen freut es mich umso mehr, dass durch das mp3 Format mehr ungekürzte Titel produziert werden. So habe ich die Möglichkeit alle Aspekte einer Geschichte kennenzulernen und auch mit Leser*innen über den Titel diskutieren zu können, die lieber zur Buchvorlage gegriffen haben. 

Aktuell bin ich gerade dabei mich an das Hörspiel heranzutasten: Bisher habe ich schon ein paar Hörspiele gehört, die aber auf einer Buchvorlage basierten. Schön finde ich es, wenn das Hörspiel einen Mehrwert zur Buchvorlage liefert und es uns eine neue Perspektive auf die Geschichte ermöglicht. Dennoch ertappe ich mich auch bei den Hörspielen, die auf einer Buchvorlage basieren, bei der Frage, wo der Text gekürzt wurde und wie viel von dem Originaltext wirklich noch drin steckt. 

Das Sahnehäubchen der Hörbuch Gestaltung 
Was ich an Hörbuch Gestaltungen wirklich mag, was mir leider aber noch viel zu selten begegnet ist sind folgende Stilmittel: 
Immer wieder gibt es Hörbücher, die von mehreren Sprecher*innen gelesen werden. Hier finde ich es sehr praktisch, wenn am Anfang des Hörbuches kurz erklärt wird, wer welche Rolle spricht. In Was wir dachten, ws wir taten von Lea-Lina Oppermann ist das beispielsweise super gelöst und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. 
Der zweite Punkt, der mir wichtig ist, sind die Kapitel Angaben. Gerade wenn man einen Titel mit mehreren Kapiteln oder Perspektiven hat und diesen gemeinsam im Rahmen einer Lese- bzw. Hörrunde mit anderen Leser*innen genießen möchte, ermöglichen einem die Kapitelangaben das Einhalten der verschiedenen Leseabschnitte, in die die Titel bei Leserunden häufig eingeteilt werden. 


Und Du? 
Hörst Du Hörbücher? 
Was ist Dir bei einem Hörbuch wichtig? 

Montag, 24. Juni 2019

[Anzeige] Frantumaglia



Bild von der Hörverlag
Steckbrief 
Name: Frantumaglia (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Elena Ferrante 
Verlag: der Hörverlag 
Geeignet für: Fans von Elena Ferrante, oder Leute, die wissen wollen, was die Autorin über ihre Werke denkt 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch (Textauswahl mit Briefen von der Autorin) 
Sprecher: Eva Mattes 
Bewertung: 2,5 von 5 Punkten 

Klappentext 

"[...] 
1992 entschied sich die Autorin der Neapolitanischen Saga dafür, inkognito zu bleiben. Seitdem rätseln Leser und Journalisten, wer sich hinter dem Pseudonym Elena Ferrante verbergen mag. Viel interessanter als alle Spekulation ist jedoch das, was Elena Ferrante selbst zur Figur des Autors, über das Spiel mit Lüge und Wahrheit und über ihr Schreiben äußert. In Briefen, Essays und unveröffentlichten Texten erlaubt sie einen Blick in ihre Werkstatt und erläutert ihre Entscheidung, nicht als Person in die Öffentlichkeit zu treten.
Gelesen von Eva Mattes.

Enthält die Briefe und Essays: Das Befana-Geschenk; Lügen sagen immer die Wahrheit; Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit; La Frantumaglia sowie als Abdruck Jeder Mensch ist ein Schlachtfeld." 


Meine Meinung 
Buchlinge, ich wusste schon seit einer Weile, dass diese Textsammlung geplant ist. Mir wurde erzählt, dass wir bei Frantumaglia Elena Ferrante besser kennenlernen. Meine Vorfreude war sehr groß. Doch leider konnte mich Frantumaglia nicht ganz packen... 

Frantumaglia ist kein Roman aus der Feder der neapolitanischen Autorin. Hier werden uns eine Auswahl verschiedener Briefe präsentiert, die Elena Ferrante an Journalisten oder ihren Verlag geschrieben hat. Als ich von dem Inhalt hörte, fand ich die Idee eigentlich ziemlich gut: Schließlich sind Briefe etwas sehr persönliches und ich rechnete also damit, dass wir nach dem Hörbuch ein bisschen mehr über Elena Ferrante wissen, als zuvor. Leider war das aus meiner Sicht nicht so. 

Aber kommen wir zuerst zu den positiven Dingen: Was ich sehr spannend fand, waren Elena Ferrantes Gedanken zum Thema Autorenleben und Literatur. So meinte sie beispielsweise, dass eine Geschichte von sich aus überzeugen muss und es nichts bringt, große Marketingaktionen zu starten, um ein Buch zu bewerben. Sie selbst tritt genau aus diesem Grund nicht in der Öffentlichkeit auf. Sie - sofern ich das richtig verstanden habe - sieht ihre Aufgabe darin, Geschichten zu erzählen. Und wenn diese gut sind, wird sich das an den Verkaufszahlen zeigen. Gerade in unserer heutigen Zeit finde ich diesen Gedanken sehr spannend, weil es für Autor*innen immer wichtiger wird, im Internet vertreten zu sein, mindestens durch eine aktuelle Homepage, im besten Fall aber durch aktive Social Media Kanäle. 

Der zweite positive Aspekt ist hier, dass sie in einem Brief auf ihre bisher veröffentlichten Titel eingeht und die Handlungen der Protagonistinnen für uns interpretiert. So lernte ich beispielsweise, dass ich Lästige Liebe völlig falsch beurteilt hatte. Der Roman erschien viele Jahre vor der neapolitanischen Saga. Meine Kritikpunkte, der fehlende Spannungsaufbau und die nicht verbundenen Handlungsstränge, sind zwar nach wie vor richtig, allerdings verstehe ich nun, warum Lästige Liebe mir bei weitem nicht so gut gefallen hat, wie die neapolitanische Saga: Zwischen den zwei Titeln hat sich die Autorin nämlich weiterentwickelt. 

Kommen wir nun zu den Aspekten, die mich weniger angesprochen haben. Es sind keine wirklich negativen Aspekte, weil Elena Ferrante mit den Themen, über die ich jetzt schreiben werde, sicher viele Hörer*innen erreicht: Feminismus ist ein wichtiges Thema in ihren Geschichten. Und so taucht das Thema auch in einem sehr langen Brief an zwei Journalistinnen auf, in dem sie die Entwicklung ihrer Protagonistinnen schildert. Ich finde es wichtig, dass Autor*innen über die Themen schreibe, die sie beschäftigen. Aber ich hatte hier den Eindruck, einen wissenschaftlichen Text vor mir zu haben und musste mir eingestehen, dass ich inhaltlich nicht mitkam.
Zum einen hatte das damit zu tun, dass ich nicht alle bisher ins Deutsche übersetzte Titel der Autorin kannte und daher auch etwas genervt war, weil Elena Ferrante bei einigen Titel sehr ins Detail ging und ich daher vermutete, gerade unabsichtlich gespoilert worden zu sein.
Und zum anderen verwirrten mich die Schachtelsätze und einige Fachbegriffe, für die ich an dieser Stelle gerade leider keine Beispiele habe.

Das, was Elena Ferrante durch ihre Protagonistin Elena in der neapolitanischen Saga anprangert, nämlich, dass sich viele Akademiker hinter ihrer Wissenschaft verstecken, ist der Autorin aus meiner Sicht hier selbst passiert. 
An sich ist das nicht schlimm. Kein Mensch ist perfekt und ich kann mir auch vorstellen, dass viele Hörer*innen aufgrund Elena Ferrantes politischer Postion zu ihren Romanen greifen. 
Ich hatte mir hingegen gewünscht, die Autorin ein bisschen besser kennenzulernen. Hin und wieder kam sie bei mir an und es gab Gedanken, bei denen ich ihr zustimmen konnte. Aber es gab eben auch diese Momente, in denen der wissenschaftliche Aufsatz sehr präsent war. 

Was die Gestaltung des Hörbuches betrifft, bin ich diesmal wirklich etwas hin- und her gerissen: Im Idealfall gefällt mir bei einem Hörbuch nicht nur die Geschichte, sondern auch die Interpretation. Manchmal hingegen, gefällt mir nur eines von beiden. Und hier ertappte ich mich dabei, wie mich auch die Interpretation von Eva Mattes etwas überforderte. 
Eigentlich war ich ziemlich froh, dass Frantumaglia von Eva Mattes, der deutschen Stimme der Elena Ferrante Titel, gelesen wurde. Sie kannte die Texte der Autorin bereits und deshalb rechnete ich damit, dass es ihr auch nicht schwer fallen würde, die Briefe der Autorin zu lesen. Außerdem musste ich mich so nicht an eine neue Geschichte gewöhnen. 
Allerdings gibt es in Frantumaglia einige Auszüge aus Elena Ferrantes Titeln, die es nicht in die Romane geschafft haben. Und hier hatte ich häufig Mühe zu unterscheiden, wann die fiktive Geschichte begann und wann wieder aus Elena Ferrantes Briefen gelesen wurde. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie man den Unterschied besser hätte hervorheben können. Musik? Geräusche? Wäre das wirklich eine gute Option gewesen, oder hätte das nicht vielleicht auch den Text an sich geschwächt? 
Buchlinge, ich weiß es nicht. Und es nervt mich auch ein bisschen, weil ich Eva Mattes und die Produktionen des Hörverlags eigentlich mag. 

Gesamteindruck 
Wer bereits alle in Deutschland veröffentlichten Titel der Autorin gelesen oder gehört und auch geliebt hat, könnte mit Frantumaglia vielleicht ein kleines Highlight finden. Die Autorin erzählt nicht nur von Lästige Liebe oder Frau im Dunkeln, sondern liefert auch noch Textpassagen aus den Titeln. Nebenbei wird es dann noch ein bisschen politisch, feministisch, wie man das eben auch schon aus den Romanen der Autorin gewohnt ist. 

Mich konnte Frantumaglia leider nicht vollständig überzeugen. Ich hoffe aber, dass diese Textsammlung viele von euch begeistern kann.

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* Dieses Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. 

Mittwoch, 19. Juni 2019

Neue Rubrik Ge(h)schrieben: Mein Autorenleben



Schreibmaschine.
Ein eingespanntes Blatt auf
dem "Ge(h)schrieben" steht.
Bild von A. Mack
Hallo Buchlinge, 

einige von euch werden jetzt wahrscheinlich mit den Augen rollen - aber ich werde es trotzdem tun: Es wird Zet für eine neue Rubrik auf diesem Blog. 
Diesen Beitrag werde ich nun dazu nutzen, euch die neue Rubrik Ge(h)schrieben vorzustellen und zu erklären, warum diese Rubrik hier nicht fehlen darf. 


Ge(h)schrieben 
Wie einige von euch wissen, gehöre ich auch zu den Autorinnen dieser Welt. Offiziell ist zwar noch keine Geschichte von mir erschienen, aber seit 2015 veröffentliche ich hier immer um die Weihnachtszeit einen Adventskalender mit vierundzwanzig Kapiteln. Und ich glaube, wenn ich mi die bisherigen Geschichten schnappen und in ein Normseitenformat, also das Buchseitenformat, stecken würde, käme zumindest von der Länge her etwas heraus, das man als Roman bezeichnen könnte. 

Vielleicht fragt ihr euch, warum es noch eine neue Rubrik braucht, oder was es schon über mein Autorenleben zu berichten gibt. Schließlich habe ich in dem Sinne ja eher überschaubare Erfahrungen. 

Warum eine neue Rubrik? 
Es gibt für mich zwei ausschlaggebende Gründe, warum aus Ge(h)schrieben eine neue Rubrik wird. 
Grund Nummer 1 - die neue Form: Vor einer Weile habe ich Ge(h)schrieben in den Monatsrückbick integriert, fand aber, dass es inhaltlich nicht wirklich in den Monatsrückblick gepasst hat. Außerdem war ich mit der Gliederung der Ge(h)schrieben-Rubrik nicht ganz zufrieden, weil es mehr darum ging, Wörter zu zählen oder darüber zu berichten, was ich geschafft oder eben nicht geschafft habe. Aber gefühlt kam selten etwas Konkretes heraus, woran ihr euch orientieren könnt. Häufig hatte ich den Eindruck, dass ich in einem Monat zwar stolz Ziele verkündete, es aber einen Monat später wieder ganz anders aussah. Und nun hoffe ich, dass ich Ge(h)schrieben in einer eigenen Rubrik besser und übersichtlicher umsetzen kann. 

Grund Nummer 2: Ein Beitrag, der schnell erarbeitet werden kann: Wie ihr in den letzten Wochen wahrscheinlich bemerkt habt, passiert hier außerhalb von Rezensionen gerade nicht so viel, weil mir einfach die Zeit fehlt, für Beiträge zu recherchieren oder längere Beiträge vorzubereiten. 
Der Vorteil von Ge(h)schrieben ist also, dass ich zum einen motiviert genug sein muss, an eigenen Projekten weiterzuarbeiten, damit ich euch auch von neuen Updates berichten kann. So bleibt nicht nur ihr au dem Laufenden, sondern ich bringe meine Projekte auch hoffentlich irgendwann zu Ende. 
Und zum anderen kann ich mich in der Rubrik auch mit den Themen rund um das Autorenleben auseinandersetzen, ohne hier stundenlang recherchiert haben zu müssen. 

Um was soll es gehen? Und was ist mein Ziel? 
Ge(h)schrieben soll monatlich erscheinen. Ich habe mir überlegt, die Beiträge immer am ersten Mittwoch im Monat online gehen zu lassen. Das kann natürlich variieren, falls der Monatsanfang auf einen Mittwoch fällt. 

Nun kommen wir endlich zur inhaltlichen Frage: Zum einen möchte ich euch natürlich von meinen Schreibprojekten erzählen, damit ihr mich als Autorin auch kennenlernen und dabei sein könnt, wie ich mich weiterentwickle. Allerdings weiß ich noch nicht, wie ausführlich ich von den Inhalten meiner Projekte schreiben werde.
Zum anderen will ich mich in dieser Rubrik auch den Fragen widmen, die mich als Autorin beschäftigen: Das können Fragen zum Schreibhandwerk sein, z.B. verschiedene Schreibmethoen, oder wie ich an das Schreiben von Proekten herangehe. Aber es können auch Auseinandersetzungen mit Erfahrungsberichten von anderen Autoren sein. Durch rinihr Veranstaltungen habe ich bereits einiges an Input, was das Thema Schreiben betrifft. Und ich möchte mich sehr gerne mit euch darüber austauschen, oder euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. 

Ich habe die Hoffnung, dass euch die Rubrik vielleicht zu eigenen Projekten inspirieren oder euch dazu einladen kann, eigene Projekte weiterzuschreiben. Aktuell verfolge ich nämlich zwei Vlog Formate von Autoren und merke, dass mich die Auseinandersetzung mit dem Thema Schreiben inspiriert und auch motiviert, eigene Projekte fertigzustellen. 


Meine aktuellen Projekte 
Damit ihr abschätzen könnt, ob es sich für euch lohnt, diese Rubrik weiter zu verfolgen, will ich euch zum Schluss noch etwas über die beiden Projekte erzählen, an denen ich gerade arbeite. 

Adventskalender 
Ja, so ein Adventskalender will früh geplant werden, damit ich kurz vor Weihnachten nicht in Stress gerate. Aktuell schreibe ich bereits an dem Adventskalender, den ihr im Dezember hier auf dem Blog zu lesen bekommt. Und in der Juli Ausgabe von Ge(h)schrieben werde ich euch von meinem Auf und Ab bei der Ideenfindung und dem Schreibprozess erzählen. 

Das never ending Projekt: Mein Jugendbuch 
Seit Ende 2013 schreibe ich an einem Jugendbuch. Es geht um die Themen Krankheitsbewältigung und damit verbundene Ohnmacht. Eigentlich hatte ich vor ein paar Wochen groß angekündigt, dass die Überarbeitung abgeschlossen ist und nur noch das Expose geschrieben werden muss. Pustekuchen! Wie der aktuelle Plan aussieht? Das erfahrt ihr mit viel Glück in der Juli aber definitiv in der August Ausgabe. 


Und Du? 
Was denkst Du über dieses Format? 
Hat die Ankündigung Dein Interesse geweckt? 
Schreibst Du selbst an eigenen Projekten? 
Welche Themen beschäftigen Dich als Autor*in und worüber möchtest Du im Rahmen dieser Rubrik vielleicht gerne diskutieren? 


Montag, 17. Juni 2019

Der Pfau

Bild von Argon Verlag
Steckbrief 
Name: Der Pfau (auch als Buch erhältlich) 
Autor: Isabel Bogdan 
Verlag: Argon Verlag 
Geeignet für: Menschen, die anspruchsvolle, Geschichten suchen, in denen der Humor vielleicht auch etwas schwarzer wird 
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürztes Hörbuch 
Sprecher: Christoph Maria Herbst 
Bewertung: 5 von 5 Punkte 


Klappentext 
(von Argon Verlag

"Ein charmant-heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, Lord und Lady McIntosh, die das alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – und am Ende weiß keiner, was eigentlich passiert ist. Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft als geplant: Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Lord McIntosh stoppt den Problem-Pfau auf rustikale Weise – und das führt zu urkomischen Verwicklungen.


Meine Meinung 
Der Pfau gehört zu den Geschichten, die mich wirklich positiv überrascht haben. Hier erwartet uns nämlich nicht nur ein anspruchsvoller Schreibstil, sondern auch Humor, der manchmal vielleicht auch etwas dunkler wird. 

Selten habe ich ein Hörbuch erlebt, dessen Titel so gut getroffen ist, wie bei Der Pfau. Ein Pfau bestimmt den Inhalt der Geschichte nämlich von Beginn an. Unsere Geschichte spielt in einer abgelegenen Gegend auf einem Cottage, das dem Ehepaar McIntosh gehört. Sie haben Ferienwohnungen, die sie an zahlungswillige Kunden vermieten. Und so sind sie Feuer und Flamme als sie einen lukrativen Auftrag an Land ziehen: Eine Gruppe Bänker mietet sich nämlich für ein Teambuilding Wochenende ein. Wenn das Wochenende erfolgreich wird, hoffen die McIntoshs auf weitere Aufträge. Doch der Pfau, nicht ein Pfau, sondern eben dieser eine, scheint das Wochenende zu gefährden: Er ist in letzter Zeit nämlich ziemlich launisch. Wie sollen ihn die McIntoshs nur in Schach halten? 

Das Interessante ist, dass sich die Handlung in Der Pfau durch ein Ereignis und damit verbundene, unausgesprochene Sätze oder daraus resultierende Missverständnisse ergibt. Der rote Faden unserer Geschichte ist im wahrsten Sinne des Wortes unser Pfau. Und ich behaupte auch mal, dass der Pfau auch der Protagonist unserer Geschichte ist, weil man ihm kaum aus dem Weg gehen kann. 

Die meiste Zeit der Geschichte begleiten wir die Bänker, die sich irgendwie mit dem Pfau arrangieren müssen. Und es ist spannend, wie sie mit dem Tier umgehen, oder wie sie sich gegenseitig die Verantwortung für das Tier zuschieben. 
Die Bänker an sich sind für mich austauschbare Charaktere, die oberflächlich dargestellt werden, was aber auch nicht schlimm ist, da die Geschichte durch die Missverständnisse getragen wird, die durch den Pfau ausgelöst werden. Und das sorgt für teils bedrohliche, aber auch humorvolle Situationen. 

Besonders beeindruckt hat mich Isabel Bogdan mit ihrem Schreibstil: Sie erzählt die Geschichte nämlich in indirekter Rede und aus der Sicht eines allwissenden Erzählers. Es gibt keine Dialoge, eine Menge Schachtelsätze, aber die Geschichte wirkte durch und durch lebendig, was auch viel mit der Umsetzung als Hörbuch zusammenhing. 
Isabel Bogdan arbeitet die Konflikte, in denen sich unsere Charaktere befinden, zwar gut heraus, hält die Charaktere aber dennoch recht oberflächlich, was aber nicht schlimm und aufgrund der kurzen Geschichte wahrscheinlich gar nicht anders möglich gewesen ist. 

Ein großer Pluspunkt geht hier an die Gestaltung des Hörbuches: Viele Hörbücher sind für mich ja ein Ersatz zum Buch. Ich kann mit Printbüchern nichts mehr anfangen, also greife ich zum Hörbuch, weil ich eine Geschichte so deutlich schneller beenden kann und im besten Fall auch noch eine unterhaltsame Lesung vor mir habe. Nur sehr wenige Hörbücher müssen aus meiner Sicht dem Printbuch vorgezogen werden. Der Pfau gehrt für mich aber eindeutig dazu und das hat größtenteils mit Christoph Maria Herbst zu tun, der uns die Geschichte vorliest. Er lässt nicht nur unsere Charaktere lebendig werden, sondern schafft es die Interaktionen trotz des erzählenden Schreibstils so zu interpretieren, dass ich glaubte, Dialoge vor mir zu haben. Die Schachtelsätze bekamen eine Dynamik. Christoph Maria Herbst verleiht dem doch recht anspruchsvollen Schreibstil eine Leichtigkeit, die sich positiv auf die Geschichte ausgewirkt hat. 
Besonders gefreut hat es mich, dass Der Pfau ungekürzt produziert wurde. 

Gesamteindruck 
Der Pfau hat mich wirklich positiv überrascht. Wir haben hier nicht nur eine spannende, humorvolle Geschichte vor uns, sondern auch noch ein wirklich gelungene Hörbuch Gestaltung. 
Ich empfehle die Geschichte allen, die ein kurzweiliges, humorvolles Abenteuer suchen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Ge(h)plaudert: Bücherliebe TAG mit emion

[Produktplatzierung]

Hallo Buchlinge, 

vor einer Weile forderte mich Anka von Ankas Geblubber heraus, die FRagen des Bücherliebe TAGs zu beantworten. 
Im Mai habe ich mir emion geschnappt und wir haben uns über die FRagen unterhalten. Mit welchen Geschichten unsere Liebe zu den Büchern begann, welche Autor*innen wir gerne enma kennenlernen möchten oder von welchen Autor*innen wir lieber keine Geschichte mehr lesen wollen - die Antworten auf diese Fragen erfahrt ihr alle in der Podcast Folge. 
Wir wünschen euch viel Spaß beim Hören. 

Direkt bei YouTube hören. 




Erwähnte Podcasts oder REzensionen: 

Podcast Folge Mein Herz in zwei Welten
emion rezensiert Die Buchmagier von Jim C. Hines. 
emion und Isona rezensieren Emerald von John Stephens. 

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Inhaltsverzeichnis 
00:00 Min: Intro 
00:40 Min: Frage 1
03:13 Min: Frage 2 
09:44 Min: Frage 3 
11:32 Min: Frage 4 
13:38 Min: Frage 5 
17:44 Min: Frage 6 
24:49 Min: Outro 


Die Fragen: 
1. Die erste große Liebe: Welche Geschichte hat in Dir die Liebe zu Büchern entfacht? 
2. Liebeskummer: Welches Buch hat Deine Erwartungen nicht erfüllt? 
3. Der Liebesbrief: Welches Buch aus vergangenen Tagen holst Du immer wieder hervor, um es erneut zu lesen? 
4. Ja, ich will: Welches Buch würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen und es bis an Dein Lebensende immer wieder lesen? 
5. Blind Dates: Nenne einen Autoren, den Du gerne einmal kennenlernen / daten möchtest? 
6. One Night Stand: Von welchem Autor würdest Du kein zweites Buch lesen? 


Unsere Antworten: 
Frage 1: 
Emma: "Hallo Mister Gott hier spricht Anna" von Fynn. 
emion: Leselernbuch 

Frage 2: 
Emma: Lästige Liebe von Elena Ferrante 
*Mein Herz in zwei Welten von Jojo Moyes 
*Fische, die auf Bäume klettern von Sebastian Fitzek 

emion: Evernight von Claudia Gray 
Die Buchmagier von Jim C. Hines 

Frage 3: 
Emma: *Stadt der Diebe von David Benioff
emion: Harry Potter von J.K. Rowling 

Frage 4: 
Emma: Ein Buch, von dem ich noch etwas lernen könnte 
z.B. Die vielen Leben des Harry August von Claire North 
Psychothriller 

emion: Die Chroniken vom Anbeginn von John Stephens 
Harry Potter von J.K. Rowling. 

Frage 6: 
Emma: 
Veit Etzold 
Michael Tietz (Apfeldiebe) 
Jojo Moyes 

Emion: 
P.G. Woodehouse 
Stephanie Meyer 
Serge Brussolo 


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Bei den mit * markierten Büchern oder Hörbüchern handelt es sich um Rezensionsexemplare, die mir vom Verlag zur Verfügung gestellt wurden.