Samstag, 23. Juni 2018

5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte - Part 1

Hallo Buchlinge,

es wird wieder einmal Zeit für eine neue Reihe aus der Ge(h)brechen-Rubrik: Allerdings schummle ich diesmal auch ein bisschen. Denn hier richte ich mich nicht ausschließlich an Studierende mit Behinderung, sondern auch an Studierende ohne Behinderung, oder solche, die kurz vor ihrem Studienbeginn stehen.

Ich schreibe hier über Erwartungen, Wünsche und Träume, die ich mit meinem Studium verbunden habe. Ein oder zwei Punkte waren mir im Voraus zwar schon bekannt, dennoch habe ich sie nicht wirklich glauben wollen.
Wie ihr wisst, ist mein Studium offiziell noch nicht vorbei - ich sitze nach wie vor an meiner Bachelorarbeit - dennoch dachte ich mir, wird es Zeit, die letzten 3,5 Jahre Revue passieren zu lassen.
Bevor ich inhaltlich dann endlich einsteige, zum Schluss noch ein paar kurze Infos:

  • Wenn ihr Fragen oder Ideen habt, über welche Themen in Bezug auf Sehbehinderung oder Blindheit ich unbedingt schreiben sollte: Lasst mir eure Ideen sehr gerne in den Kommentaren da oder schreibt mir eine Mail an EmmaZecka@gmx.de.
  • Am Ende des Beitrages findet ihr wie gewohnt eine Übersicht der letzten fünf Beiträge, die in dieser Rubrik bereits erschienen sind. Außerdem gibt es die altbekannte Info, wie sich meine Sehbehinderung in der Praxis äußert.
Diese Reihe wird euch die nächsten Monate begleiten. Pro Monat gibt es eines der fünf Dinge und ich bin sehr gespannt, ob es euch ähnlich ergeht bzw. erging.
Genug geschrieben - beginnen wir mit dem ersten Ding. 

5 Dinge, die ich gerne vor meinem Studium gewusst hätte,... 

1. Dass ich nicht an Hilfsmitteln sparen sollte

Diesen Punkt möchte ich anhand zweier Hilfsmittel konkreter ausführen, die ich vor oder im Laufe meines Studiums bekommen habe.

Hörgeräte - Eine Odyssee

Vorgeschichte - Nein, ich brauche keine Hörgeräte! 
Schon während meiner Schulzeit stellte sich heraus, dass ich schlecht hörte. Bisher waren wir - also meine Eltern und ich - davon ausgegangen, dass das nur das linke Ohr betrifft. Ich nahm es irgendwie als gegeben hin und setzte mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der Frage auseinander, ob ich vielleicht Geld in ein Hörgerät investieren sollte. Ja, ihr lest richtig: Ein Hörgerät. Schließlich war es ja nur die linke Seite, die altersschwach wurde. Und Hörgeräte werden ja nur von Leuten getragen, die so richtig schlecht hören. Oder?

Nach dem Abi fand ich also den Weg zu einer Hörakustik Kette. Ein Mitarbeiter füllte zum Einstieg der Beratung einen tollen Bogen mit mir aus. Hier wurde mein Bedarf erfragt und versucht, herauszufinden, in welchen Situationen ich akustische Unterstützung bräuchte. Und natürlich stellte sich heraus, dass ich am besten in der Premium Liga - also den teuersten Hörgeräten - anfangen sollte. Da dachte ich mir: Nee, ihr Lieben! Ich lasse mich ganz bestimmt nicht von euch übers Ohr hauen! (Wortwitz off! :) ).

Also entschied ich mich für die Starter Variante, die von der Krankenkasse in vollem Umfang übernommen wird. Hier musste ich eine Zuzahlung von 10 Euro pro Stück leisten.
Im Übrigen hatte ein Hörtest ergeben, dass auch mein rechtes Ohr schnell altert und seine Funktionen nicht mehr im vollen Umfang nutzen kann. Nachdem ich mich beim Ausprobieren der Hörgeräte zuerst noch gegen das rechte Hörgerät gesträubt habe - ich dachte, wenn ich es einer zu lauten Lautstärke aussetze, verabschiedet es sich erst recht - , konnte ich den Mehrwert schließlich doch erkennen.

Soweit so gut: Ich hörte zwar besser, aber noch lange nicht so gut, wie früher. Ich begründete das damit, dass ein Hörgerät das normale Hören eben nicht zu hundert Prozent ersetzen kann. Und so startete ich - chaotisch - in mein Studium.

Das Studium - akustisch mehr schlecht als recht 
Ich stellte schnell fest, dass die Technik in meinen Ohren an ihre Grenzen stieß. Wenn wir in einer Vorlesung saßen und Kommilitonen Fragen stellten, konnte ich diese in den seltensten Fällen verstehen. Nur ganz wenige Dozenten fassten die Fragen nochmal für alle über das Mikrofon zusammen.
Meine Taktik: Anhand der Antwort versuchen, zu erahnen, was denn nun die Frage gewesen war. Teilweise funktionierte das recht gut, bzw. hatte ich nicht das Gefühl, dass mir bezogen auf Klausuren durch die nicht verstandenen Fragen wichtige Infos entgingen.

Auch in Seminaren gab es ähnliche Probleme. Die Seminarräume waren nicht mit Mikrofonen ausgestattet. Warum auch? Schließlich waren hier höchstens 20 - 30 Leute anwesend. (Je nach Anwesenheitspflicht und Beliebtheit auch gerne mal weniger Studierende).
So kam hinzu, dass ich in der Regel auch Mühe hatte, die Dozenten zu verstehen. Oft konnte ich das noch ausgleichen, indem ich mir einen vorderen Platz sicherte. Aber ihr kennt es: Es gibt eben auch Menschen, die undeutlich sprechen und es selbst nicht merken bzw. es schon so lange tun, dass sie nichts daran ändern können.

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich dann nicht darum gebeten habe, dass die Dozenten nochmal einige Sätze wiederholten. Zum einen, weil es schlicht und ergreifend auffällt. (Wobei auch dahingestellt sei, ob meine nicht vorhandene Strategie weniger auffällig gewesen ist. Zur Strategie: siehe unten).
Zum anderen hatte ich nicht den Eindruck, dass es etwas änderte, weil die Menschen, die ich nicht verstand undeutlich redeten, also schnell wieder in ihre gewohnte Sprache verfielen.

Kommen wir nun also zu meiner schwammigen Strategie: Der Vorteil von Seminaren ist schlicht und ergreifend, dass man dort eine kleinere Gruppe hat und somit auch über Inhalte diskutieren kann. Da war es bei uns nicht anders. Da ich hier den Großteil der Beiträge nicht verstand und auch nicht wahrnehmen konnte, wann gerade jemand zu einer Antwort ansetzen wollte, hielt ich mich lieber zurück: Schließlich wollte ich ja nicht etwas sagen, was jemand vor mir bereits bemerkt hatte. Und ich wollte niemandem ins Wort fallen.
Ich beschränkte mich also auf das Nötigste an mündlicher Beteiligung und meldete mich höchstens hin und wieder in Seminaren, in denen generell wenig gesprochen wurde.

Warum ich nichts an meiner Situation änderte? Ich rechnete nicht damit, dass ein anderes Hörgerät helfen könnte. Ich dachte, dass es sich hier um Probleme handelte, die von der Technik eben nicht ausgeglichen werden könnten. Punkt. Aus.

Falsch gedacht: In den letzten Wochen - ja, in manchen Dingen, bin ich unverschämt spät dran - habe ich mir einen neuen Hörakustiker bei mir im Ort gesucht. Dort bestätigte man mir meine Vermutung: Man könne andere Modelle zwar testen, jedoch sei ungewiss, ob diese mir wirklich weiterhelfen. Dennoch dachte ich mir, dass ich nicht viel zu verlieren habe. (Zumal ich mein altes Hörgerät verloren hatte). Und so testete ich munter drauf los und fand auch eine Firma, die mir zusagte. (Über Tipps und Tricks zur Hilfsmittelfinanzierung schreibe ich am Ende von diesem Punkt noch ein paar Zeilen).

elektronische Lupe - Immer noch besser als nichts
Wer mein Video zum Thema Lesen bereits gesehen hat, kann mit diesem Begriff etwas anfangen. An dieser Stelle in aller Kürze: Die elektronische Lupe, ist ein kleines Gerät, mit dem man Texte vergrößern kann. Die Besonderheit ist, dass man auch den Kontrast verstellen kann und nicht wie bei den herkömmlichen Lupen auf eine Standardvergrößerung beschränkt ist, sondern hier einen kleinen Spielraum hat.

Zur Situation 
Immer wieder kam es bei uns im Studium vor, dass wir während eines Seminars oder während einer Vorlesung Texte lesen mussten. Und hier stellte ich irgendwann fest, dass mir meine normale Lupe dabei nicht mehr wirklich weiterhalf. Außerdem ist es unglaublich anstrengend, bei einem beinahe abgedunkelten Raum, zu später Stunde, nach einem langen Hochschultag einen Fachtext lesen zu müssen, der auf Schriftgröße 10 formatiert ist. Da bei mir bald ein Praktikum vor der Tür stand und klar war, dass ich hier wahrscheinlich auch viel vor Ort lesen musste, suchte ich also nach einer Lösung.

Eine langfristige Erleichterung?
Die elektronische Lupe erleichterte mir das Lesen ungemein, weil ich hier den Kontrast verändern konnte und so nicht mehr von dem weißen Blatt Papier geblendet worden bin. Allerdings schaffte ich es immer noch nicht, Texte in vorgegebener Zeit zu lesen, oder mich zu motivieren, die Bibliothek unsicher zu machen und mir auch mal ein Fachbuch vorzunehmen. Das Gerät ist zwar eine gute Zwischenlösung, aber nicht für längere Texte bzw. Bücher geeignet.
Dennoch hat die elektronische Lupe meine normale Handlupe - abgesehen von dem Umgang mit dem Smartphone - vollkommen abgelöst.


Und wie soll ich mir das alles finanzieren???

Einige von euch werden wahrscheinlich schon mit den Augen gerollt haben, als sie die provokative Überschrift gelesen haben: Nicht an Hilfsmitteln sparen. Na, toll! Schließlich schwimmen Studenten nicht gerade in Geld. Und Studierende mit Behinderung kommen auch nicht so leicht an einen Nebenjob.

Dennoch gibt es Mittel und Wege an Hilfsmittel zu kommen, ohne dafür Kredite aufnehmen zu müssen.
Die elektronische Lupe ist mir beispielsweise über die Krankenkasse finanziert worden. Hier musste ich wenn überhaupt eine Zuzahlung von 10 Euro leisten, bin mir hier aber nicht mehr ganz sicher.

Bei den Hörgeräten ist das etwas kniffliger: Hier übernimmt die Krankenkasse nur eine bestimmte Pauschale. Und dieser Betrag ist einheitlich, d.h. es ist egal, bei welcher Krankenkasse ihr seid. Außerdem werden neue Hörgeräte nur nach einer bestimmten Zeit finanziert, außer es handelt sich um eine Verlustmeldung. Hierzu kann euch euer Hörakustiker aber ausführlichere Auskünfte geben.

Inzwischen bin ich doch bei der Premium Marke angekommen, höre aber auch einen deutlichen Unterschied und habe das Gefühl, mich akustisch besser orientieren zu können und nicht mehr schreiend durch die Welt zu laufen.
Allerdings musste ich für dieses Hörerlebnis auch ein paar 1000er abdrücken und das obwohl die Krankenkasse ihren vollen Pflichtanteil übernommen hatte.

Nun kommen wir also zu der Frage, wie man Hörgeräte finanziert, wenn man kein Geld hat und auch schlecht Geld beiseite legen kann. Ihr könntet beispielsweise einen Antrag auf Eingliederungshilfe stellen. Allerdings kann das hier einige Monate in Anspruch nehmen, d.h. ihr solltet da unbedingt hinterher sein. Oder ihr setzt euch mit einer Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Hörgeschädigte in Verbindung. Hierbei handelt es sich um eine Selbsthilfeorganisation, also ein Verein mit Betroffenen. Und da gibt es meistens ziemlich gute und praktische Tipps.
Je nachdem wo ihr studiert, habt ihr vielleicht auch einen kompetenten Behindertenbeauftragten an eurer Hochschule oder Uni bzw. einen Dozenten, der Jurist ist und zufälligerweise auch regelmäßige Sprechstunden anbietet. (Wie das bei Dozenten eben so ist). Hier lohnt sich eine Kontaktaufnahme mit Sicherheit ebenfalls.

Ansonsten habe ich HIER beschrieben, wie man Hilfsmittel beantragt und an welche Kostenträger man sich wenden kann. (Achtung: Der Freibetrag bei der Eingliederungshilfe hat sich erhöht. Mehr Infos findet ihr HIER).


Fortsetzung folgt im Juli 

Damit dieser Artikel nicht so lang wird, habe ich beschlossen euch die fünf Dinge über ein paar Monate verteilt vorzustellen. Gefällt euch diese Idee?
Oder hättet ihr lieber alle Infos am Stück?
Was denkt ihr über diesen Beitrag?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

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Die fünf letzten Beiträge dieser Rubrik
Wie ich lese - BLG Tutorial - HIER KLICKEN
Hilfe anbieten, aber wie? -   HIER KLICKEN
5 Dinge, die mich an meiner Sehbehinderung stören HIER KLICKEN
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 4: Bezieh nicht alles auf dich HIER KLICKEN 
Vier Tipps für ein erfolgreiches Studium mit Behinderung: Tipp 3: Umgang mit der eigenen Behinderung HIER KLICKEN


Zu meiner Person und der Sache mit der Sehbehinderung: 
Ich bin von Geburt an auf dem linken Auge blind und auf dem rechten Auge hochgradig sehbehindert. Seit 2017 beträgt mein Sehrest 2%, was bedeutet, dass ich nach dem Gesetz als blind gelte. In der Praxis heißt dass: Ich...

  • Habe Mühe mich in unbekannten oder schlecht beleuchteten Räumen zu orientieren
  • Erkenne mir bekannte Personen nicht im Vorbeigehen 
  • Laufe mit einem Blindenlangstock (von mir als Elderstab betitelt) pendelnd durch die Weltgeschichte 
  • Kann keinen Blickkontakt aufnehmen und mit der Mimik meines Gegenübers nichts anfangen 
  • Kann Personen, die in unmittelbarer Nähe (linker, rechter Sitznachbar je nach Entfernung auch mein Gegenüber) erkennen, alle was darüber hinaus geht aber nicht 
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Donnerstag, 21. Juni 2018

Wie war's beim LitCamp 2018?


Bildergebnis für litcamp hd
Bild von LitCamp
Ein Bericht von Isona

Was: Litcamp
Wann: 16. Und 17. Juni 2018
Wo: Im Dezernat 16 in Heidelberg
Preis: 30€ für zwei Tage

Das LitCamp 2018 ist leider schon vorbei.
Wer mir auf Twitter folgt, hat bestimmt mitbekommen, dass es bei mir eine sehr SEHR spontane Angelegenheit war. Denn wie zu meist war meine Twitter Timeline über voll von vorfreudigen Autoren/Bloggern/Lesern, die die Tage bis zum LitCamp gezählt haben. Und inmitten ich, die weder jemals etwas vom Literatur Camp noch überhaupt etwas von Barcamps gehört hatte. Aber Google und Wikipedia sind ja zum Glück geduldig und bin auf folgende Erklärung gestoßen:
»Ein Barcamp (häufig auch BarCamp, Unkonferenz, Ad-hoc-Nicht-Konferenz) ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhaltlichen Austausch und der Diskussion, können teilweise aber auch bereits am Ende der Veranstaltung konkrete Ergebnisse vorweisen« (Quelle Wikipedia). 
Gedacht ist es für LeserInnen, BloggerInnen, Verlagsleute, BuchhändlerInnen und BibliothekarInnen, AutorInnen, Selfpublisher, Indies, E-Book-Fans und Bibliophile und alle anderen, die sich für die Buchwelt interessieren (Quelle Literaturcamp HD)

Nun ja, das sagt ja schon mal viel, aber irgendwie doch nicht genug. Aber die schier unendliche Vorfreude und Motivation der Twitterer haben auf mich über gegriffen und schon stand unter einem Begeisterungstweet von Michelle (@mianjanssen) »Emma, da müssen wir nächstes Jahr auch hin!«. Eins führte zum anderen und aus »nächstes Jahr« wurde (zumindest für mich) »dieses Jahr« und bevor ich mich versah hatte ich Mittwoch vor dem LitCamp ein Ticket (Danke dafür noch mal, Michelle) und eine Fahrkarte für den Flixbus und musste mir überlegen, was ich alles mitnehmen wollte.

Die Anfahrt
war ziemlich chaotisch, um es genau zu sagen. Laut Plan sollte der Bus mit Michelle und mir um acht Uhr in Freiburg losfahren und dann um halb elf in Heidelberg ankommen. So viel zur Theorie. Um halb acht kam die Nachricht, der Bus hätte schon eine Stunde Verspätung; kurz darauf waren es dann schon zwei Stunden. Unsere Laune auf dem Tiefpunkt. Unsere Rettung kam in Form meines Freundes, der uns angeboten hat, uns nach Heidelberg zu bringen und zwei Stunden später (in denen ich damit gemobbt wurde, dass ich mir eine gesunde Portion Gemüse zum Snacken mitgenommen habe) konnten wir uns dann zum Glück zu den anderen LitCamp Personen gesellen.

Die Sessions
waren allesamt klasse und eigentlich konnte ich mich nie so richtig entscheiden, wohin ich jetzt gehen sollte. Pro Zeitblock musste man sich logischerweise für eine entscheiden (theoretisch hätte man auch bei einem früher gehen und bei einem anderen später kommen können, aber das ist nicht Ganzes und nichts Halbes und führt bei nur 45 Minuten Zeit zu nichts Gutem).

Samstag 12:00-12:45 Uhr – Netzwerken im Literaturbetrieb
In der Session von Chris (@christianmilkus) und Zippi (@jzipperling) ging es darum, wie wichtig Netzwerke und Social Media für Autoren und Blogger sind, um ihre Bekanntheit zu vergrößern und sich einen Namen zu machen. Instagram und vor allem Twitter sind hierbei sehr beliebt, Facebook zieht hier wieder mal den Kürzeren, kann man aber auch noch nutzen, und natürlich ist eine eigene Homepage fast obligatorisch.
Wichtig ist, dass man sich eine Persönlichkeit aufbaut, die im Gedächtnis bleibt. Außerdem sollte man nicht bloß nur retweeten/Beiträge teilen, aber auch nicht nur Dinge von sich selbst schreiben. Die Mischung machts bekanntermaßen. :)

Samstag 14:00-14:45 Uhr – Speedplotting: Einen Roman in 30 Minuten plotten
Gemeinsam mit Mascha (@maschavassena) plotteten wir einen Roman nach dem 7-Punkte-System von Dan Wells, in dem unsere 110-jährige Hauptfigur (ehemals Auftragskillerin) ihren 60 Jahre jüngeren Lover tot in ihrem Bett im Altersheim findet. Natürlich steht sie selbst unter Tatverdacht und muss nun ihre Unschuld beweisen. Ob ihr das gelingt? Nun, das erfahrt ihr, wenn einer der Teilnehmer die Geschichte schreibt :D

Samstag 15:00-15:45 Uhr – Meine Erfahrung nach 20 Jahren als Verlagsautor
Hier hat mich Martin (@martin_krist) wieder kräftig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bisher galt es für mich als das Nonplusultra, in einem Verlag unterzukommen. Aber Verträge, Fristen und Auflagen machen einem Autor hier das Leben schwer. Es hat nun mal nicht alles seine rosigen Seiten.
Was ich mitgenommen habe: Amazon und Tolino sind die Zukunft (auch wenn das hart klingt).

Samstag 16:30-17:15 Uhr – Schreibstil verbessern
Carl (@CarlNetwalker) zeigte uns einige Tipps, wie man seinen Schreibstil verbessern kann. Neben den altbekannten Dingen wie »Show, don’t tell« (was jeder Autor schon einmal gehört haben sollte), drängte er dazu, dass man sich mit seinen Texten nicht verstecken sollte; Testleser suchen und ab damit in den Kritikerpool; denn Kritik lässt einen Text nur besser werden.
Neben dem sollte man die Spannung nicht immer sofort auflösen; mysteriöse Andeutungen halten den Leser am Ball; wichtige Dinge an den Anfang oder ans Ende eines Satzes stellen, Aktiv statt Passiv! Wichtig ist auch, dass man ein Auge fürs Detail entwickelt und alle Sinne anspricht. Ebenfalls sinnvoll sind Metaphern, die gut zur Figur passen; Verben, die das Setting mitbestimmen, und Adjektive, die die emotionale Stimmung einer Szene beeinflussen. Und jede, jede Menge Lesen! Des Weiteren legte er uns »Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben« von Roy Peter Clark ans Herz.

Samstag 17:30-18:15 Uhr – #Coversessions
Hier zeigte uns Juliana Fabula (@juliana_fabula) einige Cover und erklärte, warum diese besonders gut oder eben auch eher weniger gut waren. Hinsichtlich der Farbauswahl, der Typographie und Anordnung der einzelnen Elemente.
Außerdem zeigte sie uns die vielen unterschiedlichen Arbeitsschritte, in denen sich ein Cover von der ersten Idee bis zum fertigen Entwurf entwickelt.

Das war bereits der Samstag für mich, da ich zum Abendessen bei meiner Oma angemeldet war und sie nicht so lange warten lassen wollte. Aufgrund meiner Verplantheit (und die Unfähigkeit der Heidelberger Verkehrsbetriebe, in den Straßenbahnen Automaten aufzustellen), bin ich den ganzen Weg schwarz und voller Panik, erwischt zu werden, gefahren.

Sonntag 11:00-11:45 Uhr – wenn ich mache, was der Lektor sagt, verkaufe ich dem Teufel meine Seele
Nach der Sessionplanung für den Tag, erzählte uns Alana (@AlanaLeona), warum man als Berufsautor trotzdem schreiben sollte, was man liebt, denn ansonsten wäre es sehr schwer, den Job längerfristig auszuüben. Marktrecherche ist umso wichtiger; man sollte im Bilde darüber sein, was die Leser momentan mögen und das dann eventuell als Trope einbauen. Außerdem machte sie klar, dass es keine Schreibblockaden gibt, denn das sind alles nur Probleme im Plot oder in den Figuren, die man lösen muss. Am besten Hilfe suchen und darüber sprechen, den Text für einige Tage liegen lassen, könne man sich als Berufsautor nicht leisten. Wenn einem dann eine bestimmte Technik geholfen hat, sollte man sie unbedingt aufschreiben, denn auch wenn man es sich in diesem Moment absolut nicht vorstellen kann, man vergisst sie wieder.
Des Weiteren hat sie uns eingeschärft, dass wir das Lektorat als Chance sehen sollen, unser Manuskript zu verbessern. Der Lektor hat Erfahrung und hat das gleiche Ziel, nämlich das Beste aus der Geschichte rauszuholen. Trotzdem sollte man nie vergessen, dass man selbst als Autor die letzte Entscheidung trägt.
Zur Zusammenarbeit mit einem Verlag hat sie uns folgende Tipps gegeben: schreibt euren Klappentext selbst (da sind die Verlage offenbar auch sehr froh drum, wenn man das macht); beim Cover ein Mitspracherecht zu haben wird schwierig. Außerdem sollte man nicht nur den Verlag das Marketing machen lassen, sondern auch sich selbst einbringen (beispielsweise auf Instagram). Alana gab uns den Tipp, gleich von Anfang an etwa 30 Titelvorschläge in petto zu haben, damit man später nicht unter Zeitdruck gerät. Im Regelfall suchen Verlage Autoren, die längerfristig mit ihnen zusammen arbeiten, deshalb ist es nur fair, wenn man sich bei einem Verlag bewirbt und vor hat, mehrere Bücher der gleichen Art zu schreiben. Ein absolutes No-Go ist es übrigens, Bücher aus dem gleichen Genre anderen Verlagen anzubieten, wenn man bei einem schon unter Vertrag steht.
Ein guter Start sind immer Wettbewerbe und auch Kleinverlage sind super zum Einsteigen.

Sonntag 12:00-12:45 Uhr – Burgenwahnsinn – oder auch: Wie schreibe ich eine Burg (Oberrhein vs. Franken)
Michelle (@mianjanssen) und Aurelia (@hekabeohnename) erzählten uns humorvoll und locker die größten Irrtümer über Burgen im Mittelalter.
Burgen waren beispielsweise nicht ständig belagert und es gab (und gibt) einen wichtigen Unterschied zwischen Schloss (eher repräsentativ) und Burg (Festung). Nicht jeder Adlige (vor allem die popligen Ritter :D) hatte eine eigene Burg, meist wurde auch nur in einem hohen Haus gewohnt, um die Macht zu demonstrieren (und Geld zu sparen). Burggräben gab es, aber meist ohne Wasser drin, denn das war verflixt unpraktisch und führt zu Schimmelbildung (uaarghs). Urkunden dienten als Beweis und meist ging es dabei um Streit (die Leute im Mittelalter haben sich auch wegen jedem Bullshit gestritten, das ist kein Phänomen der Moderne :D). Wichtig beim Burgen schreiben ist auch zu wissen, welche Stufe der Adlige hatte: War er Ritter, Edelmann, König, Kaiser? Danach richtet sich dann auch die Größe der Burg. Entweder war der Besitzer also sehr reich oder die Familie hat über mehrere Generationen an der Burg gebaut, sodass sie immer größer geworden ist.
Und ganz wichtig: Ziegen sind Arschlöcher. Merkt euch das!

Sonntag 14:00-14:45 Uhr – *Kreisch* Meine Anschreiben-Träume
Hier erklärte Anke Gasch, Chefredakteurin der Federwelt (@DieFederwelt), wie Kia (@KiaKahawa) sie in einer einzigen Mail überzeugen konnte und beide gaben Tipps für das erfolgreiche Anschreiben (nicht nur für die Federwelt).
Zuerst einmal und ganz wichtig: Keine Massenmails! Die sind unpersönlich und oberflächlich und werden meist ungelesen wieder gelöscht. Lieber weniger ausgewählte anschreiben als mehr, die dann nicht passen.
Dann sollte man damit anfangen, wer man ist und was man kann, gefolgt vom eigenen Anliegen: Was will man von der Person? Und natürlich auch, warum man gerade dafür so gut geeignet ist; Referenzen vorstellen. Am besten mit Beispielseiten, auf denen man schon veröffentlicht hat und der Empfänger einen schnellen Überblick bekommt. Sehr sinnvoll ist es auch, wenn man gleich die nächsten Schritte vorschlagen kann.
Immer daran denken: Ihr seid keine Bittsteller! Ihr habt etwas, was ihr anbietet; das macht es einen Handel. Also macht dem Empfänger ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann!
Wichtig zu erwähnen ist auch euer Alleinstellungsmerkmal!
Zum Schluss gab Kia noch den Tipp, dass sie am Ende der Mail alles noch einmal ganz kurz zusammenfasse.

Sonntag 15:00-15:45 Uhr – Weltenbau zwischen Wissenschaft und ISSO
In meiner letzten Session brachte Joy (@Joy_Anandi) noch einen neuen Blickwinkel in meine festgefahrenen Autorenmuster. Wie kann man verschiedene Rassen evolutionär erklären?
Zwerge waren dabei noch die leichteste Disziplin; auch Feen konnten (über Flugdrachen) recht leicht erzeugt werden, aber dann ging es los. Das größte Problem; das schwarze Loch: ZENTAUREN! Diese netten, muskelbepackten Pferd-Mensch-Wesen wollten sich einfach nicht evolutionieren lassen, so sehr wir uns auch mühten. Die Diskussionsrunde führte über das Verdauungssystem eines Mensch-Pferd-Zusammenschlusses zur Frage, wohin der Zentaur geht, wenn er mal zum Arzt muss (Tierarzt oder Menschenarzt?), bis wir uns schließlich aus Zeitdruck darauf einigen mussten, dass ein Zentaur nur durch kranke wissenschaftliche Experimente erstellt werden kann.

Das waren auch schon alle Sessions, die ich besuchen konnte!
HIER findet ihr eine Übersicht über alle angebotenen Sessions und könnt sie bei Interesse dann eventuell auf YouTube finden.


Die Verpflegung 
war super lecker und vollkommen vegan. Am ersten Tag gab es Maultaschen und Kartoffelsalat und am Sonntag Burger mit Jack Fruit :)
Zu Frühstück und Abendessen kann ich leider nichts sagen, weil ich da sehr gut von meiner lieben Oma versorgt worden bin (auch vegan, wenn ich so drüber nachdenke, aber bestimmt nicht so bewusst :D).
Außerdem gab ich (fast) jederzeit Slush Eis in den Sorten Himbeere und Limette (von dem Limette offensichtlich das beliebtere war, ich hab mir nur einmal ganz früh am Sonntagmorgen einen Becher sichern können). Und kühle Getränke, Kaffee und Tee gab es ebenfalls zur Genüge.


Alles andere, was mir noch einfällt, was aber nirgends rein passt
Die Lage vom DEZERNAT 16 ist echt spitze. Wenige Minuten nur bis zum Hauptbahnhof, zwei Straßenbahnstationen direkt vor der Nase und eine Tankstelle (für alle, die mit dem Auto gekommen sind).
Auch die Räumlichkeiten sind sehr praktisch. Ich fand es extrem hilfreich, dass der Sessionplan online gestellt wurde und man über bunte Klebestreifen auf dem Boden in den richtigen Raum gelotst wurde. Idiotensicher, könnte man meinen – ich sag jetzt nichts dazu, dass ich es am Sonntag trotzdem mal geschafft habe, in einem falschen Raum zu stehen :D
Es gab auch einen Pool zur Abkühlung, eine Netzwerkecke (zum vernetzen :D) und einen Ruheraum. Außerdem fand ich es richtig gut, dass alles freiwillig und nichts Pflicht war. Wenn einen mal wirklich gar nichts angesprochen hat oder es einem zu viel wurde, konnte man ohne Probleme Pause machen.

Die Menschen auf den LitCamp sind alle sehr nett, aber gleichzeitig auch eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich untereinander schon kennt. Für mich war es deshalb eher schwer, Anschluss zu finden, weil ich teilweise noch überfordert vom BarCampKonzept war und mich zurechtfinden musste und ich generell nicht gut darin bin, Menschen anzusprechen. An ein paar twitterbekannten Gesichtern bin ich vorbei gelaufen, hab aber den Mund nicht aufbekommen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich Lisa (von LISAS BÜCHERLEBEN) und Tony wieder getroffen habe und dass ich Esther (@Inky_Feathers) persönlich kennen lernen durfte, die eine super Büchertauschaktion auf die Beine gestellt hat, an der ich leider aufgrund meines spontanen Auftauchens nicht mehr teilnehmen konnte (aber nächstes Jahr bin ich ganz sicher mit dabei!).


Und ihr?
Wart ihr auch auf dem LitCamp? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?
Oder vielleicht hat es euch ja auch gepackt und ihr sagt euch: Das will ich nächstes Jahr auch erleben! 

Dienstag, 19. Juni 2018

Shantaram

Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Shantaram (auch als Buch erhältlich)
Autor: Gregory David Roberts
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Menschen, die gerne außergewöhnliche Geschichten hören
Gelesen oder gehört: gehört als ungekürzte Fassung
Sprecher: Jürgen Holdorf
Bewertung: 3 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag

"Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen

Als der Australier Lindsay mit falschen Papieren in Bombay strandet, hat er einen spektakulären Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Ohne Sprachkenntnisse und Kontakte ist das Überleben in der chaotischen Metropole jedoch schwer. Zu seinem Glück begegnet Lindsay dem jungen Inder Prabaker, der in den Slums lebt und ihn unter seine Fittiche nimmt. Auf ihren Streifzügen durch die exotische, schillernde, aber auch zutiefst brutale und gnadenlose Stadt schließen die beiden eine innige Freundschaft. Von Prabaker lernt Lindsay nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen und Verantwortung zu übernehmen: Als „Shantaram“, als „Mann des Friedens“ wird er zum Anwalt der Armen und kämpft fortan mutig und aufopferungsvoll für eine menschenwürdigere Welt."


Meine Meinung 

Gestaltung 
Bei Shantaram handelt es sich um den ersten Band einer Dilogie, also einer Reihe, die aus zwei Teilen besteht. Beide Hörbücher sind in einer CD Box untergebracht. Ihr kennt diese CD Boxen mit Sicherheit: Meist sind die Hörbücher hineingepresst und man bekommt die einzelnen Bände kaum aus der Box. Bei Shantaram hingegen bin ich von der CD Box sehr angetan. Ich muss sogar etwas aufpassen, dass mir die Hörbücher nicht aus Versehen herausfallen. Es ist aber unglaublich angenehm, eine CD Box zu haben, bei der man die Hörbücher entnehmen kann, ohne Angst haben zu müssen, die Hörbuch Hülle oder die CD Box zu zerstören.

Kommen wir nun zum Sprecher: Das Hörbuch wird von Jürgen Holdorf gelesen. Er hat eine tiefe Stimme, die auch etwas älter klingt. Zu Beginn hat es mich etwas verwirrt, weil ich so nicht recht wusste, wie alt unser Protagonist, den alle nur Lin Baba nennen, wirklich ist.
Ich hatte mich aber schnell an Holdorfs Interpretation der Geschichte gewöhnt. Besonders gut gefallen haben mir die Darstellungen mancher Charaktere, denen er den indischen Akzent gegeben hat. Außerdem hat er Lins Einsamkeit stimmlich gut herausgearbeitet.
Bei der Gestaltung gibt es also eine volle Punktzahl.

Inhalt
Der Inhalt von Shantaram verwirrte mich etwas. Einerseits fand ich den Anfang unglaublich stark. Normalerweise lernen wir einen Protagonisten ja am Anfang der Geschichte oder während der Krise kennen, die er in der Geschichte durchleben und verarbeiten muss. Unser Protagonist Lin Baba hat hier das erste und wichtigste Kapitel seines Lebens aber schon hinter sich: Er ist aus einem australischen Gefängnis ausgebrochen. Dort saß er wegen mehrer Raubüberfälle eine lange Haftstrafe ab. Diese hatte er begangen, um seine Heroinsucht zu finanzieren. Von seiner ersten Krise bekommen wir also überhaupt nichts mit. 

Was mich also verwirrte war Folgendes: Ich wusste lange nicht, worauf die Handlung in Shantaram hinausläuft. Wir begleiten Lin wie er sich in Indiens Hauptstadt orientiert und erste Kontakte knüpft. Dann scheint sich die Geschichte in zwei Handlungsstränge aufzuteilen, die fließend ineinander übergehen, aber nacheinander abgearbeitet werden.

Lin freundet sich schnell mit dem einheimischen Prabaker an. Prabaker ist Stadtführer und zeigt Lin nicht nur die beliebten Plätze der Touristen, sondern auch Plätze von Indien, die den Touristen eher verborgen bleiben. So lernen wir als Leser die indische Kultur etwas besser kennen, beginnen Verhaltensweisen zu verstehen und vielleicht im Ansatz auch besser nachvollziehen zu können. Dieser Handlungsstrang zeigt uns das alltägliche Leben in Prabakers Heimat. Mir hat dieser Teil der Geschichte sehr gut gefallen, weil wir hier in eine fremde Kultur eingeführt werden und scheinbar banale Erlebnisse für viel Bewegung innerhalb der Handlung sorgen und die Eigenschaften unserer Charaktere auch gut hervorheben.

Doch leider deutete sich schnell ein anderer Handlungsstrang an. Lin lässt sich mit zwielichtigen Gestalten ein. Hier kommt es zu verschiedenen Machtkämpfen innerhalb und außerhalb Indiens. Zum einen erstaunte mich hier, wie naiv Lin an die Sache heranging. Da er bereits im Gefängnis war, wunderte es mich, dass er die Machtstrukturen von Banden nicht zu durchschauen schien oder nicht wahrnahm, wann die Gruppen begannen, ihn zu vereinnahmen. Teilweise war er von Intrigen betroffen, brauchte aber - übertragen auf das Hörbuch - Stunden um dahinterzukommen, während ich schnell wusste, wer ihm hier Böses wollte. Ich ertappte mich auch dabei, wie er mir als Protagonist stellenweise auf die Nerven ging, weil ich eine völlig andere Herangehensweise bzw. Vorstellung davon hätte, wie ich seine Probleme lösen würde, wenn ich in einer ähnlichen Situation wäre. So bin ich davon ausgegangen, dass er froh ist, es aus dem Gefängnis heraus geschafft zu haben und das sein Interesse daher sehr gering ist, sich wieder mit kriminellen Leuten einzulassen. Hingegen schien das für ihn kein großes Problem darzustellen.

Zudem begann ich etwas über das Buch zu recherchieren und fand heraus, dass Gregory David Roberts selbst über mehrere Jahre in Indien gelebt hat und ebenfalls aus dem Gefängnis ausgebrochen war. Shantaram ist vermutlich also eine Art Autobiografie. Allerdings bin ich mir unsicher, ob es sich wirklich um eine Autobiografie handelt, oder Fiktion und Wahrheit hier miteinander vermischt werden.
Wenn wir also mal davon ausgehen, dass das Buch größtenteils fiktiv ist, könnte ich anmerken, dass es den kriminellen Handlungsstrang für die Geschichte meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Außerdem enthielt Shantaram ein paar Längen, die man aber schlecht kürzen konnte, da sie für den Gesamtzusammenhang der Geschichte wichtig sind.

Wenn es sich hier aber wirklich um eine Autobiografie handelt, kann ich diese Punkte nur bedingt kritisieren, weil er ja nur sekundär etwas dafür kann, wie sein Leben verlaufen ist. Er hat es schließlich so niedergeschrieben, wie es war. Und wenn ich diese Theorie zu Ende denke, gibt uns Shantaram sehr spannende Einblicke in sein Leben bzw. in das Leben von Lin Baba. An entscheidenden Stellen beginnt er häufig zu zweifeln und man merkt hier, dass ihm Ressourcen fehlen. Und diese Aspekte fand ich ebenfalls gut herausgearbeitet.

Spannung
Der Spannungsbogen war hier durchaus gemischt. Es gab Phasen, die ich als ruhig und teilweise langatmig empfand und dann gab es Momente, in denen ich unbedingt wissen wollte, wie es bei Shantaram weitergeht.

Gegen Ende gab es auch Szenen, die wahrscheinlich dazu dienen sollten, den Höhepunkt des Spannungsbogens darzustellen. Diese Szenen betrachtete ich etwas augenrollend, weil ich das Gefühl hatte, dass sie sich vom eigentlichen Inhalt der Geschichte entfernten und eine Wiederholung von vorangegangener Szenen waren.

Schreibstil 
In der ersten Hälfte des Buches gefiel mir Gregory David Roberts Schreibstil wirklich gut. Er tritt während der ganzen Handlung als allwissender Erzähler auf und berichtet immer wieder von seiner Vergangenheit oder deutet an, dass Ereignisse in der Gegenwart schwierige Auswirkungen auf seine Zukunt haben. Mich machte das ziemlich neugierig auf die Geschichte des Lin Babas.
Allerdings begannen mich einige Elemente des Schreibstils zunehmend zu nerven. Ich habe ja bereits von den Längen im Roman berichtet. Diese kommen unter anderem zustande, weil uns Protagonist Lin viel über die Charaktere erzählt, denen er begegnet. Er trifft auf eine Person und schildert uns erst einmal in einem kurzen Abriss deren Biografie. So sollen die Charaktereigenschaften der Person geklärt werden. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Eigenschaften der Person im Kontakt mit Lin dargestellt werden. Außerdem sorgte das Element dafür, dass ich nicht wusste, welche Charaktere jetzt wichtig waren und welche nicht.
Gregory David Roberts überzeugt in Shantaram aber auch mit vielen sprachlichen Bildern, die uns Indien, seine Kultur etwas näher bringen. Gerade im ersten Teil von Shantaram hat mir die Atmosphäre sehr gut gefallen.

Gesamteindruck
Der Anfang von Shantaram hat mich sehr fasziniert und neugierig auf die Geschichte gemacht. Allerdings flachte die Handlung für mich mit der Zeit etwas ab und ich fragte mich, warum unser Protagonist so viele Umwege gehen muss. Allerdings spiegelt das natürlich auch das Leben.

Das Hörbuch ging mir fast etwas zu lang. Es hat eine Laufzeit von etwa 45 Stunden. Und ich kann wirklich nicht ganz nachvollziehen, woran das liegt, dass mich die Länge hier gestört hat. Schließlich höre ich immer wieder längere Hörbücher. Wie bereits erwähnt, lässt sich der Inhalt jedoch schlecht kürzen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Shantaram spannende Elemente enthält und ich wahrscheinlich auch in den zweiten Teil rein hören werde. Ich empfehle bei der Lektüre nicht den Mut zu verlieren und das Buch einfach zu pausieren, wenn einem die Geschichte über den Kopf wächst. 

Sonntag, 17. Juni 2018

Never will I ever TAG mit emion

Guten Morgen Buchlinge,

emion und ich haben uns wieder einen neuen TAG vorgeknöpft. Und zwar den Never will I ever-TAG. Wir haben uns etwas gehen lassen und eine Stunde lang über die Fragen geredet. Ich kündige zwar an, dass ich den TAG vermutlich teile, habe mich aber doch dagegen entschieden.
Das heißt, ihr habt jetzt eine schöne XXL Podcast Folge von uns.

Wenn ihr den Podcast direkt bei YouTube anhören wollt dann klickt doch einfach HIER.

Wir wünschen euch viel Spaß beim hören und sind gespannt auf eure Antworten!


Der TAG 



Inhaltsverzeichnis 
00:00:00 Min: Herzlich Willkommen
00:01:20 Min: Frage 1
00:07:32 Min: Frage 2
00:25:32 Min: Frage 3
00:35:03 Min: Frage 4
00:42:15 Min: Frage 5
00:47:13 Min: Frage 6
01:03:50 Min: Frage 7
01:08:30 Min: Frage 8


Die Fragen und Bücher im Überblick

1) Niemals werde ich es shippen

Emma
Miss you von Kate Eberlen

emion: 
Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan
Gegen das Sommerlicht von Melissa Marr


2) Niemals werde ich dieses Ende vergessen

Emma: 
Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes 
Sand von Wolfgang Herrndorf 
Löcher von Luis Sachar 

emion: 
Harry Potter von JK Rowling
Lunar-Chroniken von Marissa Meyer
Artemis Fowl von Eoin Colfer
Die Tribute von Panem von Suzanne Collins


3) Niemals werde ich ueber diesen Tod hinweg kommen

Emma: 
Stadt der Diebe von David Benioff 
Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag 
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie von Lauren Oliver 

emion: 
Onyx (Chroniken vom Anbeginn) von John Stephens
Harry Potter von JK Rowling
Eine für vier - Für immer und ewig von Ann Brashares
Abby Lynn - Verraten und verfolgt von Rainer M. Schröder
Qualityland von Marc-Uwe Kling


4) Niemals werde ich aufhoeren, wegen diesem Buch zu weinen

Emma: 
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken von John Green 

emion: 
Onyx von John Stephens
Harry Potter von JK Rowling
Maya und Domenico von Susanne Wittpennig
Eine für vier - für immer und ewig von Ann Brashares

5) Niemals werde ich dieses Buch lesen

Emma und emion: 
Fifty Shades of Grey

Emma: 
Feuchtgebiete 
die meisten Frauenromane 
Bücher aus dem Genre Horror


6) Niemals werde ich aufhoeren, dieses Buch zu feiern

Emma: 
Ein Mann namens Ove von Fredrik Backmann 
Was wir dachten, was wir taten von Lea-Lina Oppermann 
Die neapolitanische Saga von Elena Ferrante 
Die Moortochter von Karen Dionne 

emion: 
Harry Potter von JK Rowling
Die Chroniken vom Anbeginn von John Stephens
Die Raven-Cycle-Reihe von Maggie Stiefvater
Die Lunar-Chroniken von Marissa Meyer
Echte Feen, falsche Prinzen von Janette Rallison


7) Niemals werde ich dieses Buch verleihen

Emma: 
Schreibratgeber 
Das Handbuch für Autorinnen und Autoren 

emion: 
Meine Bibel


8) Niemals werde ich aufhoeren, diese Leute zu taggen

Emma: 
Anka: https://bit.ly/1JYcjFH
Ever: https://bit.ly/2gEK1I2
Martin: https://bit.ly/2gIv6J4
Kathrin: https://bit.ly/2MwdmBD

emion: Die restlichen Mitglieder des Ge(h)folges


Und Du? 

Natürlich interessiert uns auch, was Du von den Fragen hältst. Wie sehen Deine Antworten aus? 

Freitag, 15. Juni 2018

Per Anhalter durch die Galaxis



Bild von der hörverlag
Steckbrief

Name: Per Anhalter durch die Galaxis (auch als Buch, Film erhältlich)
Autor: Douglas Adams
Verlag: der hörverlag
Geeignet für: Fans von Sciene-Fiction, Marc-Uwe Kling und Menschen, die abgedrehte Geschichten mögen
Gelesen oder gehört: gehört in ungekürzter Fassung
Sprecher: Christian Ulmen
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten


Klappentext 

(von der hörverlag) 

"Es hätte so ein schöner Tag werden können – bis Arthur Dent feststellt, dass sein Haus abgerissen werden soll. Macht aber eigentlich nichts, weil kurz darauf auch die Erde gesprengt wird, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen. Diesem Schicksal kann Dent gerade noch entgehen – dank seines außerirdischen Freundes Ford Prefect und des intergalaktischen Weltreiseführers.
Vom Babelfisch bis zu den Vogonen, vom Pangalaktischen Donnergurgler bis zur drittschlechtesten Dichtkunst des Universums: Christian Ulmen verwebt in seiner fulminanten Lesung alle Details des Anhalters zu einem wahrhaft kosmischen Hörvergnügen!"


Meine Meinung 

Gestaltung
Schon nach den ersten Minuten war ich sehr angetan von Christian Ulmens Interpretation der Geschichte. Der Einstieg in den Schreibstil fiel mir etwas schwer, weil Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis mit ein paar Schachtelsätzen beginnt. Und Christian Ulmen hat sich der Herausforderung gestellt, die sperrigen Sätze entwirrt und lebendig in die Geschichte integriert. Zudem muss ich gestehen, dass mich Ulmens Interpretation sehr an Marc-Uwe Klings Livelesungen der Känguru-Trilogie erinnerte. Allerdings lag das auch an der ähnlichen Handlung. Darauf werde ich im Laufe der Rezension noch weiter eingehen. Jedenfalls war die Ähnlichkeit definitiv kein Nachteil.
Christian Ulmen liest alles andere als schlicht. Erst einmal legt er eine gute Lesegeschwindigkeit an den Tag, die aber nicht zu schnell ist, sondern zur Geschichte passt. Dann setzt er alles daran, den Charakteren durch seine Interpretation Leben einzuhauchen und die Charaktereigenschaften dadurch hervorzuheben. Unser Protagonist Arthur klingt beispielsweise schlecht gelaunt, während sein Freund Ford eine Stimme mit einem Hauch Naivität bekommt. Und zuletzt warten auch noch tierische Herausforderungen auf den Schauspieler...

Per Anhalter durch die Galaxis wurde ursprünglich als Hörspiel entwickelt. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass der Hörverlag auch eine Hörbuch Version von dem Klassiker geschaffen hat. Ich höre zwar viele Hörbücher, aber es gibt nur selten eine Geschichte, die ich ganz klar in Hörbuch Form bevorzuge. Per Anhalter durch die Galaxis gehört mit Sicherheit dazu. Wenn es allein um die Produktion geht, steht das Hörbuch auf der Liste der potentiellen Jahreshighlights relativ weit oben.

Inhalt
Die Geschichte ist unglaublich ... chaotisch. Zu Beginn von Per Anhalter durch die Galaxis lernen wir Arthur kennen, dessen Haus abgerissen werden soll. Doch relativ schnell stellt sich heraus, dass die Erde auch dran glauben muss. Glücklicherweise wird Arthur von seinem Freund Ford vor der Verdunstung, dem sicheren Tod, gerettet. Ford ist einer der Autoren des Reiseführers Per Anhalter durch die Galaxis. Und aus diesem Grund stattete er der Erde einen Besuch ab.

Es dauerte ziemlich lange, bis die zentralen Themen der Geschichte wirklich herausgearbeitet wurden. Das liegt hauptsächlich daran, dass Douglas Adams ständig Brüche in seine Handlung einbaut. Eine Szene ändert sich durch einen intergalaktischen Zufall und etwas völlig Unvorhergesehenes passiert. Einerseits war dieses Element für mich zu Beginn ziemlich unterhaltsam und eine willkommene Abwechslung. Andererseits ging mir das Stilmittel zeitweise auch ziemlich auf die Nerven und ich wünschte mir, dass der Autor etwas Handlung aufbaut und unsere Charaktere nicht von der einen in die nächste Szene stolpern lässt.
Nach und nach wird ein leicht blasser roter Faden sichtbar. Nämlich die Frage nach dem großen Warum. Wer sind wir? Und wo kommen wir her?
Ein zentrales Thema ist ebenso die Frage, wie das Universum entstanden ist. Und Douglas Adams versucht dieser Frage mit viel Witz und skurriler Handlung auf den Grund zu gehen.
Außerdem lernen wir mehrere Charaktere kennen, die nicht direkt mit unseren beiden Protagonisten Arthur und Ford in Kontakt stehen. Diese eingeschobenen Handlungsstränge sind aber in sich abgeschlossen und werden nicht weiter ausgebaut.

Kommen wir nun zu unseren Hauptcharakteren Arthur und Ford. Auch hier bin ich etwas hin- und her gerissen, weil mich die Eigenschaften unserer Protagonisten durchweg an die Känguru Chroniken erinnerten. Und so wurde für mich einfach mehr als deutlich, von wem Marc-Uwe Kling seine Inspirationen bekommen hat.
Arthur ist natürlich tief getroffen: Erst wird sein Haus abgerissen. Dann muss er auch den Verlust seines Planeten hinnehmen. Er wirkt daher sehr deprimiert, launisch und ist quasi der Vorfahre von Marc-Uwe.
Ford stammt von einem anderen Planeten und saß 15 Jahre lang auf der Erde fest. Natürlich freut er sich, dass er jetzt endlich wieder andere Planeten für sich entdecken darf. An sich ist Ford sehr interessiert an seiner Umwelt. Leider fällt ihm die Kommunikation mit Arthur etwas schwer. Denn er weiß nicht, was Ironie ist. Und er hat ziemlich schräge Lösungsstrategien, die mich an das Känguru aus den Känguru Chroniken erinnert haben. Nur, dass das Känguru genau wusste, was es tat und Ford seine Lösungsvorschläge absolut ernst meinte und nicht damit gerechnet hat, dass man was gegen seine Ideen haben könnte.

Aufgrund der chaotischen Handlung sind Arthur und Ford zu Beginn der Geschichte größtenteils damit beschäftigt, auf die Umwelt zu reagieren. Ford gewinnt nach und nach die Orientierung zurück, beginnt Konflikte zu lösen und sich darum zu kümmern, dass er und Arthur irgendwie in der Galaxis voran kommen.

Beide Charaktere empfand ich als sehr einfach gestrickt. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass nur bestimmte Facetten für die Geschichte benötigt wurden und die Handlung als solche schon bunt genug ist. Da es sich hier um den Auftakt einer Reihe handelte, kann es gut sein, dass die verschiedenen Eigenschaften der Charaktere in den Folgebänden noch besser zur Geltung kommen. Über die Beziehung zwischen Ford und Arthur kann nicht viel gesagt werden, da die Beziehungsebene nicht im Mittelpunkt der Handlung steht. Ford ist bemüht, Arthur in die Galaxis einzuführen und empfiehlt ihm daher den Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis. Zudem versucht er Arthur aus brenzligen Situationen zu retten. Daraus lässt sich schließen, dass ihm etwas an seinem Freund liegt. Arthur hingegen ist viel mit sich selbst beschäftigt.

Spannung
Da der Roman sehr viele Brüche in der Handlung aufweist und sich die Geschichte durch eine Verkettung von Zufällen ständig ändert, gab es aus meiner Sicht keinen klaren Spannungsaufbau. Erst gegen Ende gibt es eine gefährliche Situation aus der unsere Charaktere entkommen müssen. Aber da die Handlung zuvor schon so schräg war - und ich zudem wusste, dass es sich um den Auftakt einer Reihe handelte - konnte ich hier nur bedingt mitfiebern, fand den Höhepunkt von Per Anhalter durch die Galaxis aber sehr unterhaltsam. 

Schreibstil
Wenn ich das Buch gelesen hätte, hätten die ersten Sätze der Geschichte vermutlich dafür gesorgt, dass ich das Abenteuer vorzeitig beendet hätte. Douglas Adams irritierte mich mit seinen Schachtelsätzen. Am Ende des Satzes hatte ich schon wieder vergessen, wie der Satz begann. Christian Ulmen glich die Schreibstil-Problematik für mich aber ziemlich gut aus und half mir so die Anfangszeit der Geschichte zu überstehen.
Nach der Anfangszeit konnte mich der Schreibstil von Douglas Adams aber für sich begeistern. Ich mochte besonders die schrägen Dialoge, die nicht immer wirklich Sinn ergaben, was mir hier aber nicht viel ausmachte. Außerdem empfand ich es als sehr angenehm, dass Douglas Adams den Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis nutzt, um in sein Universum einzuführen. Zu Beginn jeden neues Kapitels wird nämlich eine kleine Einheit aus dem Lexikon dargestellt.

Gesamteindruck
Ich wusste zu Beginn nicht viel über Per Anhalter durch die Galaxis. Ich konnte mich dunkel daran erinnern, dass ich vor Jahren mal die Verfilmung gesehen hatte und diese ebenfalls sehr chaotisch wirkte.

Nach meiner letzten Lektüre war Per Anhalter durch die Galaxis eine willkommene Ablenkung. Die Geschichte ist zwar verrückt und chaotisch, bringt aber auch viel Witz und Kreativität mit. Einen kleinen Dämpfer bekam die Geschichte für mich, als ich die Parallelen zu Marc-Uwe Klings Känguru-Reihe erkannte. Beide Bücher - also sowohl der Anhalter als auch das Känguru - haben Stärken und können gut ohne den jeweils anderen bestehen. Aber es hatte für mich etwas den Ein-Geheimnis-gelüftet-Effekt. So als hätte ich das Geheimrezept eines Autors erkannt.

Zusammenfassend rate ich euch, euch von der Geschichte treiben zu lassen und nicht nach Logik, Handlung und roten Fäden Ausschau zu halten. Und natürlich empfehle ich euch die Hörbuch Lesung mit Christian Ulmen.

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* Dieses Hörbuch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.